Roland Große Holtforth über VLB-TIX

Raus aus Teufels Küche!

Warum es bei VLB-TIX eher um effiziente Prozesse als um digitale Vorschauen geht und was sich bei den Diskussionen über das System vielleicht ändern sollte.

Roland Große Holtforth

Roland Große Holtforth © Sabine Felber

Wovon wir reden, wenn wir über VLB-TIX reden? Meist über eine von drei Fragen: die Vorschaufrage (Gedruckt oder digital?), die Performancefrage (Läuft VLB-TIX stabil?) oder die Strategiefrage (Was bringt mir die Arbeit mit VLB-TIX wirklich?).

Die These dieses Betrags ist: Vorschau- und Performancefragen sind auf unterschiedliche Weise relevant, die Strategiefrage ist entscheidend. Und vor dem Hintergrund der Corona-Krise und ihrer (kaum absehbaren) Folgen muss man vielleicht sogar sagen: Sie ist existenziell.

Denn heute ist klarer denn je: Jeder Verlag und jede Buchhandlung muss auch im digitalen Raum sichtbar sein. Aber Website, Newsletter, Social-Media-Posts usw. erstellen sich nicht von selbst. Andere zentrale Aufgaben zu vernachlässigen, ist auch keine Option. Und Umsätze und Budgets machen im Moment erst recht nicht, was sie noch nie taten: automatisch wachsen. Stellt sich also die Frage: Wie zur Hölle sollen wir das alles stemmen?

Darauf muss jedes Unternehmen seine eigene Antwort finden. Aber jede dieser Antworten dürfte die Einsicht enthalten: Wir müssen das, was wir jetzt schon richtig machen, noch effizienter tun. Und das wiederum bedeutet: Ohne die weitere Digitalisierung von Prozessen wird es nicht gehen.

Hier kommen nun die Strategiefrage und VLB-TIX ins Spiel. Wenn VLB-TIX einen Sinn hat, dann diesen: die Unternehmen der Branche dabei zu unterstützen, bekannte und wichtige Prozesse (wie den Novitäteneinkauf oder die Vertretertagung) effizienter zu gestalten, damit Kapazitäten für Neues und anderes frei werden – der Verlag hat Budget für eine Instagram-Kampagne, die Buchhandlung Zeit für die Pflege des eigenen Shops usw. VLB-TIX ist also weniger ein Vorschau- als ein Prozessthema. Es geht darum, was ein System wie VLB-TIX ermöglicht (das im Übrigen auch „Edelweiss“ oder „Novi24“ heißen könnte). An diesem Ziel müssen sich nicht nur MVB und VLB-TIX messen lassen, sondern auch alle Diskussionsbeiträge zum System. Jetzt mehr denn je.

Oft werden die Diskussionen über Vorschauformat und Systemperformance aber so hitzig geführt, dass sie existenzielle strategische Fragen überlagern. Es stehen Sätze im Raum wie: die kleinen Buchhandlungen bestellen doch nur aus Printvorschauen, das MVB-Team ist zu langsam usw. Dass in einer solchen Gemengelage manche öffentlich lieber nichts sagen, weil sie fürchten, dann „in Teufels Küche“ zu kommen, liegt auf der Hand. Und dass so in der Sache oft nur schwer Fortschritte zu erzielen sind, auch.

Zur Polarisierung führt die Strategiefrage eher nicht, denn sie ist erst einmal nur die Aufforderung zum Selbstgespräch: Was möchte ich erreichen? Was hilft mir dabei? Und so vielfältig die Antworten hier ausfallen, so gilt doch: Alle, wirklich alle, ob Buchhandlung, VertreterIn oder Verlag, die mit VLB-TIX arbeiten möchten, führen als Argument dafür an: Es soll mir bei der Verbesserung meiner Prozesse helfen. Verlag A möchte im Kontext von VLB-TIX sein Datenmanagement umbauen, Buchhandlung B die Einkaufsprozesse zwischen den Abteilungen besser koordinieren usw. Sie alle möchten langfristig Zeit und Geld sparen. Und VLB-TIX ist für sie dabei eines von mehreren Mitteln zum übergeordneten Zweck: Effizienz.

