Interview mit Thalia-Geschäftsführerin Gerlinde Leichtfried

Auf die Punkte, fertig, los: Thalia ist jetzt bei Payback an Bord

Thalia ist ab 24. März beim Bonusprogramm Payback mit an Bord. 20 Millionen Punktesammler können sich künftig mit einem Einkauf in den Läden der Buchhandelsgruppe belohnen. Thalia-Geschäftsführerin Gerlinde Leichtfried über die Mitgliedschaft im größten Multipartnerprogramm Deutschlands. VON FRAGEN: SABINE SCHWIETERT

Thalia bekommt eine Kundenkarte. Ab 24. März ist die Buchhandelsgruppe bei Payback an Bord. Wie lange haben die Vorbereitungen gedauert?
Das Thema Kundenkarte beschäftigt uns schon länger und eine gute Lösung ist nicht einfach. Eine Karte ist nur sinnvoll, wenn sie für den Kunden einen echten Mehrwert hat. Kundenkarten bieten meist Rabatte – das kam aber für uns allein schon aufgrund der Buchpreisbindung nicht in Frage. Mit Payback als Multipartner-Programm hat man ein bestehendes und beim Kunden beliebtes Instrument, dessen Portfolio Thalia wunderbar ergänzt.

Passt Payback zu Thalia?
Ja. Zwei  Fakten haben uns  überzeugt:  Etwa ein Drittel unserer Kunden besitzt bereits eine Payback-Karte. Und: Sehr erfolgreiche und langjährige Partner wie dm oder Alnatura sprechen ein ähnliches Publikum an wie wir. 

600 Unternehmen, 20 Millionen aktive Karten  - mit Payback setzen Sie auf den Marktführer.
Immer mehr Käufe werden aufgrund von individuell personalisierten Empfehlungen getätigt. Dafür muss man seine Kunden kennen – über alle Kanäle hinweg.  Hier haben  wir Aufholbedarf. Jedoch haben wir weder die Zeit noch die Mittel, jetzt noch  mit einer eigenen Kundenkarte zu beginnen. Durch die Partnerschaft mit Payback profitieren wir von einer ausgefeilten Infrastruktur, umfangreichen  Erfahrungswerten und einem  hohen Innovationspotenzial.

Der viel beschworene „gläserne Kunde“. Verbraucherschutzverbände halten nicht viel davon.
Die Auswertung und Analyse von Kundendaten bei Payback erfolgt immer auf Basis von anonymen Datensätzen. Payback ist in Sachen Datenschutz zu 100 Prozent sauber. 2012 wurde das Unternehmen vom TÜV überprüft und es wurde bestätigt, dass Payback mit den Daten verantwortungsvoll und nach den Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes umgeht. Sicherheit und Verlässlichkeit ist uns im Sinne unserer Kunden sehr wichtig.

Es gibt keine Punkte auf Bucheinkäufe. Das Kerngeschäft von Thalia sind aber Bücher – wie passt das zusammen?
Payback bietet uns die Möglichkeit, Kunden sehr gezielt nach ihren Bedürfnissen anzusprechen und ihnen entsprechende Angebote zu machen – das können natürlich auch Bücher sein. Und wenn Kunden wegen der Punkte zu uns kommen, die sie beispielsweise auf Spiele oder DVDs bekommen, heißt das ja nicht, dass sie nicht auch ein Buch kaufen, wenn sie schon mal da sind.

Ab Herbst können die gesammelten Punkte auch in Bücher eingelöst werden. Richtig?
Genau. Ab Herbst werden wir dies technisch umgesetzt haben. Dann können Payback-Kunden mit ihren Punkten auch bei Thalia bezahlen. In der Regel werden die Punkte dafür eingesetzt, sich zu belohnen, sich etwas zu gönnen, das man sich sonst nicht gekauft hätte. Da können wir mit unserem Sortiment – allem voran mit den Büchern – sicher viele Wünsche erfüllen.

