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Christopher Schroer zieht BilanzChristopher Schroer zieht Bilanz© privat

15.02.2013Ch. Schroer Verlag kündigt bei Amazon

"Wir ziehen Konsequenzen"

Die ARD-Dokumentation über die Arbeitsbedingungen bei Amazon bringe "das Fass zum Überlaufen", schreibt Verleger Christopher Schroer in einem offenen Brief an Jeff Bezos. Darin kündigt er seine Zulieferer- und Kundenkonten bei Amazon: "Mit sofortiger Wirkung. Ohne Wenn und Aber und mit allen Konsequenzen."

Der Brief von Christopher Schroer, Verlag Die Neue Sachlichkeit in Lindlar, von heute (15. Februar) ist an die Europazentrale von Amazon in Luxembourg adressiert und an Amazon-Chef Jeff Bezos gerichtet.

Wir geben den Brief hier im Wortlaut wieder:

"Heute nehmen wir Abschied, wir kündigen unsere Zulieferer- wie auch Kundenkonten. Mit sofortiger Wirkung. Ohne Wenn und Aber und mit allen Konsequenzen.

Seit Jahren ist es uns als Verlag ein Dorn im Auge, dass Sie an kleine Zulieferer wie uns überzogene Rabattforderungen von 55% stellen. Nein, es muss ja, um mit dem Buchpreisbindungsgesetz konform zu sein, heißen: 50% Rabatt plus 5% Lagerkosten. Dass aber Waren, die nachweislich Durchlaufposten sind, auch ohne Lagerung diese 5% zusätzlichen Kosten verursachen, war uns schon immer unverständlich.

Auch haben wir akzeptiert, dass Sie mit luftigen Buchungstricks bei der Umsatzsteuer Ihren Gewinn maximieren; dass Sie von kleinen Zulieferern verlangen, Rechnungen zu stellen, die dann ins EU-Ausland versandt werden müssen; dass Sie sich vertraglich einen unglaublichen Skontorahmen einräumen lassen. Dass neue, frisch angelieferte Titel in Ihrem eigenen "Marketplace"-Anbieterkonto als Mängelexemplare auftauchen. Und dass Sie Kommissionswaren remittieren, die Sie nicht pfleglich behandelt haben und diese somit vom weiteren Verkauf ausgeschlossen sind.

Dass Sie Ihre Marktmacht gegenüber Ihren "Partnern" rigoros ausnutzen, sollte wohl jedem klar sein: Lebendig erinnern wir uns an Ihre Aktion gegenüber den "Independent Publishers" in Ihrem Heimatland, wo Sie neue Konditionen diktierten. Wer nicht mitzog, der wurde einfach ausgelistet, dessen Bücher waren urplötzlich nicht mehr verfügbar.

Aber, das haben wir hingenommen, zwar nicht ganz freiwillig, denn will ein Kleinverlag von Endkunden wahrgenommen werden, ist es zwangsläufg verpflichtend, bei Ihnen gelistet zu sein. Amazon macht sichtbar, und wer nicht bei Ihnen gelistet ist, der ist bei Endkunden auch nicht "seriös" – oder: Was es bei amazon.de nicht gibt, gibt's nirgends.

Wirtschaftlich trägt sich Ihr Geschäftsmodell für uns nicht. Hat es im übrigens noch nie. Zu überzogen sind Ihre Forderungen, wir fühlen uns nicht als Partner behandelt, sondern als Bittsteller, der bitte, bitte, bitte seine Bücher über Ihre Plattform vertreiben darf und zwar zu Konditionen und Verträgen, die Sie diktieren.

Nun aber bringt die aktuelle Berichterstattung das Fass zum Überlaufen: Sie behandeln Menschen wie Ware. Menschen, die in eine Notlage geraten sind, die Arbeit dringend brauchen. Diese Menschen, Ihre Arbeitnehmer, Ihr "Humankapital" behandeln Sie mit genauso unfairen Praktiken, die Sie schon uns haben angedeihen lassen.

Auf eine Wiederholung der Vorwürfe verzichten wir an dieser Stelle, stehen diese noch im Raum und sind aufmerksamen Zeitgenossen durchaus in lebendiger Erinnerung.

Aber als Ergänzung sei hinzugefügt, dass unsere Ansprechpartner ebenfalls größtenteils nicht in Deutschland sitzen, sondern − so unser Verdacht – in Indien. Wie wohl hier die Menschen behandelt werden? Menschen, denen ein Staat weniger Schutz und Rechte gibt, als auf unserem europäischen Boden.

Respektvolles Wirtschaften, faire Umgangsformen und gegenseitige Rücksichtnahme in einer Geschäftsbeziehung halten wir für unabdingbar. Egal, ob es dabei um Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer und Vertriebspartner geht.

Sie sind, waren es nie und werden es auch wohl zukünftig nicht werden: ein Unternehmen, das Menschen wie Menschen, das Verlage wie Partner, das Kunden wie Könige und Kaiser behandelt. Ein Unternehmen, welches sich u.a. dem Kulturgut "Buch" verschreibt und soziale und ethische Grundsätze beachtet.

Wir können daher nur unsere Konsequenzen ziehen und sagen "Adieu!".

Und eigentlich sind wir froh darüber, einen so schwierigen Geschäftspartner los zu sein."

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Schlagworte:
Amazon 2013

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115 Kommentar/e

1. Kleine Sortimenterin 15.02.2013 12:59h Kleine Sortimenterin

Lieber Herr Schroer,
wir kennen uns zwar nicht, aber ich kann nur sagen: Bravo.
Und ich werde Sie unterstützen, wo es nur geht, schließlich
bin bei größeren Kongressen mit Büchertischen vertreten
und kann - wenn auch im Kleinen- Meinungen beeinflussen.
Und so lernen wir endlich mal, welche Margen den Verlagen
abgezogen wurden.
Und noch eines: Amazon hat alle Bücher der rechtsradikalen Verlage ohne Hinweise im Programm,
siehe den Ares Verlag, um ein Beispiel zu nennen.

2. Jana Taffel 15.02.2013 13:39h Jana Taffel

Ich möchte mich der kleinen Sortimenterin anschließen! Sehr gut! Schön wäre es, wenn sich jeder an die eigene Nase fasst und sich überlegt, ob er wirklich weiterhin mit solchen Menschen-verachtenden Unternehmen zusammenarbeiten möchte/kann. Ob als Kunde oder "Partner". Ich bin angestellte Buchhändlerin und werde mir ihr Verlagsprogramm nun genauer ansehen. So viel Mut muss belohnt werden!

3. Caroline 15.02.2013 13:59h Caroline

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer mutigen Entscheidung! Möge sie belohnt werden und Schule machen!

4. Lars 15.02.2013 14:18h Lars

Wenn amazon so ein schwieriger Geschäftspartner war, warum haben sie dann Geschäfte mit ihm gemacht? Wurden sie dazu gezwungen? Oder haben sie es gemacht, um mit ihrem Weltunternehmen so einem kleinen Buchhändler wie amazon aus reiner Nächstenliebe etwas unter die Arme zu greifen?

Sorry, aber jetzt mal schnell auf der Empörungswelle mitschwimmen, um ein bisschen Werbung zu machen, ist ziemlich billig.

5. Gast 15.02.2013 14:23h Gast

Grandios...einfach klasse!

6. DieBuchhaendlerin 15.02.2013 14:23h DieBuchhaendlerin

Respekt!

7. Gerald Hoedl 15.02.2013 14:28h Gerald Hoedl

@Lars: Warum der Verlag auf die Sichtbarkeit bei Amazon angewiesen gewesen ist, steht in dem offenen Brief. Natürlich bietet sich mit dieser Kündigung in dieser Form zu dieser Zeit eine alternative Möglichkeit sichtbar zu werden - für kurze Zeit. Dies als einziges Motiv zu unterstellen, ist aber unfair. Ich halte das nach wie vor für einen mutigen Schritt und es wäre schön, wenn andere Verlage nachziehen würden.

8. max 15.02.2013 14:34h max

auf jeden Fall ist so langsam etwas passiert.
Hoffentlich ziehen andere, grosse Verlage mit.
Für Herrn Schoer ist dies, wenn auch kurzfristig werbewirksam, kein leichter Schritt.

9. Eine Buchliebhaberin 15.02.2013 14:51h Eine Buchliebhaberin

Bravo, Herr Schroer, für Ihren Brief und Ihr Rückgrat! Ich sehe das als wichtigen und mutigen Schritt!
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel (Vertriebs)Erfolg und hoffe, dass Sie diesen Schritt, den Vertrag mit dem Ausbeuter Amazon, nicht bereuen werden.

10. Michael Nardelli 15.02.2013 14:56h www.nardelli-verlag.de Michael Nardelli

Herr Schroer hat noch was vergessen: Amazon stellt sich Rechnungen selbst aus - ein Heidenchaos bei der Buchhaltung. E-Mails, die man da hinschickt, werden von den Mitarbeitern oft nicht verstanden, weil sie nicht wirklich gut Deutsch koennen oder es kommen Antworten aus der Schublade. Amazon zahlr außerdem erst im folgenden Monat. Januar-Rechnung also erst Ende Februar. Zu den genannten Rabatten, die wir gewähren müssen, kommt noch der Versand der Bücher auf eigene Kosten dazu. Und Remittenten werden ohne Luftpolster oder sonstigen Schutz zurückgeschickt. Viele Bücher sind dadurch beschädigt und nicht mehr verkaufbar. Amazon hat schon Bücher zurückgeschickt, die sie am selben Tag neu bestellt haben. War nix zu machen. Ausgebucht ist ausgebucht. Kostet ja nix.
Ausdrückliches Lob an dieser Stelle an die Barsortimenter KNV und Umbreit. Nehmen zwar auch hohen Rabatt, holen die Bücher dafür aber beim Verlag ab und haben superfreundliche Mitarbeiter. Libri dagegen hat sich leider Amazon angenähert. Ich hoffe, dort behandeln sie wenigstens die Mitarbeiter noch wie Menschen...
Zur Frage, warum wir das üble Spiel von Amazon mitmachen: Wer dort nicht vertreten ist, den gibt es für die meisten nicht. Kann sich nur Joanne K. Rowling leisten. Ich bin um jedes Buch froh, dass ich ohne Amazon verkaufen kann. Dort verdient nur einer: Amazon. Aber Amazon hat eben die Leute verwöhnt. Dass von der Welt Besitz er nehme, erfand der Teufel das Bequeme....

11. peterle 15.02.2013 14:59h peterle

Ehrenwert, aber ob´s dem Kleinverlag nicht mehr schadet als Amazon? Wo bleiben eigentlich die Kartell- und Steuerbehörden die den Vorwürfen von Herrn Schroer nachgehen?!

12. Emil 15.02.2013 15:03h Emil

Tatsächlich ein bemerkenswerter Schritt. Er verdient Respekt. Apropos "verdient". Interessant wäre zu erfahren wie der Herr Verleger mit seinen Angestellten umgeht. Wenn sie Lohnerhöhungen fordern um den in der Branche seit Jahren stattfindenden Reallohn Verlust zu begegnen. Oder zur Verringerung von Arbeitsbelastung die Einstellung neuer MA vorschlagen. Auf den ersten Blick scheint hier ein anderer Schlag Verleger am Ruder. Hält der Eindruck Stand, wenn man genauer hinschaut? Den Angestellten wäre es zu wünchen.

13. Der die Buchhändler kritisch hinterfragt 15.02.2013 15:20h Der die Buchhändler kritisch hinterfragt

Alle Kommentar sind schön und gut. Aber man fragt sich ob die Kommentatoren, welche sich hier über Amazon echauffieren, ihren eigenen moralischen und sozialen Forderungen (die sie hier an Amazon anlegen) gerecht würden, wenn das eigene Unternehmen auf einmal Amazon-Dimensionen annehmen würde!??! ;-)

14. Lars 15.02.2013 15:22h Lars

@Gerald Hoedl
Aha. Und jetzt gibt es diese Abhängigkeit plötzlich nicht mehr? Was hat sich geändert?
Nein, der Verlag hat sich bei amazon listen lassen, weil er Vorteile davon hat, ganz einfach.

Respekt hätte der Verlag verdient, wenn er von Anfang an gesagt hätte: "Die Praktiken bei amazon gefallen uns nicht, wir gehen keine Geschäftsbeziehungen ein."

@Michael Nardelli
Wenn bei amazon nur amazon an ihren Büchern verdient, dann bieten sie sie dort doch kostenlos an. Für ihren Verdienst würde es keinen Unterschied machen und die Werbung wäre doch super. ;-)

15. Stefan 15.02.2013 15:32h Stefan

Sehr gut und konsequent! Ich würde mir wünschen die Amazon-Fanboys aus den Publikumsverlagen würden nur halb so viel Rückgrat zeigen wie Herr Schroer oder zumindest einen Funken ökonomische Vernunft.

16. Michael Nardelli 15.02.2013 15:36h Michael Nardelli

@ Lars
Gute Idee, man könnte auch Auktionen machen ab 1 € wie bei Ebay. Wir haben aber Buchpreisbindung. Da bleibt nicht viel Spielraum :-(((

17. Lesen@Mehr 15.02.2013 15:38h Lesen@Mehr

Chapeau!
Nur wann endlich begreifen das die großen/größeren Verlage?
Wann die Kunden und wann die Gemeinden, die immer neue Lagerhallen genehmigen?
Wann wird es kein Anrennen gegen Windmühlen mehr sein?

18. Michaela Hehemann 15.02.2013 15:41h Michaela Hehemann

Habe die Sendung nicht gesehen. Davon gehört hatte ich schon mal, aber irgendwie bringt mich jetzt erst dieser Brief dazu, Amazon höchstens noch als "Suchmaschine" für diverse Produkte zu nutzen.

19. Peter-Uwe Sperber 15.02.2013 15:41h Peter-Uwe Sperber

Kompliment, bin gespannt, wer sich da einreiht ... dieses Statement hängt jedenfalls ab Sonntag am Schwarzen Brett bei der BücherBörse Ostwestfalen in Bad Salzuflen

20. Behorn 15.02.2013 15:46h Behorn

Bin zwar kein Buchhändler, aber aktiver Leser. Werde alles kräftig breittreten und auch andere Sachen NIE mehr bei a. bestellen.
Ein "Auslisten" kann auch jeder!!!

21. Angela 15.02.2013 15:53h Angela

@ Lars - Es gibt eine Buchpreisbindung. Ihr Versuch die Entscheidung von Herrn Schroer hier schlecht zu schreiben funktioniert so nicht so recht.

@ Der die Buchhändler kritisch hinterfragt - Das ist ja nun sehr hypothetisch. "Wenn du so groß wärst wie Amazon wärst du vielleicht auch nicht besser" und deshalb ist Kritik nun verboten? Merkwürdige Argumentation.

Zum Glück können Menschen Entscheidungen und Verhaltensweisen die sich im nachinein als falsch erweisen ändern. Schön wenn wir es auch tun.

22. Lars 15.02.2013 16:02h Lars

@Angela
Komisch, und warum werden jeden Tag bei amazon kostenlose Bücher angeboten?

Und wie gesagt, Herr Schroer hätte meinen vollen Respekt, wenn er aus den von ihm genannten Gründen von Anfang an auf die Vorteile verzichtet hätte, die amazon ihm bietet.

Mal ganz davon abgesehen:
Ist ihnen, und allen anderen hier, schon mal aufgefallen, dass das, was amazon da an Löhnen zahlt, deutlich über dem liegt, was unsere Politiker sich unter einem Mindestlohn vorstellen? Ich kann bei 8,9 und 10 Euro pro Stunde für einen Job ohne jede Qualifikation den Skandal nicht so richtig erkennen. Jeden Tag werden in Deutschland Hartz-IV-Empfänger gezwungen, für deutlich weniger zu arbeiten. Und niemand regt sich drüber auf.
Erntehelfer werden in Schweineställen untergebracht. Und niemand regt sich drüber auf.
Krankenpfleger arbeiten Doppelschichten und können von ihrem Lohn trotzdem nicht leben. Und niemand regt sich drüber auf.

Und wenn amazon zu Spitzenzeiten Leiharbeiter einstellt, was übrigens alle anderen Unternehmen in Deutschland auch machen, ist das ein Skandal?

Sorry, aber das ist 'ne Menge heiße Luft wegen gar nichts.

23. R. Feldmann 15.02.2013 16:03h R. Feldmann

Oh je, jetzt wird Amazon wohl Insolvenz anmelden müssen.... Oder ob für Mr. Bezos vielleicht doch nur der sprichwörtliche Sack Reis irgendwo in China umgefallen sein könnte...? :-)

24. franz wanner 15.02.2013 16:07h franz wanner

Respekt und traurige Betroffenheit.
Selbst wenn jetzt alle Kommentatoren woanders kaufen, hier geht es um einen Verlag. Und mir fällt momentan wirklich nicht ein, wie ein kleinerer Verlag mit seinen Neuerscheinungen bei der Fülle der verfügbarenTitel dem vermuteten interessierten Leser sichtbar werden will. Beim Sortimenter zahlt man den Regalplatz, online den exorbitanten Rabatt. Und billigst soll es überall sein.
Hoffentlich gibt es ein Konzept, das über die Empörung hinausreicht.

25. Peter-Uwe Sperber 15.02.2013 16:13h Peter-Uwe Sperber

Für alle die das nicht gesehen haben >>> ist bei der ARD in der Mediathek zu finden ... was bei dem Bericht fehlte war,
deren Steuern gehen ins Ausland, aber der deutsche Steuerzahler blecht über die Arbeitsämter für die Kurzarbeiter

26. Nur kein Neid 15.02.2013 16:16h Nur kein Neid

@ Lars - Threat # 22

Guter Beitrag!
Man darf auch nicht vergessen, das so mancher kleine Buchhändler wohl mit Neid auf das schielt, was Jeff Bezos aus seinem Unternehmen gemacht hat, während man selbst auch nach 25 Jahren noch vor sich hinkrebst!

27. Christoph Kaeder 15.02.2013 16:27h Christoph Kaeder

Mutig und sehr konsequent. Aber vermutlich können sich die großen Verlage einen solchen Schritt nicht leisten, weil der Druck der Planzahlen und der Autoren dies nicht zulassen wird. Bleibt zu hoffen, dass vom Leben irgendwan bestraft wird, wer auf diese Art durch die Zeit geht.

28. Schöne Buchwelt 15.02.2013 16:29h Schöne Buchwelt

Ich habe den Bericht über Amazon auch gesehen und dachte sofort, wir - alle, die Bücher lesen, in Verlagen/Buchhandlungen arbeiten - sollten Amazon auslisten, boykottieren.
Die von Amazon gnadenlos eingeforderten Rabatte, der Umgang dieses Riesen mit seinen Mitarbeitern, die unwürdige Überwachung der Mitarbeiter durch die hauseigene Security, die ganz offensichtlich dem rechten Spektrum angehört, Zusammenarbeit mit Leiharbeitsfirmen, die den Arbeitssuchenden Verträge zur Unterschrift vorlegen, die dort gar nicht verstanden werden (können), weil Deutsch für die Suchenden eine fremde Sprache ist . . . hire and fire, je nach Arbeitsanfall, das muss uns doch einfach wütend machen.
Mir ist schon klar, dass es sich viele Verlage nicht leisten können, Amazon zu umgehen, weil sie sonst weniger wahr genommen werden, die Buchverkäufe noch mehr in den Keller gehen. Dennoch sollten sich endlich die größeren Verlage zusammen schließen, Gegenforderungen gemeinsam aushandeln und Amazon unterbreiten. Wenn das wirklich in großem Stil geschieht, muss Amazon die eigene Praxis überdenken.

Herr Schroer hat einen mutigen Schritt getan, noch dazu als relativ kleiner Verlag; meinen Respekt! Zeigen Sie in den großen Verlagen Rückgrad und ziehen Sie nach! Gemeinsam!

29. Fettarmer Joghurt 15.02.2013 16:36h Fettarmer Joghurt

@ Schöne Buchwelt

Ich hoffe, Ihre Empörung erstreckt auch auf alle anderen Firmen, die ebenfalls Leiharbeiter zu weitaus schlechteren Konditionen einstellen, auf alle kleinen Buchhandlungen, die ihre Azubis als billige Arbeitskräfte ausnutzen und alle Hartz IV-Empfänger, die vom Arbeitsamt in 1-Euro-Jobs gedrängt werden, damit sie aus der Statistik rausfallen....

30. na dann.. 15.02.2013 16:54h na dann..

"Seit Jahren ein Dorn im Auge" - und jetzt plötzlich nach dem ARD Bericht auf der Welle mitschwimmen?

Ich gratuliere zu Ihrer guten PR Abteilung ;-)

31. Kleine Sortimenterin 15.02.2013 17:18h Kleine Sortimenterin

Bei dem kleinen mutigen Verlag hat sich gezeigt, wie die Verlage von Amazon finanziell geschädigt werden, wir
Buchhändler haben niemals diese Rabatte verlangt und
bekommen und mit uns konnten die Verlage leben. Die
finanzielle Belastung wurde an die Druckereien weitergegeben, die nun als nächstes in die Knie gehen,
dazwischen stehen noch die Grossisten, die ebenfalls
um ihren Bestand fürchten müssen. Eine ganze Branche
steht hier auf dem Spiel, denn Amazon hatte bereits einen
Marktanteil von 20 Prozent erreicht, da müssen sie nicht
auf einem Kleinverleger, der Mut zeigt, herumhacken.
Unsere Buchhandlungen mit ihren Arbeitsverhältnissen stehen jedem Kunden offen, die meisten Buchhändler kennen die Arbeitsbedingungen bei den Grossisten - der
einzige und dann einer der größten, der erst von einem
ARD Team besucht werden mußte, hatte ja viel zu verstecken. Wer bitte war schon mal in einem dieser Lager? Wer kennt dort die Mitarbeiter? Anonym einkaufen
birgt eben auch Gefahren, das sollten die Kunden beachten.

32. Ralf P. Heier 15.02.2013 17:55h Ralf P. Heier

Jedes Unternehmen muss Gewinn erzielen. Jedes Unternehmen muss auch dabei Kompromisse schließen. Daher mag die Latte bei Unternehmern, anrüchige Praktiken noch zu tolerieren, niedriger hängen, als bei moralisch eher entrüsteten Menschen. Auf der anderen Seite führt die "Geiz ist geil"-Mentalität bei Verbrauchern dazu, dass solche Unternehmen eine solche Vormachtstellung erreichen. Bewundern wir doch den Mut dieses Unternehmers, trotz denkbarer Umsatzverluste diesen Schritt zu wagen und testen, wie bequem die bei A. gesuchten Artikel bei vielen kleineren Unternehmen oft sogar preisgünstiger zu erhalten sind.

33. René 15.02.2013 17:55h René

RESPEKT !

