Antiquariat

Varia Antiquaria 114

Messen in Stuttgart und Ludwigsburg, Antiquariate in Berlin, LiberBerlin im Juni, Sammlung Schäfer und Stefan Schülke. Neuigkeiten für Antiquare und Büchersammler.

Knapp drei Wochen Weihnachtsferien sorgen diesmal für einen ordentlichen Nachrichtenrückstau; ein Versuch, die Meldungslücke wenigstens teilweise zu schließen:

In zwei Wochen beginnen die Antiquariatsmessen in der Ludwigsburg Musikhalle (22. bis 24. Januar) und im Württembergischen Kunstverein am Stuttgarter Schlossplatz (23. bis 25. Januar) – der herausragend attraktive Gesamtangebot beider Veranstaltungen inklusive umfangreichem Rahmenprogramm dürfte wiederum Händler und Sammler aus dem gesamten Bundesgebiet und weit darüber hinaus anziehen. Online-Fassungen der Messekataloge stehen bereits seit Dezember im Netz (hier und hier); die Printfassungen können bei den Veranstaltern bestellt werden. Die Redaktion Antiquariat wird beide Messen an den Eröffnungstagen besuchen.

Die aktualisierte Ausgabe des Verzeichnisses "Antiquariate im Berlin", auf die hier im November 2014 hingewiesen wurde, steht nun auf der Seite des Landesverbands Berlin-Brandenburg des Börsenvereins als PDF bereit. 67 Einträge aus Berlin und Umgebung weist das Verzeichnis auf.

Die LiberBerlin am Kulturforum (Museen der Europäischen Kunst) wird in diesem Jahr erstmals im Frühsommer stattfinden, und zwar am Wochenende 12. bis 14. Juni. Teilnehmen werden am 15. Durchgang der Veranstaltung "Antiquariate, Buchhandlungen und Verlage" – die angekündigte Änderung beziehungsweise Erweiterung des Messekonzepts wird also endlich realisiert. Details liegen der Redaktion noch nicht vor.

Ein für den Antiquariatshandel höchst interessanter Sachverhalt ist gestern dankenswerter Weise von Klaus Graf und Falk Eisermann publik gemacht worden; eine ausführliche Darstellung findet sich hier. Es geht um wertvollste Bücher aus der Sammlung Otto Schäfer in Schweinfurt, darunter eine ganze Reihe Inkunabeln, die als nationales Kulturgut vorerst nicht das Land verlassen dürfen. Ob allerdings die Argumente, die Falk Eisermann als Fachgutachter vorträgt, wirklich durchgehend tragfähig sind, um die Stücke, um die es im konkreten Fall geht, dauerhaft als "Ensemble" zu erhalten? Das scheint zweifelhaft, handelt es sich doch, wie Eisermann selbst sagt, nicht um eine historische gewachsene Sammlung. Darüber hinaus: Ohne den Antiquariatsbuchhandel und vor allem ohne privaten Buchbesitz ist wohl keine lebendige Buchkultur vorstellbar, da hilft die "nationale" Engführung wenig und das ließe sich gerade an der Sammelaktivität des Industriellen Otto Schäfer gut zeigen. Man darf gespannt sein, wie die Angelegenheit ausgeht; das letzte Wort ist wohl noch nicht gesprochen.

Die als Einführung sehr geeignete ARTE-Dokumentation "Arno Schmidt – 'Mein Herz gehört dem Kopf'" vom Januar 2014 ist jetzt mit einigem Bonusmaterial auf DVD erhältlich. Das Porträt widmet sich vor allem der Nachkriegszeit und den Bargfelder Jahren des Ehepaars Arno und Alice Schmidt. Zu Wort kommen unter anderem Uwe Timm, Jan Philipp Reemtsma, die ehemalige Haushälterin der Schmidts Erika Knop sowie der Antiquar und Verleger Hermann Wiedenroth, der seit 1990 in Bargfeld im Haus des Schmidt-Freundes und -Förderers Wilhelm Michels lebt und arbeitet.

Die hier am Heilgabend gemeldete Nachricht vom Tod des Kölner Antiquars, Buchhändlers und Verlegers Stefan Schülke am 23. Dezember hat viele Kollegen und Freunde schockiert. Inzwischen sind Traueranzeigen in der Ulmer "Südwest Presse" sowie in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschienen. Eine Trauerfeier wird am 7. Februar in Köln abgehalten werden, beginnend um 14 Uhr mit einem Requiem in der Basilika St. Aposteln am Neumarkt, an das sich ab 16 Uhr eine Gedenkfeier in der Bibliotheca Reiner Speck in Müngersdorf anschließt. Ansprechpartner ist Thomas Schuld (schuld@schuelke-finebooks.com).

Schlagworte: