Ralf Kleber über Amazon-Läden in Deutschland

Bloß eine Frage der Zeit

In einem Interview mit der "Berliner Morgenpost" kündigt Ralf Kleber, Deutschland-Chef von Amazon, an, dass es auch hierzulande stationäre Amazon-Läden geben wird. Das sei "keine Frage des Ob, sondern des Wann".

Ralf Kleber

Ralf Kleber © Jens Küsters für Amazon

Früher, etwa im Mai 2016, hatte Kleber in Bezug auf stationäre Läden des Online-Händlers in Deutschland formuliert, das sei eine Option − nun lehnt er sich im Interview mit der "Berliner Morgenpost" noch ein Stück weiter aus dem Fenster. Kleber begründet die Pläne damit, dass in Deutschland immer noch 90 bis 95 Prozent des Handelsumsatzes stationär erzielt werde. Konkrete Termine für Amazon-Läden in Deutschland nennt er jedoch nicht.

Im Interview geht es zudem um das Weihnachtsgeschäft von Amazon, Zustelldienste und private Zusteller sowie den Lebensmittelservice Amazon Fresh, der in Deutschland bilslang in Berlin, Hamburg und München angeboten wird.

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4 Kommentar/e

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  • Elvira Seidel

    Elvira Seidel

    Wenn es so kommen sollte, dann wird es bald keine Inhaber-geführten Buchhandlungen mit dem besonderen Flair, dem Duft des gedruckten Wortes & der Wohlfühl-Atmosphäre mehr geben... Gegen Amazon (& Co.) werden die klassischen Buchhandlungen nicht überleben können...

  • Jörg Hopfgarten

    Jörg Hopfgarten

    Diesen Schwanengesang haben wir vor zehn bis zwanzig Jahren, vor der großen Krise bei den Filialisten, auch schon gehört. Um die inhabergeführten Buchhandlungen habe ich nur insofern Angst, als dass sich irgendwann niemand mehr findet, der zu der Selbstausbeutung bereit ist, die die Branche hier bereit hält. Aber wenn man bereit ist, kaum Geld zu verdienen, findet man immer eine Nische.
    Die Hauptkonkurrenten für Amazon dürften Thalia, Hugendubel & Co. sein - und ich habe nicht den Eindruck, dass man in Hagen, München oder Aachen auf diesen Wettbewerb vorbereitet ist. Es bleibt spannend.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Schon durch dieses Statement von Ralf Kleber, dem Deutschland-Chef von
    Amazon, ist die gesamte Buchbranche bei uns jetzt gefordert.
    In naher Zukunft sollten deshalb Wege gefunden werden, wie der stationäre
    Buchhandel gegenüber Amazon, z. B. in den Großstädten, sich besser
    positionieren kann.
    Es ist vor allem von großer Bedeutung, dass die Kultur des Lesens und der
    Bücher nicht durch Amazon noch mehr verdrängt wird.
    Buchhandlungen tragen in erster Linie dazu bei, dass die Vielfältigkeit von
    Autoren/-innen im gegenwärtigen Literaturbetrieb mit ihren vielen Büchern
    und Neuerscheinungen erhalten bleibt.
    Jede Buchhandlung ist doch heute, vielleicht noch mit einem integrierten
    Cafe, ein Ort und ein Treffpunkt von Lesern/-innen, die über Bücher
    diskutieren und sich auch mit Autoren/-innen bei Lesungen und
    Vorträgen austauschen wollen.
    Und gerade deshalb sollten die Buchhandlungen auch besser gestärkt
    werden, um im Leben einer Stadt weiterhin präsent zu sein.
    In den nächsten Monaten kommt es entscheidend darauf an, dass
    der Buchhandel, sich z. B. mit seinem Logo ,B` für Bücher wieder besser
    auf sich aufmerksam macht.

  • Achilles

    Achilles

    Fachlich interessant wird, wie das Logistische Konzept von Amazon für die Belieferung seiner stationären Ladengeschäfte - was ja auch eine Buchhandlung sein kann - aussieht. Kann das die Amazon eigene Logistik in Ballungsgebieten leisten? Übernimmt das DPD gemeinsam mit der Zustellung der Pakete von Kundenbestellungen? Erledigt das der Bücherwagen eines Barsortimentes?

    Was passiert wenn man in Gegenwart von ECHO ganz laute Schei... ruft? Am nächsten Morgen steht eine Palette mit Toilettenpapier vorm Haus.

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