Ich hoffe, dass es ein paar große Verlage gibt die dieses Beispiel folgen. Ein bestimmtes Buch bekommt man nun mal nicht von einem anderen Verlag. Wenn die Bestseller bei Amazon wegfallen, ist es schnell vorbei mit "Buchhandlung Amazon".

Bei den "normalen" Produkten werden Verkaufszahlen von Onlinehändlern analysiert und, wenn es sich lohnt, tritt Amazon selber als Händler auf und erschwert die Auflagen für andere Händler. Um bei Bücher zu bleiben: Amazon liefert Bücher Versandkosten frei. Online-Buchhändler dürfen das von Amazon nicht und müssen Versandkosten berechnen.

Ein verwerfliches System, das leider noch nicht jeder durchschaut.

34. Bülent 15.02.2013 17:58h Bülent

Vielen Dank für den mutigen Schritt. Mögen es größere auch androhen, dass die Bedingungen sich bessern.

Bei Amazon werden auch andere Lieferanten gegängelt. Das komplette Risiko bis hin zur Stammdatenpflege wird von den Lieferanten übernommen. Unzureichende Ansprechpartner und unzureichende Margen. Das kennt man auch vom stationären Handel - zu mindest bei den Großen - doch amazon.de hat es perfektioniert. Und warum dann trotzdem?

Wie schon öfters beschrieben, weil sonst die Marke zu wenig bei den Endkunden präsent ist. Es ist im Prinzip der Preis für die Markenplatzierung.

Die Kosten müssen über die anderen Distributionswege finanziert werden.

Solange wir und die Welt auf Wachstum setzt, wird es so weitergehen.
Eine neue Weltordnung brauchen wir. Eine Welt in der andere Maßstäbe gelten... Siehe auch den wdr5 Bericht unter http://tinyurl.com/b5kyuxo

Vielleicht ist doch eine bessere Welt möglich?!

35. Helldra 15.02.2013 18:55h Helldra

Nun ist dies schon der zweite kleine Verlag, den ich kenne, der sich von Amazon lossagt. Der erste schon im Dezember, ohne offenen Brief, ohne geschickte Platzierung nach der Berichterstattung. Aber sei es drum, die Entscheidung ist mutig und betriebswirtschaftlich riskant.

Aber solange es Kunden gibt, die alles billig, alles schnell, alles bequem von zu Hause aus bestellen wollen, solange wird es Händler wie Amazon geben, die dann ihre Bedingungen diktieren können.

Noch eine Sache zu der Berichterstattung: 9 Euro brutto als Stundenlohn für Lagerarbeiten ist wirklich nicht schlecht. Davon könnten sich die Verlage mal eine Scheibe abschneiden, die Studenten für 3-6-monatige Praktika - ohne Bezahlung! Verlage, die Volontäre (mit abgeschlossenem Hochschulstudium, mit eigenverantwortlichen Buchprojekten) für zwei Jahre zu einem Bruttolohn von 800 Euro/Monat einstellen. Aber dann vom Kulturgut "Buch" reden und gegen "unsoziale" Unternehmen wie Amazon wettern.

36. Kleine Sortimenterin 15.02.2013 18:56h Kleine Sortimenterin

Lieber Rene, die Versandkosten spielen eine wesentliche
Rolle, da zeigt es sich, daß Sie und ich eben Konkurrenten
sind, wollen wir über A etwas verkaufen, werden wir gezwungen, Porto zu nehmen. Mich würde brennend interessieren, wieweit die neueste Portoerhöhung für Büchersendungen mit dem "Riesen" zusammenhängen, er
zahlt mit Sicherheit nicht mehr. Müssen wir dieses
subventionieren? Politiker, wo bleiben die Antworten?
Insider bei der Post, schreibt uns!

37. Burkhard Schirdewahn 15.02.2013 19:19h Burkhard Schirdewahn

Meinen Respekt für diesen konsequenten Schritt.-

38. Horst 15.02.2013 20:11h Horst

@lars
Ihre Argumente sind nicht schlüssig. Jeder Verlag denkt zu Beginn, dass er Vorteile zieht. Merkt man dann aber, dass dem nicht so ist und im gegenteil sogar Sauereien stattfinden, kann man den Mut haben und gehen. So wie hier passiert. Das verdient Respekt denn es ist betriebswirtschaftlich ein Risiko. Zweitens hätte er ihren Respekt gehabt, wäre es von Anfang an geschehen impliziert, dass sie auch mit den Praktiken nicht einverstanden sind. Immerhin, aber Hellsehen kann keiner. Im übrigen rege ich mich, wie auch vermutlich alle anderen, sehr wohl darüber auf welche Missstände in anderen Bereichen stattfinden und es soll ein solcher shitstorm über alle diese miesen Ausbeuter hereinbrechen. Amazon war jetzt eben in den Medien weil ihr Mist aufgeflogen ist.
Der eigentliche Grund zum meckern bezüglich des Bruttolohns ist, dass Amazon die Leute mit fast 10 Euro ködert, dann aber an eine zeitarbeitsfirma weitervermittelt, die nur noch etwas über 8 zahlen. Das erfahren diese Leute erst wenn sie da sind und fliegen sofort raus wenn sie Mücken.. Das ist keine gute Geschäftspraktik. Außerdem waren da noch die Securityleute, rechtsradikal angehaucht und extrem einschüchternd. Auch nicht gut. haben sie den Bericht überhaupt gesehen?

39. Winfried 15.02.2013 20:33h Winfried

Jeder der bei Amazon & Co einkauft sollte sich selbst fragen, was würde sein, wenn "ICH" dort (aus wirtschaftlichen Gründen) arbeite müßte. Würde ich das wirklich wollen? Will ich wirklich dort bestellen, während dort Arbeitende dort hart an der Grenze zur Legalität und der Menschenwürde ein karges Leben fristen müssen. Oder würden wir lieber ein paar Cent/Euro mehr bezahlen wollen, die den Arbeitern dann zu 100% zugute kommen.

Hoffentlich überleben die normalen stationären Buchhandlungen auch zukünftig!! Ich habe bei Amazon noch nie ein Buch bestellt und will es auch nicht!

40. Erstaunter 15.02.2013 22:03h Erstaunter

Seltsame Sache: Herr Schroer schreibt: "Seit Jahren ist es uns als Verlag ein Dorn im Auge, ..."
Im VlB sind von ihm 11 Titel gelistet, davon ist gut die Hälfte noch nicht erschienen, der älteste Titel davon ist in 2012 erschienen.
Bei Amazon sind immerhin 24 Titel gelistet, davon 10 noch nicht erschienen und der älteste vom Februar 2012.
Zwei Titel gibts als Kindle(!)-Edition, hoffentlich in Deutschland zu Tariflöhnen konvertiert.
Dass bei Amazon mehr Titel zu finden sind als im VlB lässt ahnen, dass man den Buchhandel als Hauptvertriebsweg noch nicht immer zu schätzen wusste. Aber nach diesem PR-Coup werden sich die unabhängigen Buchhändler hoffentlich stapelweise Schroer-Titel aufs Lager nehmen und so dem bösen Kommerz die Stirn bieten!

41. KChristoph 15.02.2013 22:34h http://mein.herz.ag KChristoph

Herzliche Grüße aus Hannover !
Hoffendlich ziehen noch mehr nach.
Dankeschön !
http://t3n.de/aggregator/der-anfang-verlag-kuendigt-bei-amazon-wir-ziehen-konsequenzen

42. Andrea 15.02.2013 23:37h Andrea

ein schöner Brief, ich verstehe die vielen Unterstellungen nicht, dass die Vertragskündigung ein PR-Schachzug sei. Na klar macht man damit von sich reden, aber ich verstehe den Schritt vollinhaltlich - wer schon mal bei Amazon Marketplace VERkauft hat, weiß, wie der Verkäufer abgezockt wird. (Stichwort Portokosten die dem Käufer umgehängt werden, die der Verkäufer aber nie bekommt, die steckt Amazon ein)
Und hier geht es immerhin um Menschen, über die in dem ARD Beitrag berichtet wurde - das ist menschenunwürdig in Europa! Ich habe immer bei Amazon bestellt und werde es in Zukunft woanders tun!

43. Klaus 16.02.2013 01:02h Klaus

Habe ich bei der ARD auch gesehen - Was soll man da zu sagen ?? Es wird langsam mal zeit das die Staatsanwaldschaft im Namen des Volkes und die Steuerfahndung - da mal entlich aktiv wird !!

44. Ryan Random 16.02.2013 02:45h http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/partnerprogramm-bei-amazon-verdient-die-npd-mit/3192018.html Ryan Random

Auszug:

Sie sind, waren es nie und werden es auch wohl zukünftig nicht werden: ein Unternehmen, das Menschen wie Menschen, das Verlage wie Partner, das Kunden wie Könige und Kaiser behandelt. Ein Unternehmen, welches sich u.a. dem Kulturgut "Buch" verschreibt und soziale und ethische Grundsätze beachtet.

Soziale und ethische Grundsätze,dafür waren sie schon mitte 2009 bekannt geworden.

Bei Amazon verdient die NPD mit....
Amazon hat die NPD in sein sogenanntes Partnerprogramm aufgenommen – und zahlt der Partei Provisionen für verkaufte Bücher. Politiker fordern, die Kooperation aufzukündigen. Bei Amazon sieht man das Ganze unaufgeregt: „Es gibt eine Nachfrage dafür, die wollen wir befriedigen."

ab da war es aus...

hier der link zum Bericht:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/partnerprogramm-bei-amazon-verdient-die-npd-mit/3192018.html

45. horst temmen 16.02.2013 04:15h ww.edition-temmen.de horst temmen

ich bin immer wieder fasziniert, wie wenig unsere branche weiss, wie die verhaeltnisse sich draussen in der realen welt innerhalb und ausserhalb des buchhandels gestalten - m.e. eine absolut laecherliche reaktion des schroer-verlages - @lars hat voellig recht!!
schade nur das unser verband dem pr-gag eines verlages einen derart breiten raum einraeumt, ohne gleichzeitig dem buchhandel einen spiegel vorzuhalten, welcher zugunsten des "kultur-UN-gutes" Shades of Grey und aehlichen reinen kommerz-titeln breite flaechen raeumt und damit z.b. kleinverlagen die praesentationsmoeglichkeiten ihrer titel beraubt. amazon hingegen fuehrt selbst heute noch titel aus dem christopher schroer verlag, der selbst amazon - m.e. unberechtigt - so an den pranger stellt.

wer hin und wieder mal eine zeitung liest oder z.b. panorama oder andere documentaries schaut, weiss, dass z.B. in vielen deutschen restaurants und kneipen weit geringere loehne fuer servierpersonal gezahlt wird als bei amazon... wo bleibt da der aufschrei? wo bleibt der aufschrei, wenn man weiss, dass die meisten kleidungsartikel in deutschen laeden in laendern von frauen und jungen maedchen (z.b. indien) hergestellt werden, die nicht einmal 1 euro pro tag verdienen (wdr-dokumention), die hier aber in allen innenstaedten fuer 20 euro und viel mehr pro stueck verkauft werden. wo ist der boykottaufruf?
wie weltfremd agiert eigentlich insbesondere ein kleinverlag, der bei amazon eine 100% praesenz seiner titel geboten bekommt, die er bei keiner einzigen deutschen buchhandlung und bei keinem einzigen barsortiment vorfindet und mokiert sich ueber die bedingungen, die absolut im rahmen dessen sind, was inzwischen vollkommen ueblich ist, will man umfassende praesenz in den buchhandlungen und bei den barsortimenten erreichen.

