Interview mit Aiconix-Gründer Eugen Gross

KI für Inhalteanbieter

Wie können Daten kreative Prozesse unterstützen? Darauf sucht das Start-up Aiconix Antworten. Co-Gründer Eugen Gross erklärt Sabine van Endert, welche Ideen das im April 2018 gegründete Unternehmen bereits umgesetzt hat. Und wie es weitergeht.  

In drei verständlichen Sätzen: Wie funktioniert Aiconix?
aiconix bietet mit seiner Plattform aingine einen One-Stop-KI-Shop für Contentinhaber. Die Plattform liefert eine Reihe von KI-Features wie Gesichtserkennung, Speech-to-Text und automatisierte Beschriftung von Bildern und Videos. Kunden haben nicht nur Zugang über eine Schnittstelle, sondern auch die Möglichkeit, Audio- und Video-Dateien in einen Slack-Kanal hochzuladen und die Transkription (inklusive Untertiteldatei) vom Slackbot automatisch zu erhalten. Und das ohne schwierige technische Implementierungen.

Welche Idee steckt dahinter?
Content zu produzieren war lange Zeit ein sehr arbeitsaufwändiger Prozess, da viele Schritte manuell ausgeführt werden mussten – wie beispielsweise Sprache in Texte umzuwandeln oder bestimmte Personen im vorhandenen Bild- und Videoarchiv ausfindig zu machen. Dank KI werden diese zeitintensiven Prozesse mittlerweile automatisiert. Bisher mussten Content-Erzeuger dafür  – je nach Anwendungsfall – auf mehrere KI-Marktanbieter zurückgreifen. Kompliziertes Schnittstellenmanagement und unterschiedlich komplexe Rechnungslegungsprozesse waren die Folge. aiconix hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lösungen für diese Probleme zu entwickeln. Content-Produzenten sollen sich dadurch mehr auf den kreativen Teil ihrer Arbeit konzentrieren können.

Was ist das Geschäftsmodell: Wer bezahlt für welche Leistung?
In der Plattform fallen nur Kosten für den Verbrauch an, ein pay-per-call Modell. Aiconix bündelt viele Anfragen und kann so im Einkauf bei den Providern durch die Masse in andere Preisstufen kommen. Natürlich bieten wir auch Paketpreise bei einem jeweiligen Volumen an. Beim Slackbot gibt es ein monatliches Abo Modell.

Aiconix ist seit Juni 2018 am Markt. Wie ist die Resonanz?
Die Resonanz ist sehr positiv. Wir haben zahlreiche Medienunternehmen und Content-Inhaber bereits von unserer KI-gestützten Plattform überzeugen können und arbeiten zusammen mit diversen Kunden daran, unsere Features den unterschiedlichen Bedürfnissen anzupassen.

Welche Ziele wurden bisher erreicht? 
Die aingine ist das erste Produkt von aiconix. Die aingine analysiert, beschlagwortet und indexiert Texte, Audio-Dateien, Bilder und Videos und wandelt diese in präzise Daten (Metadaten) um. Dieser Autokatalogisierungsprozess erleichtert die zukünftige Suche im Medienarchiv nach bestimmten Parametern.  Die aingine wird laufend um neue KI-Provider erweitert, um immer mehr Anwendungsfälle abzudecken. Bereits heute bieten wir folgende Anwendungen an: Speech to Text (wandelt Video- und Sprachdateien in Textdateien um und verseht sie mit entsprechenden Timecodes), Semantic Analysis (wertet Texte aller Art aus und strukturiert die Ergebnisse), Translation (übersetzt die Labels in die gewünschte Zielsprache), Subtitles (erstellt Untertitel-Dateien in unterschiedlichen Sprachen, die dann in das Video integriert werden können), Face Recognition, Emotion Recognition und Label Detection (ermöglichen das automatisierte Erkennen von Personen, Emotionen von Menschen und Gegenstände in Bildern und Videos, die dann entsprechend indexiert werden, wodurch sie sich im Mediaarchiv in Sekundenschelle wiederfinden lassen) und Shot Detection (analysiert die Einstellungsgröße von Bildern und Videos und indexiert diese entsprechend. Bilder und Videos in einem bestimmten Format lassen sich damit im Medienarchiv unmittelbar finden). Der aidvice Service kombiniert passende Inhalte aus unterschiedlichen Medien. So kann z.B. einem Journalisten, der einen text schreibt, automatisch das passende Video aus dem Archiv empfohlen werden.

Lässt sich Aiconix auch für Buchtrailer anwenden?
Selbstverständlich kann die aingine auch für Trailer eingesetzt werden oder für das Transkribieren von Interviews mit Autoren oder für das automatische Indexieren der zahlreichen Bild- und Textdateien, die Verlage in ihrem Datenarchiv haben. aiconix bietet, wie wir meinen, die perfekte Lösung für Medienschaffende, Verlage und Medienhäuser. Aber letztlich können alle Content produzierenden Unternehmen – jeglicher Branche – die Lösungen von aiconix nutzen, um ihre Inhalte effizienter zu gestalten.

Was sind die nächsten Ziele von Aiconix?
Die Markteinführung von SuperProducer, das zweite Produkt von aiconix, in diesem Jahr.  Mit dem SuperProducer wird es möglich sein, die Quote von Videos vorherzusagen, noch bevor sie online gehen. Kunden können dann zukünftig erkennen, wie gut ein produziertes Onlinevideo die Zielgruppe erreicht und welche Sequenzen verbessert werden müssen, um einzelne Zielgruppen passgenau ansprechen zu können.

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