Paragon stellt Bedingungen

Weltbild plant tiefe Einschnitte

Die Entlassungswelle bei Weltbild ist nicht vorbei: Noch vor dem angekündigten Neustart werden 100 weitere Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Anderenfalls will der künftige Mehrheitsgesellschafter Paragon Partners seine Unterschrift nicht unter den Übernahmevertrag setzen.

Einen Vorvertrag haben der künftige Weltbild-Mehrheitsgesellschafter Paragon Partners und Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bereits unterzeichnet - ein großes Aufatmen der Branche und des Weltbildbetriebsrats war die Folge. Unterschrieben werden soll der Übernahmevertrag aber erst bei Erfüllung weiterer Bedingungen. Die sollen nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ härter ausfallen als befürchtet:

  • Weltbild soll noch im Mai mindestens 100 Mitarbeiter entlassen. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“, stets gut informiert in Sachen Weltbild, bereits von „mehreren Dutzend“ bevorstehenden Entlassungen gesprochen
  • Nach der Überführung in eine neue Gesellschaft hätten die Mitarbeiter ein Jahr Kündigungsschutz, darum sollen die Mitarbeiter vor Unterzeichnung der Verträge gehen
  • An der Spitze des Unternehmens sollen neue Manager stehen, die selbst einen „deutlich sechsstelligen Betrag“ als Gesellschafteranteil mitbringen müssen – damit es wehtut, wenn die Sanierung misslingt
  • Das mittlere Management darf hingegen nach dem Willen der neuen Eigentümer bleiben.

Paragon will sich eigenen Aussagen zufolge mit 51 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligen, in die auch die Auslandsgeschäfte Weltbilds eingebracht werden sollen.

  • Künftig sollen Randsortimente wie Rasenmäher oder Elektronik aus den Filialen verschwinden
  • der Handel mit E-Books und das Printgeschäft fokussiert werden
  • Indessen hat Weltbild den Mietvertrag für die bisherige Zentrale in Augsburg-Lechhausen – bauliches Wahrzeichen des Filialisten – zum 31. Juli gekündigt. Neuer Stammsitz wird das Gebäude der fußläufig erreichbaren Deutsche Papier Vertriebs GmbH, die selbst umzieht.

Zu den geplanten Kündigungen wollte sich Weltbild zunächst nicht äußern.

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3 Kommentar/e

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  • Merfelle

    Merfelle

    Wer kurz nach der Übernahme etwas von "Aufatmen" geschrieben oder gesagt hat, ist entweder naiv oder hat keinerlei Vorstellung bzw. Erfahrung, was nach Übernahmen in einer Branche, welche stark angeschlagen ist, i.d.R. passiert. Oder aber man sitzt im Elfenbeinturm und betreibt maximales schönreden ;-)

  • Barnburner

    Barnburner

    @Merfelle
    Yep, kann Ihnen nur zustimmen. Dgl. Prozesse sind oft wie Atomkriege, von denen man immer behauptet hat, dass die Überlebenden die Toten beneiden würden. Nun kann ich in Sachen Atomkrieg nur auf recht überschaubare persönliche Erfahrungen zurückblicken, habe aber in Sachen Sanierungen/Übernahmen das Eine oder Andere mitbekommen.

    Kann daher guten Gewissens bestätigen, dass ich mit den im Weltbild-Verbund verbliebenen Leuten nicht tauschen möchte. Sich zeitig nach etwas Neuem umzusehen, und die damit verbundene Unsicherheit in Kauf zu nehmen, muss nicht die schlechteste Entscheidung sein. Die „Sicherheiten“ die der Verbleib im Unternehmen bietet, werden definitiv ihren Preis fordern.
    Es ist wäre naiv zu glauben, dass ein Unternehmen, dass bereits so gut wie in der Grube lag, ohne wirklich schmerzhafte Einschnitte reanimiert werden könnte. Und in vielen Fällen führen auch die nur dazu, das unvermeidliche Ende nur noch ein wenig hinauszuzögern.

    Die andere Frage ist, was Paragon Partners denn eigentlich konkret mit dieser Neuerwerbung vorhat. Will man das Unternehmen sanieren und dann komplett oder am Stück wieder verkaufen oder will man sich da eine Cash Cow auf die Wiese stellen oder soll dass Ganze für Ömmings Altersversorgung sein oder was auch immer? Interessante Fragen, aber von ein paar Spinnern abgesehen scheint sich um derlei Fragen anscheinend keiner wirklich einen Kopf zu machen. Naja, auch nix Neues, die meisten denken von 12 bis Mittag und das muss reichen, denn dann ist ja eh schon wieder Pause……

  • Vision 2.0

    Vision 2.0

    Nach dem aggressiven Auftreten gegenüber der Kirche muss man sich schon wundern, warum die Verdi-Getreuen in einem solchem Moment gar keine Position mehr zu haben scheinen und auch die gefürchtete Heuschrecke kritiklos umarmen. Man will einer zeitnahen Rettung ganz offensichtlich nicht im Weg stehen.
    Wenn Paragon, die bisher nur aufgrund eines Vorvertrages vage verpflichtet ist, die Diskussion über die Medien führt und dabei unscharfe tendenziöse Informationen streut, ist das leider kein schöner Einstieg. Mitarbeitermotivation geht anders!
    Wir können gespannt sein auf die Ereignisse in nächster Zeit.

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