Augsburger Theaterdrama

Anonyme plakatieren Buchhandlung zu

Boykottaufrufe gegen die Buchhandlung, eine Schule kündigt das Schulbuchgeschäft auf und eine Intendantin den Literarischen Salon: Weil Sortimenter Kurt Idrizovic Einsparpotenzial bei der Stadttheatersanierung sieht, machen einige Augsburger massiv gegen ihn mobil.

Die Frage, die Kurt Idrizovic stellt, ist eine zunächst offene: "Sind Sie dafür, dass die Stadt Augsburg die Sanierung des Theaters trotz angespannter Haushaltslage über Neuverschuldung finanziert?" Mit 300 Millionen Euro sei die Stadt Augsburg bereits verschuldet, weitere 70 Millionen für die geplante Sanierung "bringen die Gefahr mit sich, dass die Stadt handlungsunfähig wird", bilanziert der Inhaber der Buchhandlung am Obstmarkt. Er gehört zur Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg, die seit Anfang April Unterschriften für ein Bürgerbegehren mit der eingangs gestellten Frage sammelt: "Wir wollen die Bürger einfach fragen, ob sie die Neuverschuldung wollen oder nicht - in einem Fall hat der Magistrat ein rückenstärkendes Mandat, im anderen Fall müssten die Planungen nach Einsparpotenzialen überprüft werden."

Der Buchhändler ist in Augsburg kein Unbekannter und kennt sich auch in Sachen Bürgerbegehren aus: 2005 hatte er eines für die neue Stadtbücherei initiiert, mit Erfolg. Heute sind alle auf den Neubau stolz, Idrizovic engagiert sich im Vorstand des Freundeskreises der Stadtbibliothek wie im kulturellen Leben der Stadt mit Brecht-Führungen und zahlreichen anderen Aktivitäten wie dem monatlichen Literarischen Salon im Stadttheater.

Vielleicht gerade deshalb, weil er bekannt ist, schießen sich einige Augsburger auf ihn ein. "Man kann streiten, man soll unbedingt Argumente austauschen, aber was ich Moment hier erlebe, zielt sehr darauf ab, mich wirtschaftlich zu schädigen - und das verstehe ich einfach nicht", bedauert Idrizovic die Entwicklungen.

"Möglicherweise weil durch das Bürgerbegehren nun nach und nach viele Informationen zur Sanierung publik werden, wird nun kolportiert, wir wären gegen eine Sanierung des Theaters - aber das stimmt ja gar nicht", stellt Idrizovic klar. "Wir plädieren nur dafür, die Sanierung eine Nummer kleiner durchzuführen." Mitarbeiter des Theaters hingegen sahen durch das Bürgerbegehren ihre Arbeitsplätze gefährdet; der Buchhändler erhielt Post:

"Die von Ihnen mit initiierte Unterschriftensammlung für einen Bürgerentscheid hat bei den Mitarbeitern des Theaters zu völligem Unverständnis geführt. Da eine weitere Zusammenarbeit dem Ensemble nicht mehr vermittelbar ist, sieht sich die Theaterleitung veranlasst, diese mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres auszusetzen. Dies betrifft insbesondere auch die Durchführung des Literarischen Salons im Theater", schrieben die Intendantin Juliane Votteler und der kaufmännische Direktor Steffen Rohr und beendeten die Zusammenarbeit mit der Buchhandlung. Davon ist auch der Theatershop betroffen, wo die Buchhandlung  im Theater vor Aufführungen Bücher im Zusammenhang mit auf dem Spielplan stehenden Stücken anbot.

Kurze Zeit später fühlte sich eine private Schule unter städtischer Trägerschaft berufen, öffentlichkeitswirksam einzugreifen: Sie kündigte die Belieferung im Schulbuchgeschäft mit der Buchhandlung auf und will woanders bestellen. Die Begründung: Die Kulturarbeit der Schule würde eingeschränkt, wenn die Schüler künftig nicht mehr ins Theater gehen könnten. "Da hat die Behauptung verfangen, wir wollten das Theater abschaffen, was wir gar nicht wollen - ich bin ratlos, sagt Idrizovic. "Inzwischen ist dann immer häufiger von ,der Buchhändler' die Rede, da wird plötzlich ein ganzer Berufsstand verunglimpft."

Trauriger Höhepunkt der Auseinandersetzungen ist, dass am Freitag die Schaufenster der Buchhandlung am Obstmarkt zuplakatiert worden; anonym zwar, aber die Wortwahl lässt auf dramaturgisch erfahrene Gegner schließen. "'Jede Stadt sagt: Lasst uns die Starken aus unserer Mitte vertreiben" - Bert Brecht" oder "'Niemand hat die Absicht, das Theater zu schließen', sagte der Staatsratsvorsitzende der ehemaligen DDR, Walter Ulbricht? Nein, Kurt Idrizovic, Theatersanierungsgegner". Diese und weitere Plakate klebten zusätzlich an rund 200 Bushaltestellen in Augsburg, wonach die Stadtwerke in der Buchhandlung anriefen: "Ich habe dann erst mal aufgeklärt, dass ich nicht der Unterzeichner, sondern der Geschmähte bin und keinesfalls für die Reinigungskosten aufkommen werde - die Täter sind bislang anonym."

Sich kulturpolitisch zu engagieren, stehe eigentlich gerade Buchhändlern gut an, findet Idrizovic und hat ja auch schon viele positive Erfahrungen gemacht. Nach den jüngsten Erlebnissen jedoch ist er sehr nachdenklich geworden: "Wenn die Auseinandersetzungen die Sachebene verlassen und auf wirtschaftliche Schädigungen zielen, wenn es Boykottaufrufe gibt, man solle nicht mehr in der Buchhandlung kaufen, dann macht mich das mehr als betroffen." Gerade mit Blick auf das Schulbuchgeschäft, das ein Viertel seines Umsatzes ausmacht, hofft er, dass andere Schulen nicht nachziehen und gerade die städtischen Träger neutral bleiben. "Es ja ein ganz legitimes Mittel, eine Überprüfung anzuregen, ob die Sanierung auch mit  weniger als 70 Millionen Euro zu bewerkstelligen ist." Idrizovic kämpft: "Ich werd's schon durchstehen."

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10 Kommentar/e

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  • Martina Bergmann

    Martina Bergmann

    Ein mutiger und aufrechter Kollege. Ich wünsche ihm Nerven und Freunde.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Wo bleibt das Recht der freien Meinungsäußerung in unserer Demokratie?
    Die Buchhandlung am Obstmarkt in Augsburg wollte sicher nur mal etwas
    zum Thema Theatersanierung beisteuern.
    Die Situation hat sich jetzt zu einem Boykottaufruf (also man soll jetzt nicht
    mehr in dieser Buchhandlung einkaufen) entwickelt.
    Und dies war in dem Ausmaß des Geschehens nicht absehbar.
    In dieser Art und Weise wird die Buchhandlung praktisch geschädigt.
    So eine Taktik ist dann auch nicht zu vertreten.
    Letztendlich ist doch da das kulturelle Leben in Augsburg dann gefährdet,
    denn Buchhandel und Theater sind doch in einer Stadt immer eine gute
    Verbindung und geben auch literarische Impulse, die nur förderlich
    auch für die Kunst und das kulturelle Leben in Augsburg sind.
    Man sollte jetzt deshalb in Augsburg mehr Klarheit schaffen, denn eine
    richtige Darstellung der Dinge bringt auch eine neue Sehweise dieser
    doch jetzt sehr schnellen Aktionen.
    Und wichtig wäre, dass dann wieder eine Beruhigung der Sachlage
    möglich sein sollte.

  • augsburger

    augsburger

    Wann und wo liegen denn die unterschriftslisten aus?

  • Auch ein Augsburger

    Auch ein Augsburger

    In Zeiten, in denen Fundraising für Kultur eh schon schwer ist, provoziert allein Idrizovics Frage schon die Gemüter - sicher. Wenn man das Augsburger Theater kennt und weiß, wie schwer es ist, Gelder locker zu machen, da ist nachvollziehbar, dass das Theater sich denkt "lieber gleich mal auf Vorrat sanieren - wer weiß, wanns wieder Kohle gibt?" Und wenn man den baulichen Zustand heute betrachtet, dann kann man den Standpunkt nachvollziehen. ABER: Wenn man weiß, das öffentliche Projekte eh immer finanziell aus dem Ruder laufen, dann wäre es vielleicht nicht schlecht, wenigstens von einem bescheideneren Startpunkt aus loszulegen? Es kommt es wieder teurer als gedacht. Und über unsere brachliegende Komödie in der Altstadt ist da noch nicht einmal geredet...

  • Ric

    Ric

    Ich kann solchen Vandalismus nicht nachvollziehen und schon gar nicht entschuldigen.

    Was ich aber inhaltlich nachvollziehen kann ist Ärger über dieses Bürgerbegehren.

    Denn die Fragestellung, das sei hier einmal angemerkt, lautet ganz konkret:

    „Sind Sie dafür, dass die Stadt Augsburg die Sanierung des Theaters trotz angespannter Haushaltslage über Neuverschuldung finanziert?“

    Sollten es zu einem Bürgerentscheid kommen und eine Mehrheit mit "Nein" stimmen, dann ist eben gerade nicht nur die städtische Planung, die Herr I. kritisiert, vom Tisch - sondern jegliche Sanierung. Denn der Haushalt der Stadt Augsburg ist chronisch defizitär, kein Euro Sanierung - nicht einmal für neue Seifenspender in den Toiletten überspitzt gesagt - ist ohne Neuverschuldung möglich.

    Wenn ich nun lese "Wir plädieren nur dafür, die Sanierung eine Nummer kleiner durchzuführen." dann kann ich dazu nur sagen "Dann hätten Sie die Fragestellung anders formulieren müssen, mit dem vorliegenden Bürgerbegehren würden Sie nämlich nicht nur eine Ihrer Meinung nach zu umfangreiche Sanierung verhindern, sondern jegliche Sanierung, da es ohne Neuverschuldung nicht geht - die Stadt Augsburg hat keine Rücklagen, keine Überschüsse und der Freistaat Bayern mag Zuschüsse geben, wird aber definitiv kein Kommunaltheater zu 100 % oder auch nur größtenteils sanieren. Schon weil dies einen "Präzedenzfall" schaffen und in Zukunft alle Kommunen solch eine Sanierung auf Staatskosten verlangen würden.".

    Inhaltliche Kritik muss sich Herr I. in meinen Augen schlicht gefallen lassen. Aber ohne ihn wirtschaftlich zu schädigen, ohne mit unerlaubten Plakaten Sachbeschädigung zu betreiben und dergleichen.

    Das sind zwei Dinge die man hier eindeutig trennen muss. Nun aus Solidarität mit Herrn I. - und verständlicher Empörung über die persönlichen Angriffe gegen ihn - auch gleich das Bürgerbegehren zu unterstützen halte ich nicht unbedingt für geboten. Sachlich bin ich eindeutig ein Gegner von Herrn I. und seinen Mitstreitern bzgl. des Bürgerbegehrens. Und dennoch werde ich auch in Zukunft gerne in der Buchhandlung am Obstmarkt einkaufen, denn ein toller Buchladen bleibt ein toller Buchladen. Und ein zutiefst marodes Theater bleibt auch ein zutiefst marodes Theater wenn einen ein hoher Baukostenvoranschlag erstmal von den Socken hauen mag.

    Allen sei daher geraten sachlicher und mit kühlerem Kopf an das Thema zu gehen.

