SciencePOD tritt mit neuem Konzept an

Komplexe Inhalte richtig verstehen

SciencePOD launcht zur Frankfurter Buchmesse eine Saas-Plattform speziell für wissenschaftliche Content-Marketing-Erstellung. Wie das funktioniert, erklärt Sabine Louët, Media-Unternehmerin und SciencePOD-Gründerin. 

Welches Problem löst SciencePOD? 
SciencePOD sorgt dafür, dass weniger Wissen in schwer verständlichen Texten verschlossen bleibt. Ungefähr 2,4 Millionen wissenschaftliche Artikel und noch viel mehr komplexe Texte werden pro Jahr publiziert, aber nur sehr wenige lesen sie. Das liegt neben der komplizierten Fachsprache auch daran, dass die Informationen nicht frei zugänglich oder nicht bekannt genug sind. SciencePOD will diese Barrieren abbauen, indem es Forschungsergebnisse in klare, verständliche Sprache übersetzt und suchmaschinenoptimiert bereitstellt. Wir wollen den Zugang zu weltführenden Innovationen und Erkenntnissen ermöglichen.

Gibt es Mitbewerber?
Ja, es gibt Mitbewerber, die ähnlichen Service in Zusammenarbeit mit Redakteuren anbieten. Diese Redakteure sind unsereres Wissens nach aber keine Fachspezialisten. Die SciencePOD-Community hingegen deckt mit ihren internationalen Mitgliedern alle wissenschaftlichen und technologischen Disziplinen in allen gängigen Sprachen ab. Wir sehen es so: Was unsere Community einmalig macht, ist die doppelte Qualifikation, die die Mitglieder mitbringen müssen. Zum einen haben sie einen Abschluss in einer Wissenschaft oder im Ingenieurwesen und zum anderen bringen sie auch Background und Erfahrung als Journalisten, Redakteure oder Autoren mit. Einige kommen sogar direkt aus dem Verlagswesen.

SciencePOD wurde bereits 2014 gegründet. Was ist seither passiert? 
Unser Team aus motivierten KollegInnen ist stetig gewachsen. Wir können uns als ein typisch europäisches Unternehmen bezeichnen, dessen MitarbeiterInnen aus sechs verschiedenen Nationen stammen. Jeder bringt sein Fachwissen und seine Persönlichkeit aus unterschiedlichen Berufsfeldern mit ein. Wir sind stolz darauf, dass bereits jetzt drei der fünf weltweit führenden Wissenschaftsverlage mit uns gearbeitet haben. Neben vielen mittelgroßen Verlagen setzen auch immer mehr Unternehmen aus der Forschung und Industrie auf SciencePOD. Mit uns kommunizieren Sie ihre Forschungsergebnisse, neue Entwicklungen oder Produkte.

Was ist das Geschäftsmodell?
Unser Geschäftsmodell ist gerade etwas im Wandel. Mit der Markteinführung unserer neuen SaaS-Plattform ändert sich das eine oder andere. Bis jetzt haben unsere Kunden Einheiten erworben, deren Gegenwert in Videos, Texten, Infografiken oder Podcasts abgerufen werden konnte. Ab Oktober ist jeder eingeladen, sich kostenlos auf unserer Plattform zu registrieren und nach Bedarf Kontingente zu erwerben, die in Form von Texten, Grafiken etc. Umgetauscht werden können. Je mehr Einheiten erworben werden, desto günstiger wird jede Einheit.

Welche Technologien sind bei SciencePOD im Einsatz? Was tun die 400 Content Creators mit welchen Werkzeugen?
SciencePOD betreibt eine Plattform, die es ermöglicht bequem und einfach auf eine Community aus professionellen Autoren und Journalisten, in den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft zuzugreifen. Jeder ist Experte auf seinem Gebiet. Individuell nach Bedarf können Expertengruppen zusammengestellt werden, die nach einem Briefing genau den Content erstellen, der benötigt wird. Hierbei wird strikt nach internationalen Publikationsstandards und individuellen Kundenvorgaben gearbeitet. Neben Podcasts, Infografiken, Videos und verschiedenen Textformaten für die Print- und Onlineverbreitung, sind auch automatisierte Textzusammenfassungen möglich. Ab Oktober ist die SciencePOD-Plattform nun auch für Kunden zugänglich, die dann eigenständig Bestellungen verwalten und Expertenteam zusammenstellen können.

Wer sind die Kunden?
Die Kunden von SciencePOD sind globale Wissenschaftsverlage, Pharmaunternehmen, Agenturen in der Gesundheitsbranche, Universitäten und verschiedene nichtstaatliche Organisation. Eben jeder, der einen Bedarf an wissenschaftlichem Content-Marketing hat. Der Bedarf an Storytelling im Bereich Technologie, Wissenschaft und Medizin scheint stark zu steigen. Für die Zukunft planen wir deshalb noch stärker mit Medien, wie Magazinen, Zeitschriften oder Onlineblogs zu kollaborieren. Unsere Redakteure arbeiten auch als Journalisten und erstellen für verschiedene Medien unabhängig, journalistisch-recherchierte Artikel im hauseigenen Stil des Kunden. So gibt es keinen Grund, nicht ergänzend wissenschaftliche oder technische Nachrichten zu publizieren.

Wie haben sich die Zugriffszahlen entwickelt?
Bis zur Plattform-Einführung im Oktober können wir leider noch nichts Genaues sagen. Im Augenblick werden alle Bestellungen von unserem Commissioning Editor und Projektmanager koordiniert. Die laufenden Betatests mit Kunden sind nicht repräsentativ. 

Welche Marketingmaßnahmen sind geplant? 
Zuerst einmal freuen wir uns in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse mit einem Stand in Halle 4.2/ L91 vertreten zu sein. Dort stellen wir die neue Plattform vor. Da wir ein international arbeitendes Unternehmen sind, finden wir unsere Kunden immer dort, wo Bedarf an qualitativ hochwertigem Content herrscht. Auf Social Media-Plattformen wie LinkedIn oder Twitter sind wir sehr präsent. Ansonsten suchen wir die direkte Ansprache in Interessengruppen oder auf fachbezogenen Kongressen und Messen. Im Juli waren wir zum Beispiel in Lausanne auf der World Conference of Science Publishing. Mit unseren monatlich im Wechsel erscheinenden Newslettern mit Schwerpunkt auf Wissenschaftsverlage oder die biopharmazeutische Industrie, halten wir Interessierte ebenfalls auf dem Laufenden.

Wo steht SciencePOD in 10 Jahren? 
In zehn Jahren werden wir ein globales Unternehmen sein. Wir werden Büros im asiatisch-pazifischen Raum sowie in den USA haben. Unser Anspruch ist es dann, die erste Wahl für wissenschaftsbezogene Content-Marketing-Erstellung zu sein.

Welche Voraussetzungen sind dafür nötig?
Die Markteinführung unserer SaaS Plattform ist ein erster großer Schritt. Wir müssen präsenter werden und mehr Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Außerdem müssen wir über den Tellerrand blicken, um zu sehen, wem wir mit unseren Services noch von Nutzen sein können. Dazu gehört es auch, dass wir unsere Partnerschaften mit Vertretern und mit Unternehmen mit ergänzenden Angeboten ausbauen. SciencePOD soll in der Verlagssoftware namhafter Anbieter integrieren sein.

SciencePOD-Gründerin Sabine Louët

SciencePOD-Gründerin Sabine Louët © privat

Sabine Louët ist eine Media Unternehmerin, Wissenschaftsvermittlerin, Journalistin und Redakteurin. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, wie Technologie den Fortschritt im wissenschaftlichen Publizieren weiterbringen kann. Sabine hat 20 Jahre Erfahrung im internationalen Verlagswesen mit Schwerpunkten in Wissenschaft und Technologie. Sie hat für große Verlagshäuser wie zum Beispiel die Nature Publishing Group in London und New York gearbeitet (gehört heute zur Springer Nature Gruppe). Darüber hinaus war sie auch für strategische Pharma Intelligence-Verlage (strategic pharma intelligence publishing house) wie Windhover, Norwalk oder Connecticut (heute Teil von Informa) tätig. Während dieser Zeit hat Sabine bemerkt, dass zu viel wissenschaftliches und technologisches Wissen in komplexer Fachliteratur verborgen bleibt. Um dies zu ändern, gründete sie 2014 SciencePOD.

Zum Unternehmen:

SciencePOD hat 7 Mitarbeiter, Geschäftssitz ist Dublin/ Irland; die Community arbeitet über die ganze Welt verstreut. Zum Umsatz werden keine Angaben gemacht.

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