Düsseldorf/ Köln

Übernimmt VUB Printmedia das Buchhaus Sternverlag?

Bei der größten Buchhandlung Deutschlands, dem Buchhaus Sternverlag in Düsseldorf, zeichnet sich offenbar eine Übernahme ab: Unter fast gleichem Namen wurde in Köln gerade ein neues Unternehmen ins Handelsregister eingetragen – Geschäftsführer ist Christian Preuß-Neudorf, Gesellschafter des ebenfalls in Köln ansässigen RWS-Spezialisten VUB Printmedia.

Preuß-Neudorf bestätigte die Übernahme der Düsseldorfer Buchhandlung nicht – dementierte sie aber auch nicht. „Derzeit kein Kommentar“, heißt es aus Köln. Klaus Janssen, seit 2005 Inhaber der Buchhandlung Buchhaus Sternverlag, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


Das neue Unternehmen heißt Buchhaus Sternverlag GmbH & Co. KG, ist ansässig in der Sedanstraße 31-33 in Köln, wo auch VUB Printmedia seine Zentrale hat. Geschäftszweck sei, so steht es im Handelsregister (HRA 30212; Gesellschafter: Sternverlag GmbH / HRB 80012), „die Herausgabe von Büchern und Zeitschriften sowie der Groß- und Einzelhandel mit Büchern, Zeitschriften, Informationsträgern und artverwandten Produkten und Dienstleistungen.“ Was sich dem Handelsregister außerdem entnehmen lässt: Die Firma Stern - Verlag Janssen & Co, Betreiber der Düsseldorfer Großbuchhandlung, besteht noch.

Für das Buchhaus Sternverlag, seit drei Generationen in Familienbesitz, würde mit der Übernahme eine neue Ära beginnen. Es gilt mit seinen rund 8.000 Quadratmetern Geschäftsfläche – gelegen zwischen  Friedrichstraße und Talstraße (Süd-Verlängerung der Königsallee) – als größte Buchhandlung Deutschlands. Zusätzlich betreibt das Unternehmen eine Filiale auf dem Campus der Uni Düsseldorf, veröffentlicht wissenschaftliche Bücher und dürfte auch im B2B-Geschäft keine ganz unwichtige Größe sein: Das Buchhaus Sternverlag bedient nach eigenen Angaben sechs Nationalbibliotheken in Europa, Wirtschaftsunternehmen, Verwaltungen, Schulen.

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13 Kommentar/e

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  • wilh.hüttermann

    wilh.hüttermann

    Gerade brachte der Postbote einen Buchbrief vom Stern-Verlag, der natürlich portofrei liefert und, soweit zuläsig, zu Briefgebühren, weil er die Laufzeiten von Büchersendubngen wie jeder Kollege kennt.
    Nach Verkauf meiner Buchhandlung bstellte ich von meinem Dorf aus immer in Düsseldorf beim Strern-Verlag, nachdem vergleichbare Kollegen längst verschwunden waren: Schrobsdorff und Lincke, beide Königsallee.
    Ich erinnere die buchlose Zeit nach 1945, wo man beim damals noch räumlich kleinen Stern-Verlag alle möglichen
    Haushaltartikel gegen Bücher tauschen konnte oder umgekehrt. Daran wird sich keiner der MitarbeiterInnen erinnern.
    Ich wünsche diesem Haus Inhaber, die seine Tradition zu schätzen und zu honorieren wissen.

  • Düsseldorfabteilung2005

    Düsseldorfabteilung2005

    ...das war sooooo lange abzusehen, mindestens seit
    2000/2001, zu teurer Umbau, null Innovation, viele Köche in der Führungsetage, kaum motiviertes Personal (was kaum am Personal selber lag^^)...
    Die treuen Kunden haben es geschafft, diese tolle Buchhandlung bis jetzt zu tragen! Kein Mitarbeiter des Buchhauses dürfte allerdings ernsthaft überrascht sein, dass da ein Käufer auf den Plan tritt.
    Wünsche allen Exkollegen GLÜCK AUF! SU

  • Michael Larsen

    Michael Larsen

    Die Kollegen vom Stern-Verlag wissen angeblich - offiziell - von nix! Was für eine Personalpolitik!!
    Die Spatzen pfeifen das schon seit Wochen von den Dächern, ein Witz ist das!

  • Steffi Gedel

    Steffi Gedel

    vielleicht wissen die Kollegen vom Sternverlag auch nicht, dass sie bald keinen Job mehr haben. Oder unbezahlte Mehrarbeit....
    Schliesslich hat der Köln Käufer in jüngster Zeit zwei Läden zugemacht (siehe Börsenblatt-Meldungen), soviel zu den Aussichten für die Mitarbeiter.
    Leider werden die Wünsche von Hr. Hüttermann sich eher nicht erfüllen.
    Auch von mir Glück auf,
    Steffi.

  • Einer der etwas mehr was weiß!

    Einer der etwas mehr was weiß!

    Was für einen scheiss,was die vor poster hier geschrieben haben,besonders,die zwei über mir!
    wißt ihr was oder müst ihr nur eure unkompetente Meinug loswerden und euch an den Schrott erfreuen den ihr schreibt?
    Der stern ist wie auch im Börsenblatt erwähnt einer der ältesten und grössten Buchhandlungen in DE!
    Klar wird es Umstruktorierungen geben!
    Aber die wird wird aber dann mehr im Laden stattfinden!
    Besonders da der Bibliothekendienst,der als einziges Gewinn gemacht hat und den Laden wohl mitgetragen hat brauchen sich die Mitarbeiter da wohl keine Sorgen zu machen!


  • Redaktion

    Redaktion

    @Einer der etwas mehr was weiß!
    Wir erfreuen uns an Ihrem inhaltlich wichtigen Kommentar in diesem Forum. Aber ginge es nicht auch ohne die vom Recht auf freie Meinungsäußerung bloß halbwegs gedeckten "scheiss" und "Schrott"? Netiquette wär' nett.

  • Michael Larsen

    Michael Larsen

    Danke für die Blumen, "@einerderetwasmehrweiß!"!
    Das Sie aus dem Buchhaus des 21.Jahrhunderts heraus die Dinge anders sehen ist doch klar und verständlich (niemand anders wüßte z.B. vom Gewinn den der Bibliothekendienst gemacht hat....).
    Trotzdem halte ich es für eine Verhöhnung der Mitarbeiter im Laden, wenn man sie ohne Infos den bohrenden Fragen der Kunden aussetzt (Artikel in der RP von heute).
    Bisschen mehr Contenance^^

  • einediedenkenkann

    einediedenkenkann

    Diese VUB tritt im Internet als Buchversender auf, ist spezialisiert auf das, was der Bibliotheksdienst von Stern auch macht. Klar, dass das zusammengelegt (wohl kaum in Düsseldorf) und schrumpfen wird, Entlassungen. Das sind dann die "Synergien" mit denen kräftig Mieten+Gehälter eingespart werden.
    Dass er keine Läden braucht hat der VUB Chef kürzlich noch dem Buchmarkt gesagt. Wurde da auch abgedruckt.

    Das wird bestimmt nicht lustig für die Übernommenen. Was wohl in 18 Monaten noch vom Sternverlag übrig ist? Ob der alte Stern-Inhaber das überblickt hat?

  • Michael Larsen

    Michael Larsen

    Da dem Inhaber die Immobilie des Sternverlag gehört (behält er sie?), spannende Frage. Ich würde jetzt mal tippen, ja, die Filetstücke werden rausgepickt, wie überall, der Rest ist in - spätstens - 18 Monaten abgewickelt. Wer braucht im Jahr 2013/2014 ernsthaft eine Buchhandlung dieser Größe?? Glaube, dass "Düsseldorfabteilung2005" Recht hat, wer von den Angestellten überrascht ist, der hat den Buchmarkt in den letzten 10 Jahren nicht verfolgt...
    es bleibt ein Jammer, dass diese Buchhandlung nach KÖLN verkauft wird!

