Aufmerksamkeit für den lokalen Handel

Proust kreiert Anti-Amazon-Aufkleber

Einem Buch sieht es keiner an, wo es gekauft wurde - ob bei Amazon, XY oder im lokalen Fachbuchhandel. proust wörter + töne in Essen brachte das auf eine Idee: Die Buchhandlung entwickelte einen sonnengelben Aufkleber – mit einer eindeutigen Botschaft.

„Lokal einkaufen – Danke, dass Sie uns helfen, Kultur in die Stadt zu bringen.“ Dieser Slogan begleitet die Essener Buchhandlung schon länger. Mit der Aufkleber-Aktion bekommt die Kampagne nun noch einmal eine neue Farbe: Der sonnengelbe Aufkleber soll signalisieren, dass der Buchkäufer nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Stadt etwas Gutes tut.

Offenbar kommt die Botschaft an: „Die Kundschaft findets toll“, berichtet Inhaber Peter Kolling, und empfiehlt die Aktion Kollegen zur Nachahmung – zumal die Kosten (99 Euro netto für 1.000 Aufkleber) durchaus erschwinglich wären. Positiver Nebeneffekt, laut Kolling: „Ein Hinweis auf die Facebook-Seite, einen auf die Homepage und ‚schwupp‘ redet man darüber.“

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53 Kommentar/e

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  • Heinzi

    Heinzi

    99 Euro netto für 1000 Stück sind aber ein stolzer Preis, das geht auch für weniger ...
    (allerdings nicht so ganz "print local")

  • Buchkunde

    Buchkunde

    Ich würde so etwas nicht auf meinem gekauften Buch oder gar Geschenk haben wollen. Was soll das? Mag ja sein, dass der Buchhändler das klasse findet, aber ich würde das nicht auf meinem Buch haben bzw. verschenken wollen. Ich kann nur hoffen, dass der Aufkleber "rückstandsfrei" ablösbar ist ...

  • IF

    IF

    Wie wäre es mit einer positiven Formulierung wie "Beim Händler vor Ort gekauft"?

  • Buchkonsument

    Buchkonsument

    @ Buchkunde

    "Ich würde so etwas nicht auf meinem gekauften Buch oder gar Geschenk haben wollen"

    Finde ich auch schwierig. Vor allem die Peinlichkeit die entstehen kann, wenn der Beschenkte ein Amazon-Fan ist.

  • peter&paul

    peter&paul

    ich hätte gerne unbedingt noch mehr von solchen überflüssigen aufklebern, z.b.:
    -nicht bei weltbild.de gekauft
    -nicht bei buch.de gekauft
    -nicht bei buch24.de gekauft
    -nicht bei jokers.de gekauft
    -nicht bei buecher.de gekauft

  • Glanz&Elend

    Glanz&Elend

    Hurra!

    Mit gelben Aufnähern & Klebern kennt sich der Deutsche Kulturmensch ja bestens aus!

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    Geht m. E. nach noch nicht weit genug. Es sollten wie dereinst im wilden Westen Brandzeichen in die Einbände gebrannt werden, damit man auch noch in fünf Jahren ein "gutes" Buy-Local-Buch von einem "bösen" Onlinekauf-Buch eindeutig unterscheiden und ggf. den Flammen oder der Recyclingfabrik übergeben kann.

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    Natürlich das böse Buch in die Flammen! Nicht andersherum. Pardon!

  • Steve-Erhardt

    Steve-Erhardt

    Also so langsam wird das Amazon-Bashing des Buchhandels immer grotesker. Ein schönes Beispiel welche Blüten es treiben kann, wenn man seine Felle davonschwimmen sieht und nur noch hilflos auskeilen kann. Man stelle sich vor Amazon hätte einen "Nicht im Buchhandel gekauft" Aufkleber eingeführt!? Was hätte Herr Kolling dann wohl gesagt?

  • Buchwurm II.

    Buchwurm II.

    @ 7. Th. Kleinschmidt
    sehr gute idee! vll. sollte man aber auch auf mind. jeder 3. seite solch ein brandzeichen anbringen, damit der böse leser sein unmoralischen handeln ständig vor augen hat.

  • Peinlich

    Peinlich

    Peinlich!! Kauft nicht beim....

  • Christina

    Christina

    Klasse Idee! Buy local sollte viel mehr kommuniziert und unterstützt werden, sonst können wir demnächst gar nichts mehr vor Ort erwerben..

  • Marc Gutt

    Marc Gutt

    @ Christina "nichts mehr lokal verfügbar"

    Wo ist das Argument? Was genau habe ich davon? Gäbe es keine Buchpreisbindung, dann wären die Läden sowieso schon längst weg vom Fenster. Und das ist auch richtig so.

  • buchhändlerin

    buchhändlerin

    Marc Gutt, was genau wollten Sie hier auf der Seite?
    Sie können gerne Ihre Wut woanders abladen, aber
    hier sind sie falsch. Wie Herr Ulmer schon sagte,
    einfach drüberscrollen, Flachpfeifen.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Negativ-Webung bleibt Negativ-Werbung. Ich wünsch' mir einen Aufkleber: "Dieses Auto fährt *nicht* mit Atomstrom" ;-)

    Ganz ehrlich: wenn uns nichts besseres einfällt, als sowas, dann wären wir zu recht vom Aussterben bedroht. Sind wir aber zum Glück nicht, wer sich etwas genauer informiert, wie das mit den Zuwachsraten im Onlinehandel aussieht, wer sich hinter Geschäftszahlen enorm erfolgreicher Startups klemmt, wer die Kosten von Rückläufern erntnimmt etc.pp., der weiß, daß auch Online die Bäume nicht in die Himmel wachsen.
    amazon macht einen guten Jab aus Sicht des Kunden und ist die Referenz, an der sich unsere Branche messen lassen muss. Wenn wir das auch schaffen, können wir unsere Vorteile und USPs ausspielen. Dazu ist es bei weitem noch nicht zu spät, auch wenn das manche glauben. Totgesagte leben länger ;-)

    LG LB

  • Marc Gutt

    Marc Gutt

    @buchhändlerin
    Welche Wut? Ich betrachte das nur von außen.