Payback verschickt im Jahr 85 Millionen Direktmailings und 270 Millionen E-Mail-Newsletter. Was kostet Thalia die Teilnahme am Payback-Programm?
Es gibt eine Grundgebühr, dazu kommen die Kosten für die direkt über Payback laufende Promotion. Hier kann jeder Partner selbst entscheiden, wie oft und in welchem Umfang er Werbeaktionen durchführt. 

Werden sich die Verlage an den Kosten beteiligen?
Aus ersten Gesprächen mit Verlagen wissen wir, dass diese Partnerschaft für sie grundsätzlich interessant ist, denn Thalia schafft gemeinsam mit Payback einen direkten Zugang zum Kunden. Uns geht es nicht darum, die Kosten für eine konkrete Mailing-Aktion erstattet zu bekommen. Wir wollen vielmehr gemeinsam mit den Verlagen unsere Kunden besser kennenlernen – und wie genau wir das erreichen können, das werden wir zusammen überlegen. 

Soll es auch eine eigene Thalia-Payback-Karte geben?
Ja. Wer schon eine Karte hat, kann sie natürlich bei uns einsetzen, aber wir haben auch eine eigene Thalia-Karte. Wir sind überzeugt, dass viele unserer Kunden durch die damit verbundenen Vorteile Spaß an der Thalia-Karte haben werden – die visuelle Gestaltung zeigt, was Thalia ausmacht: kompetente Mitarbeiter und ein attraktives Sortiment.    

Welche Marketingaktionen haben Sie zum Start geplant?
Payback ist umfassend in unsere Osterkampagne integriert. Kunden werden in den Buchhandlungen viele Möglichkeiten haben, ihre Karte zu nutzen, oder eine Thalia Karte zu ordern.

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10 Kommentar/e

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  • Harry

    Harry

    Also ich war über zehn Jahre Payback-Mitglied. Nach meiner Kündigung forderte ich eine Übersicht aller von mir bei Payback gespeicherter Daten an.

    Ich erhielt ein Päckchen mit Hunderten von Seiten bedrucktem Papier, auf denen minutiös jeder einzelner Karteneinsatz mit Datum, Uhrzeit, Ort, Betrag und Art des Einkaufes verzeichnet war.

    Schon allein aus diesen Daten lässt sich exakt nachverfolgen, wo ich wann war und was eingekauft habe. Jede Regierung dürfte sich nach solchen Daten die Finger lecken.

    Wer Payback und ähnliche Dienste nutzt, muss wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Noch dazu kann man ja dank der deutschen Politik auf Bücher keine Punkte sammeln. Aber Thalia hat es ja offenbar. Also viel Spaß!

  • Konsument

    Konsument

    Payback ist für mich kein Thema. Meine Einkäufe sollen nicht von Payback verfolgt werden. Daher nutze ich Payback nicht.

  • Stefan G.

    Stefan G.

    "Wer Payback und ähnliche Dienste nutzt, muss wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert sein"

    Gleiches gilt für EC-Karte, Kreditkarte, Kundenkarten aller Art und Internetportale... Und nun?

    Sagen wir doch mal. Wer etwas zu verbergen hat, sollte einfach bar bezahlen... Ups... Und dann?

  • Harry

    Harry

    @Stefan G.:

    Sie haben vollkommen recht. Dasselbe gilt auch für alle Arten von Zahlungskarten. So ist es.

    Deshalb zahle ich persönlich zu 100 % bar. Lediglich die unvermeidlichen Lastschriften regelmäßiger Dinge wie Miete, Abos, Versicherungen usw. laufen über das Girokonto.

    Und wenn ich keine Anrufe erwarte oder führen will bzw. keine Datenverbindung benötige, schalte ich mein Handy auch in den Flugmodus - jedenfalls wenn ich unterwegs bin. Erst am Zielort wird es dann wieder aktiviert. Somit ist eine Aufzeichnung meines Bewegungsprofils unmöglich. Was geht Netzbetreiber oder schlimmer noch die Regierung an, wann ich mich wo wie lange bewege?

