Interview zu VLB-TIX mit Solveig Faust, Beuth Verlag

"Wichtig ist, wie wir unsere Buchhandelskunden am besten erreichen"

Der Beuth Verlag hat seine Kunden nach ihrer Nutzung von VLB-TIX gefragt. Das Ergebnis: 85 Prozent nutzen die Bestellplattform nicht. Beuth bleibt deshalb bei gedruckten Vorschauen, Solveig Faust, Teamleiterin Buchhandel/ Nationales Partnermanagement bei Beuth, erklärt die Entscheidungsfindung.

Solveig Faust, Beuth Verlag

Solveig Faust, Beuth Verlag © Beuth Verlag

Der Beuth Verlag bleibt momentan noch bei seiner Printvorschau und nutzt VLB-TIX nicht. Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?
Wir haben uns entschieden, unseren Buchhandelspartnern die Art von Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen, die sie derzeit nutzen und brauchen. Deshalb haben wir im ersten Quartal 2018 eine Telefon-Umfrage mit 120 Kunden initiiert, deren Ergebnis ein eindeutiges Votum pro Printvorschau war. Vorausgegangen waren in den letzten zwei, drei Jahren viele persönliche Gespräche bei Key-Account-Besuchen und auf der Frankfurter Buchmesse. Denn natürlich haben wir von Anbeginn mit Interesse die Entwicklung von VLB-TIX verfolgt und uns immer wieder gefragt, welche Möglichkeiten uns diese Plattform als Fachverlag bietet und ob unsere Kunden Vorteile haben, wenn sie Titel des Beuth Verlages über VLB-TIX bestellen. 

Sie haben Ihre Kunden zu VLB-TIX und den Printvorschauen befragt – mit welchem Ergebnis?
85 Prozent der 120  befragten Kunden nutzen VLB TIX  als Bestellplattform nicht. Fast 70 Prozent arbeiten dagegen mit unserer Verlagsvorschau. Diese ist vor  allem als Informationsmittel wichtig. Bestellt wird in vielen Buchhandlungen dann über ein Warenwirtschaftssystem. Für die Beuth Produkte gilt aber auch, dass der Umsatz im Buchhandel vor allem durch Kundenbestellungen generiert wird. Unsere spezialisierten Fachpublikationen stehen in der Regel nicht als „Stapeltitel“ im Regal. Die Vorschauen werden oft an Kunden wie Ingenieurbüros, Bibliotheken oder Behörden weitergegeben, die dann die Bestellungen im Buchhandel auslösen. Auch von diesen Kunden, so berichteten es viele Buchhändler im Gespräch, kommen positive Rückmeldungen zur Printvorschau. Insgesamt waren wir überrascht, dass sich alle Buchhändler Zeit für die Umfrage genommen haben. Dadurch kam es zu vielen persönlichen Gesprächen und oft gab es auch eine ganzheitliche Bewertung zu Betreuung, Produkten und  Werbemitteln. Das hat uns gefreut.

Wie haben die Kunden argumentiert?
Den meisten Buchhändlern war es wichtig, neben den Unmengen von online-Informationen ein ansprechend gestaltetes Arbeitsmittel zur Verfügung zu haben, das neben dem Tagesgeschäft schnell erfasst werden kann. Obwohl VLB-TIX auch alle diese Präsentations- und Informationsaufgaben erfüllt, bevorzugen unsere Kunden im Moment die Printversion eindeutig. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass von den befragten Kunden viele VLB TIX noch nicht genutzt haben. Eine Befragung zur Gegenüberstellung der Möglichkeiten/ Nutzung beider Medien war deshalb leider nicht möglich.

Verändern Sie nach der Kundenbefragung Ihre Printvorschau?
Wir haben durchweg positives Feedback zu unserer Vorschau bekommen. Trotzdem prüfen wir unsere Vorschau bei jeder neuen Ausgabe und entwickeln sie weiter. Schließlich soll die Vorschau ein optimales Arbeitsmittel für unsere Buchhändler sein. Die Anregungen aus den Gesprächen versuchen wir umzusetzen. Aktuell werden wir noch themenbezogener informieren und vielleicht haben wir bald nicht mehr eine reine Titelvorschau, sondern eher eine Art Kundenmagazin.

Warum fahren Sie nicht zweigleisig?
Derzeit sehen wir keinen Grund dazu, da sich nach der Eindeutigkeit der Umfrageergebnisse weder für die Kunden noch für uns ein Vorteil ergibt. Wichtig ist, wie wir unsere Buchhandelskunden am besten erreichen, und im Fachbuch ist es momentan nicht VLB TIX. Sollte sich das ändern, werden wir uns sicher aktiv beteiligen. Stand heute sind wohl eher die belletristischen Verlage und die Filialisten auf der Plattform treibend, da sich bei dieser Produktpalette alle Vorteile von VLB-TIX bestens nutzen lassen.

Werden Sie sich VLB-TIX weiter anschauen und Ihre Entscheidung möglicherweise revidieren?
Auf jeden Fall. Die Frage: „Wer nutzt VLB-TIX?“ bleibt ein Standard bei allen Kundenbesuchen und Branchenterminen. Wie schon gesagt, wir richten uns nach den Bedürfnissen unserer Buchhandelskunden und wie sie den Einkauf über ihre Kanäle am besten umsetzen können.

2 Kommentar/e

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  • Harald Steiner

    Harald Steiner

    Wenn man - bildlich gesprochen - als Branche immer nur in den Rückspiegel schaut, wird man nie nach vorne fahren können.

  • Jens Bartsch

    Jens Bartsch

    Konfuzius sagt: Erfahrung ist eine Laterne, die an unserem Rücken hängt und immer nur das Stück Weg erhellt, das bereits hinter uns liegt.

    Darin steckt viel Vertrauen in die Weisheit des Vergangenen, aber auch sehr viel Warnung davor, auf jeden neuen Blödsinn hereinzufallen...

    Jens Bartsch - Buchhandlung Goltsteinstraße in Köln

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