Bayerische Kunstförderpreise an junge Autoren

Münchner Preis-Quartett

Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle hat heute die bayerischen Kunstförderpreisträger 2015 in der Sparte Literatur bekannt gegeben. Es sind: Lilian Loke und an Barbara Yelin. Einen weiterern Preis teilen sich die Übersetzerin Silke Kleemann und der Lyriker Tobias Roth.

Die beiden Preisträgerinnen Lilian Loke und Barbara Yelin erhalten jeweils 6.000 Euro. Loke wird für ihren Debütroman "Gold in den Straßen" (Hoffmann und Campe) und Yelin für ihren Comicroman "Irmina" (Reprodukt) ausgezeichnet. Ein weiterer Preis wird auf Wunsch der Jury geteilt und an die literarische Übersetzerin Silke Kleemann für ihre Übertragungen der Werke des argentinischen Autors Ariel Magnus sowie an den Lyriker Tobias Roth für seinen Lyrikband "Aus Waben" (Berliner Verlagshaus J. Frank) vergeben. Alle Preisträger leben in München.

Zu den vier Preisträgern:

Lilian Loke, 1985 in München geboren, studierte Englische Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur. In "Gold in den Straßen" schildert sie den Erfolg und den Abstieg eines Luxusimmobilienmaklers. Die Jury würdigte den Roman vom Kaufen und Verkaufen, vom Spekulieren, Gewinnen und Verlieren als "schnell, präzise und unerbittlich erzählt". 

Barbara Yelin, 1977 in München geboren, studierte bei Anke Feuchtenberger Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. In ihrem Comic-Roman "Irmina" (2014) erzählt sie, wie eine junge Frau in den 1930er Jahren ihre Selbstverwirklichungswünsche aufgibt und zur Mitläuferin des Nationalsozialismus wird. Die Jury würdigte die "überaus gelungene, zwanglose Verbindung von individuellem Schicksal und historischem Hintergrund". Die Graphic Novel besteche auch durch "die differenzierte, ebenso einfühlsame wie kritische Darstellung der Hauptfigur". Auch in zeichnerischer Hinsicht gehöre Yelin mit ihren bei allem Detailreichtum stets skizzenhaft-dynamischen Bildern zu den größten Comic-Talenten des deutschsprachigen Raums.

Silke Kleemann, 1976 in Köln geboren, studierte Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft in Mainz/Germersheim. Seit 2000 arbeitet sie als freie Übersetzerin, Scout, Lektorin und Autorin. Mit "Ein Chinese auf dem Fahrrad" und "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering", beide erschienen bei Kiepenheuer und Witsch, hat sie gleich zwei Bücher des argentinischen Autors Ariel Magnus übersetzt. Die Jury zeigte sich beeindruckt: "An beiden Büchern lässt sich exemplarisch zeigen, welche herausfordernde Leistung Übersetzer zu vollbringen haben. Da geht es um Protagonisten, die das Spanische selbst nicht perfekt beherrschen und die durch falsche Wendungen charakterisiert werden müssen. Silke Kleemann gelingt nicht nur das, sondern sie bringt Tempo in die langen Sätze, findet eine Sprachmaske für den mündlichen Erzählton und glänzt mit Worterfindungen und Wortwitz."

Tobias Roth, 1985 in München geboren, machte sich nach seinem Studium in Freiburg i.Br. und Berlin als freier Autor, Übersetzer, Kritiker und Literaturwissenschaftler selbständig. In seinem Lyrikband "Aus Waben" (2013) widmet er sich der Gegenwartstauglichkeit von Sprachtraditionen. Die Jury lobte das Lyrikdebüt: "Tobias Roths Gedichte beziehen sich im Fluss einer gepflegten Sprache auf die europäische Tradition, insbesondere auf die Zeit der Renaissance." Roth nehme, so die Jury, "den Leser von Gedicht zu Gedicht in einen beschwörenden ruhigen Rhythmus mit", immer wieder gelängen ihm "wunderbar frische, überraschend eigenständige Fügungen."

Zum Bayerischer Kunstförderpreis:

Der Bayerische Kunstförderpreis in der Sparte Literatur soll begabte Nachwuchsautoren auf ihrem eingeschlagenen Weg bestärken und sie zur weiteren schriftstellerischen Entwicklung ermutigen. Die Preisträger müssen durch literarische Veröffentlichungen hervorgetreten sein, in Bayern wohnen und dürfen höchstens 40 Jahre alt sein. Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

Kunstminister Ludwig Spaenle wird alle Bayerischen Kunstförderpreise, die auch in den Sparten Bildende Kunst, Darstellende Kunst sowie Musik und Tanz verliehen werden, am 11. November 2015 in der Hochschule für Fernsehen und Film in München überreichen.

Schlagworte:

0 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Informationen zum Kommentieren

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

  • Mein Kommentar

    Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

    (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
    CAPTCHA image
    Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

    * Pflichtfeld