    Die Buchpreisbindung gibt es im Kern deshalb, weil es damals nicht möglich war Bücher so zu produzieren, dass sie an jedem Standort ausreichend zur Verfügung standen. Erst durch hohe Investitionen in entsprechende Lagerbestände war das möglich und die Händler wollten diese verständlicherweise gesichert wissen.

    Heute steht dem ein zentral verwalteter Versandhandel und Print-On-Demand gegenüber.

    Obwohl die Bindung bisher erfolgreich verteidigt wurde, hat die Digitalisierung den lokalen Geschäften bereits massiv Wasser abgegraben. In Ländern ohne Bindung ist die Buch-Flatrate der nächste Schritt. Im Hintergrund kommt dann noch hinzu, dass Autoren ihre Werke mittlerweile ohne großartigen Zwischenhandel vertreiben können.

    Nun gilt es zu rechnen. Wie viel Umsatz ist dadurch weggebrochen und wie viel wird noch wegbrechen? Erscheint es da nicht völlig logisch, dass 80-90% der Fachgeschäfte schließen müssen?

    Und wie gesagt: Ich als Kunde habe rein gar nichts davon, dass es mehr Fachgeschäfte gibt als Bedarf da ist. Die Bindung sorgt dazu noch dafür, dass unrealistisch hohe Gewinne für Monopole generiert werden. Schließlich ist ja nicht so als würden diese zum großen Teil bei den lokalen Händlern landen.

  • Stefan R.

    Stefan R.

    Ich finde den Aufkleber extrem schwierig, da die meisten kaum beim Kauf zwischen "bei Amazon" und "über Amazon" gekauft unterscheiden können. Amazon mag viele schlechte Aspekte haben, aber in Bezug auf die Möglichkeiten beim gebrauchten und antiquarischen Buch, stellt es eine tolle Möglichkeit dar.
    Es gibt zwar viele andere Seiten, die auch antiquarisches anbieten, aber die Absatzmöglichkeiten sind bei Weitem geringer. Das hat schon viele Antiquariaten und GEschäften, die an Orten mit wenig Publikumsverkehr sitzen, die Haut gerettet. Andere PLattformen wie booklooker; zvab oder ebay kommen da nicht mit.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @Marc Gutt

    >Erscheint es da nicht völlig logisch, dass 80-90%
    >der Fachgeschäfte schließen müssen?

    Nein, im Gegenteill, es erscheint sehr unlogisch. Der Versandhandel ist schon sehr alt, aber er hat es nie über mehr als 15% Marktanteil gebracht - auch in Branchen oder Ländern OHNE Preidbindung. In einem Song des Altmeisters Leonard Cohen findet sich die Zeiile "those counpons you can send" (Dress Rehearsal Rag) - verständlich nur für Amerikaner. Jede Menge Gratis- und Kauf 3, zahl 2-Coupons auf der Rückseite von unzähligen Magazinen etc.pp. Aber auch in den durch große Ausdehnung und dünne Population ganz anders aufgestellten USA hat der Versandhandel zwar größere Anteile, aber eben nicht das Übergewicht. Und sogar dort, wo es wirklich schwierig ist - z.B. auf einer einsamen Farm lebend - das passende Wunschbuch physisch schnell zu bekommen, fängt der ebook Markt - die dafür ungemein sinnvoille Alkternative - an zu schwächeln auf einem Niveau von ca. 25% und mit Zuwachsraten, die erstmalig nur noch einstellig sind.

    Der onlinegetriebene Versandhandel ist noch jung, keine 20 Jahre alt. Bis jetzt kann dieser e-commerce mit gruseligen Renditen von 0,3% immer noch Investoren und Aktionäre begeistern - naja, wenn man mal über die Tulpen-Spekulations-Blase resp. ihrem Zusammenbruch 1637 gelesen hat, weiss man wie das enden wird. Googleen Sie mal "Tulpen-Manie " in der Wikipedia.

    Es gibt viele nachvollziebare Gründe, warum der reine e-commerce-Versandhandel von heute kosteninstensiver ist, ja sein muss, als der Fachhandel, egal ob mit oder ohne Preisbindung. Er wiird sicher bestehen bleiben, aber die letzten Preiserhöhungen von amazon zeigen klar, daß die Luft sehr dünn ist, viel zu dünn für fette Gewinne.

    Vielleicht ist es ein Vorteil, wenn man schon vieles, vieles hat Kommen und Gehen sehen. Der Vorteil der Jugend ist ihr ungebremster Enthusiasmus - die damit einhergende mangelnde Lebens-Erfahrung ihr Nachteil.

    Beste Grüße, LB

  • Michael Nardelli

    Michael Nardelli

    In den vergangenen beiden Tagen die Probe aufs Exempel gemacht und in drei Buchhandlungen nach dem Buch "Gekaufte Journalisten" gefragt. Antwort unisono: "Leider nicht verfügbar." Ooch, das tut uns aber leid! Bei Amazon - und auch beim Verlag selber - ist das Buch aber zu kriegen. Und bei Amazon steigt es stetig im Ranking.

