Navid Kermani erhält Marion-Dönhoff-Preis

"Ein Versöhner zwischen den Kulturen"

Der Schriftsteller und Publizist Navid Kermani wird in diesem Jahr mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet. Der Förderpreis geht an den gemeinnützigen Verein Hanseatic Help, der sich für die Erstversorgung und Ausstattung von Flüchtlingen einsetzt. Martin Schulz und Aydan Özoguz halten die Laudationes.

Die "Navid Kermani ist ein Brückenbauer zwischen Islam und Christentum, ein kritischer Geist und zugleich ein Versöhner zwischen den Kulturen", hob Matthias Naß, Juryvorsitzender und Internationaler Korrespondent der "Zeit", hervor. "In einer politisch und gesellschaftlich schwierigen Situation ist er zu einer moralischen Instanz geworden." Die Laudatio auf Navid Kermani wird der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, halten.

Navid Kermani hat sich unter anderem mit seinen Büchern "Ungläubiges Staunen", "Dein Name" und "Zwischen Koran und Kafka" hohes Ansehen. Der Autor zahlreicher Reportagen und Essays publiziert genreübergreifend und beschäftigt sich in seiner vielschichtigen Arbeit unter anderem mit Glaubensfragen und gesellschaftspolitischen Kontroversen. 2014 hielt er eine viel beachtete Festrede in der Feierstunde des Deutschen Bundestags zum 65. Jahrestag des Grundgesetzes. 2015 hat er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.

Der Verein Hanseatic Help e.V., eine ehrenamtliche, von Bürgern getragene Initiative, hat seit dem vergangenen Jahr tausende Flüchtlinge im Großraum Hamburg versorgt und liefert Hilfsgüter in Krisengenbiete wie Syrien oder den Nordirak. Den Preis wird Aydan Özoguz, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, überreichen.

Die Preisträger wurden von einer Jury ausgewählt, der Friedrich Dönhoff, Astrid Frohloff, Manfred Lahnstein, Matthias Naß, Janusz Reiter, Theo Sommer und Anne Will angehören. Dem Aufruf der "Zeit" waren Hunderte Leser gefolgt und hatten Personen und Organisationen vorgeschlagen, die sich im Sinne Marion Dönhoffs für internationale Verständigung und Versöhnung engagieren. "Die Zeit", die Zeit-Stiftung Ebelin, Gerd Bucerius und die Marion Dönhoff Stiftung vergeben den Preis zum 14. Mal. Die Verleihung findet am 4. Dezember im Hamburger Schauspielhaus statt.

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