UND:warum denken sie, gehen so viele menschen inzwischen den leichteren amazon-weg, um in den besitz eines bestimmten buches zu kommen? - weil sie gemerkt haben, dass amazon das absolut umfassendste angebot in allen themenspektren des lieferbaren buchangebotes in extrem kurzer zeit vorliegen hat!!!
das ist der wirkliche grund, warum so viele leute diesen amazon-weg gehen, weil sie schlichtweg vor ort in ihrer buchhandlung nicht mehr adäquat oder in gleicher weise betreut werden koennen!
daran ist aber nicht und in keinster weise amazon schuld, sondern diese nutzen nur voellig legitim das umvermoegen anderer anbieter am markt zugunsten der verfuegbarkeit fuer den leser und kaeufer von buechern, ueber die wir alle nur froh sein koennen, dass es sie noch gibt in der heutigen zeit....

46. ebenfalls Erstaunter 16.02.2013 08:55h ebenfalls Erstaunter

Zitat #40: "Seltsame Sache: Herr Schroer schreibt: "Seit Jahren ist es uns als Verlag ein Dorn im Auge, ..."
Im VlB sind von ihm 11 Titel gelistet, davon ist gut die Hälfte noch nicht erschienen, der älteste Titel davon ist in 2012 erschienen.
Bei Amazon sind immerhin 24 Titel gelistet, davon 10 noch nicht erschienen und der älteste vom Februar 2012.
Zwei Titel gibts als Kindle(!)-Edition, hoffentlich in Deutschland zu Tariflöhnen konvertiert.
Dass bei Amazon mehr Titel zu finden sind als im VlB lässt ahnen, dass man den Buchhandel als Hauptvertriebsweg noch nicht immer zu schätzen wusste. Aber nach diesem PR-Coup ..."

So ist es.

47. B. Felba 16.02.2013 09:38h B. Felba

Lieber Horst,
es muss ja eine schreckliche Zeit gewesen sein, als man ohne die Hilfe eines Internetmolochs, der

1) seine Lieferanten aussaugt
2) seine Defizite im Buchverkauf durch -saisonal- über 90 % Leiharbeit zu kompensieren versucht
3) sich äußerst fragwürdiger Methoden bei der Überwachung der Leiharbeitskräfte bedient
4) sich mit Schleuderpreisen Marktmacht kauft und - nochmal - dabei in diesem Segment gar keinen Gewinn macht
5) die allgemeine Kaufkraft schwächt, indem er keine Steuern zahlt, aber von der vorhandenen Infrastruktur profitiert
6) sich nur dort ansiedelt, wo er mit falschen Versprechungen über bspw. Arbeitsplatzschaffung auch noch Subventionen einstreichen kann
7) als mittlerweile größte Buchhandlung immer wieder darauf hingewiesen werden muß, dass es a) eine Buchpreisbindung gibt und b) rechtsradikale, indizierte Bücher

kaum ein Buch verkaufen konnte. Und nun bist Du dankbar, dass es mit Hilfe eines solchen Ladens möglich ist, alle Deine Bücher verfügbar zu machen?
Das ist doch nicht Dein Ernst, oder?
In der realen Welt, die Du ja so gut kennst, gibt es mächtig viele Kampagnen gegen Ausbeutung, Kinderarbeit, rechtes Gedankengut, schau Dich nur um, ohne Scheuklappen, nimm teil. Und eine Argumentation, die Schlechtes gut sein läßt, weil es noch Schlechteres gibt, hat kein gutes Niveau.
Schön, wenn man viele Bücher verkaufen kann, doof, wenn es unter solchen Bedingungen geschieht. Das sollte möglichst vielen Menschen klar gemacht werden, denn dann ist es weder hip noch pc, einen solchen, mit unlauteren Mittel kämpfenden Marktteilnehmer zu unterstützen. Es ist nicht okay, zwecks Gewinnmaximierung alle Spielregeln über Bord zu werfen, oder bist Du da anderer Meinung?

48. Kleine Sortimenterin 16.02.2013 10:26h Kleine Sortimenterin

an Herrn Temmen: Jahrelang habe ich in einer benachbarten
Stadt von Bremen ihre Bücher verkauft und protegiert,
daß wir nicht alle Kunden in der Welt erreichen, liegt nicht
an meiner Buchhandlung. Die Verlage hätten ja eine ähnliche
Plattform aufbauen mit dem Hinweise auf die Buchhandlungen, wo es denn ihre Bücher gibt. Diese Kritik
von Ihnen muß ich mir als Buchhandlung wirklich nicht
bieten lassen und bin ziemlich empört.

49. Holzi 16.02.2013 10:32h www.holzi-freiburg.de Holzi

Grossartig! Danke!

50. Leser 16.02.2013 11:45h Leser

Herr Temmen hat absolut recht und außerdem: man baut mal nicht einfach so eine Plattform auf, zumal nicht als kleiner Verlag. Als Kunde will ich zuerst einmal meine Bedürfnisse befriedigt wissen, nicht die eines Buchhändlers; und Amazon hat kapiert, was Kunden wichtig ist.

51. igitt 16.02.2013 11:51h igitt

Herr Temmen hat vollkommen recht.

Ich weiß gar nicht, was ich heuchlerischer finden soll:

Einen Kleinverleger, der gerade erst an den Start gegangen und dem Amazon dennoch "als Verlag seit Jahren ein Dorn im Auge ist" und dessen Bücher ja eben nicht "mit sofortiger Wirkung" bei Amazon verschwunden sind? Und der seinen eigenen Autoren rücksichtslos einen Vertriebsweg abschneidet? Und dem es sowas von offensichtlich darum geht, das mögliche Elend von Amazon-Arbeitskräften für eigene, populistische Zwecke auszuschlachten?

Oder einen Buchhandel, der gerade erst kundgetan hat, dass er nach einem ganzen Jahr Sortieren kein schöneres "Buch des Jahres" als Shades of Grey ausfindig machen konnte und der mit diesen und anderen Verhaltensweisen ja höchstselbst die Kleinverleger nötigt, das menschenverachtende Amazon als Vertriebsweg zu nutzen? Und der vermutlich vom Schroerverlag noch nie ein Buch im Programm hatte und hier nun den großen Claqueur mimt?

52. Leser78544 16.02.2013 11:55h Leser78544

Im Kapitalismus sind Menschen mit ihrer Arbeitskraft immer Waren. Und der wirtschaftet effizient, der die Kosten drückt und die Gewinnmarge erhöht. Amazon hat sich das Spiel nicht ausgedacht (das im Übrigen auch Sie spielen und spielen müssen), Amazon spielt nur sehr effizient, man kann auch sagen rücksichtslos. Aber es ist bigott, einerseits wirtschaftlichen Erfolg ("Unternehmergeist") als Gesellschaft fdp-artig zu beklatschen und zu loben, und andererseits dann darüber zu jammern, dass dabei ja so manches und mancher unter die Räder kommt. Von daher wirkt der Brief auch rührend naiv, ansonsten entnehme ich ihm interessante Details zum weiter oben grob angerissenen.

53. Michael F. Simon 16.02.2013 11:59h Michael F. Simon

Lieber Herr'/Frau Felba

wenn Amazon nur aus den von Ihnen genannten Gründen eine solche Marktmacht erreicht hat, dürfte es ja in einer konzertierten Aktion von Verlagen und Buchhandlungen ein leichtes sein, eine ebenso gute Alternative zu etablieren. Dem ist aber nun mal nicht so, sondern Amazon ist so gross, weil es mehr als jeder andere Einzelhändler jede Menge Kohle in seine EDV und Logistik investiert.

In Bad Hersfeld hat Amazon immerhin ca 2.500 festangestellte Angestellte

Schon mal überlegt was wohl z. B deutscher Spargel, deutsche Erdbeeren kosten müssten, wenn den Ernthelfer Löhne zwischen 8-10 Euro bezahlt werden würden....

Wieviele Weihnachtsaushilfen im deutschen Einzelhandel kamen wohl auf einen Stundenlohn von 8,50 wohlgemerkt nach Abzug von Teilverpflegung und zugegeben unterirdischer Logis und Fahrt?

Schon mal bei Ihrem örtlichen Rewemarkt nachgefragt was die Leute bekommen die dort die Regale einräumen?

Schon mal was über die Arbeitsbedingungen bei z.B. Netto, NKD gehört?

Wieviele Branchenteilnehmer bezahlen eigentlich nach für ihr Bundesland gültigen Tarif?

Hugendubel lässt seine Instorelogistik von einer Firma betreiben, die ihren Angestellen zwischen 6 und 8 Euro bezahlt, feste Arbeitszeiten kennen die nicht, es wird halt so lange gearbeitet wie Arbeit da ist, das kann 1 Stunde sein das können 4 Stunden sein und nur die werden bezahlt.

Douglas und damit Thalia gehört mittlerweile einer Investmentgesellschaft die auf den Caymaninsel beheimatet ist, ob Douglas in Deutschland jemals wieder Ertragssteuern zahlt?

Im Gegensatz zu etlichen Standorten von Amazon gibt es bei Saturn/Mediamarkt, immerhin der größte stationäre Elektronikfachmarktkette Europas, keine Betriebsräte

Osiander eröffnet seine erste Filiale in Hessen in einem ECE-Einkaufszentrum, das mit Hilfe portugiesischer und rumänischer Scheinselbständiger gebaut wurde, die auf Stundenlöhne zwischen 1 und 2 Euro gekommen sind. Bei Osiander werden die Mitarbeiter übrigens auch nach Hause geschickt, wenn nicht genug Arbeit da ist.

Leider ist mir aus der Branche bisher noch nie der Ruf nach einem Transfairsiegel für Spiegelburg, moses odere andere Nonbookanbieter begegnet

54. T. Stechmüller 16.02.2013 12:05h www.buch-gronau.de T. Stechmüller

Ärgerlich finde ich die Details in dieser Diskussion. Dass es den deutschen Verlagen und dem Börsenverein nicht gelingt, gemeinsam gegen die zum Teil unlautere Marktpolitik von Amazon vorzugehen. Die Kosten des nach Horst Temmen ganz normalen Marktverhaltens tragen nämlich kleine Buchhändler wie ich. Ich bekomme von den Verlagen durchschnittlich einen Rabatt von 32%, und jedes Jahr sinkt er weiter. Zugunsten von Amazon, Thalia und Co. Bei 55 % würde ich anfangen unsere Innenstadt mit Gold zu kacheln. Und selbsverständlich auch das vollständige Sortiment von Horst Temmen anbieten.
Die Buchhandlungen sterben nicht, weil Buchhändler es einfach nicht können, sonderen weil der Wettbewerb schon lange nicht mehr fair ist.

Ich finde es gut, dass ab und an mal einer versucht, in einer falschen Welt etwas richtig zu machen.

Zynische Bemerkungen von anonym Erstaunten finde ich dabei armselig.

55. Norah Wilde 16.02.2013 12:49h http://www.wildebuecher.de Norah Wilde

Wenn Amazon nicht mehr gibt, wird es ein neues Amazon geben. Es ist nicht das Unternehmen, sondern unsere Gesellschaft, die Minderlöhne, Ausbeutung und allgemeine Ungerechtigkeit fördert. Das Unternehmen bewegt sich einigermaßen innerhalb der von UNS festgelegten Regeln.

Christopher Schroer hat mit seinem Schritt Mut bewiesen. Ob dieser Schritt tatsächlich uneigennützig und sozusagen nobel war - keine Ahnung.

Norah Wilde

PS @T. Stechmüller: Potenzielle Kunden als armselig zu bezeichnen ist - nun ja - nicht besonder klug, oder?

56. armseliger anonym Erstaunter 16.02.2013 13:04h armseliger anonym Erstaunter

ich frage mich, wie viele von den reichseligen Klarnamen-Empörern hier ihre Empörungen mit einem Gerät mit dem schönen Apfellogo zu Protokoll geben. Aber sicherlich haben sie sich alle schon mit den Produktionsbedingungen von Apple in China vertraut gemacht und nutzen nur noch Smartphones aus fairer einheimischer Produktion. Und die buy-local-Buchhändler haben sicherlich schon alle Bücher und Nonbooks "made in China" aus ihren Regalen verbannt.
Und wer in Zusammenhang mit Zweibett-Zimmern im Seepark Kirchheim das Wort "Menschenwürde" bemüht, der sollte sich mal die Unterkünfte von Saison-Erntekräfte in der deutschen Landwirtschaft anschauen. Ihm würden die Spargel quer im Halse stecken bleiben!

57. Martin S. 16.02.2013 13:13h www.gemeinwohl-oekonomie.org Martin S.

Respekt Herr Schroer, das ist ein mutiger Schritt!

Als Kunde ist es einfach und bequem über Amazon zu bestellen, aber jeder trifft eine Entscheidung wenn er/sie auf Bestellen klickt.
Es geht also darum, wie im Fall Amazon, ein Bewusstsein zu schaffen was dahinter steht.

Ich gebe Kommentator 55 recht, dass die wirtschaftllichen und politischen Rahmenbedingungen es geradezu forcieren, dass solche Unternehmen entstehen. Zu Lasten vieler.

Veränderungen über die Politik erwarte ich heute nicht mehr, dafür sind Politik und Wirtschaft mittlerweile zu eng verwoben.
Also können nur die Kunden und Unternehmen aktiv, indem sie gegen die Systemzwänge agieren.
Als Kunde bewusster einkaufen und als Unternehmen nicht die Maximierung des Finanzgewinns in den Mittelpunkt stellen, sondern bspw. ökologische und soziale Aspekte.
Ich weiß das viele nun sagen es geht nicht, weil Kunden es sich nicht leisten können oder Unternehmen unwirtschaftlich werden.
Ich sage es geht. Ich kenne unternehmerische Beispiele die als "Pioniere des Wandels" voran gehen und trotzdem wirtschaftlichen Erfolg haben.
Als Kunde kann ich anfangen Akzente zu setzen und in den Buchhandel gehen um mein Buch zu kaufen und ab nächsten Monat nur noch bei meinem regionalen Biobauern kaufen usw..

Wenn wir als Kunden verstehen wie viel Macht wir haben, dann werden unethischen Unternehmen die Existenzgrundlage entzogen.

Ich unterstütze die Gemeinwohl Ökonomie (siehe Link oben), weil sie genau das macht!

58. benjamin 16.02.2013 15:55h benjamin

bitte weiter so es reicht mit dem menschenverachtenem system der angst . es passiert nur solange mit uns bis wir uns entscheiden aus der OPFERROLLE auszusteigen = verantwortung uebernehmen fuer unsere mitmenschen und uns!!! auf allen ebenen : essen , keidung ... jeh mehr vereinzelt mitmachen in ihrer umgebung desto realisierbarer wird ein harmonisches zusammensein.danke fuer jedes teilchen das auch so schwingt...

59. Kleine Sortimenterin 16.02.2013 16:12h Kleine Sortimenterin

Noch eines zu Herrn Temmen, vereinnahmen Sie lieber nicht
die ganze Branche...bin erstaunt, ihr Kommentar...
Als Buchhandlung sind mir durchaus die anderen Branchen
bekannt, meine Kunden sind auch in Betrieben tätig, wir
haben eben noch den Kontakt, den Sie ja über Amazon
niemals haben werden, die direkte Kundenansprache.
Im Spiegel steht heute ein Bericht über das Steuergebaren
der großen Player, darunter auch wieder Amazon und
damit auch Sie, Herr Temmen, der Gewinn, den Sie Amazon großzügig überlassen wird von denen nicht versteuert, im Gegensatz zum stationären Buchhandel,
der jeden Cent versteuert. Vermutlich wird es sich bald
mit den Steueren ändern und dann werden wir sehen, wie weit sie mit der Platt-Form noch kommen werden. Nur brauchen Sie
mich dann nicht mehr zu fragen, aus mehreren Gründen.

60. Dodo 16.02.2013 16:20h Dodo

Amazon hat übertrieben und kriegt jetzt was vor den Bug, berechtigter Weise. SO geht man nicht mit Menschen um und wer das nicht erkennt, ist blind, taub, oder beides. Dieses ewige Abdriften vom eigentlichen Thema schafft höchstenfalls eins: Übles mit noch Üblerem schönreden. Dass es viele Baustellen gibt im Bereich moderner Sklavenhandel, weiß mittlerweile wohl jeder. Und schönzureden gibt’s da gar nichts. Deswegen kann man hier aber doch beim Thema bleiben. Wieder Mal ist endlich was aufgeflogen und hoffentlich wird das ein 2. Lehrstück nach Schlecker.

Man ködert keine Menschen mit falschen Voraussetzungen, man setzt keine Menschen wissentlich der Unfallgefahr in hoffnungslos überfüllten Bussen aus. Man hält keine Menschen, egal nun wo, unter der Fuchtel einer solchen Security. Man füttert Menschen nicht ab wie Schweine. Man bringt sie auch nicht unter in einsamen Gegenden, wo sie nichts selbstständig erreichen können und verbietet ihnen dann, ein Brötchen mitzunehmen, obwohl man ihnen Kost und Logis bereits vom Lohn abrechnet. WAS um alles in der Welt ist denn los, dass viele hier diese Farce scheinbar als *normal* betrachten, womöglich noch: Was wollen die überhaupt?

Ich bin entsetzt über einige Kommentare hier. Amazon und alle, die da im Hintergrund mitverdient haben, stehen zu recht am Pranger. Ich hoffe, dass Kunden diesem Verein zu Hauf dauerhaft den Rücken kehren. Nur so können die (vllt.) noch was lernen.

Zeit- und Leiharbeit gehört unter strengste Kontrollen und ihr Missbrauch gehört unter Höchststrafen gestellt. Oder besser noch: Abgeschafft, driftet eh viel zu oft ins Kriminelle ab. Mit Demokratie hat das längst nichts mehr zu tun. Ein Skandal jagt den nächsten und nichts passiert. Und viele verteidigen noch die Täter. Hoffentlich werden sie nicht selbst mal Opfer.

61. Antiquariat Büchergott - Matthias Barthel 16.02.2013 17:03h http://www.booklooker.de/buechergott_de/ Antiquariat Büchergott - Matthias Barthel

Ich bin froh über Ihre Reaktion. Auch ich habe direkt nach dem Ende das Beitrags meine Einsiegseite bei Booklooker dahingehend geändet:
"Wir arbeiten NICHT mit AMAZON zusammen."

Darüber hinaus habe ich meine Geschäftsbeziehungen im privaten Bereich mit Amazon gekündigt (über deren Feedback-Seite) und werde auch in Zukunft keine Akquise über Amazon betreiben.

Ich hoffe auf mehr Internetantiquariate, die sich in dieser Form eindeutig aufstellen.

Matthias Barthel -Inhaber von Büchergott.de-

62. Missminnie 16.02.2013 18:48h Missminnie

habe soeben die Kündigung meines Amazon-Kontos veranlasst und eine laufende Bestellung storniert.
Leider habe ich mir zuvor nicht viele Gedanken über diese Firma gemacht und schäme mich.
Ich gratuliere dem Verlag Schroer zu seinem Schritt und dem Offenen Brief.

Wir Verbraucher haben doch so viele Möglichkeiten der Einflußnahme.
Lasst sie uns noch mehr nutzen !

63. Esther Giese 16.02.2013 19:27h www.buchladen-suelzburgstrasse.de Esther Giese

Wir haben bisher für Kunden antiquarische Bücher auch bei Amazon bestellt. Jetzt nur noch bei ZVAB oder booklooker. Schön, dass man wählen kann.

64. Tjalf Boris Prößdorf 16.02.2013 20:05h Tjalf Boris Prößdorf

Frau Giese, bitte schauen Sie mal den Wikipediaeintrag über ZVAB ab, da kann man in's Grübeln kommen. Nein, das meine ich nicht besserwisserisch, ich weiß es auch erst seit drei Tagen.

PS. Wikipedia ist auch so ein Infrastrukturvernichter, den wir alle aus Geiz und Faulheit großmachen.
Ob uns das wohl mal leid tun wird, wenn die Rechnung kommt?

Der real existierende Sozialismus ging pleite, als nach Jahren des ungehemmten und fortgelogenen Verschleißes die geklaute Infrastruktur im Eimer war - sollte dem real existierenden Kapitalismus etwa gelingen, sich um die technischen Folgen verschlissener Infrastruktur herumzumogeln? Hier nutzen einzelne Großunternehmen die vorhandene Infrastruktur bis zum Anschlag, ohne über Steuern zu deren Instandhaltung beizutragen. Mal schau'n wie lange das gutgeht.

65. juli 17.02.2013 08:25h juli

was ist das für ein blödsin, wenn mir ein auftraggeber nicht passt dann arbeite ich nicht so lange für ihn!! aber versuchen den jetzt fertig zu machen ist ein armenzeugnis denke das da nur neid hintersteckt, ist doch voll peinlich öffentlich so etwas zu schreiben und zugeben das man zur blöd ist geschäfte zu machen und dann versuchen jemanden ein reinzuwürgen !!! sorry aber echt traurig das ihr diesen weg geht, armenzeugnis für die FA. bei so einen cheff

66. tanjamaja@web.de 17.02.2013 08:41h tanjamaja@web.de

Hallo, ihr regt euch über den Verdienst auf?? ohhh...mann... dann seid ihr woll alle gut verdiener, oder?? ich habe eine gute Ausbildung arbeite nicht in meinen Beruf und verdiene wenig!!! wer verdient von euch genug?? ihr hack alle auf
Amazon rum aber ich bin froh das es ihn gibt, ich verdiene nicht viel und freue mich auch einwenig geld für Porto einzusparen! ausserdem schaut doch in gastronomie, Tankstellen, Friseursalon usw. ihr lässt euch auch die Haare schneiden und bezahlt nur den Hungerlohn, warum gibt ihr nicht das doppelte??? es würde den Personal da auch besser gehen!! oder??? und das geht vielen anderen Berufen auch so!!! fängt einfach mal ganz oben an, an den Steuern, Sozialabgaben usw. für euch un AG..... da muss sich viel ändern!!!

67. Aufbruch 17.02.2013 09:17h Aufbruch

Danke an Herr Schroer für seinen selbstlosen und ökonomisch sicherlich nicht ungefährlichen Einsatz für die spanischen Zwangsarbeiter bei Amazon. Wir sollten aber nach diesem ersten mutigen Schritt weitere machen: kaufen wir keine in China gedruckten Bücher mehr, keine in Indien konvertierten Ebooks, nutzen wir keine zu Niedrigstlöhnen bei fragwürdigen Bedingungen in Asien produzierten Computer und Smartphones mehr, essen wir kein Pferdefleisch in Billig-Lasagne, fragen wir die Regaleinräumer in unseren Supermärkten nach ihren Löhnen und Arbeitsbedingungen, schauen wir Kik und IKEA auf die Finger und fragen dort nach den Produktionsbedingungen. Ächten wir konsequent Kinderarbeit und kämpfen wir für faire Entlohnung für Kleinbauern, die unsere Lebensmittel produzieren. Machen wir uns Gedanken um die Produktion unserer Lebensmittel und Textilien, denken wir bei jeder Konsumentscheidung auch über die ethischen Hintergründe unseres Handelns nach. Ein Anfang ist von Herrn Schroer gemacht! Oder interessiert uns Amazon nur so sehr, weil das eine Konkurrenz für unsere eigenen Buchhandlungen ist? Nein, das kann ich nicht glauben!

