„Manager Magazin“ berichtet über Pläne des Douglas-Investors Advent

Buchkette Thalia vor dem Verkauf?

Die Parfümeriekette Douglas soll 2015 an die Börse gehen und ein europäisches Schwergewicht des Duftes werden. Alle anderen Sparten der Douglas Holding, darunter die Buchtochter Thalia und der Schmuckhändler Christ, will der US-Mehrheitseigner Advent noch in diesem Jahr verkaufen. Das berichtet das „Manager Magazin“.

Der Mehrheitseigner der Douglas Holding, Advent, wolle Douglas bereits 2015 an die Börse bringen. Wie das „Manager Magazin“ in seiner kommenden Ausgabe (Erscheinungstermin: 20. Juni) berichtet, entwickeln sich Douglas' Duft- und Kosmetikshops besser als ursprünglich erhofft. Das französische Kartellamt hatte jüngst die Übernahme des Konkurrenten Nocibé durch Douglas durchgewunken. So könnte ein „schlagkräftiger, in Europa gut vertretener Parfümeriekonzern entstehen“, meldet das „Manager Magazin“. Der Bereichsvorstand Parfümerien, Manfred Kroneder, wolle indes seinen Vertrag nicht verlängern, so das Magazin weiter.

Die restlichen Unternehmensteile der Douglas-Holding, heißt es im Artikel, sollen verkauft werden: Die Buchsparte Thalia und der Schmuckhändler Christ sollten „möglichst noch in diesem Jahr“ neue Eigner finden. Die Hussel-Confiserien gingen bereits im März an den Finanzinvestor Emeram. Die Modehäuser Appelrath-Cüppers stehen zum Verkauf. Eine Bestätigung des Gerüchts von Douglas-Seite gab es nicht.

Erst Ende 2013 hatte Douglas-Chef Henning Kreke im Börsenblatt gemeldet, dass sich die Umsätze von Thalia schneller als vorgesehen stabilisiert hätten. Mit dem Rückzug von der Börse und unter dem Dach von Advent bestünde die Möglichkeit für ein erfolgreiches Wachstum. Mit der stabilen Eigentümerstruktur sei man "sehr zufrieden". Die Zusammenarbeit mit Advent laufe „hervorragend“, man habe es mit „fairen Partnern“ zu tun. Der gesamte Douglaskonzern könne vieles lernen, meinte Kreke. Einen kurzfristigen Ausstieg von Advent hatte Kreke stets ausgeschlossen.

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14 Kommentar/e

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  • peter&paul

    peter&paul

    na das ist ja mal eine völlig überraschende meldung, damit hätte ja nun wirklich niemand rechnen können (grins)
    und sie zeigt mal wieder, den völlig ahnungslosen oder sich dumm stellenden hr. kreke!
    auf so einen chef kann man sich verlassen; oder eher ist man verlassen mit so einem unfähigen "unternehmer"?
    aber keine sorge, der hat sein "schäfchen" längst im trockenen, die leidtragenden sind wie immer die mitarbeiter!

  • Frank Schmidtsdorff

    Frank Schmidtsdorff

    Richtig, die Frage war nur noch: wer wird dies mit welchem Ziel kaufen. Mit Hinweis an die "Leidtragenden": Wäre eine Einkaufsgenossenschaft ähnlich Edeka denkbar? Discuss!

  • Florian

    Florian

    Wer will denn Thalia kaufen? Da muss man schon was passendes rauchen, damit man unter den Kaufvertrag seine Unterschrift setzt. Thalia ist nach wie vor ein kränkelndes Unternehmen mit wenig Aussicht auf eine positive Entwicklung. Das kann nur mit weiteren harten Einschnitten und Filialschließungen geschehen. Ein Teufelskreis entsteht. Die "Online-Filiale" von Thalia ist doch ohnehin nur "Multichannel"-Kosmetik.