  • SophosCharon

    SophosCharon

    Ich möchte hier ein differenziertes Bild zeichnen: Ausgang der obigen Argumentationen ist immer die Annahme, dass der Inhaber des Stern-Verlags seine Anteile entweder vollständig oder wenigstens Teilabteilungen (wie den genannten Bibliothekendienst) komplett übergibt. Es scheint laut der Meldungen jedoch der Fall zu sein, dass im Handelsregister in Köln ein Unternehmen mit der Rechtsform GmbH & Co. KG eingetragen wurde. Diese Rechtsform (besonders der Ausdruck der KG) impliziert doch eine Umformung der jetzigen Rechtsform eines eingetragenen Kaufmanns in " [...] eine Personengesellschaft, in der sich zwei oder mehrere natürliche oder juristische Personen zusammengeschlossen haben, um unter einer gemeinsamen Firma ein Handelsgewerbe zu betreiben, wobei für Verbindlichkeiten der Gesellschaft mindestens ein Gesellschafter unbeschränkt haftet (Komplementär) und ein weiterer Gesellschafter nur beschränkt haftet (Kommanditist)." Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kommanditgesellschaft vom 16.12.13, 22:27 Uhr. Damit könnte auch eine Annahme lauten, dass die VUB quasi als Investor fungiert, von dem der Stern-Inhaber profitieren könnte, je nachdem wie die Kompetenzen vertraglich geregelt werden - das steht (noch) in den Sternen. :) Zudem wäre er weiterhin am Umsatz beteiligt und würde bei einem tatsächlichen Konkurs nicht mehr mit dem Privatvermögen, sondern mit dem Kapitaleinsatz, der durch die Rechtsform der GmbH gefordert wird, haften. Das wäre auch für die Nachkommenschaft im Hinblick auf das Kapitalerbe des Stern-Inhabers von großem Interesse. Aber auch diese Motive weiterer Profite auf Zeit und Sicherung des Erbschaft werden auf kurz oder lang, allein schon wegen der generellen prekären Lage des Buchhandels, unvermeidlich zu einem Untergang der größten Buchhandlung führen - das bleibt, wie aber schon jeder Kenner der Buchhändlerszene hätte sehen müssen, ein Spiel auf Zeit. Aber vielleicht bleibt genug Zeit, dass sich die Mitarbeiter so schnell wie möglich nach Alternativen umschauen können.

  • SophosCharon

    SophosCharon

    nachträgliche Konklusion: Von den egoistischen Motiven der Absicherung vor einem endgültigen Konkurs als e. K. könnte die Arbeiterschaft indirekt und zeitlich begrenzt profitieren, wenn denn VUB die stationäre Buchhandlung mittragen würde. Kleine Randbemerkung soll auch lauten, dass die Buchhandlung nach wie vor im Handelsregister in Düsseldorf eingetragen ist, so dass vielleicht eine win-win-Situation entstehen könnte, wenn Kompetenzen der Spezialdienste an VUB übergeben werden, die Profite daraus aber in das Ladengeschäft fließen könnten, das weiterhin unter der Führung des bisherigen Inhabers bestehen könnte - das bleibt aber bis zum Abschluss der Verhandlungen abzuwarten und würde auch nur eine kurzzeitige lebenserhaltende Maßnahme darstellen, spätestens ab dem Zeitpunkt des Ablebens des Inhabers.

  • spekulatz

    spekulatz

    Der Duktus des SophosCharon ist der des Dr. CPN. Aber das wäre jetzt schon sehr frech...

  • SophosCharon

    SophosCharon

    Dann sind die ausgeführten Szenarien ja nicht so fern der Realität, da haben sich zwei Inhaberfüchse gefunden.

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