    Hmh, sollte man nicht darüber nachdenken, also über die eigene Selbstgerechtigkeit, das eigene, vermeintlich moralisch höher stehende Oberlehrertum? Statt gelbe"Kauft nicht bei..."-Aufkleber zu verteilen? Mit dem Finger auf Andere zeigen, sie zu stigmatisieren, war schon immer einfacher als sich an die eigene Nase zu fassen...

    BTW: Hatte den Test auch schon mit dem Akif Pirinçcis "Deutschland von Sinnen" (pösepöse!) gemacht. Im Ergebnis gleich. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

  • buchhändlerin

    buchhändlerin

    Schön Stefan R., aber das ZVAB gehört zu Amazon.
    Und ebay ist gänzlich anders gestrickt, es läuft
    im wesentlichen über Auktionen und nicht vergleichbar.
    Herr Gutt möchte ja keine Läden mehr in den Städten
    (Zitat: das ist auch richtig so), dann wird er einst in
    Steinwüsten wandeln müssen und zuhause auf Kartons
    warten, auf denen dann immer schön Amazon prangt.
    Ziel ist ja sogar, daß Amazon LKWs durch die Straßen
    fahren und das Kloopapier per online-Bestellung in
    wenigen Stunden ausliefern. Bitte, Herr Borsche, man
    kann halten was man will von diesem Aufkleber, aber
    sehen Sie es mal von der anderen Seite, wie massiv
    dort die Werbung aufgefahren wird und kaum jemand
    findet es problematisch, die An-Shops von Amazon werden
    sogar aufgefordert, Karton mit Amazon Aufschrift zu
    verwenden.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Liebe Buchhändlerin,

    seinen Namen auf jeden Karton zu drucken, selbst wenn der Lieferant man gar nicht selber ist, wie amazon das tut, ist ohne Zweifel clever und aus Sicht der Marketplacer, die da vielleicht gerne ihren eigenen Namen sähen, möglicherweise ärgerlich.

    Aber das ist keine Negativ-Werbung wie das "Nicht bei ...gekauft". Ein Aufkleber, der besagt: "Im lokalen Fachhandel gekauft" - da wäre die richtige Botschaft, aber damit wird kaum jemand hausieren gehen, denn das ist ja nichts Neues.

    Wenn ich als Kunde beispielsweise eine bestimmte Benzinmarke ablehne, weil mir das Geschäftsgebahren des Konzerns mißfällt, und das auf meinem Auto plakatiere (ich tanke nicht bei ...), dann ist das etwas völlig anderes, als wenn mir ein Händler auf das Produkt, das ich bei ihm erwerbe, einen Aufkleber pappt, bei dem ein anderer Händler negativ ewähnt wird (stellen Sie sich mal vor, man würde auf Ihren Tankdeckel kleben: "Nicht bei ... getankt" - ja, ich weiß, das Beispiel hinkt, trotzdem :-)

    Und amazon ist, bei aller Kritik an seinem Geschäftsmodell, aus Sicht des Kunden nun mal ein Händler, der seinen Job gut erledigt. Kunden erziehen zu wollen, wird meistens schiefgehen, niemand will sich bevormunden lassen. Wenn der Buchhändler sagt: Bohlen? Sarrazin? Kommt mir nicht in den Laden! dann treibt er seine Kunden woanders hin. Übrigens für sehr viele ein Grund bei amazon zu kaufen - sieht ja keiner *lach* (übrigens gestehe ich, beide Bücher gelesen zu haben, und Bohlen mit seiner Realsatire war sowas von lustig, da müssen unsere Kabarettisten noch viel üben ;-)

    Wirklich aufregen kann ich mich über "Geiz ist geil" Werbebotschaften, weil so etwas eine - wie ich finde - antisoziale Wirkung hat. Soweit ich sehen kann, macht aber amazon solche Werbung nicht.

    Ja, der lokale Handel ist unter Druck. Aber da hilft nur: sich aufraffen, sich zusammentun, besser werden und die eigenen Vorteile ins Spiel bringen.

    Ich habe mal bei 120 Händlern, von denen wir aktuell die Bestandsdaten vorliegen haben, die beiden von Herrn Nardelli vorgeschlagenen Titel geprüft. Den einen hätte ich heute mittag noch in 5 Buchhandlungen in meiner Nähe sofort abholen können, nach Öffnungsschluss dann halt Montag früh, bei amazon muss ich auch mit "prime" bis Montag und dann auf den Postboiten warten. Den anderen Titel allerdings hatte tatsächlich nur eine der 120 Buchhandlungen derzeit vorrätig, und der Großhandel meldet eine 15 (wer nicht weiß, was das ist, ist kein Buchhändler ;-) - amazon verspricht ihm demgemäß auch erst zu Dienstag - offenbar hat der Verlag seine Sendung auf den Weg gebracht und sie entsprechend avisiert (etwas, wofür unser Großhandel leider keine Meldenummer kennt - aber das kriegen wir schon noch hin :-).

    Vermutlich sehen wir dann am Montag auch den Wareneingang des Titels beim Großhändler und könnten das Buch dann ebenfalls Dienstag früh in der Buchhandlung abholen. Dann sind wir zumindest auf Augenhöhe.

    Ich will niemanden belehren, aber meine eigene Erfahrung als Kunde ist, daß konkurrierende Negativ-Werbung bei mir ganz schlecht ankommt. Deshalb würde ich auch, einen Spruch wie "schneller als amazon" nicht in den Mund nehmen, geschweige denn damit werben, obwohl das für ca. 97% aller verkauften Bücher von dem meisten Buchhandlungen geleistet werden kann.Die Apotheken haben das ja mal als Anti-Doc-Morris-Werbung probiert, allerdings werden die auch regelmäßig noch am selben Tag beliefert. Das ist aber bei den Handelsspannen für Bücher nicht machbar.

