Betriebsrat zur Weltbild-Übernahme

"Berg- und Talfahrt beendet"

"Großes Aufatmen" bei Weltbild: So beschreibt Verdi-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann gegenüber boersenblatt.net die Reaktion der Weltbild-Mitarbeiter vom Montag als Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Mitarbeitern bekanntgab, dass der notarielle Kaufvertrag zur Mehrheitsübernahme durch die Droege Group unterzeichnet wurde. Die "Berg- und Talfahrt des letzten Halbjahrs" sei beendet, zeigt sich Boßmann optimistisch.

Boßmann, der auch Vorsitzender des Konzern-Betriebsrats ist, zeigte sich zufrieden mit dem neuen Investor, der "finanziell potent" sei und Ideen und Pläne mitbringe. Walter J.P. Droege habe in einem Gespräch mit dem Weltbild-Betriebsrat einen positiven Eindruck hinterlassen. Der Betriebsrat setzt auf ein langfristiges Engagement der Droege Group.

Nächster Schritt: Betriebsübergang

Als nächster Schritt müsse in den nächsten Wochen zwischen Betriebsrat und Insolvenzverwaltung ein Interessenausgleich und eine Überleitungsvereinbarung gemäß § 613a BGB (Betriebsübergang) vereinbart werden, so Boßmann. Aus der Weltbild GmbH in Insolvenz werde eine neue Gesellschaft gebildet. Die Droege Group übernimmt zunächst 60 Prozent, der Insolvenzverwalter halte die restlichen 40 Prozent (auch um die Interessen der Gläubiger so wahren). Ein weiterer, im Raum stehender Stellenabbau durch organisatorische Veränderungen soll so gering wie möglich gehalten werden, Boßmann nennt maximal 50 Mitarbeiter ("mehr werden es auf keinen Fall"). Idealerweiser sollten seiner Ansicht nach betroffene Mitarbeiter in andere Abteilungen des Unternehmens versetzt werden. 

Innerhalb Augsburgs erfolge demnächst der Umzug, so Boßmann, die bisherige Zentrale im Neubau war ja gekündigt worden. Die Mitarbeiter ziehen teils in das alte Firmengebäude gegenüber und in das ebenfalls nahe gelegene ehemalige Verwaltungsgebäude der Deutsche Papier Vertriebs GmbH. 

Termine zur Zahlung der Abfindungen

Nachdem der Kaufvertrag unterzeichnet wurde, hat die Gewerkschaft Verdi gemeinsam mit der Insolvenzverwaltung gemäß Tarifvertrag den Auszahlungstermin für die Abfindungen der ehemaligen Weltbild-Mitarbeiter in der Transfergesellschaft festgelegt.

Die erste Hälfte der Abfindungen wird danach am 1. Oktober 2014 ausgezahlt. Den zweiten Teil erhalten die betroffenen Kollegen beim Ausscheiden aus der Transfergesellschaft, so sei es im Tarifvertrag vom März festgelegt. Für die Abfindungen waren Gelder, die die kirchlichen Eigentümer zur Verfügung gestellt hatten, auf einem Treuhandkonto deponiert worden.

Schlagworte:

Mehr zum Thema

8 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Barnburner

    Barnburner

    Ja, die Berg- und Talfahrt ist beendet. Das Unternehmen ist in der Talsohle angekommen und jetzt gehts auf zu neuen Gipfeln. Und jeder der schon mal ne senkrechte Wand mit einem Riesenrucksack voll Ballast hochgeklettert ist, weiss dass das eine Übung ist, die nur die allerwenigsten schaffen, bzw. dass man irgendwann dazu übergeht, Ballast abzuwerfen. Und ob alle die sich auf die Reise nach oben machen, wirklich schwindelfrei sind, ist ne ganz andere Frage. Extremklettern ist nicht jedermanns Sache.

    Will sagen: An den Umständen geändert hat sich nicht das Mindeste und das was dem Restunternehmen jetzt bevorsteht ist ein wirklich grober Sanierungskurs, denn anders lässt sich aus einem defizitären schwarzen Loch kein profitables Unternehmen machen. Das wird alles andere als angenehm werden und ob dem Vorhaben Erfolg beschieden ist, ist eine ganz andere Frage.

