#yeaward19: Die Nominierten (1)

Lea Kaib: "Ich bin die Marke Lea"

Ihre Leidenschaft gehört der Fantasyliteratur: Lea Kaib bloggt darüber unter liberiarium.de, produziert Videos und Podcasts. Die 28-Jährige ist aber auch in der analogen Welt unterwegs, etwa als Messereporterin für Carlsen. CHRISTINA BUSSE

Lea Kaib

Lea Kaib © Parviz Khosrawi

Ihre Passion für fantastischen Lesestoff entwickelte sich in der Kindheit: "'Harry Potter' hat mich wahnsinnig geprägt", sagt Lea Kaib. Beeindruckt war die gebürtige Remscheiderin auch von Cornelia Funkes Büchern. "Die wilden Hühner", "Tintenherz" und später "Reckless" begleiteten sie durch ihr frühes Leseleben.

Cornelia Funke hat sie gleich mehrfach persönlich getroffen: "Sie ist eine tolle Persönlichkeit, die alle Fragen beantwortet und ihre Fans integriert." Kein Wunder also, dass Kaib in ihrem Germanistikstudium im Fach Neuere Deutsche Literatur zu Stoffen von Cornelia Funke und Joanne K. Rowling arbeiten wollte – "es war schwierig durchzusetzen, dass Jugendliteratur auch Literatur ist. Ich musste viel diskutieren", erinnert sich Kaib, die ihr Studium in diesem Jahr mit einer Master­arbeit über Fan-Fiction abgeschlossen hat.

Parallel zum Uni-Betrieb hat sie seit 2014 mit großem Engagement ihr eigenes Projekt aufgebaut und vorangetrieben, den Literaturblog "Liberiarium", den sie ein Jahr später um einen eigenen BookTube-Kanal erweitert hat. Mit viel Energie und ansteckender Begeisterung bloggt sie über Jugendbücher und Comics, rezensiert und stellt kreative Beiträge online, agiert lebhaft und mit meist leuchtend rot geschminktem Mund vor der Kamera – oder greift, wenn's passt, auch mal tief in ihre Cosplay-Trickkiste. "Ich bin die Marke Lea", sagt die junge Frau ganz selbstbewusst. Eine Marke, die sich durch Originalität und Vielfältigkeit auszeichnet: "Ich komme mir vor wie ein Potpourri", sagt Lea Kaib über sich selbst.

Ihr Mix ist crossmedial. Sie twittert, ist auf Facebook und Instagram aktiv. Vor einem halben Jahr hat sie darüber hinaus zusammen mit Lennart Schäfer, Auszubildender bei Bastei Lübbe, den Literatur-­Podcast "LitCast" ins Leben gerufen: Hier teilen die beiden ihr ausgeprägtes Interesse an Literatur.

Medienerfahrung hat Lea Kaib schon früh gesammelt: als Redakteurin der Schülerzeitung, in der Filmwerkstatt und bei einer Lokalzeitung, später dann beim Uni-Radio. Seminare für kreatives Schreiben, Werbung und Bildbearbeitung lieferten Handwerkszeug. Das weitere technische Know-how hat sie sich selbst beigebracht. Täglich produziert sie neue Inhalte, verfasst Texte, liest und beantwortet Kommentare. Außerdem dreht und schneidet sie wöchentlich zwei neue Videos. "Es ist wahnsinnig viel Aufwand, und oft muss man über seinen Schatten springen, um Kontakte zu Verlagen aufzunehmen", so Lea Kaib. Aber: Der Spaß überwiegt. Und wenn sie von ihrer Arbeit als Literaturbloggerin erzählt, spürt man, dass sie für ihr Thema brennt. "Es ist schon sehr cool, wenn man ein Buch, auf das man sich sehr gefreut hat, bereits ein halbes Jahr vor Veröffentlichung lesen kann. Und sich dann überlegen kann, was man dazu im Blog machen will."
 
