Zahl der Buch-Leser in den USA ist in den letzten 14 Jahren um 30% gefallen

Studie: Lesen von Büchern in den USA auf dem Tiefpunkt

Das  Bureau of Labor Statistics, eine Abteilung des United States Department of Labor hat in seiner aktuellen »American Time Use Survey« (ATUS) die Freizeitbeschäftigung der US-AmerikanerInnen unter die Lupe genommen. Das erschreckende Ergebnis: »Leisure reading in the U.S. is at an all-time low«. STEFFEN MEIER

So interpretiert es jedenfalls Christopher Ingraham, Journalist der Washington Post, in einer ersten Analyse. Und weiter: »Im Jahr 2004 lasen etwa 28 Prozent der Amerikaner im Alter von 15 Jahren und älter an einem bestimmten Tag zum Vergnügen. Im vergangenen Jahr waren es rund 19 Prozent. Dieser starke Rückgang bedeutet, dass die gesamte Lesezeit unter den Amerikanern von durchschnittlich 23 Minuten pro Person und Tag im Jahr 2004 auf 17 Minuten pro Person und Tag im Jahr 2017 gesunken ist.«

Der Leser ist weiblich - auch in den USA?

Tatsächlich ist die unterschiedliche Entwicklung entlang der Geschlechterlinie hüben wie drüben über dem Teich weitegehend identisch. Ingraham: »Der Lese-Rückgang ist bei Männern höher. Der Anteil der Männer, die zum Vergnügen lesen, sank von 25 Prozent im Jahr 2004 auf 15 Prozent im Jahr 2017, ein Rückgang von fast 40 Prozent. Der Rückgang bei den Frauen war mit 29 Prozent von 31 Prozent im Jahr 2003 auf 22 Prozent im Jahr 2017 bescheidener.«

Ein interessanter Punkt zur gern kolportierten These »Die Jungen lesen nicht mehr!«: In den USA war der Rückgang in der Altersgruppe von 35 bis 44 Jahren am stärksten, sowohl bei den jüngeren als auch älteren Altersgruppen fiel der Rückgang geringer aus. Und nochmal: es geht um Freizeitbeschäftigung. Eine möglicherweise höhere Stundenzahl bei der Arbeit spielt in der statistischen Betrachtung der Studie keine Rolle.

»The typical American is simply not reading for pleasure anymore«

Michael Kozlowski, Herausgeber des »Good e-Reader«-Blogs, sieht die Ursache  ganz klar in den vielen neuen Medienangeboten: »There have been a handful of reports all issued this year that lament that the typical American is simply not reading for pleasure anymore. The smartphone is always in our pocket and many people tend to read on it, but it’s really easy to break immersion when you get Facebook notifications or Twitter DMS. Netflix constantly gives us pop ups about a new original movie or television show they just added and instant messaging dings are omnipresent.«

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