Stellenabbau bei Cornelsen

Ein Viertel weniger bis Jahresende

Cornelsen-Holding-Chef Alexander Bob hatte im März eine umfassende Restrukturierung der Cornelsen Schulbuchverlage angekündigt. Damit verbunden ein drastischer Stellenabbau, der laut aktueller Berichterstattung des Berliner "Tagesspiegel" rund 250 Mitarbeiter bis Jahresende betreffen soll.

Während Alexander Bob im März, wie auf boersenblatt.net berichtet, einen Abbau von rund 200 Vollzeitstellen (bei insgesamt rund 1.000 Mitarbeitern) bis Ende 2014 ankündigte, schreibt der "Tagesspiegel" nun in seinem Artikel "Klima der Angst im Berliner Schulbuchverlag", dass rund ein Viertel der Beschäftigten bis Jahresende abgebaut werden sollen. Wie Unternehmessprecher Klaus Holoch gegenüber boersenblatt.net erklärte, entspräche die Zahl der 250 Mitarbeiter laut Rechnung von Cornelsen rund 200 Vollzeitäquivalenten. Bis Mitte August soll klar sein, wer vom Stellenabbau betroffen sein wird. Die Entlassungen sollen zum Großteil bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Die Geschäftsführung habe seit Januar 200 Mitarbeitern Aufhebungsverträge angeboten, fährt der "Tagesspiegel" fort, 174 Personen hätten diese unterschrieben. Rund 50 scheiden freiwillig aus. Cornelsen rechne mit weniger als 30 betriebsbedingten Kündigungen. Gegenüber der Zeitung hätten Mitarbeiter von "heftigem Druck" der Geschäftsleitung berichtet, was das Unternehmen jedoch zurückweist. "Hier herrscht kein Klima der Angst", so Unternehmenssprecher Klaus Holoch gegenüber boersenblatt.net, man nehme die Sorgen der Mitarbeiter ernst. 

Seit Ende 2012 hatte die Verlagsgruppe sämtliche Prozesse im Unternehmen untersucht, auch bei der Produktion gedruckter Schulbücher. Um Workflows effektiver zu gestalten und Abläufe zu bündeln, die bisher parallel in den einzelnen Verlagen angesiedelt waren, will das Verlagshaus in digitale Prozesse und Systeme investieren. Und dabei geht es, wie Bob im März gegenüber boersenblatt.net sagte, "um hohe IT-Investitionen".

Die Rationalisierung geschieht vor dem Hintergrund eines schrumpfenden Schulbuchmarkts und im Zeichen der wachsenden Digitalisierung des Schulunterrichts und der privaten Lernumgebung. Die digitale Strategie, die man nach dem Verkauf des Studienkreises, der Wissenschaftsverlage Akademie und Oldenbourg sowie des Kinder- und Jugendbuchsegments (Sauerländer etc.) nun anpacken könne, bedeute eine Abkehr von der Praxis der vergangenen 15 Jahre, Einzelprodukte zu entwickeln, mit denen man allenfalls den Markt testen konnte. "Das waren allenfalls wirtschaftliche Fingerübungen", erklärte Alexander Bob im Frühjahr.

Schlagworte:

5 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Abwärtsspirale

    Abwärtsspirale

    Wenn ein Viertel der Angestellten gehen muß, scheint das Unternehmen ganz schön in Schieflage zu sein. Den Angestellten kann man nur raten, das Geld zu nehmen und raus aus dem Buchhandel.

  • welche Strategie

    welche Strategie

    ... wenn es denn wenigstens Sinn machen würde. Tut es aber nicht. Und in 2 Jahren gibt es dann eine Trennung vom CEO, wie immer "im besten gegenseitigen Einvernehmen".

  • w.huettermann

    w.huettermann

    Sie bitten um sachliche Kommentare. Das fällt manchmal ausgesprochen schwer. So auch i.S. Cornelsen. Wieso der wohl zweitgrösste deutsche Schulbuchverlag offenbar ins Schlingern geraten ist, wissen die Götter, die (im Buchhandel) sporadisch auf die Erde niederfallen.Manchmal auch winters; da leistet denn ein Bob erste oder letzte Hilfe.

  • Luise

    Luise

    Da war lange schon nichts mehr in Ordnung. Ständige Umstrukturierungen, alle paar Monate Wechsel in der Geschäftsführung, immer neue Ansprechpartner, mehrere Beraterfirmen. Ob jetzt der ganz große Masterplan funktioniert? Kann man fast nicht mehr dran glauben.

  • Matthias Fuchs

    Matthias Fuchs

    *Kommentar zurückgezogen*

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld