Jahrestreff der Jungen Verlagsmenschen 2013 in Hamburg

Nachwuchsnetzwerk auf Spur

Das Nachwuchsnetzwerk der Buchbranche hat große Ziele – und ringt manchmal noch mit der Bürokratie. Beim Jahrestreffen in Hamburg wurden Altlasten beseitigt, der Vorstand breiter aufgestellt und neue Projekte angeschoben. In einer Powersession standen auch Workshops und Vorträge auf dem Programm. Hier gibt es eine Bildergalerie vom Jahrestreffen in Hamburg. VON KUM

Seit dem  vergangenen Jahr hat der Verein Junge Verlagsmenschen Vieles angeschoben: Neues Logo, ein Seitenrelaunch in Eigenregie, der den eigenen professionellen Ansprüchen genügt – und ein deutlicher Zuwachs an Mitgliedern: 450 Nachwuchskräfte aus der Buchbranche zahlen ihre Beiträge, das Netzwerk hat mehr als 2.800 Freunde auf Facebook –  eine stattliche Größe. Unter den 14 aktiven Städtegruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es alleine in NRW aktuell drei Neuzugänge.

Die Organisationsstruktur konnte mit dem Wachstum zuletzt allerdings nicht Schritt halten: Bei der Kassenprüfung im letzten Jahr hatten die Revisoren Fehler festgestellt – die Mitglieder hatten den Vorstand nicht entlasten können. Grund waren zwar nur kleine Rechenfehler in der Jahresbilanz – die Prüfung fiel, wie Schatzmeisterin Christina Neiske berichtete, aber alles andere als leicht aus. Dem Problem sind die Junge Verlagsmenschen Herr geworden und konnten in Hamburg nun die Entlastung nachholen.

Auch bei der Satzung gibt es mittlerweile Änderungsbedarf: So war auf juristischen Rat bereits zur Vereinsgründung im Jahr 2009 eine Vereinsordnung auf den Weg gebracht worden – über einige Punkte – etwa ob die Zahlweise für Mitgliedsbeiträge und Seminargebühren per Lastschrifteinzug möglich oder gar zur Pflicht erklärt werden sollte, wurde nun am Wochenende herzhaft diskutiert. Möglich ja – Pflicht nein, lautet der Konsens. Aufs nächste Jahr verschoben wurde beim Jahrestreffen indes die Frage, ob die Mitgliedsbeiträge nicht stärker gestaffelt werden sollten – und wie die Gebühren (etwa für nicht stimmberechtigte Fördermitglieder oder die Abschläge für Arbeitssuchende oder Studenten) konkret aussehen sollen. Einer Erhöhung der Beiträge mochten die Mitglieder in diesem Jahr vorerst nicht zustimmen. Auch die Frage, ob der Vorstand künftig für zwei Jahre gewählt werden soll, um für eine größere Kontinuität zu sorgen, musste letztlich vertagt werden: Zu groß war der Zeitdruck, der auf der Veranstaltung in der Friedensallee 273 bei Großlieferant Libri lastete.

Die Tagesordnung war nämlich reich gespickt mit Gewinnspielen, verschiedenen Workshops, die sich zum größten Teil passend zum Motto des fünften Jahrestreffens „Go digital – Die Branche im Umbruch“ mit digitalen Themen befassten („Wie kommt das E-Book zum Kunden?“, „Lektorat: Sachbuch und E-Book“, „Social Media für Verlage“) – wobei auch handfeste Themen wie Herstellung nicht zu kurz kamen.

Zuvor stand aber natürlich die Wahl des Vorstands auf dem Programm:

  • Isabella Kortz wurde zur 1. Vorsitzenden gewählt
  • Mit Eva Heptner (2. Vorsitzende), Lena Augustin (Schatzmeisterin) und Ina Elsing (Schriftführerin) wurden gleich drei Studentinnen an Bord des Vorstands geholt.
  • Ergänzt wird der Vorstand durch Tea Herovic und Jennifer Stühler (Städtegruppenmanagerin und Social Media) und Michael Hammerer (IT-Beauftragter, Administrator).

Bestsellerautor Bastian Sick sorgte am Nachmittag mit dem sich selbst ironisch bespiegelnden Vortrag „Wie wird man Bestsellerautor?“ für Unterhaltung. Auch der Hausherr und Gastgeber Libri hatte sich nicht lumpen lassen und mischte sich gerne unter die wohl betreuten Gäste: Das Produktmanagementteam Digital stellte an einen Infotisch neue E-Readern vor – drei Sony PRS-T2 wurden gar verlost. Abteilungsleiter Fabian Niebling hielt einen Vortrag zum Thema „Herausforderungen für den Großhandel im digitalen Zeitalter“ – und arbeitete in einem kritischen Vergleich der Entwicklungen auf dem US-Markt für E-Books und Prognosen für Deutschland heraus. Niebing nahm sich anschließend Zeit für die Diskussion mit einem kritisch-interessierten Publikum.

Die Ziele der Jungen Verlagsmenschen sind im nächsten Jahr:

  • der Aufbau eines Redaktions- und Bloggerteams
  • Kostenpflichtige JVM-Seminare und eine höhere Schlagzahl an Ausflügen und Vorträgen
  • Unibotschafter in den eigenen Reihen, die als Ansprechpartner für buchbranchenaffine Universitätsinstitute fungieren.
    Mehr zu den Zielen der JVM lesen im Interview mit der ersten Vorsitzenden Isabella Kortz.

Nachdem kaum sechs Wochen nach dem letzten Jahrestreff in Ulm die frisch gewählte Vorsitzende  Sina Schulze aus familiären Gründen zurücktreten musste, weshalb der Vorstand interimsweise besetzt worden war, kehren die Jungen Verlagsmenschen mit den in Hamburg begonnenen Neujustierungen wieder in ruhigere Gewässer zurück – und nehmen Fahrt auf.

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1 Kommentar/e

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  • Amazonkunde

    Amazonkunde

    WOW. Neues Logo, neue Webseite und eine Crowd von 2800 auf Facebook. Das alles in einem Jahr... Die Verlagszukunft ist gerettet.

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