68. Anna 17.02.2013 09:21h Anna

Die ganze Aktion ist kurzlebig. In ein paar Wochen oder Monaten ist alles wieder vergessen und der Kunde geht erneut zu Amazon.
Es benötigt andere mutige Aktionen als diese.
Wie zum Beispiel die des Wölfchen Verlages, in dem ich regelmäßig Kurzgeschichten in Anthologien veröffentliche.
Der Verlag betreibt Aufklärung, indem er die Schmutztitelseite umfunktioniert. Dort weist er daraufhin, dass Bücher in Deutschland immer das gleiche Kosten, da es die Buchpreisbindung gibt.
Zitat:
Schön, dass Sie mich in den Händen halten. Mich bekommen Sie überall zum gleichen Preis, da es in Deutschland die Buchpreisbindung gibt. Wenn Sie mich beim Buchhändler in Ihrer Nähe kaufen, unterstützen Sie damit die literarische Vielfalt in Deutschland. Denn nirgendwo anders werden Sie so gut beraten, wie in Ihrer Buchhandlung vor Ort.
Zitat-Ende. Kopiert von: http://www.woelfchen-verlag.de/?p=762

Der Kunde muss informiert werden! Kaum einer kennt wirklich die Buchpreisbindung oder weis was sie bedeutet. Hier ist der BV gefragt, mit einer bundesweiten Aktion für Aufklärung zu sorgen.
Auch ist es eine Märe das der online Handel Bücher schneller ausliefert. Die meisten Buchhandlungen können schneller liefern. Und um das Ausliefern für den stationären Handel noch effektiver zu gestalten, müssten die Barsortimente, oder zumindest einer, alle Bücher aus Kleinverlagen listen.
Das würde den stationären Buchhandel, aber auch den Kleinverlagen, nachhaltig den Rücken stärken!

Hier stellt sich am Ende die Frage: Sind die Barsortimente und der BV überhaupt daran interessiert, dass der kleine unabhängige Buchhändler weiterhin existiert?

69. Aufbruch 17.02.2013 09:32h Aufbruch

Eine wirklich mutige Aktion des Wölfchen-Verlags!

70. Stefanie B. 17.02.2013 10:45h Stefanie B.

Diese Diskussion hält uns ein Spiegel unserer heutigen Gesellschaft vor... vielleicht sollte jeder endlich mal anfangen, wieder mehr den eigentlich Wert der Dinge zu schätzen, so auch die Menschen hinter dem Produkt, deren Arbeit mir diese verschafft, wert zu schätzen... als ständig nur ALLES (!) IMMER (!) SOFORT (!) BEQEUM (!) UM JEDEN PREIS (!) HABEN (!) zu WOLLEN (!) ... Räupchen Nimmersatt fällt mir dazu ein... In diesem Sinne hoffe ich auf innere Besinnung am heutigen sonnigen Sonntag!

71. Merfelle 17.02.2013 10:58h Merfelle

75% der hier abgegebenen Kommentare zeigen, das der Buchhandel vollkommen weltfremd ist, sich nur um sich selbst dreht, im eigenen Saft schmort und einfach keine Ahnung hat, wie es in der Welt ausserhalb Preisbindung und vollem Remissionsrecht zugeht!

72. Kleine Sortimenterin 17.02.2013 11:05h Kleine Sortimenterin

Sehr geehrte Merfelle,
schön, daß Sie so gut in Prozentrechnung sind und über uns
so gut Bescheid wissen. Wir schmoren gerne noch etwas
länger im eigenen Sud und hoffen auf die Preisbindung.
Was wollten Sie uns eigentlich sagen? Es ist heute so
neblig hier.

73. Merfelle 17.02.2013 11:49h Merfelle

@ Kleine Sortimenterin

Ihre Antwort ist mir als Bestätigung meiner Meinung vollkommen ausreichend.

74. Leserin 17.02.2013 16:10h Leserin

Seltsam, hmmmm ... hier wird sich viel darüber echauffiert, das amazon ihre Arbeitnehmer über Zeitarbeitsfirmen an- bzw. einstellt und das u.a. deswegen diese Vertriebsgesellschaft boykottiert werden sollte. Na dann möchte ich mal sehen, wann VW, BMW, Mercedes und Co. boykottiert werden. Diese ach so tollen, grossen deutschen Vorzeige-Unternehmen sind doch auch dafür bekannt ihre Festangestellten zu entlassen und ihre Werke zu 2/3 mit Zeitarbeitnehmern zu bestücken. Warte jetzt darauf, das ihr alle keine deutschen Autos mehr kauft... ob das aber jemals passieren wird? Hmmmm - ich wage das zu bezweifeln!?!! :/

75. Jean Lockmann 17.02.2013 17:07h Jean Lockmann

Danke für viele schöne Gedanken - nach Lektüre von Bericht und vielen der Kommentare, und trotz der vor D…heit triefenden Weltverschlimmbesserer, die scheint´s nicht rechnen, nicht so richtig gerade denken - grad so recht(s) sich verrenken für´s - immerhin-schreiben-Können.
Viel, und offensichtlich und ohne jeden guten Grund (hierbei: "gut" im Sinne von … irgendeinem einigermaßen sinnvollen Zweck dienlich).

Aber auch für alle Anderen, die dies gar nicht erwähnt haben: Selbst wenn ein theoretischer Stundenlohn von gut 8 Euro herauskommt - praktisch reduziert er sich doch um einigermaßen große Teile, wenn von der 8 Stunden-Schicht bis zu 3 Stunden durch unbezahlt-in-der-Kälte-auf-den-Bus-Warten verbracht werden. Sic?
Grob über den Daumen gepeilt bleiben wohl 5 bis hin zu - hoffentlich bisweilen auch tatsächlich - gut 8 Euro über; ergibt am Monatsende dann wohl knapp 7 Euro oder so pro von-Amazon-als-gültig-erklärter Arbeitsstunde.

Achtung, Achtung, liebe Weltverquernegativierer, dass nicht am Ende die täglich erlebte Verachtung Anderer erst durch eigene menschenverachtende Sichtweisen, aggressiv-anmaßende Auswürfe und selbstgefällige Zurechtweisungen nötig werden!

Beruhigend: what goes around comes around.

PS: Ich habe jahrelang teils hemmungslos bei Amazon alles Mögliche gekauft!
Hmm, soll ich nun, liebe Weltnochverschlimmerer-Bessere, ob meiner eigenen Beschränktheit (die, soweit ich bisher dachte, nur der eben noch etwas Beschränktere nicht dann beizeiten auch mal zugibt - sich selbst zumindest oder gar anderen gegenüber) weiter in den Sessel Pup…en und dabei vk-frei bei Amz ordern. Denn: Ohne dass ich derlei früher vermied, ist ein heutiges Umschwenken … verachtenswert für Dich/Euch, falls ich Eure Maßregelungen nicht völlig falsch verstand!? (Verstand – früher mal Verstehen, und jetzt… Ver-Stand, hihi)

Nun ja, aus meiner Sicht ist eine solch propagierte Verhaltensänderung - selbst wenn von mir unbekannten Intentionen getragen - immerhin dafür gut:
1. Ich mach mit meinen paar Euro statt dem Riesen lieber Andere froh.
Sowie
2. (…wieder zurück zum Anfang dieses Posts : )

76. Michael Nardelli 17.02.2013 17:43h www.nardelli-verlag.de Michael Nardelli

ähhhh, Jean Lockmann - und was wollen Sie uns allen hier jetzt konkret sagen?????

Für mich steht nach dem, was hier und anderswo zum Thema Amazon geschrieben steht, fest: Amazon ist nur ein pars pro toto, muss hier stellvertretend für viele Konzene die Prügel einstecken. Mag der ein oder andere getroffene Hund jetzt auch laut bellen und erst recht und trotzig weiter den bequemen (Amazon)Weg gehen - der Wind hat sich gedreht. Und das werden z.B. auch noch die besagten deutschen Autokonzerne zu spüren bekommen. Die Wahrheit bricht sich Bahn, es ist Erwachen und Erkenntnis, dass wir nicht so weitermachen können, dass wir als Menschheit wieder leben müssen, wie es uns entspricht. Wir kehren zu uns selbst zurück. Das ist schwer, es wird aber höchste Zeit dafür. Ich finde das großartig. Heute Amazon, morgen unser ganzes Leben. Willkommen zurück, Mensch!

77. Autor 17.02.2013 20:59h Autor

Der Aufschrei der Verleger und Buchhändler ist mehr als heuchlerisch.

Während der Verlag knapp 50% des Buchpreises bekommt und beim Händler ebenfalls bis zu 50% bleiben (auch der kleine Händler um die Ecke kassiert um die 40%) bekommt der Autor den kümmerlichen Rest von ca. 4-6%. manchmal auch noch weniger.

Dann kommt ein großer Spieler, nennen wir ihn Amazon, und bietet den Autoren 35% bzw. 70% vom Buchpreis an und die Verlage und Händler bleiben außen vor.

Das ist der wahre Grund warum jetzt viele Verleger und Buchhändler auf Amazon einprügeln.

Aber eines kann ich euch sagen. Amazon wird jetzt einiges an Prügel einstecken ... zum Teil zu Recht. Aber liebe Verleger und Buchhändler, das Rad werdet ihr nicht zurückdrehen können.

78. Verleger 17.02.2013 21:58h Verleger

@77 endlich kommt die Wahrheit ans Licht: amazon ist eigentlich der retter der enterbten autoren, der endlich das rad der geschichte weiterdreht!
Und die Wahrheit ist noch viel schrecklicher: nicht nur die Verlage und Buchhändler machen sich die Taschen voll, nein, auch die Druckereien kassieren bis zu 15 % vom Buchpreis, die Setzer, die Gestalter, die Übersetzer, die Lektoren, die Illustratoren, die Barsortimente, die Bücherwagendienste, die Speditionen und viele andere bedienen sich hemmungslos an diesen mindestens 450 %, von denen der arme Autor nix und manchmal noch weniger bekommt. Und wenn der heuchlerische Buchhändler um die Ecke die Taschen voll hat, schließt er seinen Laden, jammert verlogen was von Not und Elend und macht sich auf Kosten des Autors ein Leben in Saus und Praus.
Aber jetzt kommt der weiße Ritter, nennen wir ihn amazon, jagt die ausbeuterischen Drucker, Buchhändler und Lektoren von Hof und entlohnt die Autoren künftig fürstlich, damit diese endlich auch ein Leben in Glück und Reichtum führen können.
Aber eins kann ich Euch sagen: manchmal beweisen Autoren mit ihrem Geschreibsel in Internetforen, dass ein gutes Lektorat manchen Blödsinn verhindern könnte.

79. Eugen 18.02.2013 01:51h Eugen

Wie wäre es, wenn Verlage, die Amazon boykottieren, anstatt darüber hier groß aufzuregen, lieber allen übrigen Buchhändlern 55% Rabatt gewährten?