Bei der Vorschaufrage gilt für diese Unternehmen: Das digitale Format ist das primäre. Gedruckte Formate werden (für Buchhandlungen bzw. Teammitglieder) auf Wunsch zusätzlich bereitgestellt – wenn möglich, aus den eigenen Systemen heraus. Abgesehen von der insbesondere für Verlage (gerade jetzt) belastenden Tatsache, dass das nicht wenig Geld kostet: Aus strategischer Sicht ist die Frage „gedruckte oder digitale Vorschau“ zweitrangig. Denn was immer hier „Vorschau“ heißt, hat eine digitale Basis.

Anders sieht es beim Thema Performance aus. Denn wenn verbesserte Prozesse das Ziel sind, ist eine gute Systemperformance von VLB-TIX nicht nur praktisch, sondern auch strategisch relevant. Dass die Kolleginnen und Kollegen von MVB hier in der Verantwortung sind, wissen sie. Dass die Verbesserung eines laufenden Systems parallel zum Aufsetzen eines neuen eine erhebliche Herausforderung darstellt, wissen Verlage und Buchhandlungen. Dass sich alle in der für die VertreterInnen diesmal so enorm herausfordernden Reisezeit ein zumindest weitgehend performantes System wünschen, steht außer Frage.

Und wenn diese Reise insgesamt gelingen und es allen danach leichter fallen sollte, überhitzte Diskussionen um letztlich Zweitrangiges durch die gemeinsame Arbeit an besseren Prozessen zu ersetzen, wäre das ein wirklich gutes Ergebnis eines wirklich schwierigen Jahres. Also: Raus aus Teufels Küche!

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12 Kommentar/e

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  • René Kohl

    René Kohl

    Richtiger Ansatz! Möglicherweise sollte überdacht werden, ob VLBTix nicht eine Schwäche der Vorschau wiederholt: Als reines B2B-Instrument zu wirken. Wie schon die Printvorschau, richtet sich auch VLBTix fast ausschließlich an Händler. Wie in der Printvorschau mit großem Tamtam auf Doppelseiten Autor*innen inszeniert werden, ohne dass die davon erhoffte Werbe- und Aufmerksamkeitswirk dann bis zum Kunden hin weiterinszeniert wird, so geschieht dies jetzt auch bei VLBTix. Viele aufwändige Bühnen, Marketinghinweise, Teasertexte usw. und alles nur, um die Buchhändler ( und ein paar? Presseleute und Blogger) zu umgarnen. Wie aber bringt man all dies an Frau und Mann? Wie social könnte VLBTix werden? Wie smart könnten Veranstaltungsinfos in Kalender importiert werden? Wie übernimmt der Buchhändler das VLBTix-Material für seinen Newsletter? Wie können die Bühnen in den Verlagswebseiten weiterverwendet werden?

    Ein Teil der Strategie sollte sich dem Metadaten- und Maketingmaterialfluss von der Verlagsquelle bis zum Käufer / zur Käuferin hin widmen.

  • Buchhändlerin

    Buchhändlerin

    Der jetzige VLB-TIX Ansatz ist kein richtiger Ansatz, nicht mal in Nähe davon. Es gibt auch keine überhitzten Diskussionen um letztlich Zweitrangiges. Obwohl die wechselde VLB-TIX Mannschaft von Buchhändler*innen von Anfang an erfahren hat, dass ihr Produkt für viele nicht zu gebrauchen ist, weil damit ein Vielfaches an Zeit für die Bestellungen gebraucht werde, wurde Kritik klein geredet und abgewürgt. Herr Roland Große Holtforth scheint VLB-TIX nicht selbst zu nutzen, die lange dauernden Prozesse sind nur ein Teil von dem kritisiert wird. Und René Kohl, VLB-TIX ist nur da um Buchhändler*innen, Presseleute und Blogger zu umgarnen, welche Laus Ihnen den über die Leber gelaufen? Als Buchhändler sollten Sie doch um die Notwendigkeit der verschiedenartigen Werbung an Handelskunden und Endverbraucher wissen und das Verlage und Buchhändler*innen über eigene Plattformen dafür verfügen. Auch das viele Buchhändler*innen schon über gute Newsletter-Programme verfügen sollte Ihnen bekannt sein? VLB-TIX als Social Media Bespaßung würde es noch unbenutzbarer machen.

