Investorentag bei Bastei Lübbe

Bastei Lübbe sichtet erste Weltbild-Unterlagen

Bastei Lübbe nimmt derzeit die Unterlagen von Weltbild unter die Lupe. Das sagte Vorstandschef Thomas Schierack heute beim Investorentag des Kölner Medienunternehmens.


Wie berichtet, hatte Bastei Lübbe Interesse am Digitalgeschäft (weltbild.de sowie buecher.de) der insolventen Augsburger Verlagsgruppe angemeldet. Nach Sichtung der ersten Unterlagen, „sind wir jedoch eher vorsichtig geworden“, so Schierack vor zahlreichen Vertretern aus der Banken- und Finanzwelt, die zum Investorentag von Bastei Lübbe gekommen waren.Bekanntermaßen hat das Unternehmen nach seinem Börsengang im Oktober 2013 viele Millionen Euro auf der hohen Kante – Geld, das sinnvoll investiert werden soll, wie Schierack betonte. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Klaus Kluge und Felix Rudloff gab er einen Einblick in Zahlen und Strategie von Bastei Lübbe – eine Strategie, die auf deutliches Wachstum ausgerichtet ist.

Um dieses zu erreichen, werden beispielsweise folgende Schritte avisiert:

  • Einkauf weiterer Weltbestseller-Autoren mit jeweils vollumfänglicher Lizenz über alle Produktbereiche hinweg
  • Zukauf digitaler Rechte, etwa für den chinesischen Sprachraum. Den hat das Unternehmen als einen wichtigen Wachstumsmarkt ausgemacht – und ist gerade dabei, Gespräche mit Plattformbetreibern zu führen mit dem Ziel, ein Joint-Venture zu gründen, gemeinsam Inhalte zu entwickeln und zu vertreiben
  • Aufbau des Bereichs Gaming
  • Entwicklung des B2B-Geschäfts sowie von Kundenbindungsprogrammen. So stehe man etwa mit Airlines oder der Bahn in Kontakt, um exklusive Inhalte für Entertainment-Angebote bereitzustellen.

Die Unternehmensvision von Bastei Lübbe liest sich entsprechend ambitioniert:

  • Kein Haushalt ohne Produkt von Bastei Lübbe
  • Kein Anlass ohne Geschenk von Räder
  • Kein Tablet – weltweit – ohne vorinstallierte Bastei-Lübbe-App: Dass dies keine ferne Zukunftsmusik mehr ist, unterstrich Klaus Kluge. Man stehe in Verhandlungen mit einem großen Tablet-Hersteller (Potential in Deutschland: ca. eine Million Geräte). Der Reiz an der Kooperation: Neben dem Plattformumsatz könnte man auf diesem Weg direkt mit dem Kunden ins Geschäft kommen. Erste Ergebnisse der Verhandlungen sollen im nächsten halben Jahr bekannt gegeben werden.

Neben der Beschäftigung mit den harten Fakten und dem Zahlenwerk des Verlags durften die Investoren auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Im hauseigenen Tonstudio, in dem gerade produziert wurde, trafen sie beispielsweise auf den Sprecher Matthias Koeberlin. Im Kellerarchiv verschafften sie sich einen Überblick über die gesamte Verlagsproduktion inklusiver sämtlicher Heftchenromane, in der Autoren-Academy wurden sie darüber informiert, wie Bastei Lübbe auf die Suche nach guten Autoren geht – und im Räder-Showroom gab es einen Überblick über die zahlreichen Non-Books-Produkte.

So sieht Investorenpflege aus – immerhin ist vielen Bankern das Geschäftsmodell eines Verlags nicht immer einhundertprozentig klar. Dass es beispielsweise zu Umsatzverschiebungen kommen kann, wenn ein Bestseller-Autor Schreibpause macht, dass hohe Garantiesummen zunächst einmal auf die Kosten schlagen, die Einnahmen aber erst später fließen: Diese Besonderheiten des Verlagsgeschäfts gilt es immer wieder zu verdeutlichen.

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