    Also: selbstbewußt sein, sich zusammenschliessen, guten On- und Offline-Service anbieten, und sich dabei am Online-Marktführer messen lassen - das wäre der Weg, den ich würde gehen wollen.

    Kritik sollte jedem erlaubt sein - wenn man allerdings Konkurrent ist, muss man damit ausgesprochen vorsichtig umgehen, allzuleicht gerät man in den Verdacht, es ginge einem nur ums eigene Wohl, nicht um das des Kunden.

    Beste Grüße zum Wochenende
    LB

  • Michael Nardelli

    Michael Nardelli

    Sehr geehrter LB,

    sehe schon, eine echter, investigativer Reporter werden Sie nicht mehr :-) Gut, dass Sie Informationen zunächst misstrauen und selber die Gegenprobe machen. Nur: Den Bestand von Händlern abfragen, ist eine Trockenübung, Theorie. Der alte Journalist in mir hat mich aber weggezogen vom Bildschirm für eine kleine Vor-Ort-Recherche.
    Mir ist schon klar, dass die beiden besagten Titel lieferbar sind. Ich habe auch nichts anderes behauptet. Ihre Gegenprobe ist daher nur weiterer Beweis, dass die von mir aufgesuchten Buchhandlungen offenbar schlicht unwillig waren, mir dieses Buch zu verkaufen. Hier greift der Handel in die Rechte von Kunden ein, will bestimmen, was diese gefälligst zu lesen haben. Wohin eine solche Oberlehrer-Haltung führt, sehen wir gerade bei den Mainstream-Zeitungen: zu einer Abstimmung mit Füßen.

    Der betreffende Mitarbeiter der Buchhandlung mag sich super-gutmenschlich, moralisch im Recht fühlen, wenn er behauptet, Ulfkottes Buch gebe es nicht. (**in die Hand flüster: "Hey, diesem Nazi von Kunden hab' ich es jetzt aber gegeben!"**). Hässlich, aber meinetwegen! Nur möge sich dann niemand beschweren, wenn der Kunde dann eben bei Amazon bestellt.
    Ob ich ein Buch im Handel oder bei Amazon schneller bekomme, ist ein anderes Thema.
    Schönen Abend!
    Mit freundlichen Grüssen
    nar

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Lieber Herr Nardelli,

    auf Ihre Invektiven, auf die Sie vermutlich schrecklich stolz sind, einzugehen, würde bedeuten, Sie ernstzunehmen. Das lasse ich lieber und beschränke mich darauf, Sie auf eine klitzekleine "investigative" Ungenauigkeit Ihrer Recgerche hinzuweisen:

    Im Gegensatz zu Ihrer Behauptung hat amazon den Ulf Kotte Titel nicht "auf Lager", denn man will auch mit *prime* erst am Dienstag liefern, im Gegensatz zu dem anderen Buch, das in den Buchhandlungen und auch bei amazon verfügbar ist, und deshalb auch mit *prime* schon am Montag geliefert werden kann.

    Die Buchhändler, die Sie beschuldigen, hatten einfach recht: der Grosshandel, der vielleicht wie amazon am Montag vom Verlag beliefert wird, meldet derzeit eine 15 - und Sie sind doch vom Fach und wissen, was das bedeutet?

    Tut mir leid, daß Sie sich hier selbst verheddert haben, alle notwendigen Informationen hätten Sie meiner obigen mail entnehmen können - wer lesen kann, ist klar im Vorteil ist die übliche Reprise im Internet für so viel Ignoranz.

    LG LB

  • Michael Nardelli

    Michael Nardelli

    Lieber LB,

    alles schon klar, aber warum wurde mir nicht selbsttätig die Möglichkeit der Vorbestellung angeboten? Jeder Kunde hat Verständnis, wenn ein Buch gerade nicht vorrätig, kurzzeitig vergriffen o.Ä. ist. Bei Amazon kann ich vorbestellen...Es ehrt Sie, dass Sie eine Lanze für Ihre Kollegen brechen, für mich ändert sich aber nichts. Ich bleibe dabei: Man wollte mir diese Bücher nicht verkaufen!

    P.S. Der Autor von "Gekaufte Journalisten" heißt Ulfkotte mit Nachnamen, Vorname Udo, nicht Ulf. Stimmt schon: Wer lesen kann ist klar im Vorteil...

    Mit freundlichen Grüßen
    nar

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Nardelli, yep, klar ist: Ihre Falschbehauptung zur vorgeblichen Lieferbarkeit weist Sie als klaren amazon-fan-boy aus, der zu Gunsten von amazon auch gerne mal falsche Tatsachenbehauptungen aufstellt. Warum sollte irgendjemand Ihnen jetzt noch Ihr Märchen von den böswilligen Buchhändlern glauben?

    Und was die Vorbestellbarkeit angeht: Sie scheinen die Presse nicht zu verfolgen, gerade amazon setzt die Vorbestellmöglichkeit gegenüber Verlagen als Druckmöglichkeit ein, oder etwa nicht?

    Den Punkt mit Ulfudokotte gönne ich Ihnen gerne, wenn Sie nix besseres zu bieten haben. Ich meinte mit Lesen können keine kleinliche Namensklaubereien, so viel Kleingeistigkeit hätte ich noch nicht mal Ihnen zugetraut, tja, wie man sich täuschen kann.

    LB

  • Buchwurm II.

    Buchwurm II.

    hallo hr borsche, dies ist sicher nicht das geeignete forum für private fehden, was meinen sie denn zum eigentlichen thema?