  • Roland Große Holtforth

    Roland Große Holtforth

    @René Kohl: Vielen Dank, diese Ergänzung erscheint mir sehr wichtig! Es wäre extrem sinnvoll, dass die TIX-Inhalte der Verlage auch breit für die Sichtbarkeit in Richtung weiterer Partner (Presse, Blogger*innen und natürlich: Kund*innen des Buchhandels) genutzt werden könnten - und zwar einerseits über VLB-TIX selbst, andererseits auch schlicht über hochwertige Metadaten bzw. VLB-Datensätze (Stichwort: ONIX-Meldung als Marketingtool). Dafür ist, ... und hier gebe ich Ihnen
    @Buchhändlerin: ... Recht, eine gescheite Systemperformance notwendig! Als Nutzer (und Kunde) von VLB-TIX habe auch ich meine etwas zu langen "TIX-Momente". Aber ich möchte dennoch dafür plädieren, die strategischen Chancen des Systems, z. B. als Werkzeug für das Endkundenmarketing von Buchhandlungen, stärker zu gewichten als seine aktuellen Schwächen. Und natürlich sollte VLB-TIX nichts ersetzen, was für Buchhandlungen schon gut funktioniert. Aber es kann helfen, z. B. einen Newsletter inhaltlich vorzubereiten über eine Titelauswahl, die, mit passenden Suchfiltern (und einem gut laufenden System!) erstellt, schnell nicht nur ein Suchergebnis, sondern auch gleich Inspiration für die Anreicherung der Titel mit Inhalten bringt. Für weitere Anregungen empfehle ich übrigens die TIX-Stammtische, z. B. am nächsten Dienstag, virtuell organisiert von Berliner Kolleg*innen aus Verlag und Handel. Und reine Konsensveranstaltungen sind das nicht, das wird Ihnen das MVB-Team gerne bestätigen :-)

  • Jens Bartsch

    Jens Bartsch

    I am not convinced!

    Jens Bartsch - Buchhandlung Goltsteinstraße in Köln

  • Markus Fertig (PR-Manager, MVB)

    Markus Fertig (PR-Manager, MVB)

    Liebe Buchhändlerin, warum ist der Ansatz, den wir bei MVB mit VLB-TIX verfolgen, aus Ihrer Sicht kein richtiger? Lieber Jens Bartsch, wovon sind Sie nicht überzeugt? Wir haben immer ein offenes Ohr für konkrete Anregungen und Kritikpunkte. Vielleicht möchten Sie uns telefonisch, per E-Mail oder über Facebook kontatktieren, damit wir uns direkt austauschen können.

  • Carolin Weiß

    Carolin Weiß

    Schon als VLB-TIX an den Start ging hatte ich oft den Eindruck, dass es eine Art eierlegende Wollmilchsau geplant war, die das Hauptarbeitsmittel für den Einkauf – nämlich die Verlagsvorschau – ersetzen soll.
    Dass mit diesem Arbeitsmittel aber nicht dessen Hersteller, die Verlage, sondern die Kunden, wir Buchhändler*innen arbeiten sollen, wurde meiner Meinung nach irgendwie vergessen und so hat beim Programmieren anscheinend niemand daran gedacht, dass das Ergebnis nicht nur gut aussehen, sondern auch praktisch sein soll.
    Das ist der Präsentationsmodus allerdings überhaupt nicht. Beim Einkauf zählen für mich folgende Dinge: Cover, Inhaltsangabe, Preis. Aber selbst auf großen Bildschirmen muss ich scrollen oder den Klappentext manuell anklicken, weil die Seiten so aufgebaut sind, dass diese Dinge nicht gleichzeitig angezeigt werden. Am schlimmsten sind jedoch die Empfehlungstitel, bei denen der komplette Header einfach nur ein Werbefoto ist und null Aussagekraft zum Inhalt bietet.
    Auf diese Kritikpunkte haben schon zum Start mehrere Buchhändler*innen hingewiesen. Ich kann mich an lebhafte Diskussionen im Buchhandelstreff erinnern. Trotzdem werden wir User überhaupt nicht ernstgenommen.
    Und solange sich das nicht ändert, wird sich VLB-TIX auch nicht wirklich durchsetzen.

  • Jens Bartsch

    Jens Bartsch

    Lieber Herr Fertig,

    meine damaligen Grundgedanken zum Thema können Sie gerne dem Artikel „Der menschliche Faktor“ in der Juniausgabe des BuchMarkt 2018 nachlesen. Trotz weiterer Entwicklungen bin ich nach wie vor nicht davon überzeugt, ein bisher funktionierendes Vorschausystem durch ein in weiten Teilen noch nicht komfortabel funktionierendes Vorschausystem zu ersetzen. Solches im Artikel hier als strategisch wichtig zu bezeichnen, mit den Labeln „Effizienz“ und „verbesserte Prozesse“ zu behaften dies halte ich schon für sehr mutig. Eine noch nicht komplett gute Systemperformance mag auf Dauer strategisch relevant sein, aber, lieber Herr Große Holtforth, sie ist eben noch nicht praktisch – wat nu? Wir wünschen uns alle einfach mal für die Zukunft ein irgendwann performantes System und steigen jetzt mal mutig mit ein?

    Der Denkfehler beginnt schon früher mit der Nonchalance, mit der im Beitrag von Herrn Große Holtforth die anfangs aufgemachte Frage 1 dort weiter unten schlicht ins zweitrangige verschoben wird. WARUM - BITTE ERNSTHAFT WARUM? soll ich denn als Sortimenter ausgerechnet im nicht unkomplizierten, weil eben extrem emotionalen und besonders mit den Bedürfnissen der Buchhandlung, also im ersten Schritt zu unserem Kunden hin, verknüpften Einkauf sparen? Will ich das überhaupt? Gerade diese Prozesse legen doch Grundlagen für alles Folgende – gerade diese Prozesse bedürfen doch „persönlicher“ Sorgfalt, bevor der ganze Laden in Algorithmen erstickt und irgendwann aussieht wie eine Filiale von XYZ.

    Ferner werde ich auch ganz besonders im Zuge dieses Artikels und einiger Kommentare den Eindruck nicht los, dass in der Tat von einigen Beteiligten die eierlegende Wollmilchsau angestrebt wird und durch die Hintertür vieles schlussendlich auf eine zweite Warenwirtschaft zustrebt, was ich hier so gar nicht möchte.

    Sagen wir es mal so: Buchkauf ist im kleinteiligen Einzelhandel Emotion, der Bucheinkauf ebenso und die Grundlage für das vorher genannte. Digitalisierung macht in unserer Branche extrem Sinn und findet an ganz vielen Stellen seit vielen Jahren auch gerade in unserer Branche sehr erfolgreich, sehr effizient und sehr kostensparend statt. Anders hätten wir hier die mangelhafte Entwicklung der Buchpreisgestaltung gar nicht durchstehen können. Aber die komplette Durchdigitalisierung gerade der Einkaufprozesse halte ich für unsere Buchhandlung hier - wohlgemerkt für uns hier - für einen Fehler. Da können Sie, lieber Herr Fertig, nix dran ändern.

    Ich halte ich die ganze Diskussion übrigens nicht für überhitzt, das ist eine pure Phantom-Behauptung. Aber unterschiedliche Unternehmensgrößen und Unternehmensarten haben bei Verlagen wie auch Buchhandlungen schlicht sehr und teilweise komplett unterschiedliche Anforderungsprofile. René Kohl hat mit dem von ihm vertretenem Unternehmen andere Interessen als wir. Dies alles unter den einen Hut des Systems VLB-TIX zu bringen, dies halte ich für schwierig und in dieser Form für unmöglich.

    Schlussendlich ist der Autor dieses Artikels in Sachen VLB-TIX der falsche Fürsprecher und in seinen mutigen Behauptungen sehr leichtfertig, denn ich sehe Buchhandlungen unserer Größenordnung und sortimenterischen Ausrichtung jetzt und auch in der überschaubaren Zukunft nicht in des Teufels Küche, aus der ich vermittels der Hilfe und Beratung Herrn Große Holtforths wieder herausgeführt werden muss. Sortimente wie wir haben in dieser Zeit zwar durchaus von unserer Sichtbarkeit im digitalen Raum profitiert, aber die Hauptmusik, die spielt jetzt und spielte gerade in der heftigsten Schließungszeit hier lokal ganz analog!

