Penguin Random House

Die Fusion ist besiegelt

Penguin Random House kann loslegen – mit Stichtag 1. Juli haben die beiden Großverlage ihre Fusion unter Dach und Fach gebracht. CEO der neuen und weltweit größten Publikumsverlagsgruppe ist Markus Dohle. Und der freut sich: "Es ist eine große Ehre, dass mir diese historische Vereinigung anvertraut wird." Die neue Verlagsgruppe bündelt einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro.  

Als vor knapp einem Jahr bekannt wurde, dass Bertelsmann und Pearson ihre Kräfte im Publikumsmarkt weltweit zusammenlegen wollen, war die Überraschung groß - und doch war die Fusion schon da nur noch eine formale Sache: Bei den Vorbereitungen für das Megabündnis gab es, trotz anfänglicher Zweifel, keine wettbewerbsrechtlichen Zwischenfälle; aus jedem Land, das seine Zustimmung geben musste, kam, wie berichtet, grünes Licht. Und nun ist es amtlich: Nach Informationen aus Gütersloh haben beide Medienunternehmen heute die abschließenden Verträge für den Zusammenschluss ihrer jeweiligen Verlagsgruppen, Random House und Penguin, unterzeichnet.

Bertelsmann hält an dem neuen Verlagsriesen 53 Prozent der Anteile, Pearson 47 Prozent. Zu Penguin Random House gehören alle Verlagseinheiten von Random House und Penguin Group in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland und Indien sowie die Random-House-Verlage in Spanien und Lateinamerika und die Penguin-Verlagsaktivitäten in Asien und Südafrika.

Die neue Verlagsgruppe wird mit mehr als 10.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 3 Mrd. Euro (3,9 Mrd. US-Dollar) erzielen. Penguin Random House umfasst knapp 50 Verlagseinheiten. Sitz des Unternehmens ist New York.

Wer bei Penguin Random House die Führung übernimmt

An der Spitze von Random House Penguin steht - wie erwartet - Markus Dohle. Er stand seit 2008 als Chairman und CEO an der Spitze von Random House. Sein Kollege John Makinson, seit 2002 Chairman und CEO der Penguin Group, wird Chairman des Board of Directors von Penguin Random House.

In dieses Aufsichtsgremium entsendet Bertelsmann fünf Vertreter:

  • Thomas Rabe (Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann),
  • Markus Dohle (Chief Executive Officer von Penguin Random House und Mitglied im Bertelsmann-Vorstand),
  • Judith Hartmann (Finanzvorstand von Bertelsmann),
  • Thomas Hesse (Vorstand für Unternehmensentwicklung und Neugeschäfte von Bertelsmann) und
  • Gail Rebuck (Mitglied im Bertelsmann Group Management Committee).

Pearson stellt neben dem Chairman drei weitere Mitglieder des Board of Directors:

  • John Fallon (Chief Executive Officer, Pearson),
  • Coram Williams, (Chief Financial Officer, Penguin Random House) und
  • Philip Hoffman (SVP, Corporate Finance & Strategy, Pearson).


Die deutschsprachige Verlagsgruppe Random House in München wird wie geplant nicht Teil von Penguin Random House. Sie verbleibt bei Bertelsmann, ebenfalls unter der Führung von Markus Dohle.

Eine kleine Chronik des Zusammenschlusses

Bertelsmann und Pearson hatten die Transaktion am 29. Oktober 2012 angekündigt. Nachdem im Februar 2013 das U.S. Department of Justice als erste Behörde den geplanten Merger genehmigt hatte, folgten die Freigaben aus allen anderen wichtigen Ländern und Regionen - aus Australien und Neuseeland (März), von der Europäischen Kommission (April), aus Kanada (April), Südafrika (Mai) und China (Mai). Alle Freigaben wurden ohne jegliche Auflagen erteilt.

Thomas Rabe: "Der bestmögliche Weg zu neuem Wachstum in der Verlagsbranche"

Zwei solch große Verlagsgruppen miteinander zu verzahnen, bleibt dennoch ein ambitioniertes Vorhaben - wenn auch eines, das die führenden Köpfe der hinter ihnen stehenden Konzerne geradezu herbeisehen. "Mit dem heutigen Tag haben Bertelsmann und Pearson endgültig die Weichen für die Zukunft des Buches gestellt", erklärt Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. "Die Bildung der Gruppe ist der bestmögliche Weg zu neuem Wachstum in der Verlagsbranche – und zu neuem Wachstum für Bertelsmann."

Gemeinsam könnte man "in einem deutlich signifikanteren Umfang investieren", auf allen Feldern. Damit füge sich diese Fusion passgenau ein in die strategischen Prioritäten, mit denen Bertelsmann nach neuem und nachhaltigem Wachstum strebe. "Durch die Bündelung von Ressourcen, die gemeinsame Expansion und eine größere Reichweite stärken wir eines unserer Kerngeschäfte. Wir beschleunigen seine digitale Transformation und nutzen deren gesamtes Spektrum an Möglichkeiten. Wir fördern regionales Wachstum, vor allem in China, Indien sowie Brasilien."

John Fallon: "Das wird ein exzellentes Geschäft"

Ähnlich wie Rabe sieht auch John Fallon, Chief Executive von Pearson, die Lage. Dass Bertelsmann die Mehrheit hält, scheint den Optimismus bei ihm nur noch zu vergrößern: "Das wird ein exzellentes Geschäft – und wir werden aktive, langfristige Partner darin sein", sagt er. Die Verbindung mit Random House schaffe einen klaren Weltmarktführer mit einer starken Ausgangsbasis für anhaltenden kreativen und kommerziellen Erfolg in der sich schnell verändernden Branche der Publikumsverlage.

Markus Dohle: "Das neue Unternehmen muss seine eigene Kultur entwickeln"

Derjenige, der in den nächsten Monaten die Hauptarbeit hat und die zwei Verlagsgruppen verzahnen muss, freut sich darauf. Markus Dohle spricht davon, dass es ihm eine große Ehre sei, dass ihm diese historische Vereinigung von Random House und Penguin anvertraut werde. "Wir verbinden zwei der führenden Verlagsgruppen der Welt mit komplementären Fähigkeiten und Stärken, mit einer herausragenden kreativen und wirtschaftlichen Erfolgsbilanz und mit großer Leidenschaft für eine erstklassige Verlagsarbeit im Dienste erstklassiger Bücher", ist er überzeugt.

Beide Verlagsgruppen blickten auf reiche Traditionen zurück, aus denen das neue Unternehmen nun "seine eigene Kultur entwickeln wird – im Interesse der Leserinnen und Leser in aller Welt. Sie werden von der Qualität und der enormen Vielfalt der Bücher profitieren, die wir verlegen."

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