  • Ottmar

    Ottmar

    Wie bereits zuvor schon geposted.... die Suppe müssen am Ende die Mitarbeiter/innen auslöffeln. Und zwar in Form von Kündigung und Arbeitsplatzverlust. Bin froh, nicht mehr im Buchhandel zu sein...!!!!!.... das hat keine Zukunft.

  • Jürgen

    Jürgen

    Die Mitarbeiter/innen im Buchhandel löffeln schon seit Jahren die diversen Suppen aus, die ihnen meist branchenfremde Entscheidungsträger eingebrockt haben. Jetzt kommt nach dem jahrelangen Schrecken bei Thalia das Ende. Auch ich bin froh, dem Sortimentsbuchhandel den Rücken gekehrt zu haben.

  • Lutz

    Lutz

    Kann Ottmar und Jürgen nur zustimmen. Wer kann, raus aus dem Buchhandel. Ich habe den Absprung auch gemacht und es war die richtige Entscheidung!

  • Peter

    Peter

    Es ist schon eine Schande, wie durch unfähiges Management ein so gutes Unternehmen an die Wand fahren kann. Das Problem zieht sich durch das ganze Unternehmen und macht auch bei diversen Geschäftsführern in den Servicegesellschaften nicht halt.
    Die Mitarbeiter halten das Ruder noch in der Hand und versuchen das kränkelnde Schiff ohne richtigen Steuermann noch am Leben zu halten. Als Dank wurden weit über hundert Mitarbeiter gekündigt und das wird sich sicherlich in Q1 2015 weiter fortsetzen (also nach dem Weihnachtsgeschäft ..war doch klar oder?).
    Denn eins ist gewiss....die Suppe löffeln doch immer die Schwachen aus. Wenn schon Unstimmigkeiten zwischen den oberen Chefs existieren, dann zeigt es nur, dass es doch noch Manager mit Gewissen gibt, welche einen PoPo in der Hose haben und den anderen die Stirn zeigen. Geht Herr Kroneder (siehe neue Informationen), geht eine gute und angesehen Führungskraft.
    Ich drücke den Mitarbeitern die Daumen, dass sie in der amerikanischen Art der neuen Unternehmenskultur nicht untergehen.

  • Frank Schmidtsdorff

    Frank Schmidtsdorff

    Also eigentlich hätte ich mir die Diskussion schon anders vorgestellt als auf dem Niveau, dass das Leben eine Suppe sei, die man eben auslöffeln muss. Der kleine Mann auf der Straße natürlich, vor allem - bedroht durch unfähige Manager - mit dem Hinweis darauf, dass es in vielen Branchen kaum anders aussieht.

    Der Buchhandel ist für mich eine Institution, die Kultur verbreitet und erhält und somit die Frage spannend, wie man das grösste stationäre Vertriebsnetz erhalten oder in einer Form verändern kann, dass es nachhaltig wieder lebensfähig wird. So ist das Problem Thalia/Weltbild die Suppe, die alle auslöffeln werden: Also auch Autoren, Großhandel und Verlage.

    Dass dabei Arbeitsplätze leider verloren gehen ist ebenso klar, wenn man sich die sehr heterogenen Filialen ansieht und beim Blick auf’s Ganze schon die Frage stellen muss, ob die Strategie mit Geschenkartikeln und und Trendsortiment bei weitgehendem Verzicht auf Backlist und spannende Bücher funktionieren kann. Diese Vertriebsstruktur neu zu beleben sieht kurz gesagt nach ziemlich viel Arbeit aus.

    Das Problem des Buchhandels ist aber durch diese Diskussion gut zu kennzeichnen: Man kommt sehr schnell auf dem Suppenniveau an und ist dann nicht mehr bereit, es zu verlassen. Jedes Thema, jede Veränderung - des Marktes - wird als Bedrohung angesehen und notfalls der Gesetzgeber instruiert, hier was zu machen. Vor gut 10 Jahren hat man das Internet noch für ein vorübergehendes Phänomen gehalten, das bald vorbei geht: Auf das alles so bleibe, wie es war. Werch ein illtum!