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Sie haben natürlich recht, lieber Bücherwurm - es ist schwer, auf Trolle nicht einzusteigen, passiert mir immer wieder, sorry.

    Meine Meinung zum Aufkleber und allem drumrum steht in den Kommentaren #15, #18 und #21.

    Beste Grüsse, LB

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    PS: Von positiven Reaktionen der Kunden ist ja auch zu lesen. Natürlich gibt es die, kein Zweifel - die anderen wird der Buchhändler aber kaum zu hören bekommen. Der Kunde, der sein "Shades of Grey" lieber anonym bei amazon gekauft hat, wird sich nicht outen, aber über den Aufkleber heimlich ärgern und gleichzeitig genieren - und dann erst recht bei amazon kaufen. Das ist in meinen Augen besonders kontraproduktiv, weil der Buchhändler niemals erfahren wird, warum der und jener Kunde wegbleibt.

    LG LB

  • Buchwurm II.

    Buchwurm II.

    @28
    volle zustimmung, hr. borsche.
    ich glaube, dass dieser buchhändler (und ggf. andere, kundenbelehrende buchhändler auch) es gar nicht wissen will, warum die gemaßregelten kunden wegbleiben. aber als freier unternehmer kann man sich eben seine kunden gerne aussuchen.

  • Marc Gutt

    Marc Gutt

    @ LB
    Danke für die E-Mail mit dem PDF. Diesen Text von Alexander Graf gibt es übrigens auch online:
    http://www.kassenzone.de/2014/08/27/e-commerce-jed er-macht-mit-aber-kaum-einer-verdient-geld/

    Und dort hat Alexander noch einen wichtigen Kommentar abgegeben, wo er Amazon als einziges Unternehmen genau von seiner gemachten Aussage wieder ausschließt:
    "Amazon nutz das Wachstum bisher nicht für die Renditeausschöpfung. Das könnte es aber, insofern ist die 0,3% natürlich etwas irreführend, weil alleine Amazon diesen Wert auf 5% drehen könnte."

    Und genauso sehe ich das auch. Amazon ist keine Blase und könnte wenn es denn wollte, leicht hohe Renditen erzielen (sicher mehr als 5%). Das Wachstum kommt ja schließlich nicht durch Fremdkapital wie bei Zalando. Trotzdem verbrennt Amazon lieber Geld in China um Aliexpress irgendwann ebenbürtig zu sein, experimentiert wie mit dem Fire Phone, usw.

    Amazon schafft es wie Google Synergien zu entwickeln. Zahlreiche Rechenzentren werden selbst und fremd genutzt (Amazon Web Services). Lager werden selbst und fremd genutzt (Versand über Amazon). Zahlungsschnittstellen werden selbst und fremd genutzt (Amazon Payments). Im Bereich Hardware (Amazon Basics, Kindle, etc.) weiß ich nicht wie weit sie sind, aber sollten sie Erfolg haben, bietet es sich auch an entsprechende Unternehmen selbst zu führen (Chips, Displays, Speicher, etc.) und diese Produkte anderen zu liefern.

    Das alles senkt massiv die Kosten. ebay könnte sich hier eine ganze Menge abschauen, aber die denken immer noch das es auf den Shop (weg von Auktionen) und das Marketing (weg vom Billig-Image) ankommen würde. Und in Deutschland. Entweder denken wir nicht groß genug oder wir sind aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund zu unflexibel.

    Schlussendlich hast Du noch von einer 30%-tigen Marktbereinigung bis 2025 gesprochen (IFH). Im Raum Bonn / Rhein-Sieg sieht es für mich subjektiv bereits so aus als wäre diese Quote bereits überschritten worden (woher kommen denn sonst auch die zahlreichen Beschwerden).

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @Marc Gutt

    Nicht ich, sondern das IFH spricht davon, daß 30% aller Einzelhändler (=78.000) bis 2025 zusperren werden. Und 30% sind nicht 80-90%, von denen Du gesprochen hast.

    "Prognosen," heisst es ironisch, "seien immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft beträfen". Das ist wohl so.

    Vielleicht hast Du auch gelesen, daß gerade heute die G20 beschlossen haben, die Steuerschlupflöcher für Großkonzerne zu schliessen?

    >G-20-Plan: Konzerne sollen zwei
    >Billionen Dollar versteuern

    http://is.gd/4QePn9

    Wer ist da wohl gemeint? Allerdings zahlt man natürlich trotzdem so lange keine Steuern, wie man keine Gewinne macht, d.h. weiter fleissig investiert, und sei es in private Raumfahrt ;-) Aber auch Bezos wird sich fragen lassen müssen, wann er denn mal Dividende ausschütten will - in dem Moment, wo der Aktienkurs aufgrund mangelnder Rendite abstürzt, sieht es mit der Beschaffung neuen Geldes ganz trübe aus, viel schlimmer aber: dann kommen Investoren wie Icahn, sichern sich zum Schnäppchenpreis einen substantiellen Anteil und mischen den Laden auf - das ist die größte Gefahr.

    Ja, amazon macht unternehmerisch bislang sehr vieles richtig, (wenn man mal von dem seltsamen 3D-Teuerhandy absieht), gar kein Zweifel, und das habe ich auch nie bestritten, sondern *immer* hervorgehoben.

    Allerdings muss man auch mal die Gesamtrechnung aufmachen: Hie der Einzelversand ins Haus inklusive kostenfreiem Rückversand (besonders bei Schuhen und Mode beliebt: "Bestell drei, schau welche am besten passt, schick zwei zurück") und dort das lokale Shoppen, bei dem ich zwar drei Jacken ausprobiere, aber nur eine mitnehme.