    Da mag es sinnvoll sein, sich zeitig nach einer anderen Tour mit einem anderen Bergführer umzusehen. Ich für meinen Teil sitze lieber auf der Terrasse einer Almhütte und gönne mir einen Drink, als senkrechte Wände hochzuklettern nur um dann auf einem Steinhaufen zu stehen.

    Das Problem dürfte allerdings sein, dass derartige Almhütten mittlerweile verdammt schwer zu finden sind.

  • Bergkletterer

    Bergkletterer

    @ Barnburner: können Sie nicht mal woanders trollen? Es langweilt.

  • Barnburner

    Barnburner

    Eigentlich mache ich das nur, weil ich weiss, dass es Flachpfeifen gibt, die ich damit so richtig auf die Palme bringen kann.

  • bergischgladbach

    bergischgladbach

    Vorsicht mit all zu viel Hoffnung. Droege ist auch nicht immer ein angenehmer Partner. Die Firma Eduard Kettner ein alt eingessenes Versandhandelsunternehmen im Bereich Jagd und Outdoor in Köln, haben sie geradezu "kaputtsaniert"

  • Veit Hoffmann

    Veit Hoffmann

    Liebe Redaktion,
    können Sie bitte bei solchen Kommentaren (Nr. 3) einschreiten.
    Schließen Sie bitte solche Teilnehmer aus, die nur provozieren wollen.
    Das hilft doch in der Sache keinem weiter. Danke!

  • @alle

    @alle

    Kollegen, das Drama wird erst jetzt seinen Lauf nehmen. Der Vertrag ist nicht das Papier wert, denn er unterliegt dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats von Dröge (lies: wenn es sich Dröge anders überlegt, verweigert er die Zustimmung - kein wirksamer Vertrag). Was man hört, möchte Herr Dröge den Planumsatz September abwarten bevor er sich entscheidet. Warum? Weil der Laden soviel Geld verbrennt und braucht, dass einem nur schwindlig wird. Die 20 Mille werden es nicht richten.

    Es ist schon befremdlich, wenn man Weltbild als ernsthaften Wettbewerber von Amazon bezeichnet. Hier ein kaputtes Unternehmen, dort eine Maschine mit 70 Milliarden Umsatz und den schlausten Leuten in der Industrie. Man kann Herrn Dröge nur wünschen, dass er weiß was er tut. Weltbild jedenfalls wird er noch jemand anders retten können. Das Rennen ist gelaufen, und zwar schon seit 5 Jahren.

  • Filialen

    Filialen

    Und was aus den Filialen wird, weiß auch kein Mensch, werden die mitübernommen oder verbleiben die in der Insolvenzmasse? Man hört ja die übelsten Geschichten!

  • Filialen? *gähn*

    Filialen? *gähn*

    @7.

    Wen interessieren denn noch eure abgewirtschafteten Filialen? Richtig .... niemanden.

    Man hört nun, dass sich die Bereichsleiter auch einen Betriebsrat wählen und dann auch zum Gesamtbetriebsrat gehören, nachdem sie diesen jahrelang bekämpft haben. Tja, da ist wohl die Jacke mal wieder näher als die Hose. Jetzt haben sie wohl Angst, dass ihnen die Felle davon schwimmen, dieses opportunistische Pack.
    Der ganze Laden geht den Bach runter, rette sich wer kann. Eine Betriebsratsarbeit für die Interessen der normalen kleinen Arbeiter in den Filialen dürfte so sehr erschwert werden, denn die BL haben andere Interessen als das Wohl der Filialmitarbeiter. Das haben sie in der Vergangenheit oft mehr oder weniger offen gezeigt.
    10 Stunden arbeiten ohne Pause? Ja, angeordnet von BL. Arbeitszeitbetrug? Ja, angeordnet von BL. Verhinderung von Betriebsratswahlen? Ja, betrieben von BL.

    Man hört ja die übelsten Geschichten!

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld