Schnuppermitglieder im Börsenverein stellen sich vor

CampusRitter: Fachbücher zu vermieten

Rund 30 Unternehmen nutzen derzeit die Schnuppermitgliedschaft des Börsenvereins - darunter auch das junge Hamburger Unternehmen CampusRitter. Hier skizziert Mitgründerin Marieke Otto, gerade frisch für den Young Excellence Award des Börsenblatts nominiert, die Geschäftsidee der CampusRitter - und ihre Erwartungen an den Verband.

Wie sieht Ihre Geschäftsidee, Ihr Geschäftskonzept aus?

Marieke Otto: CampusRitter ist Deutschlands erste Fachbuchvermietung. Bei uns bekommen Studierende ihre Fachbücher für genau den Zeitraum, in dem sie die Bücher tatsächlich benötigen: von einem Monat bis hin zu einem Semester, immer in der aktuellsten Auflage. Wieviel die Studierenden dafür zahlen, ist abhängig von Mietdauer und Titel. Dabei arbeiten wir sehr eng mit Hochschulbibliotheken und Fachbuchverlagen zusammen.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf dem Markt ein? Wo sehen Sie die Stärken Ihres Unternehmens im Wettbewerb?

Marieke Otto: CampusRitter hat sehr gute Chancen, sich auf dem Markt zu etablieren, denn wir schaffen eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Studierenden bieten wir einen bedarfsorientierten Zugang zu ihren Fachbüchern – zuverlässig, aktuell und ganz ohne Wartelisten, Bibliothekskopierer oder Wettbieten im Internet. Bibliotheken können mit uns ganze Jahrgänge von Studierenden mit aktuellen Fachbüchern ausstatten und Verlage bekommen endlich einen Zugang zum Gebrauchtbuchmarkt. Über unser Mietmodell führen wir ihnen preissensible studentische Kunden zu, die der reguläre Buchhandel schon lange verloren hat. Zugleich profitieren Verlage und Autoren vom gesamten Lebenszyklus eines Buches, anstatt alle Umsätze nach dem Neuverkauf den Gebrauchtbuchhändlern zu überlassen.

Die Stärke unseres Unternehmens liegt in der Partnerschaft. Um im globalisierten Wettbewerb zu bestehen, müssen in der deutschen Buchbranche alle an einem Strang ziehen. Dafür bieten wir einen innovativen Ansatz, der Interessen bündelt und ein klassisches Medium für junge Zielgruppen attraktiv macht.

Wobei erhoffen Sie sich Rückendeckung und Unterstützung vom Börsenverein?

Marieke Otto: Die Buchvermietung gibt es in vielen Ländern, in Deutschland ist sie aber nahezu unbekannt. Daraus resultieren viele neuartige Fragestellungen. Wir freuen uns sehr, dass der Börsenverein uns dabei unterstützt, solche "Präzedenzfälle" im Sinne der Branche auszulegen und so von Beginn an ein faires und transparentes Geschäftsmodell auf dem deutschen Markt zu etablieren.

Welche Plattformen für Networking, für den Erfahrungsaustausch mit Kollegen wollen Sie im Verband nutzen?

Marieke Otto: Neben den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt nutzen wir Branchentreffen wie die Buchtage Berlin und die Weiterbildungsangebote des Börsenvereins, um neue Kontakte zu knüpfen und uns mit Kollegen auszutauschen. 

Warum möchten Sie zunächst "reinschnuppern" und nicht gleich ordentliches Mitglied im Börsenverein werden?

Marieke Otto: CampusRitter ist sowohl Dienstleister als auch Buchvermieter und -händler. Gleichzeitig könnte man unser innovatives Geschäftsmodell auch dem startup club des Börsenvereins zuordnen. Daher haben wir uns zunächst als Schnuppermitglieder angemeldet und können nun in aller Ruhe entscheiden, welche Art der Mitgliedschaft beim Börsenverein die richtige für uns ist.

Website: www.campusritter.de
Kontakt: info@campusritter.de

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2 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Klaus Philipp Mertens

    Klaus Philipp Mertens

    Ich vermisse einen aufklärenden Hinweis auf die Vorschriften der Preisbindung. Das Mieten eines Buches bedeutet nach meiner Kenntnis eine Unter- oder Überschreitung des Ladenpreises. Sollte es sich aber um Titel aus öffentlichen Bibliotheken handeln, wäre dies eine nicht gestattete kommerzielle Tätigkeit der öffentlichen Einrichtung. Oder habe ich eine neue Entwicklung in der Rechtsprechung übersehen, gar verschlafen?

  • Buchhändlerin

    Buchhändlerin

    Wenn das mit der Vermietung geht, wobei ich ja Herrn Mertens erstmal zustimme,
    dann kann ich ja demnächst auch an die Studenten hier am Ort die Bücher gegen
    Gebühr ausleihen, ja auch an Schulen und so weiter. Wieviel Gebühr nimmt man
    denn so und kann ich damit meinen Laden halten oder erweitern, denn anscheindend sind uns ja die Studenten schon abhanden gekommen.
    Warum ist mir das nur nicht eingefallen?

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