Antiquariat

Varia Antiquaria 130

21. Antiquariats-Messe Zürich und ein neues Buch über den Antiquar und Kunsthändler Paul Graupe. Neuigkeiten für Antiquare und Büchersammler.

Am Sonntagabend ging die 21. Antiquariats-Messe Zürich zu Ende. In diesem Jahr beteiligten sich daran 32 Aussteller, darunter als Neuling Raphaël Lévy (Zürich). Auf besonderes Interesse der Messebesucher stieß nicht zuletzt das Angebot von Daniel Thierstein (Bern), der umfangreiches Archivmaterial des Berliner Avantgarde Verlags "edition et" mitgebracht hatte und dazu auch einen reich bebilderten Katalog vorgelegt hat (163 S.; Schutzgebühr 25 Schweizer Franken). Die "edition et" publizierte zwischen 1966 und 1968 Anthologien mit Werken von Künstlern im Umfeld unter anderem von Fluxus, Konzeptkunst, Konkreter Poesie und Wiener Aktionismus.

Einen sehr viel düstereren Eindruck als der Verfasser dieser Zeilen, der am Samstagnachmittag als Besucher in Zürich war, hat der PR-Berater Klaus J. Stöhlker von der Messe mitgenommen. Stöhlker urteilt unter der Überschrift "Ratlose Antiquare": "Ein traditionelles Geschäftsmodell erodiert in rasendem Tempo, Kundschaft schwindet und chronische Ratlosigkeit beherrscht die Szene. Wo in früheren Jahren die Bibliophilen unterschiedlichen Alters in regen Gesprächen fachsimpelten und die Verkaufenden in interessante Gespräche rund um das Buch verwickelten, herrscht heute ein tiefes Schweigen. Die Messefeierlichkeiten rund um das geschriebene Wort fanden ohne Publikum im eigenen Kreis statt. Umsätze sinken bei dramatisch steigendem Durchschnittsalter der Besucher." (der vollständige Beitrag Stöhlkers steht hier)

Im nächsten Jahr wird die Antiquariats-Messe Zürich wieder im Kunsthaus stattfinden, aber wegen Umbauarbeiten unter etwas veränderten räumlichen Gegebenheiten (so voraussichtlich auch noch 2018).

Der Böhlau Verlag hat kürzlich ein lesenswertes Buch von Patrick Golenia, Kristina Kratz-Kessemeier und Isabelle Le Masne de Chermont über Paul Graupe (1881–1953) veröffentlicht (siehe hier und die Leseprobe hier). Graupe als "Berliner Kunsthändler" zu bezeichnen, wie es die Publikation im Untertitel tut, greift doch etwas zu kurz; er war ja auch ein sehr bedeutender Antiquar, und zumindest eingangs kommt das Antiquariat in dem neuen Buch auch vor (recht knapp). Eine Besprechung in "Aus dem Antiquariat" folgt.

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