    Jens Bartsch – Buchhandlung Goltsteinstraße in Köln

  • Birgit Grallert

    Birgit Grallert

    Ich kann Carolin Weiß und Jens Bartsch nur zustimmen. Carolin Weiß, dass wir in den kleinen und mittleren Buchhandlungen VLB-TIX als eierlegende Wollmilchsau haben wollen, wird uns auf unsere Kritik hin immer wieder vorgeworfen. Dass es aber nicht so ist, will kaum kein Verantwortlicher hören. Stattdessen permanente Bewerbung im BBL und in den Fachmedien. Auch in den Börsenvereins Versammlungen finden Kritiker keine Akzeptanz und kein Gehör. Stichhaltige Argumente für die Nutzung von VLB-TIX gibt es aber auch nicht. Zwanghaft wird verlangt, wir sollen nur alle mitmachen, dann wird es schon. Das ist die Leugnung der Realität pur. Jens Bartsch, Ihr ausführlicher Kommentar spricht mir aus dem Herzen und benennt alle anfallenden Probleme die der mittlere und kleine Buchhandel mit VLB-TIX hat stichhaltig und überzeugend. Auch der erwähnte Buchmarkt-Artikel zum Thema, "Der menschliche Faktor", war ganz genau auf dem Punkt. Man vergißt die lokalen Gegebenheiten und die analogen Anforderungen des Buchhandel. Alles in allem wird deutlich, das Börsenverein und MVB Kritik aus der Praxis nicht hören wollen und erst recht nicht darauf eingehen. Wenn das sich nach inzwischen schon Jahren der Diskussionen nicht ändert, bleibt auch VLB-TIX so unzulänglich, wie es von Anfang an ist.

  • Markus Fertig (PR-Manager, MVB)

    Markus Fertig (PR-Manager, MVB)

    Liebe Frau Weiß, lieber Herr Bartsch, vielen Dank für Ihre offenen Worte!

    In der Tat ist es so, dass sich innerhalb der Branche unterschiedlichste Anforderungen und Wünsche mit VLB-TIX verbinden. Unser Bestreben ist es, daraus den größten gemeinsamen Nenner zu bilden, um damit die Vermarktungsprozesse innerhalb der Buchbranche auf digitaler Basis zu unterstützen. VLB-TIX ist wie alle digitalen Angebote ein lebendes Produkt, das wir ständig weiterentwickeln. Dafür suchen wir regelmäßig den Austausch mit Anwendern, um die größte Schnittmenge unter den teils gegenläufigen Bedürfnissen zu ermitteln.

    Wie Sie sicherlich der Branchenpresse entnommen haben, entwickeln wir VLB-TIX gerade neu. Die von Ihnen, Carolin Weiß, genannte angepasste Darstellung der Inhalte für Buchhändlerinnen und Buchhändler spielt dabei eine wichtige Rolle. Unter anderem werden zukünftig die bestellrelevanten Informationen sowie die erste Bestellzeile auf den ersten Blick zu sehen sein. Diese Veränderungen führen wir nicht "willkürlich" durch, sondern sie das Ergebnis von vielen Gesprächen mit allen Beteiligten. Deshalb kann ich Sie nur dazu ermuntern sich mit möglichst konkreten Kritikpunkten (oder gerne auch mal mit einem Lob) jederzeit direkt an uns zu wenden. Denn so können wir am besten Schritt für Schritt auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.

    Der von Ihnen, Jens Bartsch, zu recht angesprochene Faktor Mensch ist für uns ebenfalls von großer Bedeutung. Es geht doch bei VLB-TIX nicht darum, den Menschen aus der Buchhandlung zu verdrängen (weder die Vertreterinnen und Vertreter noch die Buchhändlerinnen und Buchhändler), sondern darum, ihm Standardabläufe abzunehmen, so dass mehr Zeit für die eigentliche Schlüsselkompetenz des Buchhandels bleibt: Beratung zu kuratierten Inhalten. Der Mehrwert, den Sie Ihrer Kundschaft anbieten ist doch Ihr Gespür für ihre Bedürfnisse und die daraus abgeleitete Ansprache. VLB-TIX liefert Ihnen verlagsübergeifenden, tagesaktuellen Input dafür.

    Dass eine verlässliche Systemleistung eine zwingende Vraussetzung für die konsequente Nutzung von VLB-TX ist, wissen wir. Und deshalb arbeiten wir Tag für Tag daran, die Performance weiter zu verbessern. Denn wir glauben fest daran, dass digitale Prozesse uns alle weiterbringen - gerade jetzt, wo die Zeiten besonders schwierig sind.

