Die Entwicklungsgeschichte eines Labels

Heyne Hardcore ist angekommen

Vor acht Jahren hat alles begonnen. Da kreierten die Programmmacher bei Heyne ein Sublabel: Heyne Hardcore. Schrill, erotisch und ein bisschen blutig ging es zu, zugleich lag es zaghaft versteckt mitten drin im allgemeinen, voluminösen Heyne-Vorschaukatalog. Eine Entwicklungsgeschichte. VON ANDREAS TROJAN

Markus Naegele, Programmleiter bei Heyne Hardcore und inzwischen auch Cheflektor der Allgemeinen Reihe, hat das kleine Label groß gemacht. Jetzt steht es da, erstmals mit eigener Vorschau, drei Erstausgaben im Hardcover und drei im Qualitiy-Paperback, dazu kommen zehn Taschenbuchtitel.

Die Bücher von Hardcore Heyne fallen auf. „Die Buchgestaltung soll unsere Handschrift zeigen – und die ist sicher stylish. Ich denke, dass eine bestimmte Leserschaft aufgeschlossener ist als wir Büchermacher oft denken“, ist Markus Naegele überzeugt. Wild, zeitgemäß und zugleich mit einem gewissen Anspruch sollen die Bücher von Hardcore Heyne sein. Das jetzige Programm bietet den Roman „Die Juliette Society“, in dem die ehemalige Pornodiva und jetzige Schauspielerin Sasha Grey auf den Spuren sexueller Begierden der Mächtigen und Reichen ist. Der Berliner Autor David Pfeifer bietet eine Liebesgeschichte im Boxermilieu: „Schlag weiter, Herz“. Und in Irvine Welsh‘ Roman „Skagboys“ geht es um Drogen, Armut und Lebenstristesse im Großbritannien der 1980er Jahre. Alle drei Autoren werden im Herbst für Hardcore Heyne in Deutschland mit Lesungen und Auftritten aktiv werden.Künftig sollen bei Heyne Hardcore auch Sachbücher erscheinen – im Frühjahr 2014 kommt etwa eines über Fußballkorruption heraus.

Die Erstauflagen im Hardcover liegen zwischen 5.000 bis 20.000 Stück. Das bislang bestverkaufte Buch ist Sophie Andreskys „Vögelfrei“ mit über 200.000 Exemplaren. Markus Naegele geht es aber nicht nur um gut verkaufte Einzeltitel, er möchte mehr, nämlich eine Heyne-Hardcore-Community gründen. Dafür wurde die Website ausgebaut, es gibt einen eigenen Facebook-Auftritt, bei dem Naegele und seine Kollegen auch Musik einstellen, die ihnen persönlich gefällt.

 

Außerdem wurde das „Core“-Magazin ins Leben gerufen. Darin werden Inhalte vertieft, Autoren genauer vorgestellt, Bezüge zwischen den Büchern sichtbar gemacht. „Meinungsmacher“, also Künstler, Agenten und ausgesuchte Journalisten bekämen das Magazin zugeschickt. Und natürlich auch diejenige Gruppe, ohne die der Buchverkauf nicht funktioniert: „Mittlerweile gibt es Buchhändler, die bis zu 100 Stück von jedem Magazin bestellen.“ Offensichtlich gibt es also auch eine Menge Leser, die das „Core“-Magazin interessiert, dessen jeweilige Auflage bei 8000 Stück liegt. Markus Naegele ist mit dem Erreichten durchaus zufrieden: „Ich denke, die Leute merken, dass wir uns Mühe geben und dass wir hinter dem Programm stehen.“ Die wachsende Heyne- Hardcore–Community wird das bestätigen.

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