Dharma-Buchladen in Berlin

Nachfolge scheiterte an saftiger Mietpreiserhöhung

Der Dharma-Buchhandlung in Berlin-Tempelhof steht seit 36 Jahren für die Themen Pyschologie, Spiritualität und Weltreligionen. Geschäftsführer Fritz Steinschulte (67) hatte bereits eine Nachfolgerin gefunden. Doch der Vertrag scheiterte an einer angekündigten Mietpreiserhöhung durch den Vermieter.

Dharma Buchladen in Berlin

Dharma Buchladen in Berlin © privat

Der Mietvertrag lief aus, Geschäftsführer Fritz Steinschulte war sich, wie er gegenüber boersenblatt.net berichtet, bereits mit einer potentiellen Nachfolgerin einig geworden. Letztlich scheiterte die Übernahme dann aber am Wunsch des Vermieters, den Mietpreis künftig zu erhöhen. Das berichtet der Buchhändler. Der Vorgang ist keine Ausnahme im Kiez.

Gentrifizierung im Kiez: Explodierende Mietpreise

Statt bisher 20 Euro pro Quadratmeter sollten laut Dharma-Geschäftsführer Steinschulte künftig 30 gezahlt werden. Bei einer Ladenfläche von 170 Quadratmetern bedeutet das Mehrkosten von über 20.000 Euro pro Jahr. Die Nachfolgerin passte. Stattdessen erweitert ein Restaurant seine Fläche. Für Steinschulte ein Unding. „Das ganze Viertel entwickelt sich zu einer Touristenmeile“, klagt er. Das Dharma werde fehlen, schließlich sei der Buchladen mit seiner speziellen Ausrichtung weit über die Grenzen der Stadt bekannt. Noch einen Gastronomiebetrieb brauche es in der Akazienstraße und im Kiez nicht, die angestammten Einzelhändler könnten dort die steigenden Mietpreise nicht tragen, ihm seien Geschäfte bekannt, die innerhalb weniger Jahre eine Verdoppelung der Miete tragen oder weichen mussten. „Die Kultur wird platt gemacht“, fürchtet der Buchhändler.

Im Dharma-Buchladen läuft derzeit der Ausverkauf. Bücher, Möbel, alles muss raus. Am 26. Januar ist Schluss. „Unser Antiquariat und der Onlineshop laufen weiter, bis wir uns von den Restbeständen getrennt haben“, kündigt Steinschulte an. Er hofft, einen Käufer zu finden.

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