Offener Brief des Weltbild-Betriebsrats an die Eigentümer

"Die angespannte Zeit überbrücken"

Die Situation bei Weltbild wird auch Thema auf der Deutschen Bischofskonferenz sein, die derzeit in Fulda tagt. Aus diesem Anlass wendet sich der Weltbild-Betriebsrat an die kirchlichen Eigentümer des angeschlagenen Unternehmens und fordert den Erhalt der Arbeitsplätze.

Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz tagt seit Montag in Fulda, dem Gremium gehören 67 Bischöfe an. "Unzweifelhaft werden die Kirchenvertreter dort auch über ihre Stellung zu Weltbild diskutieren und Entscheidungen fällen", so der Betriebsrat, "welche die Arbeitsplätze in Augsburg direkt betreffen."

Daher hat der Betriebsrat am 19. September einen Offenen Brief an die Bischöfe als Gesellschafter von Weltbild gerichtet. Eingangs weist der Betriebsrat darauf hin, dass man sich bereits 2012 an die Bischöfe gewandt habe, als es um den Verkauf der Verlagsgruppe ging. Damals hätten die Bischöfe entschieden, Weltbild in eine Stiftung einzubringen.

Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei Weltbild fordert der Betriebsrat in seinem aktuellen Offenen Brief: "Erneut bitten wir nun Sie als Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild, Ihre Kraft und Einsicht darauf zu lenken, weiterhin das Schicksal vieler Hunderter Menschen mit ihren Angehörigen in eine positive Richtung zu führen." Man wisse um die "missliche wirtschaftliche wie finanzielle Situation des Unternehmens", gehe aber davon aus, dass die Gesellschafter Möglichkeiten finden, "diese angespannte Zeit zu überbrücken."

An die Bischöfe wird appelliert, zugunsten des Erhalts der Arbeitsplätze zu entscheiden und damit "betriebsbedingte Kündigungen abzuwenden". Gemeinsam mit der Geschäftsführung möchte der Betriebsrat und die Belegschaft "neue Wege gehen, Möglichkeiten ausschöpfen, die man bisher nicht gesehen hat". Andere Unternehmen hätten dies erfolgreich vorgemacht.

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2 Kommentar/e

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  • H. Kraft

    H. Kraft

    Die Kirche muss sich bei ihrer Herbstvollversammlung in Fulda klar entscheiden, wie das weitere Vorgehen zur Weltbild Verlagsgruppe aussehen soll. Es geht auch in erster Linie um die dort beschäftigten Mitarbeiter/innen, die ein Recht auf Informationen haben.
    Es ist auch nicht vor allem die Aufgabe der kath. Kirche einen großen Verlag ihr Eigentum zu nennen, sondern sie hat sich den Menschen in ihren Nöten, Sorgen, Hoffnungen und Glaubenszweifeln als eine ihr ureigenste Herausforderung anzunehmen. Außerdem ist eine der Hauptaufgaben das Evangelium zu verkünden. Und gerade durch die Intentionen und Aufbrüche vom neuen Papst Franziskus sollte eigentlich ein ganz anderer ,Ruck nach vorne mit neuen Zielen` durch diese Konferenz der Bischöfe gehen. Gefragt ist die Glaubwürdigkeit der Kirche nach innen und außen und da bedarf es viele Anstrengungen. Viele Menschen möchten ein radial verändertes Bild der Kirche, welches auch ihrem Wesen grundlegend entspricht. Deshalb werden notwendige und auch gute Zeichen erwartet, die auch eine Signalwirkung haben. Bischöfe sind keine Leiter von Verlagen. Es muss jetzt gesehen werden, wie vernünftige Lösungen und Vorschläge für den Weltbild Verlag aussehen können. Und da sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um jetzt einen Weg zu finden, der auch dieses Unternehmen unter Einbeziehung von allen Beteiligten neu ausrichtet. Nur sollte dies in einer klaren Kommunikation geschehen, also auch mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich seit Jahren für den Weltbild Verlag einsetzen. Dabei muss es Richtlinien nach einem Handeln und Tun nach der Vernunft geben. Es geht da um die Zukunft von vielen Familien. Und dies muss zuerst berücksichtigt werden.
    H. Kraft

  • H. Kraft

    H. Kraft

    Die Kirche und der Weltbild Verlag müssen mit allen Beteiligten (also den vielen dort beschäftigten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und dem Betriebsrat u. a.) eine gute Kommunikation und einen Dialog führen.
    Es geht auch um die Zukunft von vielen Menschen und auch deren Familien.
    Und es müssen dabei alle Anstrengungen unternommen werden, um vernünftige Wege und Lösungen zu finden.
    H. Kraft

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