Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen

„Wir wollen mehr Workshops!“

Isabella Kortz wurde beim Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen bei Libri in Hamburg am Samstag zur Vorsitzenden des Nachwuchsnetzwerks gewählt. Zuvor hatte sie bereits interimsweise den Verein geführt. Welche Baustellen der neue Vereinsvorstand in diesem Jahr angehen will, verrät die freie Lektorin im Interview mit boersenblatt.net. VON INTERVIEW: KAI MüHLECK

Mit der Wahl haben die Vereinsmitglieder Sie im Amt bestätigt. Was sind nach dem großen Relaunch des Vereinsauftritts im letzten Jahr die nächsten Baustellen der Jungen Verlagsmenschen?
Unser Hauptprojekt sind die Städtegruppen: Wir wollen weniger Stammtischkultur und mehr Workshops. Konkret planen wir eine JVM Seminarreihe mit Experten aus Verlagen und anderen Top-Speakern. Wir wollen nicht so wahrgenommen werden, dass es bei uns bloß ums Partymachen geht. So schön es ist, beim Stammtisch zusammen Urlaubsfotos anzugucken – jeder will weiterkommen. Wir wollen Karrierechancen und unser Hauptaugenmerk liegt auf der Nachwuchsförderung. Darum sind uns die Fortbildungen so wichtig. Dort knüpft man ja auch Netzwerke – aber anders.

Seminare sind teuer- können sich die Jungen Verlagsmenschen das denn leisten?
Aus unserem Vereinsbudget bezuschussen wir die Vorträge – und wir hoffen natürlich auf Sonderkonditionen. Verlage könnten beispielsweise Räume zur Verfügung stellen – außerdem setzen wir die Suche nach Förderern fort. Viele Verlage wissen noch gar nicht, wer wir sind. Wir wollen unser Netzwerk auch um Förder- und Ehrenmitglieder erweitern. Und dann haben wir ja bereits starke Partner an unserer Seite, die uns unterstützen – wie auch dieses Jahrestreffen eindrucksvoll zeigt. Beim Recruiting Day im März dieses Jahres an der Akademie des deutschen Buchhandels in München haben wir etwa mit Bommersheim Consulting kooperiert. Bei dieser Veranstaltung haben wir viele neue Mitglieder gewonnen – und einige Verlage qualifizierte Nachwuchskräfte.

Vereine klagen andernorts über die Passivität der Mitglieder. Nur noch Wenige erklären sich bereit, die Vorstandsarbeit zu übernehmen. Drückt dieser Schuh die Jungen Verlagsmenschen nicht?
Wir arbeiten sogar mit einem erweiterten Vorstand – beispielsweise haben wir die Posten für den Bereich IT, eine Städtegruppenmanagerin und ein zweiköpfiges Presse- und Social Media-Team neugeschaffen. Die Basisarbeit passiert in den Städtegruppen – der Vorstand muss überlegen, wie wir unser Netzwerk effektiv gestalten.

Wie gelingt das?
Durch Organisation. Zum Beispiel wenn es um die Bündelung und Koordination redaktioneller Beiträge geht, wie beim Bachmann-Wettbewerb. Wir wollen stärker Position beziehen. Dafür haben wir fünf ehrenamtliche Redakteure die von Tea (Anm. Tea Herovic) koordiniert werden. Unterstützen können wir deren Arbeit zum Beispiel durch Fahrtkostenzuschüsse.

Was ist sonst noch in der Pipeline?
Wir wollen unseren Wettbewerb „You want to read “ neu aufstellen und führen dazu bereits Gespräche. Nächstes Jahr wird es dazu konkrete Neuigkeiten geben. Außerdem wollen wir noch stärker wachsen und uns auch international vernetzen. Zum Beispiel gibt es im englischsprachigen Raum die SYP– die eine ganz ähnliche Arbeit machen.

Auch mit den Bücherfrauen und dem StartUp BuchKarriere gibt es Kooperationen. Wie sieht eigentlich das Verhältnis zwischen BuchKarriere und den Jungen Verlagsmenschen aus? Da gibt es doch sicher auch Konkurrenz?
Nein. Wir haben ein gutes Verhältnis – die Gründerinnen Norsin Tancik und Rebekka Kirsch kooperieren mit uns. Wir finden BuchKarriere gut – und vermitteln immer wieder Leute zueinander. BuchKarriere richtet sich mehr an Praktikumssuchende und Studenten – wir knüpfen bei den Young Professionals an, bis zum Ende des 40. Lebensjahrs kann bei man bei uns ja reguläres Mitglied sein. Auch über ältere Fördermitglieder, etwa Verleger oder bekannte Banchenpersönlichkeiten, würden wir uns natürlich riesig freuen.

Wer wäre denn Ihr Wunschkandidat?
Elke Heidenreich.

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