Barnes & Noble schaltet einen Gang zurück

Tablet-Geschäft verursacht Verluste in Millionenhöhe

Die Nummer eins im US-Buchhandel muss ihre Digitalstrategie überdenken: Barnes & Noble schiebt derzeit einen Verlust von 475 Millionen Dollar (ca. 363 Mio. Euro) vor sich her – anders als erhofft, konnten sich die Nook-Tablets am Markt bislang kaum durchsetzen. Nun sucht das Unternehmen nach einem Partner, die eigene Tabletproduktion läuft aus.

An den Aktivitäten im E-Reader-Geschäft soll sich jedoch nichts ändern. Hier will das Unternehmen auch weiterhin die Zügel in der Hand halten. Die Nook-Tablets indessen sollen nicht mehr in Eigenregie entwickelt werden - stattdessen sei geplant, die weitere Entwicklung einem Partner zu überlassen. Man selbst werde künftig, wie es in einer Pressemitteilung heißt, das Gerät dann lediglich unter der eigenen Marke vertreiben ("co-branded").

Mit digitalen Inhalten und Lesegeräten setzte Barnes & Noble im Geschäftsjahr 2012/ 2013 (bis 27. April) insgesamt 776 Millionen US-Dollar um - rund 595 Millionen Euro. Damit wird klar: Barnes & Noble zahlt drauf, die Einnahmenkurve geht nach unten. Im Fiskaljahr 2012 konnte das Segment noch 933 Millionen US-Dollar zum Gesamtumsatz des Filialisten beisteuern, es ging also um 16,8 Prozent in den Keller.

Weniger Geräte, weniger Inhalte

Als problematisch erweist sich dabei vor allem das Geschäft mit dem Nook-Tablet. Laut einem Bericht des Unternehmens erhöhten sich die Verluste aus dem Segment im Gesamtjahr auf 475 Millionen US-Dollar - wozu aber offenbar auch Rabattaktionen, Preissenkungen und Rücknahmen beigetragen haben.

Letztlich lief aber auch das Geschäft mit Inhalten schon mal besser: Für das gesamte Jahr betrachtet, ging es hier zwar um 16,2 Prozent nach oben, im vierten Quartal 12/13 verlief die Entwicklung jedoch eher enttäuschend - das aber wohl auch deshalb, weil anders als im Vorjahr die zugkräftige Titel fehlten (Erfolge im Vorjahr: "The Hunger Games", "Fifty Shades of Grey"). Der Umsatzrückgang lag bei 8,9 Prozent.

"Wir wollen davon wegkommen, alles auf eigenes Risiko zu machen"

Mit der Einstellung der Tablet-Produktion zieht Barnes & Noble die Konsequenzen aus dem immer härter werdenden Wettbewerb am Markt, auch wenn darüber offiziell nicht gesprochen wird: Medienberichten zufolge erklärte CEO William Lynch den Rückzug aus dem Tablet-Geschäft mit einem Verweis auf die Kosten. "Es kostet sehr viel Geld, eigene Tablets zu bauen", zitiert ihn heute das "Handelsblatt". "Wir wollen davon wegkommen, alles auf eigenes Risiko zu machen."

Ein Jahr der roten Zahlen: Die B&N-Bilanz im Kerngeschäft 

Die Ergebnisse der Digitalsparte drücken auf die Bilanz; hinzu kommt, dass es auch im Kerngeschäft derzeit nicht gerade rund läuft, wie die Jahresbilanz 2012/ 2013 zeigt. 

  • Die Sparte Retail trägt nach wie vor den größten Anteil zum Gesamtumsatz bei, insgesamt knapp 4,6 Milliarden US-Dollar (ca. 3,5 Mrd. Euro). Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Einnahmen um 5,9 Prozent.
  • Für die Collegestores indessen ging es leicht aufwärts - der Umsatz stieg um 1,1 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden US-Dollar (ca. 1,4 Mrd. Euro). Der Haken: Betrachtet man die Entwicklung auf vergleichbarer Basis, bleibt ein Minus in der Bilanz (minus 1,2 Prozent).
  • Als Gesamtumsatz für 2012/ 2013 notiert Barnes & Noble die Summe von 6,8 Milliarden US-Dollar (ca. 5,2 Mrd. Euro). Im Jahr zuvor waren es noch 7,1 Millarden US-Dollar.    

 

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