    Wir müssen das nicht lange theoretisch diskutieren, nur zuwarten. Sobald der Einzelhandel katalogmäßig (=online) auf Augenhöhe ist, werden die Kunden mit den Füssen abstimmen können, was sie bevorzugen resp. in welcher Mischung. Darauf bin ich wirklich gespannt.

    "Convience beats ethics" hat mir neulich jemand aus der Branche zugeflüstert, und das stimmt natürlich: D.h.: Nur bei vergleichbarer Leistung bin ich bereit bei dem zu kaufen, der das sozial verträglichere Unternehmensprofil hat. Soweit ist der Einzelhandel noch nicht, daß er Online auf Augenhöhe wäre und trotzdem lokales Shoppen damit verknüpft anbieten könnte - aber wir arbeiten dran.

    Wie man es nicht macht, dafür habe ich ausreichend schlechte Kundenerfahrung: Neulich wollte ich bei den "Nicht-Blöd"-Menschen eine kleine Tischgeschirrspülmaschine kaufen. Nein eigentlich bei meinem Elektriker. Sein EK (inkl. Ust) beim Hersteller lag *höher* als der übliche Online VK. Er hat mir also abgeraten bei ihm zu kaufen (das ist traurig, ungerecht und ein sehr gutes Argument für Preisbindung).

    Dann die Filiale des MediaMarkt (übrigens 50 Euro billiger als bei amazon): Abholbereit in 2-3 Tagen, schreit mir der Online-Shoip entgegen. Da ich keine Lust auf die zwangsweise umständliche Online-Registrierung habe, rufe ich in der Filiale an, bin ja schon in deren Computer gelistet. Nein, das geht leider nicht, ich *muss* es online kaufen und bezahlen, dann liefert die Zentrale es der Filiale. Wenn sie es selbst bestellen, müssen sie das beim Hersteller tun und es dauert 2-3 Wochen...

    Ja, wenn man sich selbst in den Fuss schiessen will....

    Demgegenüber ist amazon in der Beqemlichkeit meilenweit voraus, wer etwas anderes behauptet, lügt sich in die Tasche. Aber andererseits ist das alles kein Hexenwerk, sondern durchaus machbar, auch in München resp. Luxemburg wird - technisch gesehen - nur mit Wasser gekocht. Hätte mir der MediaMarkt z.B. PayPal angeboten, und das alles ohne Registrierung (probier das mal bei Westfalie.de, da gehst Du vom Warenkorb über Paypal sofort zum letzten Button "Jetzt kaufen", die notwendigen Adress-Daten werden direkt von PayPal übernommen, sehr bequem), dann hätte ich das vielleicht gemacht, aber so?

    Was Bezos anders macht als alle anderen, ist: er denkt NUR vom Kunden aus, wie sich irgendwas für den Kunden anfühlt. Darin ist er Meister und das müssen wir noch lernen. Und er würde niemals eine Plakette aufkleben, die vielleicht einigen Kunden gefallen könnte,wenn sie eben einigen auch deutlich mißfallen könnte.

    In dieser Hinsicht hat er allerdings unterschätzt, daß in Europa soziale Themen wie Arbeitsbedingungen und Steuergerechtigkeit sehr wohl das Zünglein an der Waage sein können bei der Kaufentscheidung - in den USA ist sowas eher undenkbar, wo man Chuzpe jedweder Art bewundert, so sie denn geschäftlich erfolgreich ist.

    Hier hat die entsprechende Berichterstattung letztes Jahr zu einem statistisch ablesbaren Rückgang und Anstieg bei der lokalen Konkurrenz geführt. Nix dramatisches, aber eben sichtbar und das fand ich bemerkenswert.

    LG LB

  • buchhändlerin

    buchhändlerin

    Lieber Herr Borsche,
    beim Tank-Thema denke ich gerade an die Brent-Spar und
    Ihre letzten Sätze im Kommentar, es spielt hier schon eine
    Rolle, wie sich ein Konzern benimmt, bzw. welche Umweltsünden er begeht. Zu der Buchhandlung möchte ich
    noch sagen, sie können den Aufkleber ja auslegen und
    jeder Kunde, der ihn aufkleben will kann dann sagen:
    Ja, ich habe nicht bei...gekauft. Es ist doch nur eine
    kleine Buchhandlung, die sich gegen eine übermächtige
    Konkurrenz wehrt, ich persönlich würde es auch nicht
    machen. Von der Gestaltung her erinnert mich der Aufkleber an die Anti-Atomkraft-Bewegung - und heute
    drehen sich bei uns die Windmühlen, damals undenkbar.
    Und im Buchhandel arbeite ich nicht erst seit gestern,
    und auch in einem größeren Verbundsystem, da wäre
    ich ganz vorsichtig, manchmal benötigen wir auch
    web-Auftritte, wie wäre es mit einer Entschuldigung,
    statt unsere Läden zu 90 Prozent abschaffen zu wollen
    und das noch gut zu finden, der Satz war schlimmer
    als jeder Aufkleber.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Liebe Buchhändlerin,

    ja Brent Spar, und der Golf von Mexico und die Ölpest in Alaska, und Nigeria und, und, und... das alles war gemeint.

    Es war klar, daß "Atomkraft-Nej tak" erwähnt würde, aber das hat sich jeder selbst ans Revers geheftet - nicht ein Händler mir aufs Produkt. Da ich damals für Solar- und Windstrom gekämpft habe, als man dafür verlacht wurde, wehre ich mich auch dagegen, daß so etwas in einem Atemzug mit "nicht bei ... gekauft" genannt wird, das sind wirklich unterschiedliche Qualitäten,

    Was ich leider gar nicht verstanden habe, ist, wer sich für was (90%???) entschuldigen soll und was der Satz "wir benötigen manchmal auch Web-auftritte" sagen will.