Einen guten Rundumblick aufs Büchermachen hat sie bei zahlreichen Praktika und Jobs bekommen. So war sie zum Beispiel von 2014 bis 2017 Junior-Lektorin für die Onlineplattform Oetinger 34. Zuletzt hat sie im Ravensburger Buchverlag ein halbes Jahr lang Erfahrungen im Marketing und im Lektorat gesammelt. "Außerdem konnte ich den Instagram-Kanal optimieren", berichtet Kaib, die dadurch  auch positives Feedback für ihr Können bekam. Regelmäßig ist sie außerdem auf Messen zu Gast – in verschiedenen Rollen: privat, als Messebloggerin für Carlsen oder als Moderatorin für die Buchhandelskette Thalia. Seit 2016 organisiert sie zudem den Buchblogger-Stammtisch Nord­rhein-Westfalen.

Gerade hat Lea Kaib ein neues Kapitel in ihrem Leben aufgeschlagen: Sie hat sich als freie Journalistin selbstständig gemacht. Neben ihrer weiteren Arbeit an der "Marke Lea" schreibt sie für den Radiosender WDR 1Live für die Büchersendung "Stories". Darüber hinaus steht ein Ortswechsel im Bergischen Land an. Aus der elterlichen Souterrainwohnung ziehen Hunderte Bücher mit ihr in eine WG nach Opladen um: "Danach gibt es für meine Follower dann vielleicht endlich die seit Langem gewünschte Bookshelf-Tour."

Was sagen Sie zu ...

... Bogenschießen?
"Perfekt, um zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken. Und man fühlt sich sehr cool – wie eine Figur aus einem 'Percy Jackson'-Roman."

... Cosplay?
"Begleitet mich schon seit der Kindheit! Mein erstes richtiges Kostüm war Sailor Moon. Mittlerweile gehe ich das Thema viel intensiver an. Entweder privat oder auch als Buchcharakter auf Buchmessen für Verlage."

... Lieblingsbuchhandlung?
"Die Schatzinsel in Münster ist im Jugendbuch toll sortiert. Und in Berlin: der Second-Hand-Laden Büchertisch."

Der Börsenblatt Young Excellence Award 2019 und die Teilnahmebedingungen

  • Zum sechsten Mal vergibt das Börsenblatt in Kooperation mit dem Börsenverein, der Frankfurter Buchmesse, dem mediacampus frankfurt und der future!publish einen Preis für herausragende junge Macher und Macherinnen in der Buchbranche. Der Preis zeichnet exzellente Persönlichkeiten bis höchstens 39 Jahren aus, die in der Branche etwas bewegen – sei es als Mitarbeiter in einer Buchhandlung, im Verlag bei einem Dienstleistungsunternehmen oder als Selbstständige.
  • Gefragt sind Leute in Verlagen oder Buchhandlungen oder bei Dienstleistern, die mit eigenständigem Denken und Handeln Spuren hinterlassen, aber noch nicht auf der Top-Führungsebene arbeiten.
  • Selbstnominierungen und Vorschläge für Kandidaten sind gleichermaßen willkommen: Vorschläge  für den Young Excellence Award können jederzeit per E-Mail an boersenblatt@mvb-online.de eingereicht werden. Stichwort: #yeaward
  • Aus allen Vorschlägen wählt die Börsenblatt-Redaktion die Nominierten der Shortlist aus. Jeden Monat stellt das Börsenblatt in der ersten Magazin-Ausgabe und auf boersenblatt.net einen Kandidaten vor. 
  • In einer öffentlichen Wahl im September ist die gesamte Buchbranche dazu augerufen, auf boersenblatt.net den Preisträger oder die Preisträgerin zu bestimmen. Der Sieger wird zur Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.

Das gibt es zu gewinnen

  • Alle Kandidaten auf der Shortlist erhalten exklusive Tickets für den "Business Club" der Frankfurter Buchmesse.
  • Der Gewinner kann mit einem Bildungsgutschein in Höhe von 1.000 Euro Fort- und Weiterbildungen auf dem mediacampus frankfurt besuchen.
  • Der Gewinner erhält eine Eintrittskarte für die future!publish 2020, inklusive Anreise und Hotelunterkunft.
  • Neben einem E-Paper-Jahresabo des Börsenblatts winkt dem Sieger oder der Siegerin außerdem ein Glaspokal als Trophäe.

Hier gibt es mehr Informationen zum Börsenblatt Young Excellence Award.

Schlagworte:

0 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Informationen zum Kommentieren

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

  • Mein Kommentar

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

    (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
    CAPTCHA image
    Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

    * Pflichtfeld