MVB-Workshop zur Metadatenpflege

Zentrale Herausforderungen für das Metadatenmanagement

Mehr als 20 Datenexperten aus der Branche haben vergangene Woche im Frankfurter Haus des Buches über Metadatenpflege diskutiert. Ein Ergebnis: Die Verwendung von Metadaten bei Warenwirtschaftsanbietern und Online-Händlern soll nun in einer Erhebung genauer analysiert werden.  

Klar Programmieren

Klar Programmieren © Africa Studio / fotolia

Metadaten, die Inhalte der beschriebenen Titel bestmöglich darstellen, sind zusammen mit den bibliografischen Angaben entscheidend für die Auffindbarkeit und damit auch den Verkauf von Büchern. Um zu klären, wie inhaltliche Erschließung heute praktiziert wird und wie sich die bestehenden Kriterien weiterentwickeln lassen, hatte die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH am vergangenen Mittwoch zum eintägigen Workshop eingeladen.

Teilnehmer aus Publikums- und Fachverlagen, Zwischenbuchhandel, Verlagsauslieferungen und stationärem Sortiment haben dabei auch konkrete Arbeitspakete definiert, wie die Börsenvereinstochter MVB mitteilt:

  • So sollen einheitliche Standards für die Vergabe von Stichwörtern, Schlagwörtern und sogenannten Such-Tags formuliert werden.

  • Best-Practice-Beispiele und Empfehlungen für die verschiedenen Zielgruppen entlang der Wertschöpfungskette sollen die Professionalisierung des Datenmanagements vorantreiben.

  • Zudem wird der Freiburger Software-Dienstleister Herbert Barkmann untersuchen, wie Warenwirtschaftssysteme und Online-Händler Metadaten verwenden - im Auftrag der MVB und in Kooperation mit der Interessengruppe Produktmetadaten im Börsenverein. Die Ergebnisse werden beim zweiten MVB Data Summit am 29. November vorgestellt.

Viel Energie wird investiert -  doch die Suchergebnisse lassen teilweise zu wünschen übrig

Die Initiative für die Durchführung des Workshops war aus der Fachbeiratssitzung VLB / Metadatenbank im vergangenen Jahr hervorgegangen. Dabei hatte sich der MVB zufolge einerseits gezeigt, dass Uneinigkeit über die Definition und Abgrenzung von zentralen Begriffen des Metadatenmanagements besteht, etwa bei Stichworten und Schlagworten - was zu unterschiedlichen Arbeitsweisen führt.

Andererseits investieren sowohl Verlage als auch Händler viel Energie in die Aufbereitung und in die Verarbeitung von Metadaten – was bisher fehlt, ist die gegenseitige Kenntnis der Prozesse. Trotz guter Vorarbeit fallen die Suchergebnisse deshalb teilweise unbefriedigend aus.

Der Workshop, moderiert von Harald Henzler (Smart Digits), gewährte Einblick in die Metadatenpflege ausgewählter Verlage. Die Teilnehmer erfuhren, wie sich stichprobenartig durchgeführte Änderungen an Produktbeschreibungen auf die Darstellung bei Amazon und anderen Online-Händlern auswirken können und welche technologischen Lösungen die Inhaltserschließung unterstützen.

Einheitliche Standards in der Branche sind ein Schüssel zum Erfolg

Beim Workshop kristallisierten sich drei zentrale Herausforderungen für das Metadatenmanagement heraus:

  • Buchhändler und Kunden recherchieren primär mittels generischer Suche, also unspezifisch unter Verwendung allgemeiner Begriffe und nicht zum Beispiel nach Titel oder ISBN.

  • Der Professionalisierungsgrad beim Metadatenmanagement ist unterschiedlich hoch, so dass schlecht oder falsch gepflegte Produktinformationen die Suche in den Katalogsystemen unübersichtlich machen.

  • Gleichzeitig ist die Metadatenpflege ein dynamischer Prozess, der sich fortlaufend an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss, zum Beispiel um Bezüge zum aktuellen Zeitgeschehen herzustellen.

Am Ende des Tages waren sich die Teilnehmer einig: Bei der inhaltlichen Erschließung von Büchern kommt dem Konsens über einheitliche Definitionen und Standards innerhalb der Branche besondere Bedeutung zu. Empfehlungen für die Praxis müssen sich dabei an der jeweiligen Zielgruppe orientieren, denn der Lektor eines großen Verlags braucht eine andere Form der Unterstützung als ein Self-Publisher. Am Ende entscheidet die eindeutige Orientierung am Suchverhalten von Buchhändlern und Kunden über den wirtschaftlichen Erfolg des Metadatenmanagements.

Und wie geht es jetzt weiter?

  • Die Peergroup "Inhaltliche Erschließung" innerhalb der IG Produktmetadaten des Börsenvereins soll nun die Diskussionsergebnisse zur Definition der Kategorien Stichwort, Schlagwort und Such-Tag weiter ausarbeiten und die Ergebnisse zur allgemeinen Verfügung stellen.

  • Zur weiteren Verbreitung der Thema-Klassifikation analysiert die Peergroup "thema" ein optimiertes Warengruppen-Mapping.

  • Die erwähnte Erhebung von Herbert Barkmann soll mehr Transparenz in den Umgang mit Metadaten bei Datenlieferanten und -empfängern zu bringen - und genauer analysieren, welche Metadaten bei Warenwirtschaftsanbietern und Online-Händlern mit welcher Priorisierung verwendet werden und welche Informationen aus ihrer Sicht noch fehlen.

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