    Nach wie vor glaube ich, daß wir mehr Kaufleute als "Lehrer" sein sollten, Herater von mir aus, aber nie mit erhobenem Zeigefinger, das würde ich als Kunde nicht goutieren und ich kenne niemanden, der das mag.

    LG LB

  • Thomas Brasch

    Thomas Brasch

    Wie recht Tucholsky wieder hat: Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Lieber Herr Brasch,

    fast noch besser finde ich den Spruch von Samuel Johnson (angeblich im 18 Jhdt. in England so bedeutend wie damals Gotsched in Deutschland):

    The road to hell is paved with good intentions

    Yesssir ;-)

    PS: Angelockt vom großen Namen habe ich Ihr Blog gelesen bis mir die Augen zufielen, einiges will ich jetzt unbedingt auch mal lesen, und vieles würde ich unterschreiben, vor allem, daß man nicht auf Mitleid setzen sollte. Wenn Autoren sich allerdings dagegen wehren, von amazon in Geiselhaft genommen zu werden, dann ist das weniger die Mitleidsschiene als echte Wut: umgekehrt gibt es nämlich kein Druckmittel, zumindest in Deutschland nicht: aufgrund der Preisbindung besteht hier auch die *Belieferungsverpflichtung* (Verlag an Händler), kein Autor kann durchsetzen, daß bestimmte Händler NICHT beliefert werden. Umgekehrt ist aber jeder Händler frei, einen Autor oder Verlag auszulisten. Insofern besteht da eine Ungleichheit und eine "Empörung" darüber wäre durchaus berechtigt. Trotzdem gebe ich Ihnen recht: um Mitleid zu betteln ist immer der falsche Weg.

    LG LB

  • Marc Gutt

    Marc Gutt

    @ LB
    Der IFH spricht von allen Einzelhändlern ab heute. D.h. alle Einzelhändler, die bereits bis heute zugemacht haben, sind nicht enthalten und außerdem sprach ich vom Buchhandel - sofern die Preisbindung fällt - der stärker betroffen sein wird. Als Vorlage betrachte ich den Musikfachhandel, wobei auch der so gut wie keinen Rückgang laut statistischem Bundesamt verzeichnet, wobei da sehr sehr viele am Existenzminimum kratzen mit Jahresumsätzen unter 100.000,- EUR. Meine 80% Angabe bezog sich jedenfalls auf die Zeit vor dem eCommerce. Also als ich noch ein kleiner Bub war und an jeder Ecke CDs kaufen konnte.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Als ich noch ein kleienr Bub warr, gab's noch Schallplatten, CD's waren noch nicht mal erfunden. Und damals gab es noch ca. 5-6.000 Buchhandlungen. Dann kam Hugendubel. Dann Thalia und paralell dazu der e-commerce. Heute zählen wir noch ca. 4.000+ Buchhandlungen.

    Natürlich würde ein Fall der Preisbindung einen Preiskrieg auslösen. Allerdings ist das ein *Gesetz* und Gesetze fallen in Deutschland nicht sooo schnell - zum Glück haben andere Länder erfahren dürfen, was ein Fall der Preisbindung auslöst und daß die Kunden am Ende die Zeche (des Preiskriegs und der dabei entstehenden Oligopole) bezahlen müssen, alle diesbezüglichen Studien sind eindeutig.

    Also rechnen Sie mal besser nicht damit, daß das passiert.

    LG LB

  • Brandon-Ewald

    Brandon-Ewald

    LOL...... kein Wunder, das es im Buchhandel nicht vorangeht und alles immer nur auf der Stelle tritt. Wenn sich schon bei solch banalen Dingen eine derartige Diskussion entspinnt....

  • Gesine Schulz

    Gesine Schulz


    Ich sehe den Sticker schon auf meinem Auto kleben, als witzige Werbung für eine meiner Lieblingsbuchhandlungen.

  • Peter Kolling, proust  wörter + töne, Essen

    Peter Kolling, proust wörter + töne, Essen

    Das Werben des lokalen Buchhandels um die Kundschaft findet ohne Pause auf vielen Ebenen statt: es zählt die Attraktivität des Sortiments ebenso wie die inhaltliche Kompetenz und Freundlichkeit des Personals, die Aktualität und Attraktivität der Schaufenster wie die Qualität des Besorgungsservice; die Qualität der Kommunikation der Buchhandlung mit der Zielgruppe via eigener Homepage und Facebook zählt ebenso wie das attraktive Veranstaltungsprogramm und der kulante Umgang mit Reklamationen.
    Und EIN Mosaikstein bei Kundenwerbung und Kundenbindung mag auch ein selbstgemachter Sticker sein, der – oh Wunder! - der Kundin nicht auf die Stirn gedrückt oder aufs Buch geklebt wird, sondern - nach Nachfrage - auf die Verschweißung oder das Geschenkpapier. Und darüber wird beim Einpacken gelacht, gesprochen, es werden Witzchen gemacht und es wird über Amazon diskutiert – und alle sind zufrieden. Wir nennen das Kundenbindung. Sie können das lassen und mit anderen Dingen punkten. Uns selbst und unseren Kunden bringt das Spaß, Gespräch, gute Laune. Und am Ende des Monats einen guten Abschluß. Dann ist die Laune noch besser.

