Meistfrequentierte Einkaufsmeilen

Frankfurter Zeil klettert an die Spitze

Die Frankfurter Zeil war mit 14.875 Passanten in der Stunde die meistbesuchte Einkaufsstraße am 6. Mai 2017, wie die Passantenzählung des Beratungsunternehmens Jones Lang Lasalle (JLL) ergeben hat. Der letztjährige Spitzenreiter, die Kölner Schildergasse, rutschte auf Rang 4 (13.505 Passanten pro Stunde).

Passantenstrom auf der Frankurter Zeil

Passantenstrom auf der Frankurter Zeil © picture alliance / Jan Haas

JLL hatte die Zählung am Samstag, den 6. Mai 2017 von 13 bis 16 Uhr in insgesamt 170 Einkaufsstraßen bundesweit durchgeführt und dabei einen Durchschnittswert pro Stunde ermittelt. Falls Werte durch äußere Rahmenbedingungen deutlich beeinflusst wurden, so JLL in einer Mitteilung, sei in der Folgewoche erneut gezählt worden.

Insgesamt habe die Zahl der gemessenen Passanten in diesem Jahr erneut zugelegt – von 708.545 auf 722.780. Das sind mehr als 10.000 über dem 5-Jahres-Schnitt, berichtet JLL. Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany, sagt zu dieser Entwicklung: "Erneut sehen wir mehr Besucher in den Innenstädten. Das zeigt: Selbst wenn dort für den klassischen Einzelhandel die Umsätze zurückgehen, gibt es für die Menschen noch andere Gründe, in die City zu gehen. Statt zum Beispiel in eine weitere Hose zu investieren, geben sie einen Teil ihres Budgets in einem neuen, trendigen Gastronomie-Konzept aus. Städte, die diese Aufenthaltsqualitäten zum Beispiel durch Fußgängerzonen und Außengastronomie bieten sowie sich stetig wandeln, werden auch weiterhin volle Innenstädte und damit die entscheidende Basis für den stationären Handel haben."

Entwicklungen bei den Top 10

Der Spitzenreiter Frankfurter Zeil, der im vergangenen Jahr (Zählung im April) auf dem dritten Rang lag (mit 14.250 Passanten pro Stunde), konnte sich mit 14.875 Passanten pro Stunde im Ranking 2017 an die Spitze setzen. Dabei profitierte die Zeil auch vom Schwächeln der bestbesuchten Einkaufsmeile des vergangenen Jahres: Die Kölner Schildergasse kam mit 13.505 Passanten in diesem Jahr auf Rang 4 (Vorjahr Rang 1 mit 16.835 Passanten).

Bei den Top 10 der meistbesuchten Einkaufsmeilen konnte München einen neuen Rekord aufstellen: Erstmals konnte sich eine Metropole mit drei Einkaufsstraßen unter den ersten zehn platzieren.

Die Top 10 der Einkaufsmeilen 2017

  1. Frankfurt am Main: Zeil − 14.875 Passanten pro Stunde (2016: 14.250; Ø2008-2017: 12.540)
  2. München: Kaufingerstraße − 14.320 Passanten pro Stunde (2016: 13.395; Ø 2008-2017: 12.891)
  3. Düsseldorf: Flinger Straße − 13.710 Passanten pro Stunde (2016: 8.035 auf Rang 13; Ø 2008-2017: 9.425)
  4. Köln: Schildergasse − 13.505 Passanten pro Stunde (2016: 16.835; Ø 2008-2017: 13.546)
  5. Hannover: Georgstraße − 11.905 Passanten pro Stunde (2016: 12.215; Ø 2008-2017: 9.423)
  6. München: Neuhauser Straße − 11.745 Passanten pro Stunde (2016: 14.720; Ø 2008-2017: 11.011)
  7. München: Weinstraße − 10.035 Passanten pro Stunde (2016: Platz 17; Ø 2008-2017: 7.771)
  8. Hamburg: Mönckebergstraße − 9.475 Passanten pro Stunde (2016: 9.715; Ø 2008-2017: 10.195)
  9. Dortmund: Westenhellweg − 8.750 Passanten pro Stunde (2016: 9.475; Ø 2008-2017: 9.991)
  10. Düsseldorf: Schadowstraße − 8.465 Passanten pro Stunde (2016: 12.365; Ø 2008-2017: 8.370). Für den Rückgang gegenüber 2016 führt JLL etwa die Baustellen in der Straße als Grund an.

Herausgefallen aus den Top 10 sind die Bahnhofstraße in Hannover (2016 auf Rang 8; in diesem Jahr mit 6.495 Passanten auf Rang 25) und die Stuttgarter Königstraße (mit 7.455 Passanten auf Rang 17; Vorjahr Rang 10: 8.890 Passanten). Zu den Gewinnern zählen etwa die Weinstraße in München, die von Rang 19 auf 7 kletterte, und die Bremer Sögestraße, die von Platz 45 auf 11 sprang (8.415 Passanten pro Stunde).

Allerdings räumt Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany, ein: "Die von uns durchgeführte Passantenfrequenz-Zählung ist und bleibt eine Momentaufnahme." Ziel der Erhebung sei der bundesweite Vergleich der Spitzenfrequenzen.

Weitere Ergebnisse

Im Ranking nach Einwohnerzahlen ergeben sich folgende Spitzenreiter:

  • Städte von 250.000 bis 500.000 Einwohner: Bahnhofstraße in Bielefeld (8.035 Passanten; Rang im Gesamtranking: 12)
  • 100.000 bis 250.000 Einwohner: Adalbertstraße in Aachen (6.210 Passanten; Rang im Gesamtranking: 29)
  • Unter 100.000 Einwohner: Große Bäckerstraße in Lüneburg (4.715 Passanten; Rang im Gesamtranking: 60)

Bei den deutschen Luxusmeilen behauptet die Düsseldorfer Königsallee (4.785 Passanten; im Gesamtranking auf Platz 59) wie gewohnt den ersten Platz.

Anzahl an Hochfrequenzlagen (jeweils mehr als 5.000 Passanten/Stunde): Hier hat München die höchste Dichte mit − in der Reihenfolge ihrer Frequenzstärke − der Kaufingerstraße, Neuhauser Straße, Weinstraße, Tal und Sendlinger Straße. Dahinter hat Hannover überraschend Berlin überholt. In Niedersachsens Landeshauptstadt sind die Georgstraße, die Bahnhofstraße, die Große Packhofstraße und Karmarschstraße hochfrequentiert. In Berlin erreichen nur die Lagen Tauentzienstraße, Kurfürstendamm und Friedrichstraße dieses Niveau.

Gegenübergestellt wurden zudem die Passantenzahlen in 132 Fußgängerzonen und 38 Fahrstraßen: Bei den Fußgängerzonen lag der Schnitt bei knapp 4.500 Passanten pro Stunde, in den Fahrstraßen bei 3.300 Passanten.

Auswirkungen des Onlinehandels: Kleinere Flächen werden angemietet

Dirk Wichner sieht die Befürchtung, dass der Onlinehandel die Innenstädte veröden lasse, nicht bestätigt. Allerdings: Durch den Onlinehandel gebe es keinen Zwang mehr, das komplette Sortiment im Laden zu präsentieren. Daher würden "vielerorts tendenziell kleinere Flächen angemietet, dafür mehr und vielfältiger, was viele Innenstädte wieder bunter und attraktiver macht", so Wichner.

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