Frankfurter Buchmesse

Spanien ist 2021 Gastland

Die Frankfurter Buchmesse und das spanische Ministerium für Bildung, Kultur und Sport haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um den Auftritt Spaniens als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) vorzubereiten. Damit wäre Spanien 30 Jahre nach seinem letzten Ehrengastauftritt erneut in Frankfurt präsent.

In der spanischen Buchhandlung Casa del Libre

In der spanischen Buchhandlung Casa del Libre © Ekko von Schwichow

„Spanien durchlebt derzeit – wie viele andere Länder Europas – sehr bewegte Zeiten, in denen wir politische Spannungen und ein Auseinanderdriften der Perspektiven beobachten”, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, bei der Unterzeichnung im Beisein des spanischen Verlegerverbandes. „Kulturschaffende und Literaten stehen vor der besonderen Herausforderung, diese Zeiten nicht nur auszuleuchten und zu dokumentieren, sondern auch konstruktiv umzudeuten und Brücken zu bauen.”

Die weltweite Resonanz der Frankfurter Buchmesse möchten der spanische Verlegerband und das Kulturministerium 2021 dazu nutzen, neue Einblicke in die kulturelle Landschaft Spaniens und ihre wichtigsten Teilbereiche zu vermitteln. Dabei sollen die Vielfalt und die Innovation in der Kultur- und Kreativbranche eine zentrale Rolle spielen. Neben der klassischen Buchbranche wollen sich auch Teilnehmer anderer Branchen – visuelle Künste, Kulturerbe, Film, Fernsehen, Radio, Musik, Games, Gastronomie etc. – präsentieren.

Der Ehrengastauftritt knüpft an das Leseförderungsprogramm 2017-2020 an, das unter dem Motto „Leer te da vidas extra” („Lesen schenkt dir mehrere Leben“) vom Secretaría de Estado de Cultura im Mai dieses Jahres verabschiedet wurde sowie an das „Kulturprogramm 2020“, dessen übergeordnetes Ziel die Verbreitung der Kultur Spaniens im internationalen Rahmen ist.

Seit dem letzten Auftritt Spaniens als Ehrengast im Jahr 1991 hat die spanische Buchbranche einen  Wandel durchlebt, der sich durch eine neue kulturelle Vielfalt auszeichnet. Mit durchschnittlich 80.000 Neuerscheinungen pro Jahr positioniert sich Spanien außerdem als eines der Länder mit der größten Buchproduktion weltweit.

Die Buchbranche ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Triebfedern innerhalb des spanischen Kultursektors. Laut dem vom Ministerium für Bildung, Kultur und Sport veröffentlichten „Jahrbuch für Kulturstatistik 2016“ trug die Buch- und Presseverlagsbranche im Jahr 2014 0,9 % zum Gesamtbruttoinlandsprodukt sowie 34,1% zum Gesamtbruttoinlandsprodukt der Kulturwirtschaft bei. Somit ist das Verlagswesen die wichtigste Kulturindustrie Spaniens - und ein starker Jobmotor: 2015 arbeiteten 515.000 Personen in der Branche, darunter waren 49.500 (9,6%) im Verlagswesen (Buch, Presse und sonstige) beschäftigt. 


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