  • Roland Große Holtforth

    Roland Große Holtforth

    @Jens Bartsch / Birgit Grallert: Es sind auch und gerade Buchhändler*innen (und nicht nur große Filialisten), die in Gesprächen (oder bei VLB-TIX-Stammtischen wie gestern "in" Berlin) ganz konkret erläutern, wie sie durch den Einsatz von VLB-TIX Zeit und Geld sparen. Und es sind dann auch genau diese Buchhändler*innen, die – und zwar zu Recht, und zu Recht sehr deutlich! – das VLB-TIX-Team in die Pflicht nehmen, wenn das System nicht rund läuft. Aber sie tun beides – das System nutzen und seine Performance einfordern –, weil sie schon jetzt davon profitieren und perspektivisch noch stärker davon profitieren möchten.

  • Jens Bartsch

    Jens Bartsch

    @Markus Fertig - @Roland Große Holtforth

    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es steht mir nicht zu, die Einsetzbarkeit von VLB-TIX bei den entsprechenden Kollegen in Zweifel zu ziehen. Da entscheide bitte jeder nach seinem Gusto, was er für machbar und sinnvoll hält. Allerdings betrifft die Forcierung dieses Systems uns hier indirekt, wenn Verlage sich zum Beispiel dafür entscheiden, Vorschauen nur noch digital anzubieten. Roland Große Holforth hat selbstverständlich recht, wenn er schreibt, dass jede Vorschau eine digitale Basis hat. Allerdings begreifen verlagsseitig einige Marktteilnehmer dies als kompletten Freibrief, uns eben nicht mehr in gedruckter Form bedienen zu wollen, weil es dort, dies ist klar, viel Geld spart. Die uns so auf die Brust gesetzte Pistole und damit verbundene angebliche Alternativlosigkeit bringt mich dann doch ein wenig auf die Palme, denn glauben Sie mir, für die hiesigen Arbeitsprozesse gibt es gute Gründe, die keiner Technikfeindlichkeit geschuldet sind.

    Mit dem Faktor Mensch meine ich übrigens nicht primär das, was Herr Fertig in seinem Kommentar darunter versteht. Und ich unterstelle auch nicht, dass vermittels VLB-TIX Verlagsvertreter oder Buchhändler verdrängt werden sollen. Der Faktor Mensch bedeutet für mich u.a., dass trotz aller sinnvoller Rationalisierung durch digitale Prozesse an manchen Stellen die analoge Arbeit für uns effizienter und zielführender ist, worunter ich eben gerade nicht nur einzig die Kernkompetenz der Beratung verstehe.

    Heute kam übrigens die Vorschau des STEIDL Verlags und mir ist schon bewusst, dass ich hier vom Rolls-Royce der Vorschauen spreche. Aber dennoch: Von der äußeren Verpackung bis zum Inhalt inklusive gestalteter Banderole in Haptik und Ansicht eine wahre Wonne, die einem sofort Appetit macht. Für den Hauch eines Augenblicks dachte ich drüber nach, wie solches wohl digital rüberkommt...

    Jens Bartsch – Buchhandlung Goltsteinstraße in Köln

  • Markus Fertig (PR-Manager, MVB)

    Markus Fertig (PR-Manager, MVB)

    Lieber Herr Bartsch, ich kann Sie gut verstehen. Niemand löst gerne ohne Leidensdruck funktionierende Prozesse ab. Aber wie Carolin Weiß geschrieben hatte, in erster Linie geht es uns allen doch darum, möglichst schnell die relevanten und aktuellen Informationen zu erhalten, die wir für unsere Arbeit benötigen. Und die Ressourcen für diese Arbeit sind in unserer Branche mit geringen Margen überall nicht überbordend vorhanden, so dass der Kostenfaktor doch ein legitimer Grund für eine Anpassung ist. Auch in Sachen Aktualität der Inhalte liegen die Vorteile klar auf Seite der digitalen Lösung. Bei der emotionalen Ansprache, die Sie sehr anschaulich beschreiben, hat die gedruckte Variante bisher noch Vorzüge, die es zu übersetzen gilt. Für mich stellt sich aber schon die Frage, wie wichtig dieser Vorzug im Tagesgeschäft wirklich ist, denn bei VLB-TIX wird von Buchhandelsseite unserer Erfahrung nach die werbliche Darstellung der Inhalte eher kritisiert als für zu wenig empfunden. Am Ende ist es doch so, dass weder die gedruckte Vorschau noch eine digitale Variante alle Bedürfnisse bedienen können. Wichtig ist aber, dass sie in Summe die bestmögliche Arbeitsweise für alle Beteiligten gewährleistet. Und ein Medium, das bei Drucklegung schon veraltet ist, kann das auf Dauer nicht mehr sein.

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