Lesen und Spielen schließt in Pinneberg

Mit Ende 60 nochmal umgesattelt

Am 22. Dezember schließt die Buchhandlung Körner Lesen und Spielen als Erlebnis in Pinneberg. Sabine Körner verabschiedet sich nach knapp 50 Jahren in den wohlverdienten „Unruhestand“ - die 68-Jährige startet als freiberufliche Beraterin noch einmal voll durch. TAMARA FOSHAG

Sabine Körner

Sabine Körner © privat

Spätestens am Freitag vor Heiligabend öffnet Sabine Körner in Pinneberg zum letzten Mal ihren Buch- und Spielzeugladen. Stammkunden haben die Veränderung in ihrem Erlebnis-Buchladen schon seit einiger Zeit spüren können. Körner, ein Urgestein in der Branche, hat bereits Öffnungszeiten verkürzt und bis auf eine Mitarbeiterin haben sich alle Angestellten schon eine neue Stelle gesucht. Nach knapp 50 Jahren im Buchhandel will die gelernte Sortimenterin neue Wege gehen und Ihr Wissen an andere weitergeben. Das Mitglied im Arbeitskreis richtiges Spielzeug (ARS) zieht sich von der Ladentheke zurück und wird in Zukunft anderen als freiberufliche Beraterin zur Seite stehen. Arbeiten war immer „sehr viel mehr als nur Ware über den Tresen reichen“, so Körner gegenüber boersenblatt.net. „Ich bin sehr dankbar für die schöne Zeit, die treuen Kunden und guten Erfahrungen“, blickt die 68-Jährige zurück.

Den Ketten getrotzt

Körners Leidenschaft für Bücher und Spielwaren hat ihre Kunden immer wieder in ihren liebevoll eingerichteten Laden geführt, der mehr als einmal im Börsenblatt und anderen Branchenmagazinen Erwähnung fand. Denn Körner hat die in den Sechziger Jahren total verrückte Idee, Buch und Spielwaren zu verbinden, zum Erfolg gebracht. Sie und ihr Team haben sich bis zu Letzt zwischen all den Filialisten behauptet. Weder steigende Mieten noch der Internethandel haben dem Körner-Laden etwas anhaben können. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen für Kinder, darunter der Familiensamstag und die Pohyb´s, belegen das langjährige Engagement für das Körner sogar den auf der Leipziger Buchmesse überreichten „Preis für die kreativste Kinder- und Jugendbuchhandlung in Schleswig-Holstein“ entgegennehmen durfte. Was aber wirklich wichtig sei, so die Geschäftsführerin, „ist die ehrliche Kommunikation von Mensch zu Mensch. Ich habe gerne etwas Persönliches preisgegeben, selbst wenn ich die Namen der Kunden noch nicht kannte“, so Körner. Das schaffe Vertrauen und ein familiäres Klima. Sie habe „Kunden im Laden aufwachsen sehen“.

Hoffnung auf Nachfolge enttäuscht / Pläne für die Zukunft

Die maßgezimmerte Einrichtung wird voraussichtlich ein neues Zuhause in Niedersachsen finden. Körner bedauert allerdings sehr, dass sich für das bislang erfolgreiche Nischenkonzept in Pinneberg kein Nachfolger finden ließ.

Mit fachlicher Kompetenz und einem stimmigen Laden-Konzept könne man sich aber mit Erfolg gegen die Filialisten und den Internethandel abgrenzen, so die Buchhändlerin. Hierbei möchte Sabine Körner andere Branchenkollegen unterstützen.

Wer sich noch verabschieden möchte, hat bis zum Freitag vor Weihnachten die Möglichkeit. Dann nämlich startet die Buchhändlerin mit einem Urlaub in den "Unruhestand", gespannt, was dann die Zukunft für kreative Aufgaben bereithält. 

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