Sven Fund gibt Leitung von Peter Lang Deutschland ab

Wechsel an der Spitze

Zum 1. Juli 2018 hat Sven Fund seine Beratertätigkeit für die Verlagsgruppe Peter Lang beendet und damit auch die Leitung der deutschen Peter Lang GmbH abgegeben, wie das Unternehmen mitteilt.

Sven Fund hatte 2015 das Verlagsberatungsunternehmen fullstopp gegründet und in dieser Funktion seit April 2017 die Peter Lang GmbH durch strategische Veränderungsprozesse geführt. Der Umzug des Verlags von Frankfurt am Main nach Berlin habe unter seiner Führung ebenso realisiert werden können wie die Umstellung der Publikationsprozesse auf Print-on-Demand, so der Verlag. Mit seiner Unterstützung sei das Open-Access-Programm der Gruppe entscheidend vorangetrieben worden, und es seien bislang mehr als 800 Titel in Open Access publiziert worden. Kelly Shergill als Gruppen-CEO von Peter Lang und Geschäftsführerin der Peter Lang GmbH wird bis zur Bekanntgabe der neuen Verlagsleitung die Geschäftsführung alleine ausüben.

Paul Ferstl

Paul Ferstl © privat

Neue Leitung in Wien

Zum 17. September 2018 hat Paul Ferstl die Leitung des Wiener Büros von Peter Lang übernommen. Er folgt damit auf Alexandra Marciniak, die das Unternehmen nach 18 Jahren auf eigenen Wunsch verlässt, um nochmals zu studieren. Neben der Promotion in vergleichender Literaturwissenschaft und wissenschaftlicher Forschungstätigkeit in London und Wien gründete und leitete Paul Ferstl den auf Geistes- und Kulturwissenschaften spezialisierten Ferstl & Perz Verlag. Mit dem Wechsel zu Peter Lang gibt er seine Tätigkeit als Programmverantwortlicher von Ferstl & Perz auf, der Verlag wird bis Ende 2019 aufgelöst.

Peter Lang betreut seit 1993 Wissenschaftler in Österreich, Slowenien, der Slowakei und Ungarn vom eigenen Büro in Wien aus. Mit dem Wechsel soll der Radius weiter ausgebaut werden: Zukünftig werden neben Österreich auch die baltischen Staaten in den Fokus der Programmentwicklung gestellt.

Kooperation mit Knowledge Unlatched

Die Verlagsgruppe gibt zugleich eine Kooperation mit dem Open-Access-Marktplatz Knowledge Unlatched (dessen Geschäftsführer Sven Fund ist) zur Förderung von Open-Access-Publikationen in den Rechtswissenschaften bekannt. Im Rahmen der Vereinbarung verpflichtet sich Peter Lang dazu, ab 2019 für vorerst drei Jahre zehn rechtswissenschaftlichen Monografien im Gold Open Access pro Jahr zu veröffentlichen. Die Titel müssen aus dem Bereich des IT-Rechts stammen und bevorzugt rechtliche Implikationen der Digitalisierung behandeln. Ein unabhängiges Expertengremium aus Thomas Hoeren (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) und Georgios Gounalakis (Phillips-Universität Marburg) wählt dafür Titel aus, die in Bezug auf Aktualität, Relevanz und praktischen Erkenntnisgewinn herausstechen. Die Finanzierung der Monografien wird durch die Plattform Knowledge Unlatched, die Bibliotheken im Rahmen ihres Crowdfunding-Modells zur Förderung („Pledge“) der Open-Access-Publikation aufruft, übernommen. Darüber hinaus stellt Peter Lang noch 2018 fünf rechtswissenschaftliche Titel seiner Backlist im Open Access bereit.

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1 Kommentar/e

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  • SiebenterLeser

    SiebenterLeser

    Interessant, dass die Verlagsgruppe diese Entzweiung erst drei Monate später veröffentlicht und nunmehr von einer Beratungstätigkeit Sven Funds spricht. Das klang vor gut einem Jahr noch ganz anders, als auch hier im Börsenblatt Herr Fund als neuer Geschäftsführer gefeiert wurde. Dass der Umzug nach Berlin funktioniert hat, mag ich als Lang-Autor bezweifeln, der ich selbst mitbekomme, wie durch den „Rausschmiss“ der Frankfurter Mitarbeiter Strukturen offensichtlich ohne nachzudenken zerstört wurden. Ob das Unternehmen den Verschleiß an Mitarbeitern, den die CEO an den Tag legt, noch lange aushalten kann, scheint mir fraglich. Bleibt zu hoffen, dass auch die Autoren daraus ihre Konsequenzen ziehen.

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