Insolvenzverwalter legt Zahlen vor

Weltbilds Zukunft braucht Zeit

Die Weltbild-Gruppe legt ihre Bilanz für 2013/14 vor. Danach setzte das Unternehmen im Gesamtjahr 610 Millionen Euro um. Weltbild sei noch nicht aus den roten Zahlen, aber die Entwicklung stimme zuversichtlich, so Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Auf einen Termin für die Vertragsunterzeichnung mit dem Investor Paragon legt er sich nicht fest: "Das Jahresergebnis gibt Weltbild Zeit bei Verhandlungen".

Mit einem Gruppenumsatz von voraussichtlich 610 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2013/14 liegt das Weltbild gar über Plan: Zu Beginn des Insolvenzverfahrens haben Insolvenzverwalter Geiwitz und die Unternehmensberatung Roland Berger mit rund 604 Millionen Euro Umsatz gerechnet, erinnert die heutige Pressemitteilung. Die vergleichsweise guten Zahlen führt Geiwitz auf loyale Kunden, engagierte Mitarbeiter und bereits erfolgte Sanierungsarbeiten zurück.

Erfolge meldet der Insolvenzverwalter auch beim Betriebsergebnis: Seit April sei eine kontinuierliche Ergebnisverbesserung aufgrund der realisierten Kostensenkungen erreicht worden. "Die aktuellen Zahlen zeigen sowohl den gesunden Kern des Unternehmens, als auch, dass unsere Stabilisierungsmaßnahmen greifen", sagt Geiwitz, "das gibt uns Zeit für die Vertragsgestaltung mit dem Investor.“ Es gehe jetzt weniger darum, maximale Kostenreduktionen zu diskutieren, sondern um die Konkretisierung eines gemeinsamen, tragfähigen Zukunftskonzepts für Weltbild.

Der Münchener Investor Paragon dagegen wollte die Weltbild-Verträge eigentlich bis zum 30. Juni unter Dach und Fach haben - unterschrieben wurde allerdings nichts. Verhandelt wird, wie auf boersenblatt.net berichtet, u.a. über den Sozialplan.

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13 Kommentar/e

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  • Exekuter

    Exekuter

    Es geht wohl nicht um den Sozialplan. Es geht um 250 weitere Stellen die Paragon abbauen will. Bei einem Jahrrsumsatz von gerade mal 610 Mio sind 1200 Stellen in der Verwaltung plus 1200 Stellen in den Buchläden definitiv zu hoch angesetzt. Zur Erinnerung: WB hatte schon mal 1,6 Milliarden Jahresumsatz!!

  • Jannik

    Jannik

    @1. Exekuter:
    Einen Jahresumsatz von 1,6 Milliarden EUR hat Weltbild NIEMALS in der Vergangeheit erreicht - obwohl von denen so kommuniziert. Der Insolvenzverwalter hat dies eingeräumt. Dieser hohe Jahresumsatz ergab sich nur dadurch, dass Ware zwischen den einzelnen zur Weltbild-Gruppe gehörigenden Firmen hin- und hergeschoben wurde und dies als Umsatz gezählt wurde. Der eigentliche mit echten Verkäufen an Dritte erzielte Umsatz lag damals schon weit niedriger als die 1,6 Mrd. EUR!

  • Händler

    Händler

    Der Handel ist einem tiefgreifenden Wandel unterzogen, der so manches Unternehmen bereits vom Markt hat verschwinden lassen. Wäre schade, würde Weltbild bald dazu gehören:

    Schlecker ist abgewickelt
    Max Bahr ist abgewickelt
    Praktiker ist abgewickelt

    Strauss Innovation ist insolvent
    getgoods.de ist insolvent
    Weltbild insolvent

    Buchclub wird abgewickelt
    Thalia ist unprofitabel (Umsatz 915m € / Ergbnis -23m €)

  • Amon Fetzer

    Amon Fetzer

    @Exekuter: Sind Sie sicher, dass die 610 Mio. nicht auch so berechnet sind, wie es Halff und Consorten immer gemacht haben? Jannik hat das Verfahren ja schön beschrieben! Auf dieser Basis der "Betriebswirtschaft ohne Hanfverbot" lässt sich allerhand schönrechnen.

    Aber gern will ich glauben, dass alles nicht so hässlich ist als gedacht. Trotzdem: Wenn man auch jetzt noch nicht kostendeckend arbeitet, kommen doch zu den Altschulden nur neue Schulden hinzu, oder? Ist der Insolvenzverwalter nicht gegenüber den Gläubigern verpflichtet, ohne neue Schulden zu wirtschaften? Dann aber dürfte er doch den Laden nicht mehr weiterführen, oder täusche ich mich da? Oder auch Herr Geiwitz muss jetzt weitere Kündigungen aussprechen, um nicht von den Gläubigern verklagt zu werden ... Vielleicht keine 250, aber vielleicht 50? Oder 100? Oder 249?