    Meine Meinung.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    @Ric
    Besten Dank für Ihren Kommentar und die Darstellung der Fakten.
    Ich bin, wie Sie, auich dafür, dass man zu einer genauen Sachlichkeit
    zurückkehrt.
    Wie wäre es, z. B. mit einem ,Runden Tisch`, denn eine Aussprache
    zur aktuellen Lage wäre sicher angebracht.
    Aber ich bin auch dagegen, dass man so auf diese Buchhandlung
    einfährt (mit Plakaten die Schaufenster zukleben und dann auch noch
    zum Boykott aufrufen - eine Schule bestellt schon keine Bücher mehr -).
    Und es wäre vielleicht besser, wenn man vor solchen schnellen Aktionen
    einmal nachdenken würde.
    Man hätte sich da vielleicht schon vorher zusammensetzen sollen und
    darüber auch mit Bürgern sprechen sollen.
    Lösungen gibt es sicher noch, aber nicht in der Art, dass man in einer
    solchen Weise gegen eine Buchhandlung sich da austobt.
    Man sollte jetzt wieder mal sozusagen ,die Kirche im Dorf lassen` und
    mit Vernunft unter Einbeziehung der maßgeblichen Leute einfach
    sachlich miteinander sprechen. - Dies wäre doch ein guter Schritt - .
    Nur sollten dazu auch alle bereit sein und ohne Vorurteile darüber
    sich mit Geduld und Überlegung sachlich zuammen reden und
    ihre Vorstellungen austauschen. Dies macht vielleicht mehr Sinn,
    als weiterhin auf der ganzen Linie da zu boykottieren.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Es wäre nur von Vorteil, wenn sich hier noch einige bei dieser Diskussion
    beteiligen würden.
    Vor allem bei diesen wichtigen Fragen sollten sich auch noch Kollegen/innen
    aus dem Buchhandel zu Wort melden.
    So wie es doch gerade aussieht, ist die Situation in Augsburg in Beziehung um
    die Buchhandlung am Obstmarkt angespannt.
    Es darf und soll aber nicht sein, dass der Boykott noch länger andauert und so
    die Existenz der Buchhandlung am Obstmarkt gefährdet ist.
    Da werden doch langsam auch Grenzen überschritten, die man sicher besser
    vor solchen Aktionen (das Bekleben der Schaufenster der Buchahndlung
    kommt noch dazu) in einem schon von mir vorgschlagenen ,Runden Tisch`
    hätte besprochen werden können.
    Es ist doch so, dass man wieder hoffentlich bald zu einer spannungsfreien
    Situation in Augsburg zurückkehren sollte.
    Und deshalb wäre doch so ein ,Runder Tisch` von großer Bedeutung, weil
    man da einmal auch verschiedene Gruppen und auch Bürger von Augsburg
    zur Sache dann hören könnte. Zudem wäre es in erster Linie auch wichtig,
    dass der Buchhandlung am Obstmarkt so auch eine normale Chance
    gegeben werden kann, noch einmal Stellung zu nehmen.
    Und dann gibt es doch auch eine klare Ansage, die nach Vernunft gestaltet
    ist und wo man dann erkennt, wie man Lösungen sehen kann und was da
    möglich ist.
    Jedenfalls hoffe ich sehr und es wäre zu wünschen, dass es für alle Be-
    teiligten in Augsburg einen sogenannten ,Runden Tisch` geben könnte.
    Dadurch verspreche ich mir gangbare Wege, die jetzt aus dieser engen
    Schiene herausführen könnten. Und dazu bedarf es Mut und auch eine
    Bereitschaft von vielen Seiten. Und wenn auch noch ein oder zwei
    Vertreter der Stadt Augsburg dabei sind, also alle an einem Strang ziehen,
    können Möglichkeiten ausgeschöpft und auch die Faktenlage noch einmal
    gut angegangen werden. So gesehen könnte ein ,Runder Tisch` doch
    Chancen zu einer sinnvollen Verständigung bieten und auch manche
    Stimmen gehört werden. Es ist daher jetzt ein Miteinander gefragt um eben
    sich auch in Fragen näher zu kommen und auszutauschen.