    Aber ich will nicht ungerecht sein - ich lese daraus auch eine Enttäuschung, dass man vom Verkauf und Vertrieb von Büchern in Handel - und Verlag - nicht oder nur in jungen Jahren leben kann und dann noch oft einer Unternehmenskultur - und Tarifverträgen - ausgesetzt ist, die wenig Hoffnung auf eine persönliche Lebensperspektive machen. Und diese Enttäuschung kann ich zutiefst verstehen.

  • Ex-Thalianer

    Ex-Thalianer

    Tja, es kommt wie es kommen muss. Ich bin noch ein Thalianer aber nur noch eine kurze Zeit. Unsere Filialleiterin hat mir telefonisch gekündigt. Telefonisch!! Eine andere Kollegin hat ihre Entlassung kurz und bündig im Büro bekommen. Ich frage mich auch, wer soll Thalia eigentlich kaufen? Jedes Jahr werden irgendwelche Manager geholt, die mit dem Thema Buch nichts zu tun haben. Diese Menschen zerstören nicht nur das Unternehmen, sondern auch viele Existenzen und das macht mich unendlich wütend!
    Eines ist sicher, der Buchhandel hat in der Form keine Zukunft und für heißt das einfach, weg vom Buchhandel und was anders ausprobieren!!

  • buecherwurm

    buecherwurm

    Es ist noch gar nicht so lange her, da gingen im Börsenblatt monatlich die Meldungen umher, welche inhabergeführte Buchhandlung wieder einmal der unersättlichen Kette Thalia weichen musste. Es ist noch gar nicht so lange her, wo es durch die Medien ging, dass selbige Kette die Verlage mit der Forderung nach überdurchschnittlichen Rabatten unter Druck setzte und mit Auslistung aus den Filialen drohte.
    Eine Methode, die Amazon ebenso erfolgreich übernommen hat und unter der leider nicht nur Thalia zu leiden hat.

  • ZsaZsa

    ZsaZsa

    Aus meiner Sicht wachsen die Möglichkeiten der kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen, sich wieder zu etablieren. Ich hoffe, dass möglichst viele diese Chance ergreifen und das "Sterben" der Ketten für sich nutzen. Es wird sich lohnen, den Kunden wieder Bücher nahe zu bringen und nicht nur in AEV, Multichannel, Mystery Shopper und A-Verlage zu investieren.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    ZsaZsa: Und was nun? Wenn mein Nachbar Thalia geht,
    entsteht hier womölich ein neuer Leerstand, unter dem
    ich leiden werde, neben mir sind inzwischen die meisten
    Läden geschlossen. Eine Folge unseres neuen ECE-Centers,
    auch dort wurde eine Thalia-Filiale eröffnet. Viele andere
    Buchhandlung haben wegen der Ketten schließen müssen,
    aber ob sie wiederkommen? Die Handels-Landschaft verändert sich durch das Online-Geschäft, die Innenstädte
    veröden langsam. Das ist momentan der Stand der Dinge
    bei uns.

  • Xenia

    Xenia

    Warum ist Thalia eigendlich immer der Buhmann für alles?
    Ich kenne kleine mit viel Liebe eingerichte Buchhandlungen und mir bricht es dann das Herz, dass diese völlig leer sind.
    Schließlich ist es ja der Kunde,der entscheidet welche Eingangstür er wählt

  • Unkown

    Unkown

    Herr Kreke hat vollkommen recht der Douglaskonzern kann wirklich noch eine Menge lernen.z.B wie gehe ich Respektvoll mit meinen Mitarbeitern um. Einmal im Jahr nimmt sich das Management die Zeit um sein Mitarbeiter ausserhalb von Hagen zu besuchen um Ihm nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit die Kündigung auszusprechen. Das Gespräch dauerte keine 5 Minuten da die Person nicht eine Rechtsfrage beantworten konnte,Hauptsache mann verlässt umgehend die Filiale.Schade das ich nicht sagen kann ich hatte es mit fairen Partnern zu tun.












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