Börsenverein unterstützt Hamburger Erklärung zur Leseförderung

"Leseverständnis ist eine demokratische Kernkompetenz"

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt die von der Autorin Kirsten Boie initiierte Hamburger Erklärung "Jedes Kind muss lesen lernen!". Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis fordert die Regierung zum Handeln auf.

In einer Mitteilung sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins: "Leseverständnis ist eine unverzichtbare Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmung und somit eine Kernkompetenz für ein demokratisches Gemeinwesen. Leseförderung ist nicht nur entscheidend für die persönliche Entwicklung der Menschen, sondern auch für das Gelingen einer freien, demokratischen Gesellschaft. Als Buchbranche gestalten wir diese mit unseren Inhalten und unserer Vermittlungstätigkeit grundlegend mit. Bei unseren Aktionen zum Welttag des Buches sehen wir etwa, dass das Buch, das Buchhandlungen an eine Million Viertklässler verschenken, teilweise das erste ist, das diese lesen. Es ist alarmierend, wenn immer mehr junge Menschen nicht mehr in der Lage sind, Texte und Sinnzusammenhänge zu verstehen. Mündige Bürgerinnen und Bürger brauchen Lesekompetenz, um ihre Ansichten in den Meinungsbildungsprozess einbringen oder in Wahlen Entscheidungen treffen zu können. Wir fordern die Regierung auf, hier dringend zu handeln! Für ein Land, dessen wichtigster Rohstoff Wissen ist, muss ein funktionierendes Bildungssystem an erster Stelle stellen."

Mit zahlreichen Leseförderungsprojekten setzt sich der Börsenverein zusammen mit Buchhandlungen und Verlagen dafür ein, Kindern und Jugendlichen Lesekompetenz und Lesefreude zu vermitteln. Seit 1959 veranstaltet er den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, an dem jährlich 600.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Mit Partnern koordiniert er die Aktion Lesetüte für Erstklässler oder die bundesweiten Aktionen zum Welttag des Buches.

Die Petition kann unterzeichnet werden unter: www.change.org/p/jedes-kind-muss-lesen-lernen. Bis zum 17. August (12.08 Uhr) haben bereits über 23.460 Personen die Petition unterzeichnet, die am 15. August gestartet worden ist.

"Obwohl wir auf breite Unterstützung gehofft haben, hätten wir eine solch rasante Entwicklung nicht erwartet", freut sich Kirsten Boie in einer separaten Mitteilung über die große Resonanz. "Die Reaktion zeigt, dass wir einen Nerv getroffen haben − bei Eltern, Lehrern, Bildungswissenschaftlern, Kulturschaffenden und darüber hinaus. Der Aufschrei, der nach der Veröffentlichung der IGLU-Studie ausgeblieben ist, kommt jetzt, von Hamburg ausgehend, aus ganz Deutschland. Wir werden überrollt von Anfragen, wie unterschiedlichste Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die Erklärung über ihre Unterschrift hinaus unterstützen können und sich vernetzen können."

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1 Kommentar/e

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  • O. Orie

    O. Orie

    Endlich, endlich, endlich, das ist der Weg für eine langfristige Leserschaft. Nur wer lesen gelernt hat, der kauft auch etwas zum Lesen. Langfristiges Denken, Planen und Handeln ist hier wirklich mal gefragt. Dass die Medien nicht mehr darüber berichten, das gefällt mir noch gar nicht.

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