  • Aron Stiehl

    Aron Stiehl

    Wer Arbeitsplätze gefährdet und mit billigem Populismus Stimmen sammelt gegen das Theater - ohne eine eigene wirkliche Alternative zu bieten, muß sich nicht wundern, wenn sich die betroffenen Menschen wehren. Und die Plakataktion ist weder rassistisch noch hetzerisch. Im Gegenteil, sie ist sogar sehr intelligent. Chapeau!
    Mein Arbeitsplatz wird durch diesen Herrn auch gefährdet. Warum sollte ich weiter bei ihm einkaufen? Warum ihn empfehlen? Wir leben in einem freien Land - es gibt genug Buchhandlungen, welche sich für das Theater einsetzen und es nicht gefährden.
    Heute kam in der Fußgängerzone bei einer Diskussion mit den Beteiligten gleich die unterste Schublade: "Das ist ja so wie: Kauft nicht bei Juden!". Man gefällt sich also in der Opferrolle und treibt andere mit anderer Meinung mit diesem Totschlagargument sofort in eine bestimmte Ecke.
    Anscheinend ist den Beteiligten nicht klar, daß "Kauft nicht bei Juden!" einen etwas anderen Hintergrund hatte: Antisemitismus der braunen, faschistischen Banden. Es ging gegen eine Religion, gegen eine Kultur, gegen ein Volk. "Kauft nicht bei Juden!", ist Ideologie schlimmster Sorte, welches die eigenen Landsleute ausgrenzte. Wenn man diesen Satz in einem anderen Zusammenhang gebraucht, relativiert man. Und macht die Verbrechen der Nazis automatisch kleiner. Anscheinend brauchen die Initiatoren diese Relativierungen, da sie keine wirklichen Argumente haben. Anscheinend müssen sie Menschen mit anderer Meinung diskreditieren, um selbst (vermeintlich) besser dazustehen.
    Wer so aggressiv auftritt wie Herr Idrizovic und Co. und die Schließung des Theaters Augsburg in Kauf nimmt (was die logische Schlußfolgerung seiner Unterschriftenaktion ist), darf sich nicht wundern, wenn er Widerstand bekommt. Wer eine Neiddebatte lostritt, welche provinzieller kaum sein könnte, muß sich nicht wundern, wenn die Beteiligten emotional reagieren. Andere Städte wären froh, wenn ihr Theater renoviert werden würde mit einer großzügigen Unterstützung des Landes. Das Bürgerbegehren von Herrn Idrizovic appelliert an die niederen Instinkte des Menschen. Anstatt, daß sich die Kulturschaffenden in Augsburg zusammentun, um an einem Strang gegen Kultur- und Bildungsabbau zu ziehen, sorgen die Initiatoren fahrlässig für Kulturabbau. Herr Idrizovic hat seine Bücherei in Augsburg bekommen – mit Mitteln der Stadt! Weil es eine gute Initiative war. Haben sich da andere Kulturschaffende aus Neid dagegengestemmt? Nein! Wer Wind sät...
    Ach ja, mir wurde heute gleich unterstellt, ich hätte die Plakataktion initiiert. Auch bei Verleumdungen ist man schnell, um die Diskussion nicht sachlich werden zu lassen. Ich war es - leider - nicht.

  • Thomas Voigt

    Thomas Voigt

    Nachdem ich auf familiärem Weg ein wenig Einblick in das Innere der Theaterszene gewinnen konnte, wird mir diese je länger je mehr suspekt. Meldungen wie oben stehend verstärken dieses Empfinden noch.

    Wie da bar jeder Vernunft Steuergelder in irrwitziger Höhe verbraten werden - und jede Kritik daran als kulturelle Majestätsbeleidigung abgekanzelt wird - das hat schon Qualität.

    Im Übrigen frage man mal jemand im Kleinkunstbereich Tätigen, wie schwierig es ist, für ein noch so gutes Projekt auch nur 70.000 € an Fördermitteln (1/1000stel der hier kolportierten Summe!) zu ergattern.

  • Aron Stiehl

    Aron Stiehl

    Steuergelder in irrwitziger Höhe werden verbraten? Reden Sie von der Kultur oder von der Rüstung, der Bankenrettung, der Rettung Griechenlands, des BER (Liste ließe sich endlos fortsetzen)?
    Wissen Sie, wieviel Prozent der Steuereinnahmen in der BRD für Kultur ausgegeben werden? Verschwindend gering! Die Freie Szene und alternative Kulturprojekte werden viel zu wenig unterstützt, das ist richtig. Ist das aber der Grund auf dem Niveau der AfD mit Halbwahrheiten eine Neiddebatte loszutreten und das Theater zu gefährden? Nach Etatkürzungen zu schreien wie in Karlsruhe, wo jetzt mindestens 40 Menschen arbeitslos werden? Man sollte stolz sein auf die deutsche Theaterdichte, anstatt die Schließung einzelner Theater voranzutreiben! Nur, weil man dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt, verliert man den Blick für's Ganze und greift andere Kulturschaffende an - anstatt FÜR etwas zu sein ist man GEGEN etwas. Geht FÜR die Freie Szene auf die Straße, anstatt GEGEN das Theater und seine Mitarbeiter zu schreiben.!
    Theater gehört zur Bildung unabdingbar mit dazu. Frei nach Schiller: Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.
    Das aber haben wenige dieser Theaterzerstörer begriffen, welche über ihren provinziellen Augsburger Tellerrand nicht hinausschauen können. Sie fangen die Leute mit Argumenten in der Fußgängerzone ab, wie arm doch Augsburg sei und daß viele Augsburger sich noch nicht einmal eine Heizung im Winter leisten könnten - und gefährden dabei selbst hunderte von Arbeitsplätzen - das Theater würde hingegen Unsummen verschlingen. Oder eben die arme Freie Szene. Die Krankenhäuser. Die Kitas.
    Die Diskussion ist an Peinlichkeit nicht zu toppen.

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