Zusammenarbeit von Schattauer und Klett-Cotta

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Mit dem Psychologie- und Psychiatrie-Segment von Schattauer hat Klett-Cotta sein Fachbuchprogramm arrondiert. Wie sich Wulf Bertram und Tom Kraushaar künftig die Bälle zuspielen. MICHAEL ROESLER-GRAICHEN

Tom Kraushaar (links, Geschäftsführer Klett-Cotta) und Wulf Bertram (­Verlagsleiter Schattauer)

Tom Kraushaar (links, Geschäftsführer Klett-Cotta) und Wulf Bertram (­Verlagsleiter Schattauer) © Ferdinando Iannone

Noch vor einem Jahr waren Wulf Bertram von Schattauer und Tom Kraushaar von Klett-Cotta Konkurrenten. Ihre Geschäftsführer-Büros lagen nur einen Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Und man lief sich nicht nur in Stuttgart, sondern auch auf den Kongressen der Psychologen- und Psychiaterzunft über den Weg. "Vor Jahren haben wir sogar einmal zusammen eine DVD produziert", erinnert sich Bertram. Aus dem freundschaftlichen Kontakt, der aus dem gemeinsamen Projekt resultierte, ist nun, seit der Übernahme der psycho­therapeutischen, psychosomatischen und psychiatrischen Programmteile von Schattauer durch Klett-Cotta, eine produktive Verlagsgemeinschaft geworden.

Eine glückliche Konstellation machte dies möglich. Thieme-Verleger Albrecht Hauff, der Schattauer Anfang 2017 in toto vom damaligen Eigentümer Dieter Bergemann erworben hatte, signalisierte, den psychologisch-psychiatrischen Komplex abgeben zu wollen – woraufhin Klett-Cotta sein Interesse bekundete.

Mit den Marken Klett-Cotta, Schattauer und dem in Paderborn residierenden Junfermann Verlag verfügt die Klett-Gruppe jetzt über ein Portfolio, das die seelenkundlichen Fächer in ihrer ganzen Breite abbildet. "Mit Psychiatrie und psychosomatischer Medizin hat die Verlagsgruppe erstmals auch humanmedizinische Disziplinen unter ihrem Dach", betont Bertram.

Tom Kraushaar verbindet "mit der Übernahme auch die Absicht, auf einem größeren Fundament zu stehen. Es gibt so viele strukturelle Ähnlichkeiten und Berührungspunkte in den Programmen, dass wir diese auch für eine inhaltliche Erweiterung und neue interdisziplinäre Felder nutzen können."

Bertram formuliert es so: "Wir können uns jetzt gegenseitig Bälle zuspielen – etwa, wenn uns ein Autor ein Manuskript vorschlägt, das idealerweise zu Klett-­Cotta passt, oder umgekehrt zu uns, weil es besser in einem medizinischen Programmumfeld aufgehoben ist." Größten Wert legt Tom Kraushaar darauf, dass die "immens wertvollen" Marken Schattauer und Klett-Cotta unversehrt bleiben. "Die beiden Programme verhalten sich komplementär zueinander, und in der Abgrenzung liegt die Chance, die jeweilige Markenidentität zu schärfen."

Das Zusammengehen beider Verlage bringt auch Spareffekte mit sich: Künftig werden Vertrieb, Auslieferung und Pressearbeit gebündelt. Die Herstellung hingegen wird aufgestockt, da sie künftig komplexer wird und mehr Volumen bewältigen muss – auch deshalb, weil eine Reduktion der Programme nicht infrage kommt. Im Gegenteil: "Aus dem Handel erfahren wir, welche Themen nachgefragt werden und welche Desiderate es gibt", so Bertram.

Ein Blick in das erste, wegen des Verlagsumzugs noch etwas schmalere Programm zeigt: Grundlegende Titel wie "Narzissmus" (von Doering, Hartmann und Kernberg) sind ebenso vertreten wie neue Themenfelder, zum Beispiel mit dem Band "Sozialpsychosomatik", der psychosomatische Erkrankungen im sozialen Kontext beleuchtet. Eine gewichtige Herbstnovität wird sich mit "Persönlichkeitsstörungen" beschäftigten – neu eingeordnet von einem fünfköpfigen Autorenteam. Klett-Cotta dagegen besetzt im Frühjahr ganz gezielt das Thema Achtsamkeit: mit Anleitungen für einen achtsamen Arbeitsalltag unter dem Titel "Mindful @ work". Ein Motto für jeden Arbeitsplatz.

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