Christine Lavant Preis 2017

Bodo Hell ausgezeichnet

Der österreichische Schriftsteller und Filmemacher Bodo Hell erhält für sein Werk den Christine Lavant Preis 2017 mit einer Preissumme von 15.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 12. November in Wien statt.

Bodo Hell auf der Grafenbergalm

Bodo Hell auf der Grafenbergalm © Norbert Mayr

"Mit Bodo Hell würdigt die Internationale Christine Lavant Gesellschaft einen herausragenden Schriftsteller, der in vielen Bereichen seiner künstlerischen Arbeit Maßstäbe gesetzt hat", sagt Klaus Amann, der Vorsitzende des Beirats. "Bodo Hells Literatur handelt von der Stadt, vom Land, von den Bergen und wie der Mensch diese Räume auch sprachlich erobert und befestigt. Dazu ist ihm jedes Mittel recht und er verfügt über gute Voraussetzungen: Er ist wach, alert, aufmerksam und wissbegierig und er legt große Strecken zu Fuß zurück. So bleibt er in Verbindung mit der Realität. Die Fakten interessieren ihn. Er hört, er schaut, er riecht, er schmeckt, er schult seine Sinne, recherchiert, studiert, lernt unablässig. Er liest die Welt und berichtet darüber als Dichter. Das heißt er arbeitet mit und in der Sprache." Das Interesse am Leben und an der Arbeit der einfachen Menschen und das scharfe Auge für das Heilige und das Profane verbinde Bodo Hell mit Christine Lavant.

Bodo Hell, geboren 1943 in Salzburg, studierte am Salzburger Mozarteum Orgel, an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien Film und Fernsehen, sowie an der Universität Wien Philosophie, Germanistik und Geschichte. Er lebt in Wien und am Dachstein, wo er seit Jahrzehnten im Sommer eine Alm bewirtschaftet. Zuletzt erschien von Hell im Literaturverlag Droschl "Ritus und Rita" (2017).

Zum Preis

Die Auszeichnung wurde erstmals im vergangenen Jahr vergeben. Ins Leben gerufen wurde er von der 2015 gegründeten Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, um an die Autorin Christine Lavant zu erinnern. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – "einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen", formuliert die Gesellschaft.

Der Preis wird auf Vorschlag des international besetzten Literarischen Beirats an Personen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben und die bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden.

Dem Beirat gehören derzeit Friederike Mayröcker, die erste Preisträgerin Kathrin Schmidt, die Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Daniela Strigl, der Professor an der Hochschule der Künste Bern und Mitglied des Literaturclubs des Schweizerischen Fernsehens Thomas Strässle an. Weiter Karl Wagner, zuletzt Germanistikprofessor an der Universität Zürich, und Klaus Amann, der Gründer und langjährige Leiter des Musil-­Instituts der Universität Klagenfurt und Lavant-Herausgeber.

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