#yeaward16 - die Kandidaten (5/10)

Astikos Verlag - alles auf Anfang!

Die Genossinnen und Genossen des Astikos Verlags wollen das Rad nicht komplett neu erfinden, aber dennoch neue Wege des Verlegens erkunden. Wie das geht? Einfach ausprobieren! Das Astikos-Team ist beim Börsenblatt Young Excellence Award nominiert. NILS KAHLEFENDT

Wie aus dem Märchen

Ein wenig klingt die Geschichte wie im Märchen: Anfangs waren sie nur ein Trio, das mit den schnöden Realitäten des Verlagswesens nicht recht warm werden wollte: Jannis Plastargias (Frankfurt/Main), Daniel Bräuer (Augsburg) und Nikk Schmitz (München). Inzwischen sind sie zu zwölft, alle um die 30 Jahre alt. Sie sind Autoren, Lektorinnen, Pressefrauen, freie Hersteller, E-Learning-Expertinnen oder Studierende an der HTWK Leipzig oder der Uni Mainz. Was sie eint, ist – neben dem Bezug zur Branche – der Wunsch, etwas Neues aufzubauen, die ausgetretenen Pfade des Das-war-schon-immer-so-und-wird-immer-so-bleiben zu verlassen. Und, ja: Spaß zu haben.

 

 

Gemeinsam gründeten sie einen Verlag, Astikos. Der Name ist Programm, astikós steht im Griechischen für städtisch, urban – und so soll sich auch das Startup mit Kultur im urbanem Raum auseinandersetzen, egal ob in Form von Geschichten, Sachbuch oder Lyrik. Gegründet wurde der Verlag 2014 in Form einer Genossenschaft – alle verfügen über Genossenschaftsanteile, gewähren auch stillen Genossen gleiches Stimmrecht und setzen auf „konsensdemokratische“ Beschlüsse. Das ist, gewisser Maßen, eine Edel-Variante der Basisdemokratie: Jeder kann bei jeder Entscheidung mit abstimmen und seine Meinung über Zustimmung oder Veto kundtun – mit entsprechenden Konsequenzen für die Gruppe. Die Astiküsse organisieren sich über regelmäßige Skype-Konferenzen und Projektmanagement-Software. Fünf Titel sind bereits als e-Book lieferbar, eine Kurzgeschichtensammlung erschien als gedrucktes Buch. Darüber hinaus hat die Gruppe – ziemlich erfolgreich – einen Drabble-Schreibwettbewerb unter dem Motto „anders sein“ und einen „astiday“ in München veranstaltet – einen Kultur-Tag im Zeichen der Kunst zwischen digitalem und urbanem Raum, mit Workshops, Lesungen, Konzert und Party.  

Immer zum Horizont

Katharina Eichler, frischgebackene Pressereferentin bei Penguin Deutschland, seit Januar 2015 Genossin und inzwischen im Astikos-Vorstand, erklärt ihre Motivation so: „Man kann sich zwar innerhalb seiner Profession auf neue Projekte stürzen, in größeren Strukturen ist es aber nicht möglich, einfach eben die Abteilung zu wechseln. Wir können uns mal in der Herstellung, mal in Marketing oder Lektorat ausprobieren – Blicke über den Tellerrand, die gerade für Berufseinsteiger unbezahlbar sind.“ Klingt utopisch? Auf ihrer Website lassen die Astikos-Genossen den uruguayischen Schriftsteller Eduardo Galeano sprechen, der mit 20 immerhin schon stellvertretender Chefredakteur der „Marcha“ in Montevideo war: „Eine Utopie ist wie der Horizont. Im selben Maße, wie man sich ihm nähert, weicht er zurück und bleibt unerreichbar. Aber aus einem ganz bestimmten Grund: Damit wir gehen.“

 

www.astikos.de

Über den Young Excellence Award
#yeaward16

Das Branchenmagazin Börsenblatt vergibt den Young Excellence Award zusammen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Frankfurter Buchmesse, dem Mediacampus Frankfurt und der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH. Ausgezeichnet werden herausragende junge Macher und Macherinnen bis 39 Jahre, die in der Buchbranche etwas bewegen. Unterstützt wird der Preis in diesem Jahr durch die Kooperationspartner Bommersheim Talents, Buchwert und GfK Entertainment.

Alle zehn Shortlist-Kandidaten des Young Excellence Awards erhalten eine Freikarte für den Business Club der Frankfurter Buchmesse 2016 im Wert von je 990 Euro, um ihr internationales Netzwerk auszubauen, sowie ein Jahresabonnement des Börsenblatts. Der Preisträger kann sich darüber hinaus auf dem Mediacampus Frankfurt weiterbilden – der Gutschein für das Seminarangebot hat einen Wert von 1.000 Euro.

Mehr über den "YEA" erfahren Sie hier.

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