Interview mit AKEP-Sprecherin Beate Muschler

Das Internet der Dinge kommt auch auf die Buchbranche zu

Beim ersten "Peer Group Day" in Frankfurt hat der AKEP seine neue Arbeitsstruktur erprobt. Sowohl in den fünf Arbeitsgruppen als auch untereinander wurde intensiv diskutiert – auch darüber, wie Verlage mit ihren Inhalten am "Internet der Dinge" partizipieren können. AKEP-Sprecherin Beate Muschler über die Themen und Ziele des Arbeitskreises. VON ROE

Der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) hat seine bisher sieben Kommissionen durch fünf Peergroups ersetzt, die künftig das Sprecherteam – Sie, Frau Muschler, und Jürgen Harth – unterstützen. Welchen Unterschied soll die neue Bezeichnung signalisieren? Und wieso funktionieren die Peergroups besser als das bisherige Modell?
Die neue Bezeichnung Peergroup soll den digitalen und sehr modernen Spirit, den die Gruppen haben, nun auch in den Namen tragen. Der Begriff der Peergroup wird ja gerade im Lernbereich mit "Interessensgemeinschaft" übersetzt, d.h. eine Gruppe von Leuten aus unterschiedlichen Bereichen, die zu einem Thema zusammenarbeiten und dabei von thematisch gleichen Interessen geleitet sind. Das bringt unserer Meinung nach das Miteinander in den Gruppen sehr gut zum Ausdruck. Zur Optimierung der Gruppenarbeit haben wir im Januar erstmals mit dem "Peer Group Day" eine Veranstaltung durchgeführt, bei der sich alle Peergroups zur gleichen Zeit am gleichen Ort getroffen und sowohl in ihren Gruppen als auch untereinander gearbeitet und diskutiert haben. Das war für den Austausch untereinander und das Zugehörigkeitsgefühl der Gruppen eine sehr positive Art der Arbeit im AKEP, die wir gerne fortsetzen möchten.

Die Mitglieder der Peergroups kommen aus den Digitalabteilungen wichtiger Verlagshäuser. War die Besetzung der Kommissionen anders?
Mit jedem Wechsel und jeder Neuausrichtung sind immer auch Veränderungen in der Besetzung verbunden. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, sehr viele Verlage für die Mitarbeit im AKEP zu gewinnen, denn nur so können wir die Relevanz der Themen und den notwendigen Austausch sicherstellen.

Repräsentieren die neuen Peergroups die Branche in der Breite?
Ich denke schon. Wir haben in den Peergroups die unterschiedlichsten Verlagsbereiche von Fach- bis zu Kinderbuchverlagen vertreten und profitieren so von den teilweise durchaus unterschiedlichen Erfahrungen in den einzelnen Segmenten.

Es gibt fünf Gruppen: eBooks, Herstellung, Apps, Digitale Kommunikation und Marketing sowie Bibliotheken. Auf welche Schwerpunktthemen haben sie sich jeweils verständigt?
Die Schwerpunktthemen orientieren sich naturgemäß am Thema der Jahrestagung, das ist 2015 "Content für das Internet der Dinge". Da wird es um die Frage gehen, wie wir als Verlage mit unserem Content an Entwicklungen wie dem Internet der Dinge teilhaben können. Die einzelnen Peergroups haben sich damit beschäftigt, in welchem Zusammenhang dieses Thema mit ihrem jeweiligen Bereich steht. Dabei sind sehr interessante Schwerpunktthemen herausgekommen, wie zum Beispiel die Fragestellung "Apps mit oder ohne Content", die nun für die Jahrestagung ausgearbeitet und dort vertieft werden.

Gibt es in der Buchbranche schon erste Lösungsansätze?
Die Technologie des "Internet der Dinge" kommt zwar sehr langsam in unserem Leben an, aber es ist wichtig, dass wir uns jetzt schon aktiv damit auseinandersetzen. Das erste Skigebiet in Österreich will zur nächsten Wintersaison Pisteninformationen dem Skifahrer in seine Skibrille liefern, sicherlich wird es auch bald hier Lösungen für Smartwatches geben. Um nur ein Beispiel zu geben. Augmented Reality wird in der Mayerschen Buchhandlung zur Verkaufsunterstützung erprobt, Kinderbücher über mittelalterliche Städte enthalten Daten für den Ausdruck der Stadt in einem 3D-Drucker. Das klingt alles noch sehr "spacy", aber dies ist der richtige Zeitpunkt, sich damit auseinanderzusetzen.

Welche Veranstaltungen planen Sie für das Frühjahr?
Im Frühjahr freuen wir uns sehr auf das eBook Camp in München am 28. Februar und die "Lange Nacht des eBooks" am Abend davor. Außerdem knüpfen wir mit der Start-up-Tour am 12. März in Berlin an ein erfolgreiches Format an, das wir bereits bei der letzten Jahrestagung erprobt haben. Und ansonsten laufen natürlich die Vorbereitungen für die Jahrestagung am 17. Juni auf Hochtouren.

Die Fragen stellte Michael Roesler-Graichen.

Schlagworte:

Mehr zum Thema

16 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Der moderne Manfred

    Der moderne Manfred

    Immer wenn ich all die schicken Anglizismen (Peergroups, Spirit, Spacy) im Buchhandel lese und höre, in einer Branche also, die sich vornehmlich durch Langsamkeit, Behäbigkeit und Rückwärtsgewandtheit auszeichnet, muß ich in mich hineinschmunzeln.....

