In der Vergangenheit hat sich das crossmediale Börsenblatt-Angebot vorrangig über Werbung finanziert. Trotz eines kontinuierlichen Reichweitenzuwachses und steigender Umsätze bei den digitalen Werbeplätzen können die Online-Erlöse den Negativtrend bei den Erlösen für Handelsmarketing in der gedruckten Ausgabe nicht ausgleichen. Parallel stagnieren die Vertriebserlöse.
Um der daraus resultierenden Finanzierungslücke entgegenzuwirken, hat MVB weitreichende Maßnahmen zur Kostenreduzierung umgesetzt – dazu zählt auch die 2024 erfolgte Umstellung auf die zweiwöchentliche Erscheinungsweise der gedruckten Börsenblatt-Ausgabe. Den erreichten Einsparungen stehen die dauerhaft niedrigeren Anzeigenerlöse sowie fortlaufend steigende Allgemeinkosten gegenüber. Vor diesem Hintergrund ist das bisherige Finanzierungsmodell nicht mehr haltbar.
Die Mitglieder des Börsenvereines zahlen mit ihrem Jahresbeitrag auch die Nutzung des Börsenblattes print und online (Börsenballt gehört den Börsenverein – defacto den Mitgliedern). Dieser Schritt ist somit rechtlich für die Mitglieder fraglich und bedarf auch einer Zustimmung.
Wir, von der Buchhandlung Schkeuditz, haben diese Abo Modell Widersprochen. Das Verhalten vom MVB, gerade zu dieser Zeit, lässt sehr zu wünschen übrig.
Es ist wohl der Anfang vom Ende des Börsenblattes als Magazin für die Buchhändler und Mitglieder des Börsenvereins. Im Zuge der Betragssteigerungen, Reduzierungen der Leistungen, ist die Mitglied im Börsenverein auf den Prüfstand zu stellen.
wir wissen, dass das Börsenblatt eine wichtige und geschätzte Informationsquelle für unsere Mitglieder ist. Und gleichzeitig fällt die Veränderung in eine ohnehin sensible Zeit, der Kostendruck ist in allen Bereichen hoch. Die Entscheidung wurde daher nicht leichtfertig getroffen.
Wir sind als Herausgeber davon überzeugt, dass die Branche weiterhin eine verlässliche und professionelle Informationsquelle braucht. Und Qualitätsjournalismus kostet Geld.
Eines Beschlusses bei der Hauptversammlung bedürfen solche Umstellungen nicht. Darüber hinaus entscheidet jedes Mitglied selbst, ob es ein Abo buchen möchte, oder nicht.
Uns ist bewusst, dass Mitglieder ihre Mitgliedschaft am konkreten Nutzen messen. Die Mitgliedschaft im Börsenverein besteht nicht nur aus einem einzelnen Vorteil, sondern aus einem Gesamtpaket: Interessenvertretung, Information, Kostenvorteile, Vernetzung und Unterstützung für die Branche. Auch wenn einzelne Angebote angepasst werden müssen, bleibt dieser Kern erhalten. Auch beim Börsenblatt erhalten Mitglieder weiterhin Preisvorteile: Die Print-Ausgabe bleibt kostenfrei, für das Online-Angebot gelten deutlich vergünstigte Konditionen und auch die Sonderkonditionen bei Anzeigen werden bestehen bleiben. Zudem bleiben Mitteilungen des Verbands und satzungsgemäße Inhalte auf www.boersenblatt.net weiterhin frei zugänglich.
Herzliche Grüße
Thomas Koch und das Team des Börsenvereins
Leider kann ich die Entscheidung nicht nachvollziehen. Wenn es um Kosten geht, so stellen Sie doch die Printausgabe auf Kostenpflichtig.
Wir erhalten seit Jahren die Printausgabe immer mit einem Verzug von 3 bis 5 Tagen. Das heißt für mich als Mitglied keine aktuelle Information. Zur Fairness und dem Zustellproblemen sollte die E-Paper-Ausgabe weiterhin verfügbar sein. Alternativ würde ich immer eine neue Zustellung bzw. Nachlieferung beauftragen, da wir zum Donnerstag kein Börsenblatt erhalten haben.
Bei dem Thema Gesamtpaket: Interessenvertretung, Information, Kostenvorteile, Vernetzung und Unterstützung für die Branche. Genau das sind alles Baustellen, wo es beim Börsenverein hängt. Was für Kostenvorteile? Vernetzung, Unterstützung, - hier ist der Börsenverein weit entfernt.
Und noch einen Punkt. Die Sperrung des Online-Zugang zum 03.08.2026 hat auch noch weitere Auswirkung. Wir können dann keine Kommentare schreiben, also Meinungsfreiheit ist passe. Und was passiert mit den personenbezogenen Daten, wenn der Zugang gesperrt wird.
Die Aussage: Die Entscheidung wurde daher nicht leichtfertig getroffen. – kann ich nicht nachvollziehen. Eher wurde hier nicht an die Auswirkungen gedacht.
Aber es bedeutet auch, dass Debatten weiter verengt werden, dass Brancheninformationen immer stärker nur finanzstarken Organisationen zur Verfügung stehen.
Und ich bin mal ehrlich: So sehr ich das aus der Sicht der MVB und ökonomisch verstehe - politisch, für den Verband halte ich dies für eine fatale Entscheidung, die zur Entfremdung von den Mitgliedern verstärken wird und damit auch die Mitgliederbindung beschädigt.
Das hier ist jetzt so konstruktiv formuliert, wie mir möglich war. Emotional bin ich schlicht wütend...
die MVB ist als hundertprozentige Tochtergesellschaft des Börsenvereins seit jeher das zentrale Informationsmedium für die Mitgliedsunternehmen. Dass Mitgliedern im digitalen Zeitalter die gedruckte Ausgabe weiterhin kostenfrei zugestellt wird, der Zugriff auf die digitalen Inhalte jedoch kostenpflichtig ist, erscheint aus wirtschaftlicher und zeitgemäßer Sicht überholungsbedürftig.
Unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten wäre eine umgekehrte Struktur zielführender: Der digitale Zugang sollte für Mitglieder, die die Erstellung der Inhalte bereits über ihre Beiträge finanzieren, inklusive sein. Die kostenintensivere Printversion könnte stattdessen optional und gegen Aufpreis angeboten werden.
Es steht außer Frage, dass Qualitätsjournalismus finanziert werden muss. Die aktuelle Regelung führt jedoch zu einer Benachteiligung der digitalen Nutzung und ist angesichts des zweiwöchigen Erscheinungsrhythmus der Printausgabe nicht mehr zeitgemäß.
In Ihrer Funktion als ehemaliges Mitglied des Sortimenterausschusses und Mitglied des Vorstands des Landesverbandes Bayern bitte ich Sie daher höflich, diese strategische Entscheidung nochmals unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu prüfen.
Petra Noack
TFM - Centro do Livro, Frankfurt