  • Dealer

    Dealer

    Das ganze Gerede über gespeicherte Daten geht mir auf deutsch gesagt auf den Sack. Diese Doppelmoral die einige an Tag legen ist echt lustig. Sich gleichzeitig beschweren, dass Einkäufe von Payback gespeichert werden, aber im Internet unterwegs sein und Kommentare zu veröffentlichen. IP-Adresse?! ;)

    Jeder hat es selbst in der Hand, aber sich künstlich darüber aufzuregen, dass Unternehmen gewisse Daten speichern...also bitte....

    Bislang habe ich von Punktesammeln profitiert und gönne mir 1x/Jahr eine Tankfüllung bei einem der Payback-Partner ;)

  • Stefan G.

    Stefan G.

    "Sich gleichzeitig beschweren, dass Einkäufe von Payback gespeichert werden, aber im Internet unterwegs sein und Kommentare zu veröffentlichen. IP-Adresse?! ;)"

    Ohne jetzt ins Detail zu gehen, ist die IP-Adresse, die hier beim Serverzugriff gespeichert wird (zumindest in meinem Fall) nicht die meines Routers...

  • Interessierter Leser

    Interessierter Leser

    @ Stefan G.
    Surfen Sie über Tor oder wie schaffen Sie es Ihre IP-Adresse zu verschleiern? Als normaler Internetnutzer gibt man ohne Einsatz von Anonymisierungssoftware immer eine eindeutige IP-Adresse preis und ist z.B. für Ermittlungsbehörden (oder auch Abmahnanwälte) über eine Abfrage beim Provider identifizierbar.

  • Harry

    Harry

    @Dealer

    Dito hier. Tor ist eine Möglichkeit. Eine andere ist ein ausländisches VPN. Wenn der dortige Anbieter sich an den Vertrag hält und nichts speichert, surft man absolut anonym. Die Rückverfolgbarkeit - auch für umtriebige Anwälte - endet beim VPN-Anbieter. Er kann keine Logs herausgeben, die er nicht hat.

    Deshalb finde ich - ganz nebenbei - auch das Gerede von der Vorratsdatenspeicherung so lustig. Kein halbwegs intelligenter Terrorist, der etwas zu verbergen hat, wird sich offen im Internet bewegen.

    Aber das ist ein anderes Thema. Intelligenz ist bekanntlich keine Einstellungsvoraussetzung für Politiker.

  • elania

    elania

    "Thalia ist ab 24. März beim Bonusprogramm Payback mit an Bord"

    Diese Werbekampagne durch Payback und Thalia verwundert mich doch sehr. Zumal Thalia doch bereits seit einigen Jahren ein Payback-Partner ist.
    Warum wird das stillschweigend unter den Teppich gekehrt und dem Verbraucher diese Kooperation jetzt mit großem Presseaufwand als Neu verkauft?
    Wirklich neu ist lediglich, dass die Punkte nicht mehr online (Der ehemals gültige Link von Payback zum Thalia-Onlineshop ist nun funktionslos) sondern nur noch in den Filialen und auch nicht mehr auf Bücher gesammelt werden können.
    Hervorzuheben ist der interessante Part:
    keine Punkte auf Bücher!

    Wer eine Thalia Filiale betritt ist hauptsächlich von bis an die Decke mit Büchern gefüllte Regale umgeben.
    Wenn darauf keine Punkte mehr gesammelt werden können bleibt für den Thalia- und Payback-Kunden überhaupt nichts mehr übrig.
    Worauf gibt es dann noch Punkte?
    Auf DVD's ? Es gibt Shops mit bedeutend größerer Auswahl. Nicht nur auf einem Auslagetisch.

    Auf Kalender ? Werden höchstens 1x im Jahr gekauft.

    Auf Dekoartikel ? Ein anderer Payback-Partner ist da ebenfalls besser ausgestattet.

    Das ist schlicht und ergreifend Kundentäuschung.

  • Sandra

    Sandra

    Hallo,
    also ich geh hauptsächlich zu Thalia um Bücher zu kaufen oder Ratgeber und dann bekomme ich dafür nicht mal Payback?
    Ist eher traurig für so ein Unternehmen was größtenteils mit Büchern handelt. Da kann ich meine Bücher auch künftig wo anders kaufen

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