  • Sebastian Posth

    Sebastian Posth

    Manni, "langsam, behäbig und rückwärtsgewandt" trifft allein zu auf Deine Einschätzung des AKEP und der mittlerweile umfassend digital-affinen Verlagsbranche. Du magst die Anglizismen nicht lesen und hören ... Mensch, Dir würden nachgerade die Ohren schlackern, wenn Du verstehen würdest, was sich hinter diesen Begriffen alles verbirgt. Und, wie aktiv, modern, experimentierfreudig, offen und umtriebig die handelnden Personen sind. Nichts für ungut, aber schmunzeln muss man nur über solche trolligen Kommentare. Informiere Dich doch mal, was so geht.

  • Felix

    Felix

    @Sebastian Posth:
    Erklären Sie doch mal bitte, was sich hinter den Wörtern "Peergroup" "Spirit" "Spacy" "Argumented Reality" so alles verbirgt, was die Ohren der "German Speakers" schlackern lässt und was nicht mit ein bis zwei deutschen Wörtern gesagt werden kann.

  • Sebastian Posth

    Sebastian Posth

    Lieber Felix, es war schon ein erster, wichtiger Schritt, hier in das Internet zu schreiben. Ich habe das Gefühl, Du bist auf auf einem guten Weg. Als nächsten Schritt möchte ich Dir vorschlagen, Deine Gedanken und Fragen in einem Schreiben zu formulieren und damit den persönlichen Kontakt zum AKEP aufzunehmen. Das sind sehr freundliche Menschen, und im direkten Gespräch klärt sich so manches Problem sehr viel leichter. Viel Glück!

  • Kurt

    Kurt

    Und was ist jetzt mit den Erklärungen zu den "modernen" Begriffen, mit denen der AKEP um sich wirft?

  • Daniel

    Daniel

    Peergroup wird im Interview erklärt

    Zwei Klicks auf Wikipedia helfen weiter
    http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Realit%C3% A4t

    http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_der_Dinge

    Spacy (ernsthaft erklärungsbedürftig?)
    http://www.dict.cc/englisch-deutsch/spacy.html

  • Buchhändlerin Beate

    Buchhändlerin Beate

    @ Daniel

    Und wenn ich keine Lust habe, jeden woanders abgeguckten Neusprech des Buchhandels im Internet nachzusehen?

  • Redaktion

    Redaktion

    Moderner Manfred, Kurt, Buchhändlerin Beate - Manni! Beenden Sie bitte Ihr Selbstgespräch!!

  • Felix

    Felix

    Mir ist zwar nicht ganz klar, warum ich Ihr "lieber" Felix bin, aber bitte... Auch Ihre mehr als hochnäsige und dumme Diktion ist bemerkenswert und nicht unbedingt diskussionsfördernd. Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass Sie inhaltlich nicht auf das eingehen, was ich geschrieben habe. Ich schließe daraus, dass Sie gar nicht diskutieren wollen, sondern hier nur beweisen wollen, wie toll Sie Denglisch können. Und dass Sie in der Lage sind, ein englisches Wörterbuch zu benutzen! Einfach spacy, ganz, ganz spacy!

  • Mirjam Glaser

    Mirjam Glaser

    niedlicher Verschreiber: augmented reality = angereicherte Realität; argumented reality gibts glaub ich nicht, argument ist kein Verb.

  • Felix

    Felix

    Danke, Frau Glaser, endlich eine, die es merkt...
    Gleich kommt dann der Standardsatz der Redaktion, mit dem sie sich fürs Lektorat der Leser bedanken.

  • Redaktion

    Redaktion

    @Mirjam Glaser @Felix

    "Standardsatz der Redaktion":

    Ja, Frau Glaser, auch vier Augen überlesen mal ein Wort und tragen, wie in diesem Falle, zur Erheiterung bei: Es muss natürlich "Augmented Reality" heißen.

  • Daniel

    Daniel

    @Buchhändlerin Beate
    sich nicht weiter über Artikel über Online-Aktivitäten ärgern, indem man sie einfach nicht mehr liest, und natürlich: weiter Bücher verkaufen :)

    Ich frage mich nur immer, warum man etwas liest, mit dem man sich nicht beschäftigen will. Dann doch lieber gleich lassen, oder? Bei jeder fremden Materie, auf die ich mich einlasse, muss ich mich i.d.R. erst einlesen. Dazu gehört meistens, dass man ein paar erklärungsbedürftige Fremdwörter nachschlägt - in Büchern oder online. Wenn das Interesse aber fehlt, wozu dann die Mühe...

  • IF

    IF

    Erstaunlich, wie empfindlich der ein oder andere auf Kritik reagiert.

    Will man die in weiten Teilen doch eher konservative Buchbranche in das digitale Zeitalter führen, erscheinen auch mir Pseudo-Englische Begriffe wenig zielführend.

    Erfahrungsgemäß tarnen dieser Art Begriffe zu häufig Luftblasen.

  • Frank Krings

    Frank Krings

    @IF + @Felix: Die international bekannten englischen Begriffe sind durchaus zielführend. Und "Augmented Reality" ist weder Denglisch noch Pseudo-Englisch sondern einfaches Englisch. Jeder Mensch auf der Welt, der sich mit dieser digitalen Option beschäftigt, nutzt diesen Begriff. Und da Sprache primär der einfachen Verständigung dient, halte ich nichts vom Eindeutschen digitaler Begriffe. Der "Schlepprechner" statt "Laptop" ist nicht nur ästhetisch sondern auch kommunikativ ein Problem.

  • if

    if

    Dann überzeugen Sie mal die Lektoren von ihrem spacy ebook-camp und bringen ordentlich Drill in diese Peergroup. Klingt ein wenig nach augmented reality.

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld