Antiquariat

Abebooks: Rückzug vom Rückzug

Die Antiquariatsplattform Abebooks revidiert offenbar die Entscheidung, sich unter anderem aus Russland, Südkorea, der Tschechischen Republik und Ungarn zurückziehen. Proteste des internationalen Antiquariatshandels erfolgreich.

Weit über 500 Antiquare in 26 Ländern hatten, wie berichtet, aus Protest gegen die Abebooks-Entscheidung ihre Buchbestände auf der Plattform befristet "on vacation" gestellt – eine bislang einmalige konzertierte Aktion, die auf eine Initiative des britischen Antiquars Simon Beattie zurückgeht (ein boersenblatt.net-Interview mit Beattie vom Februar 2015 findet sich hier).

Eine Bestätigung oder Stellungnahme von Abebooks, einem seit einem Jahrzehnt zu Amazon gehörenden Unternehmen, liegt bislang nicht vor.

In einer heute verschickten Presseerklärung der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB), die sich in der Angelegenheit sehr engagiert hat, heißt es: "In a meeting on 7th November 2018 between ILAB and AbeBooks, an agreement was reached to reinstate the affected booksellers by allowing to trade under current conditions until 31st December 2018 and offering a solution to trade beyond that time indefinitely."

ILAB-Präsidentin Sally Burdon schreibt außerdem in einer Mitglieder-Rund-E-Mail: "Dear Colleagues, it is with great pleasure I report to you that the booksellers in the Czech Republic, Hungary, Russia and South Korea will be able to continue to trade on ABE Books into the future if they wish to. They will not be cut off this month nor in the future. AbeBooks assured us that none of the booksellers, neither ILAB members or others will have to stop trading on ABE."

In einem Bericht in der "New York Times" (hier) wird der kalifornische Antiquar Scott Brown (Eureka Books) mit einer persönlichen Schlussfolgerung zitiert, die sich vermutlich viele Antiquarinnen und Antiquare in den kommenden Wochen und Monaten zu Eigen machen werden: "We need to spend more time focusing our energies on our own business outside of the Amazon ecosphere."

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1 Kommentar/e

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  • Erwin Koriander

    Erwin Koriander

    Warum sollte Abebooks die ungarischen ( etc. ) Händler auch nicht weiter auf der Plattform Bücher anbieten lassen? Ich halte die ganze Geschichte für ein Mißverständnis. Es ist den Servern dieser Welt vollkommen egal woher der Anbieter kommt, oder nicht? Wurden im Internet Grenzkontrollen eingeführt? Meines Wissens nach ( zumindest mehrheitlich ) nicht.

    Was sich wohl ändern wird, das wird die Betreuung in der jeweiligen Landessprache sein. Aber ist das heutzutage ein Problem?

    Die Redaktion dieser Seite hier setzt den Lesern doch auch englischsprachige Texte vor die Nase. Warum sollen dann die Anbieter aus den "betroffenen Ländern" nicht auch in englischer Sprache mit Abebooks kommunizieren.

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