80. Der aparte Udo 18.02.2013 11:02h Der aparte Udo

@ Leserin

"wird sich viel darüber echauffiert, das amazon Arbeitnehmer über Zeitarbeitsfirmen an- bzw. einstellt und das deswegen diese Vertriebsgesellschaft boykottiert werden sollte. Na dann möchte ich mal sehen, wann VW, BMW, Mercedes und Co. boykottiert werden. Diese ach so tollen deutschen Vorzeige-Unternehmen sind auch dafür bekannt ihre Festangestellten zu entlassen und ihre Werke zu 2/3 mit Zeitarbeitnehmern zu bestücken. Warte jetzt darauf, das ihr alle keine deutschen Autos mehr kauft..."

Tja, der Buchhandel ist eben nicht bekannt dafür, über den (doch recht kleinen Buchhandelsteller) hinauszuschauen. Solange im kleinen Buchhändlerleben alles glatt und streßfrei läuft, ist die Welt schön. Wenn allerdings der Buchhändler aus seinem Alltagstrott aufgescheucht und es dann noch schwierig und kompliziert wird!!?? Dann wird gejammert, geschrien und die Welt ist böseböseböse....

81. Buchhändler 18.02.2013 11:33h Buchhändler

@78 großartig!

82. G. P. 18.02.2013 12:03h G. P.

Lieber Autor,

sie haben natürlich recht.
Aber mit Verlagen und dem Handel darüber zu diskutieren, ist noch zu früh. Dafür muss der Karren erst weiter in den Dreck gefahren sein. Und solange sich Verleger so abschätzig über Autoren äußern wie oben, liegt im Diskutieren sowieso kein Sinn.
Buchhandel und Verlage unterhalten die WIRKLICHEN Billiglohnarbeiter: die Autoren. Sie sind die einzige Existenzberechtigung für Verlage und Handel, aber letztere finden es moralisch vollkommen in Ordnung, dass sie von Büchern leben können sollen - aber die, die sie schreiben, nicht. Die sollen das mit großem Selbstverständnis bitte in ihrer Freizeit machen, am besten für umme.

Solange die Branche darauf nicht reagiert, indem sie für Autoren attraktiver wird, sondern indem sie die Alternativen einfach nur runtermacht, brauchen wir mit denen nicht diskutieren. Ich habe inzwischen bei kpd veröffentlicht und verdiene dort mit pro Buch dasselbe wie vorher mit Verlag.

83. Christoph Schäfer 18.02.2013 14:06h www.heineantiquariat.de Christoph Schäfer

@63

Um es noch einmal klar zu sagen:

ZVAB = abebooks = amazon.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph Schäfer

PS: Wer eine Alternative im antiquarischen Bereich sucht, könnte sich auf www.antiquariat.de, einer genossenschaftlich organisierten Plattform im Eigentum der Antiquare, umsehen.

84. Paula 18.02.2013 14:34h Paula

Wie wärs, wenn der Herr Schroer seine vollmundige Ankündigung wahr macht? Auf der Amazon-Website sind seine Bücher gelistet...

85. branchenkenner 18.02.2013 15:12h branchenkenner

Ein Querschnitt durch diese ganze Diskussion hier zeigt:

Alle haben schuld, alle sind aber auch Opfer. Die anderen verdienen zu viel, wir verdienen zu wenig. Mehr vom Kuchen, größere Stücke, schlechtere Verteilung? Mir doch egal, Amazon egal. Zu viel für Verleger, zu wenig für Sortimenter, noch weniger für Autoren. Oder doch nicht? Und nicht zu vergessen: Guter Kunde, böser Kunde.

Fragen über Fragen. Ist Herr Schroer automatisch ein reicher Mann, weil er klare Rabattgrenzen zieht und damit die größten Kuchenstücke für sich behält? Wohl kaum.
Und was entscheidet über die gerechte Entlohnung eines Autors? Der Honorarvertrag? Die verkaufte Auflagenhöhe? Oder doch letztlich die Qualität des Buches? Wunschdenken. Andererseits ... wie definiert man überhaupt Qualität? Über den Ladenpreis? Oder das Amazon-Ranking?
Warum aber so viele Sterne für manches Buch? Weil Amazon so schnell geliefert hat. Dank der Mitarbeiter in den Versandzentren. Gerechter Lohn? Auch hier Wunschdenken, klar. Aber nicht nur hier. Auch bei so manchem Buchhändler. Und Supermarktkassierer. Und Dachdecker. Und Polizist. Und Postboten. Und Pferdemetzger. Und, und, und ...

Schluss mit lustig: Unsere Branche braucht alles andere dringender, als neidvolle Kommentare, egoistische Sichtweisen, verbohrte Standpunkte und sinnlose Kreuzzüge aus überzogenem Idealismus, weder für noch gegen Amazon.
So traurig es aus gewissen Perspektiven erscheinen mag, niemand wird Amazon aufhalten und niemand wird die Gesellschaft verändern können. Amazon ist im Grunde nur ein Synonym für den Wandel, dem sich kaum einer entziehen kann. Genau so gut kann man für Amazon auch Apple, General Motors, Google, Primark oder sogar Thalia einsetzen.

Natürlich muss man das alles nicht hinnehmen. Aber was sollte man dann tun? Bei sich selbst anfangen. Herrn Schroer machen lassen. Herrn Temmen machen lassen. Aber auch akzeptieren, was die Kunden heutzutage wollen. Wer will es dem befristet angestellten und untariflich bezahlten Grüttefien-Buchhändler verdenken, wenn er aus Geldknappheit und wegen schwieriger Arbeitszeiten seine neue Mikrowelle bei Amazon bestellt? Wer möchte mit Buchhändlern schimpfen, die wegen hoher Grundkosten für Miete, Personal, etc. auf Titel mit hoher Drehzahl setzen, statt unspezifische Exoten einzukaufen? Wer mag sich über Verleger ärgern, die wie Herr Temmen einzig und allein durch Amazon die Chance erhalten, Schriftenreihen wie die zur Aufarbeitung der Nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland bundesweit verkaufen zu können? Und wer will Amazon verurteilen, weil Sie aus den prinzipiell gleichen Motiven, die uns alle bewegen - nämlich reinem Geschäftssinn -, Nutzen daraus ziehen, dass so ziemlich alle ehemaligen Big Player im Einzelhandels- und Versandgeschäft die Entwicklungen der letzten 10 Jahre komplett verschlafen haben?

Betretenes Schweigen? Wunschdenken.

Nichts desto trotz: Einfach mal etwas weniger die Nase rümpfen und dafür mehr die Ärmel hochkrempeln, seinen eigenen Hof kehren. Weniger "quo vadis", mehr "carpe diem"! Das braucht unsere Branche.

86. Jacqueline E. 18.02.2013 15:23h Jacqueline E.

Eine mutige Entscheidung. Lieber Herr Schroer, ich ziehe meinen Hut vor Ihnen. Ich bin davon überzeugt, dass auf lange Sicht nur die fairen Unternehmen auch wirtschaftlich erfolgreich arbeiten werden.

87. G. Lindt 18.02.2013 15:49h G. Lindt

Großartig!
Der Film hätte aber zum Weihnachtsgeschäft laufen müssen, um Amazon wirklich eine Ansage zu machen. Der Verband müßte sich geschlossen dahinter stellen.
Die Reportage müßte auf DVD erscheinen und bei Amazon reingestellt werden. Wie oft nehme ich Päckchen für KOllegen oder Nachbarn an, hier müsste man jedem eine DVD beilegen.
Ich würde die ersten 1000 DVDs finanzieren, wer macht mit?

88. Silver Raven 18.02.2013 17:13h Silver Raven

@84

Der Verlag ist nicht zuständig für die Listung seiner Titel bei Amazon. Amazon übernimmt automatisch die Listung der Titel aus dem VLB. Sind Titel also im VLB, dann sind sie automatisch bei Amazon.

Amazon nimmt auch schon gelistete Titel nicht mehr aus dem Programm, auch wenn sie vergriffen sind, denn es könnte immer irgendwann jemand den Titel als Marketplace Angebot verkaufen wollen.

Somit kann Herr Schroer also nichts dafür, dass die Titel seines Verlages auch weiterhin bei Amazon gelistet sein werden - völlig unabhängig von der zukünftigen Zusammenarbeit (oder eben nicht) des Verlages mit Amazon.

89. Kleine Sortimenterin 18.02.2013 17:32h Kleine Sortimenterin

branchenkenner: Die einen versteuern ihr mageres
Einkommen, die andern ihr großes Einkommen
nicht. Das war bis vor einem Jahr, als der erste
TAZ Artikel erschien, noch nicht bekannt und erst
im Juli/August brachten die anderen Zeitungen diese
Meldungen. Dieses Unterschiede verschieben die
Märkte zugunsten einiger weniger, die im Auslang sitzen.

90. T.Brem 18.02.2013 20:36h T.Brem

Witzig das Interview in "Die Zeit".

Auf die Frage: "Schaden Sie sich nicht selbst, wenn Sie die Zusammenarbeit aufkündigen?"
Kommt die Antwort: "Mit Sicherheit."

Dann im nächsten Atemzug: "In Wirklichkeit verkaufe ich nur maximal fünf Prozent meiner Bücher über Amazon. Ich werde den Austritt also kaum merken."

Ja was denn nun? Schadet er sich selbst oder wird er es kaum merken? Hackt er sich einen Fuß ab oder knippst er sich den Zehennagel?

In Wahrheit trennt er sich von einem für ihn ohenhin uninteressanten Vertriebskanal und reitet auf der Welle eines in Teilen unreflektierten Shitstorms, um, das weiß er als alter Werbefuzzi, kostenlose PR abzugreifen.

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2013-02/interview-schroer

91. Torge 18.02.2013 22:50h Torge

Bei aller Liebe.
aber es hätte jeden klar sein müssen das billig für irgendwen/irgendwo teuer ist.
Jetzt, als Kunde, nach der vermeindlichen Offenlegung empört zu tun, ist etwas arm.
Als Kunde, der auch ich bin,
schaut man auf den Preis, und der ist nun einmal (in 97% der Fälle) unschlagbar, bei abgesicherten Kauf, schneller Lieferung usw. ...
Die Frage die sich mir momentan stellt ist, wieviele Kunden machen heiße Luft und wieviele bleiben wirklich weg?

92. Torge 18.02.2013 22:58h Torge

PS: Mein Buchhändler heißt hat einen Vornahmen und heißt nicht A***** oder T***** sondern J** ;-)

93. Hinterfragerin 19.02.2013 09:17h Hinterfragerin

Alles schön und gut. Die Bedingungen bei Amazon müssen verbessert werden, das ist längst überfällig.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe den stationären Handel, keine Frage.

Allerdings gibt mir das Gebaren mancher Verlage Rätsel auf. Die Konditionen und Kooperationsbedingungen werden von Jahr zu Jahr schlimmer? Warum wird der Vertrag dann doch immer wieder verlängert? Diese Enthüllungsreportage gibt vielen Menschen der Branche das, auf was sie schon ewig gewartet haben. Eine Schwachstelle, durch die man sich selber etablieren kann. Wird Amazon es kümmern, wenn kleine Verlage wegfallen? Nein. Werden große Verlage kündigen? Nein, weil sie von der Kooperation mit Amazon viel zu viel haben.

Der Endkunde wird entscheiden, ob er auch weiterhin bei Amazon kaufen will. Und wenn man ehrlich ist, das wird er schon in Kürze wieder tun.

94. Michael Volbers 19.02.2013 09:22h Michael Volbers

Super! Ich zieh mit und bestelle wieder bei meinem örtlichen Buchhändler oder beispielsweise bei book.de. Die zahlen sogar ihre Steuern in Deutschland!

