Jahresbilanz von Amazon

Gewinn wächst dank US-Steuerreform

Amazon hat die Bilanz für das vierte Quartal 2017 und damit auch für das ganze Jahr vorgelegt: Der Online-Händler hat danach mit 177,9 Milliarden Dollar (circa 142,4 Mrd. Euro) rund 31 Prozent mehr eingespielt als im Vorjahr. Update: Für Deutschland meldet Amazon einen Umsatz von umgerechnet 16,951 Milliarden Dollar (plus 19,8 Prozent).

Das operative Ergebnis ging dagegen für 2017 laut Bilanzmitteilung gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 4,106 Milliarden Dollar zurück (2016: 4,186 Mrd. Dollar). Unterm Strich vermeldet der Online-Händler einen gestiegenen Netto-Gewinn: von 2,4 Milliarden auf 3,0 Milliarden Dollar (+27,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Am wachstumsstärksten zeigte sich der Bereich Amazon Web Services (AWS) mit seinem Cloud-Geschäft − sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis. AWS soll bis 2019 in zwölf weiteren Zonen erreichbar sein (u.a. Bahrain, Hong Kong, Schweden). Der Absatz des digitalen Sprachassistenten Alexa sei besser als erwartet gelaufen.

Im aktuellen Brand-Finance-Ranking der wertvollsten Marken ist Amazon mit einem Markenwert von über 150 Milliarden Dollar an die Spitze geklettert, wie "Horizont" berichtet. Der bisherige Spitzenreiter Google rutschte auf Platz 3, den zweiten Platz hält Apple.

Amazon-Kennzahlen 2017 nach Segmenten (Veränderung gegenüber 2016):

  • Nordamerika: 106,1 Mrd. Dollar Umsatz (+33,0 Prozent). Operatives Einkommen: 2,8 Mrd. Dollar (+20,2 Prozent).
  • International: 54,3 Mrd. Dollar Umsatz (+23,4 Prozent). Operativer Verlust: 3,0 Mrd. Dollar (Operativer Verlust 2016: 1,3 Mrd. Dollar).
  • AWS: 17,5 Mrd. Dollar Umsatz (+42,9 Prozent). Operatives Ergebnis: 4,3 Mrd. Dollar (+39,4 Prozent).

Steuergeschenk von Trump

Im vierten Quartal 2017 hat Amazon der Mitteilung zufolge 60,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet, das waren 38,2 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Zulegen konnten auch das operative Ergebnis auf 2,1 Milliarden Dollar (+69,5 Prozent) sowie der Netto-Gewinn auf 1,9 Milliarden Dollar (+147,8 Prozent). Allerdings habe im vierten Quartal die Steuerreform in den USA einen vorläufigen Steuervorteil in Höhe von etwa 789 Millionen Dollar gebracht, beziffert Amazon.

Ausblick

Für das erste Quartal 2018 rechnet der Online-Händler gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 mit einer Umsatzsteigerung um 34-42 Prozent auf 47,75 Milliarden bis 50,75 Milliarden Dollar. Die Spannweite für das operative Ergebnis setzt man zwischen 300 Millionen und 1 Milliarde Dollar an. Als neues Geschäftsfeld kursiert der Plan der Gründung einer Kranversicherung mit Partnern.

In Deutschland hat Amazon jüngst für Mönchengladbach ein neues Logistikzentrum angekündigt. Laut Medienberichten wird zudem auch in Köln nach einem Standort gesucht (siehe Archiv).

Update: Zweistelliges Umsatzplus in Deutschland

Inzwischen liegt auch die ausführliche Meldung (10K) an die amerikanische Börsenaufsicht SEC vor, worin Amazon an einer Stelle auch Umsatzzahlen für Deutschland ausweist (die Umsätze werden zu Durchschnittkursen über den gesamten Zeitraum umgerechnet, so Amazon): Danach erwirtschaftete der Online-Händler 2017 in Deutschland (amazon.de) 16,951 Milliarden Dollar (umgerechnet, nach aktuellem Wechselkurs: circa 13,7 Mrd. Euro), das waren 19,8 Prozent mehr als im Vorjahr (2016: 14,148 Mrd. Dollar). Für 2015 gibt Amazon 11,816 Milliarden Dollar Umsatz in Deutschland an. Damit bleibt Deutschland − mit deutlichem Abstand − auch 2017 der stärkste Ländermarkt für Amazon nach den USA. Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 9,5 Prozent.  

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