Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis an türkische Autorin

Alexander Skipis hält Laudatio auf Aslı Erdoğan

Am 22. September findet die Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises an Aslı Erdoğan in Osnabrück statt − nach aktuellem Stand kann die Autorin dafür nicht aus der Türkei ausreisen. Auf ihren besonderen Wunsch hin, wurde Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, als Laudator benannt.

Die Preisverleihung findet mit einem Festakt im Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück statt. Alexander Skipis wurde auf besonderen Wunsch von Aslı Erdoğan als Laudator benannt. Nach momentanem Stand wird die Autorin nicht für die Preisverleihung aus der Türkei ausreisen dürfen, teilt der Börsenverein weiter mit. Zwar wurde das Ausreiseverbot gegen sie aufgehoben, sie erhält aber ihren Reisepass nicht zurück.

 

Appell an die türkische Regierung

"Ich fühle mich geehrt, die Laudatio auf eine mutige Kämpferin für die Freiheit des Wortes wie Aslı Erdoğan halten zu dürfen", sagt Alexander Skipis: "Mit ihrem unnachgiebigen Einsatz für ihr Recht, ihre Meinung zu äußern, zeigt sie uns, wie wichtig es ist, täglich von unseren demokratischen Grundrechten Gebrauch zu machen. Sie ist uns ein Vorbild darin, auch in den schwierigsten Verhältnissen Haltung zu zeigen und für die Werte einer freien Gesellschaft einzutreten. Schicksale wie das ihre dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Mit nicht nachlassender Härte geht die türkische Regierung gegen kritische Autoren, Journalisten und Kulturschaffende vor, gegen türkische und inzwischen auch die anderer Nationalitäten. Wir fordern die türkische Regierung auf, die Repressalien gegen Aslı Erdoğan und alle inhaftierten oder verfolgten Medien- und Kulturschaffende umgehend zu beenden. Außerdem appellieren wir an die türkischen Behörden, Aslı Erdoğan die notwendigen Papiere für die Ausreise auszustellen, um ihr eine Teilnahme an der Preisverleihung zu ermöglichen."

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins setzt sich seit langem für den Fall Aslı Erdoğan und für die Meinungsfreiheit in der Türkei ein. Im November 2016 organisierte er zusammen mit Autoren und Verlegern eine Mahnwache vor dem Gefängnis in Istanbul, in dem die Autorin bis Ende 2016 inhaftiert war. Rund 140.000 Menschen haben die Petition #FreeWordsTurkey unterzeichnet, mit der der Börsenverein, das PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen die Bundesregierung und die EU-Kommission auffordern, die Politik des Zuschauens zu beenden und die Meinungsfreiheit in der Türkei entschieden zu verteidigen. Darüber hinaus gründete Alexander Skipis mit anderen Organisationen die "Free Word Alliance", um gemeinsam für verfolgte und bedrohte Medien- und Kulturschaffende einzutreten und der Meinungsfreiheit eine starke Stimme zu verleihen, so die Presseinformation des Börsenvereins.

Weitere Informationen zum Preis und zur Verleihung unter: www.osnabrueck.de/friedenspreis/start.html

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