Die Sonntagsfrage

"Lohnt sich während Corona ein Pop-up-Store, Herr Westermann?"

21. November 2020
von Börsenblatt

Das Buchhaus am Markt in Detmold filialisiert temporär mit „Alfreds Wintertraum“ – einem Pop-up-Store für Kalender, Spiele und Puzzle, das Abholfach, Thementische und natürlich Bestseller. Warum das in Corona-Zeiten eine gute Idee ist und wie sich die Läden verbinden lassen, erklärt Alfred Westermann, Inhaber der Detmolder Buchhandlung, in der Sonntagsfrage. 

Für November und Dezember haben wir unsere Verkaufsfläche von 350 Quadratmeter nochmals um 250 Quadratmeter erweitert. So bieten wir bei den Zugangsbeschränkungen mehr Kunden die Möglichkeit bei uns zu stöbern und einzukaufen. Unsere beengte Fläche im zweiten Untergeschoß bot kaum die Möglichkeit mit den erforderlichen Abstandsregeln Kalender zu entdecken. Diese können jetzt großzügig präsentiert werden. 

Gegenüber unseres Stammhaus in den Nebenräumen des Residenzschlosses ist in den historischen Gewölberäumen nun nicht nur die wohl größte Kalenderausstellung der Region untergebracht, sondern auch die Spiele- und Puzzle-Abteilung, das Abholfach, Thementische und natürlich Bestseller. Besonders hervorgehoben sind Weihnachtsartikel und -Bücher in „Alfreds Wintertraum“

Eine Gemäldeausstellung der regionalen Künstlerin Marion Doxie Delaubel sowie eine Skulpturenausstellung von  Ludwig Maria Vongries aus dem Münsterland unterstreichen das besondere Ambiente der Immobilie und runden das Angebot ab. Und gemäß des Gedankens in schweren Zeiten zusammenzustehen, werden demnächst auch Kekstüten eines Cafés aus der Innenstadt zum Verkauf angeboten.

Inhaber Alfred und Regine Westermann, Inhaber Buchhaus am Markt in Detmold

Inhaber Alfred und Regine Westermann, Inhaber Buchhaus am Markt in Detmold

Investitionskosten: 15.000 Euro für zwei Monate

Dank der Unterstützung von Coppenrath, Athesia und Korsch waren kaum Investitionen in Präsentationsmöbel erforderlich. Der Außendienst der Buchwert stand mit Rat und anpackender Hand zur Hilfe. Die Beleuchtung realisierte ein befreundeter Messebauer, der mit den Preisen sehr entgegenkommend war. Mit den zusätzlichen zwei MitarbeiterInnen und Mietkosten gehen wir somit von einem Invest von ca. 15.000 Euro aus.

Bisher ist das Buchhaus am Markt leidlich durch die Corona-Krise gekommen. Die Kundenfrequenz ist spürbar gesunken. Der Umsatz wurde nur teilweise durch einen deutlich erhöhten Durchschnittsbon aufgefangen. Unser Onlineumsatz ist allerdings um 250 Prozent gestiegen. Nach dem Lockdown wird wieder vermehrt die Bestellung im Netz und Abholung in der Buchhandlung genutzt. Auch deshalb haben wir unser Abholfach in die Außenstelle ausgelagert. 

Blick in die Kalenderausstellung von "Alfreds Wintertraum"

"Alfreds Wintertraum" stillt die Sehnsucht nach heiler Welt

Da „Alfreds Wintertraum“ eine sehr stimmungsvolle emotionale Präsentation der Weihnachtsbücher und Weihnachtsgeschenkartikel ermöglicht, sehen wir eine Sehnsucht gerade in diesem Jahr nach „heiler Welt“. Kunden suchen nach Geschenkideen für Freunde und Familie, die man nicht besuchen konnte / kann.  Wir sind zuversichtlich mit diesem Schritt unseren Vorjahresumsatz im Weihnachtsgeschäft zu stabilisieren.

Zum Glück stimmt die Kundenfrequenz jetzt beim Lockdown Light noch: Da sowohl das Haupthaus als auch der Pop-up-Store am Marktplatz liegen (wir haben Dienstag, Donnerstag und Samstag einen qualitativen Wochenmarkt) kommen viele Kunden weiterhin in die Stadt. Das Stadtmarketing unterstütz die Bemühungen des Einzelhandels, ein neu eingeführter „STADTGUTSCHEIN“ wurde überwältigend angenommen und teilweise von Unternehmen als steuerfreier Sachbezug eingesetzt. Kunden kaufen eher am Ort als in die Oberzentren zu fahren. 

Resümee nach drei Wochen: Eine richtige Entscheidung!

Die Resonanz ist überwältigend. „Meine Freundin hat gesagt, dass musst Du Dir unbedingt anschauen!“ „Danke, endlich mal ein positives Signal in dieser Zeit“ „Glückwunsch, wirklich gelungen“ Selten haben unsere zufriedene Kunden das so oft auch geäußert. Und der Kassenbon bestätigt es auch. Die eigene Motivation und die des Teams wird durch diese Erfahrung beflügelt. Wir sind sehr zuversichtlich von dieser Sympathiewelle auch durchs nächste Jahr begleitet und getragen zu werden. Eine richtige Entscheidung!