  • Jürgen

    Jürgen

    @ Peter Kolling, proust wörter + töne, Essen

    Sehr geehrter Herr Kolling,
    eine aus Ihrer Sicht offenbar gelungene Idee.
    Gestatten Sie mir eine Frage.... wie würden Sie es denn finden, wenn Amazon diese Idee aufgreifen und auf den ausgelieferten Büchern "Nicht bei Buchhandlung Proust gekauft"-Aufkleber anbringen würde?
    Würden Sie Amazon zu dieser Aktion gratulieren?

  • Peter

    Peter

    Aber klar: wir würden dem Weltkonzern gatulieren und ihn in unsere 130qm-Nußschale zu Kaffee, selbstgebackener Apfeltarte und einem freundlichen Kennenlern-Gespräch einladen!

  • Jürgen

    Jürgen

    @ Peter

    So lob ich es mir. Das ist mal ein sportlicher und offener Umgang unter Mitbewerbern.... und wenn dann auch noch der Kuchen schmeckt....

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    ... und humorvoll! So liest sich das Ganze dann doch anders :-)

    Beklemmend hingegen, was man über Bezos' "Campfire"-Veranstaltungen lesen muss (NYT: http://is.gd/XTd3dg) - und darüber, wie leicht sich Menschen einschüchtern lassen.

  • Martin

    Martin

    Ausgezeichnet, Peter, damit duerfte die Discussion abgeschlossen sein. Hier in Argentinien wird es immer schwerer eine gut sortierte Buchhandlung zu finden und hier in meinem Staedchen (50.000 Einwohner) hat es nicht eine Einzige. Man muss 400 km reisen, um etwas mit proust wörter + töne vergleichbares zu finden! Glueckwuensche!

  • Jill

    Jill

    @ Martin

    Nutzen Sie doch Amazon. Dort kann man bequem Online bestellen und muß nicht 400km fahren ;-)

  • Peter

    Peter

    @ Jill

    ...das verstehen Sie offenbar nicht: dass jemand einen MANGEL benennt: keine gutsortierte Buchhandlung mehr vor Ort zu haben, und dies als Verlust von Lebensqualität am eigenen Wohnort empfindet. Dass "bequem Online bestellen" diesen Mangel nicht behebt, können viele Menschen nicht nachvollziehen. Niemand bestreitet, dass "bequem Online bestellen" für Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist, die in ländlichen Regionen wohnen usw, ein Gewinn an Lebensqualität bedeutet. Jeder städtische Klick bei Amazon auf "Bestellen" ist indessen ein Sargnagel für Lebensqualität, Kultur und Klima unserer Innenstädte.

  • Heinzi

    Heinzi

    @Gesine Schulz:
    das lob ich mir: die aufrechte Gesinnung mit einem Aufkleber auf dem Auto dokumentieren und einen Großteil der Ebooks exklusiv bei Amazon Kindle verlegen!

  • Gesine Schulz

    Gesine Schulz

    @ Heinzi

    Wie alle der bislang 2.155 Menschen, die auf http://www.fairer-buchmarkt.de den Offenen Brief an Amazon unterschrieben haben, bin ich für Vielfalt, nicht grundsätzlich gegen Amazon.

    Übrigens stelle ich nach und nach auch die anderen der zuerst bei KDP veröffentlichten Kurzgeschichten als ePub in einer Vielzahl von E-Book-Shops ein. Das ist dank Plattformen wie XinXii so einfach geworden wie bei Amazon, verschlingt aber trotzdem Zeit. Die verbringe ich meist und lieber mit schreiben.

    Danke für Ihren Besuch auf meiner Website.

  • Interessierter Leser

    Interessierter Leser

    @47. Peter: Ich bin Städter und habe einen gutsortierten Buchhändler direkt um die Ecke. Leider hat der noch nicht offen, wenn ich morgens das Haus verlasse und schon wieder zu, wenn ich von der Arbeit zurückkomme. Als ungeduldiger Städter möchte ich aber nicht bis Samstag warten, sondern klicke schnell bei ... Vielleicht könnte man auch mal die Öffnungszeiten thematisieren. Bei meinem REWE um die Ecke hat man sich auf die bevorzugten Enkaufszeiten eines Großstädters eingestellt. Dort sind die Schlangen an der Kasse um 20:00h manchmal ziemlich lang.

  • Peter

    Peter

    @50. Interessierter Leser:

    Auch wir sind große Fans aufeinander abgestimmter Öffnungszeiten. Da die meisten Geschäfte in der Essener Innenstadt bis 20:00 Uhr geöffnet sind, haben wir uns angeschlossen, auch wenn es nicht jeden Abend in der Woche lohnt. Der Tendenz zu weiterer Deregulierung von Öffnungszeiten in den Abend und die Nacht hinein würden wir uns allerdings definitiv nicht anschliessen. Sprechen Sie doch mit Ihrem Buchhändler!

  • Peter

    Peter

    @50. Interessierter Leser.

    ...und fragen Sie ihn nach seinem Shop. Beim lokalen "Klick" bleibt der Umsatz, damit Steuern, Geld für kulturelle Arbeit usw. in der Stadt. Und das ist ja ein wichtiges Argument in der Auseinandersetzung mit Amazon...

  • buchhändlerin

    buchhändlerin

    Interessierter Leser,
    vielleicht geht es der Buchhandlung so wie Ihnen, zuwenig
    Flexibiliät aufgrund ökonomischer Zwänge, sonst könnten
    Sie ja auch einfach mal zwischendurch einkaufen gehen.
    Aber eine e-mail oder Telefonanschluss hat doch jede
    Buchhandlung und schickt Ihnen sicherlich das Gewünschte
    schnell zu. Warum nicht mal bei denen bestellen, die
    Ihnen die Steuern für Ihren Kindergartenplatz der Kinder
    bezahlen?

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