    Wenn ich bei Weltbild beschäftigt wäre, würde ich mich auch nachdem der Heuschrecke Paragon von Verdi die Beißerchen ausgerissen wurden, nicht besonders sicher fühlen. Jedenfalls würde ich nicht darauf vertrauen, dass Herr Geiwitz den Laden wie er jetzt ist, weiterführen kann. Wenn die Zahlen, die oben genannt wurden stimmen, also noch etwa 2.400 Mitarbeiter in Läden und der Zentrale, dann sind da bei 610 Mio. Umsatz mindestens noch die Hälfte zu viel. Schließlich sollen ja die Altgläubiger möglichst hoch befriedigt werden.

  • Exekuter

    Exekuter

    Die oben genannten Zahlen stammen direkt von der Insolvenzverwaltung mit Datum 04.07.14

  • Exekuter

    Exekuter

    Der Laden ist (wie vor der Insolvenz) hoffnungslos zerstritten. Verdi verfolgt seine Ziele entsprechend deren Klientel, der Insolvenzverwalter verkündet dass er unendlich viel Zeit habe einen passenden Investor zu finden und Paragon möchte abschließen allerdings mit weniger Personal an Bord. Ein gemeinsames Ziel, die Rettung des Unternehmens, scheint in weiter Ferne zu sein.

  • Buchwurm II.

    Buchwurm II.

    @3/händler
    was spricht dagegen, dass wb demnächst zu den verschwundenen marktteilnehmern gehören wird?

  • Ex

    Ex

    Was bitte haben denn Sanierungsarbeiten mit Umsatzzahlen zu tun?!
    Durch Sanierungsarbeiten macht man höchstens einen höheren Gewinn, sicher aber nicht mehr Umsatz!

  • Bücherwurm

    Bücherwurm

    Verdi spricht nicht für alle Beschäftigten, ich bin von unserm BR schlicht enttäuscht er will mit dem Kopf durch die Wand. Es wird wohl so kommen wie schon in einigen Insolvenzen, dass der BR den Karren in den Dreck fährt und den Schlussstrich zieht. Altverträge sind nicht zu übernehmen sprich alte Vereinbarungen zwecks Abfindungen muss Paragon nicht übernehmen und ich wusste auch nicht das ein BR wärend der Insolvenz neu gewählt wird. Normalerweise hat en BR Kündigungschutz. Aber was reg ich mich auf hab ja einen "sicheren 420,-- Euro Job" bei Weltbild zumindest noch.

  • @ Bücherwurm

    @ Bücherwurm

    Ein BR wird turnusmäßig alle 4 Jahre gewählt, Insolvenz hin oder her.. Man nennt es auch "Demokratie".... Dass der Augsburger BR die Macht hat, den Karren in den Dreck zu fahren wage ich zu bezweifeln... An den "Karren-in-den-Dreck-fahren"- Schaltknüppeln saßen wohl ganz andere Leute...

  • Jannik

    Jannik

    Juli/August sind im Buch- und Medienhandel doch eher umsatzschwache Monate. Die Fixkosten laufen aber weiter ... Besteht da nicht die Gefahr, dass dem Insolvenzverwalter die liquiden Mittel ausgehen, wenn der Verkauf von Weltbild nicht bald unter Dach und Fach ist?

    Ist die Gelassenheit von Insolvenzverwalter Geiwitz in der Sache nur gespielt?

  • Haendler

    Haendler

    @7.Buchwurm II.

    Sie fragen "was spricht dagegen, dass wb demnächst zu den verschwundenen marktteilnehmern gehören wird?"

    Ich weiß nicht mit welcher Brille Sie auf das Geschehen schauen: als Konsument, als Mitarbeiter, als Gläubiger? Die einzelnen Stakeholder haben dazu eine sehr unterschiedliche Meinung.

  • Boing

    Boing

    Weltbild 2.0 (1.0 war der Zeitschriftenverlag) ist ja bereits abgewickelt, es geht jetzt um 3.0 .... Und das Ding wird dramatisch kleiner und weniger systemrelevant sein als seine Vorgängerfirmen. Thalia steht auch zum Verkauf und falls Karstadt weiter zerfällt schließen auch bald die dort von Hugendubel betriebenen und soeben mit Kirchensteuergeldern geretteten Buchabteilungen

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