95. Berge Bergeon 19.02.2013 09:31h Berge Bergeon

Schade, schade, schade, warum k�nnt ihr eure Mitarbeiter nicht wie Menschen behandeln. Wie dumm ist ein Unternehmer eigentlich, der nicht wei�, dass seine Mitarbeiter sein gr��tes Potential sind und die beste Resource f�r Service und Kundenzufriedenheit ist. Wer generiert denn Auftr�ge und Umsatz, "Menschen tun das" keine Maschinen.
Solange ihr Unternehmen die Rechte des Menschen mit F�ssen tritt, solange kaufe und verkaufe ich nicht mehr bei euch.
Haben Sie Achtung vor Menschenrechte, es k�nnte und wird auch Sie irgendwann treffen, denn der Markt reguliert sich selbst und wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.
Vieles wird durch Maschinen erledigt, das ist auch eine echte Hilfe, aber der Mensch mu� Arbeit haben, die gerecht bezahlt wird und er muss wissen, dass er als Mensch wichtig ist und glauben Sie mir, er ist f�r jedes Unternehmen wichtig und das Aush�ngeschild des Betriebes f�r den er eine sinnvolle Arbeit tut. Denn wer sich gut f�hlt spricht auch gut �ber seinen Betrieb. Denn sonst ergeben sich negative Schlagzeilen und keiner wei� woher die kommen. Ich sage Ihnen woher das kommt, Sie haben nicht begriffen zu was Mitarbeiter imstande sind, wenn sie sich unfair behandelt f�hlen und �bervorteilt werden. Geben Sie ihren Mitarbeitern das Gef�hl wichtig zu sein und Sie k�nnen sich zur�cklehnen und staunen, wie Ihr Haus w�chst und gedeiht.
W�re sch�n, wenn es mir gel�nge in Ihrem Kopf einen Gedanken entz�nden der Sie eine Kehrtwendung hin zu Ihren Leuten bewirkt, aber ich ahne, dass diese E-Mail von einem untergeordnetem Manager gel�scht wird, bevor ein echter Entscheider die M�glichkeit hatte sich hier�ber Gedanken zu machen.
Mit bedauernden Gr��en
Hans-Ulrich Hering
Antwort Amazon
Sehr geehrter Herr Hering,

vielen Dank f�r Ihre E-Mail zum ARD-Bericht Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon .

�ber 7.700 festangestellte Mitarbeiter arbeiten in den deutschen Amazon-Logistikzentren, in der Weihnachtssaison stellen wir zus�tzliche Amazon-Mitarbeiter saisonal befristet ein. Diese Mitarbeiter unterst�tzen uns, um die erh�hte Anzahl an Kundenbestellungen in Spitzenzeiten zu bew�ltigen. Gleichzeitig haben wir dadurch die M�glichkeit, potenzielle neue langfristige Mitarbeiter kennenzulernen und gem�� unserem zuk�nftigen Wachstum einzustellen. In absoluten Spitzenzeiten arbeiten wir dar�ber hinaus mit Zeitarbeitsfirmen zusammen.

Alle Mitarbeiter, die l�nger als ein Jahr in den Amazon-Logistikzentren in Deutschland arbeiten, verdienen �ber 10 brutto pro Stunde; im ersten Jahr �ber 9,30 brutto. Die in dem Beitrag erw�hnten Mitarbeiter aus Spanien, die �ber eine Zeitarbeitsfirma im Logistikzentrum Bad Hersfeld besch�ftigt wurden, verdienten bei einer 37,5 Stunden-Woche 1.400 brutto im Monat, in der Nachtschicht bei 32,5 Wochenstunden 1.500 Euro im Monat. Diese Betr�ge wurden per Vertrag auch dann bezahlt, wenn nicht die volle vertragliche Stundenzahl angefordert wurde.

Wir nehmen die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter sehr ernst und �berpr�fen externe Dienstleister, die die Unterbringung von Saisonkr�ften aus anderen Regionen verantworten, regelm��ig. Wichtig ist uns hier auch die R�ckmeldung unserer Mitarbeiter: Wann immer Mitarbeiter uns �ber Verbesserungsm�glichkeiten im Rahmen der Arbeitsbedingungen oder der Unterbringung informieren, pr�fen wir dies umgehend.

Amazon duldet keinerlei Diskriminierung oder Einsch�chterung. Auch wenn das Sicherheitsunternehmen nicht von Amazon beauftragt wurde, pr�fen wir derzeit selbstverst�ndlich den von den Redakteuren gemachten Vorwurf bez�glich des Verhaltens des Sicherheitspersonals und werden umgehend geeignete Ma�nahmen einleiten.

Unser Ziel ist es, Bestellungen unserer Kunden jederzeit schnell und zuverl�ssig auszuliefern. Wir wissen: Das geht nur mit zufriedenen Mitarbeitern - unabh�ngig davon, ob sie langfristig besch�ftigt, saisonal angestellt oder uns �ber eine Zeitarbeitsfirma unterst�tzen. Sie k�nnen sicher sein, dass wir jedem Vorfall in unseren Logistikzentren und im Umfeld, der uns von Mitarbeitern zur Kenntnis gebracht wird, nachgehen und bei Bedarf umgehend Verbesserungen einleiten.


Sehr geehrter Herr Ich gehe mal davon aus, dass Sie meine Mail weder gelesen noch weitergeleitet haben, dass entnehme ich Ihrer unqualifizierten Antwort. Das ist doch garnicht Thema meiner Mail.
Haben Sie eigentlich auch eine eigene Meinung, oder k�nnen Sie diese einfach nicht �ussern, weil Sie sonst mit Repressalien des Unternehmens rechnen m�ssen, wundern w�rde es mich nicht.
Hier scheint mir doch, nach eingehender Pr�fung, die Zeit zu kurz, um sich wirklich mal mit dem Inhalt zu besch�ftigen, geschweige denn dar�ber nach zu denken und ins Kalk�l zu ziehen, ob da vielleicht was dran ist?
Eine vorgefertigte Mail f�r alle F�lle zu versenden ist der Weisheit letzter Schluss, wenn man mit dem Arsch an der Wand steht. Wie erb�rmlich ist das denn?
Da h�tte ich mir die M�he sparen k�nnen.
Ich ahnte schon so was. Sie machen sich ja nicht einmal die M�he zu verstehen. Das wird Amazon noch ganz bitter aufstossen. Diese Arroganz ja ungeheuerlich.
Leiharbeiter solltet ihr keine bekommen, ihr und eure Billigheimer Subunternehmen bringen die ganze Branche in Verruf.
Sklaverei ist abgeschafft und ihr f�hrt die auch nicht wieder ein, da helfen auch die Lippenbekenntnisse eurer Rechtsabteilungen nicht.
Es geht nicht nur um eure Mitarbeiter, sondern auch um Zulefererknebelvertr�ge und Unternehmenskultur, die Zeiten von Handelsherren nach Gutsherrenart ist vorbei.
Steuern zu hinterziehen durch geschickte Rechnungsmanipulationen, wie im Falle Schoer, kommen in einer Zeit in der die Armut und der Sozialabbau die Errungenschaften der Gesellschaft zunichte machen, kommt ganz prima an. W�re ich in Power, eurer Laden w�re dicht. Jede kleine Selbstst�ndige wird geknechtet und vom Fiskus verfolgt und Unternehmen wie das eure, steckt sich ungeniert die Taschen voll und lachen sich ins F�ustchen.
Es ist widerlich.
Mit freundlichen Gr��en

96. horst temmen 19.02.2013 17:08h ww.edition-temmen.de horst temmen

liebe " kleine sortimenterin"
ich verstehe ihren aerger ueber meinen kommentar zu teilen, doch sie duerfen nicht nur den standpunkt eines buchhaendlers einnehmen - ohne uns verlage haetten sie so gut wie kein angebot fuer ihre kunden. wenn uns aber durch me.e sogar nachvollziehbare gruende, praesentationsflaechen abhanden kommen, muessen wir reagieren und moeglichkeiten suchen, wie unsere leser und kaeufer, die es ja gibt fuer unser programm, an unsere titel kommen. wie @branchenkenner ja schon geschrieben hat, bestimmte themen finden im buchhandel nicht mehr statt bzw. so eingeschraenkt!!!!

zur erlaeuterung: von unseren knapp 580 lieferbaren titeln finden sie bei amazon ALLE sofort lieferbar (inklusive der gebrauchtbuecher sogar 1307), bei den barsortimentern vielleicht 150-250 und im handel ???
natuerlich koennen sie nicht mein ganzes programm fuehren, das gibt die flaeche und die kaeuferschaft in ihrer region sicherlich nicht her. aber sie koennen es einem verleger nicht verdenken, wenn er im sinne der fortbestehens des betriebes und fuer seine autoren zusaetzliche funktionierende vertriebswege sucht und in amazon findet.

ich bin immer wieder erstaunt, welche titel wir bei amazon verkaufen - titel, die wir zuweilen laengst aufgegeben hatten, uns aber nie entschliessen wollten, sie wegzuschmeissen, finden dort noch begierige leser.

da sie offensichtlich in unserer naehe wohnen, wuerde ich mich freuen, mit ihnen in einem persoenlichen dialog unsere gemeinsame lage zu besprechen....

in diesem sinne...

97. Kleine Sortimenterin 19.02.2013 18:00h Kleine Sortimenterin

Sehr geehrter Herr Temmen,
wie sie meiner Antwort entnehmen konnten, habe ich mich
nur gegen den Vorwurf gewehrt, wir könnten nicht so gut
sein wie Amazon, aber das liegt eben nicht am Buchhandel,
der für viel Geld die Läden mieten muß, das Barsortiment
bezahlen muß (wir bekommen die Artikeldatenbank von
Libri mit fast 500 Euro in Rechnung gestellt) uns so weiter.
Wir können fast alles am nächsten Tag liefern, da sind
wir so gut wie Amazon. Nein, die Kritik lautete, warum
nicht die Verlage gemeinsam an einem großen Internetauftritt gearbeitet haben, der jeweils auf die Läden
und auf die Vertriebswege hinweist. Uns geht es immer
schlechter - logisch, wenn Sie sich die Zahlen bei Amazon
ansehen. Das bittere Ende lautet dann, ein größeres
Buchhandelssterben und am Ende sind die Verlage einem
großen namen A ausgeliefert - denken Sie es zu Ende,
was der mit den Lieferanten macht - hat er das Monopol
wie beim Kindle. Deren Besitzer haben eine Bibliothek,
die ihnen nicht gehört, auf Gedeih und Verderb müssen sie
nun bei diesem System bleiben - und war es nicht Amazon, der einem Kunden ausgerechnet das Buch
1984 gelöscht hat? Oder wie sie das Auffinden der Literatur der von Homosexuellen in ihrer Datenbank
plötzlich veränderten und nur auf Druck der Verbände
gehandelt haben? Oder wenn ich mir vorstelle, ihre Bücher
stehen neben denen rechter Verlage ohne einen einzigen
Hinweis? Das würde es in den meisten Buchhandlungen
eben nicht geben.
Ihre Argumente verstehe ich, jeder will verdienen, aber
es wäre doch schön, wenn wir hier ein anderes System
hätten, das uns allen mehr Freiheit läßt, auch Unternehmerische.

98. Werner Beyer 19.02.2013 18:21h http://www.neuer-weg.com Werner Beyer

Lieber Herr Temmen,

ich versuche ja zu verstehn, warum die Verlage mit Amazon zusammenarbeiten, sich aber was Informationen anbelangt, sehr bedeckt halten und nach ihrer dankenswerten Offenheit, mit der Sie Ihre Umsatzzahlen dargelegt haben, wird mir schon einiges klarer. Allerdings bleiben zwei große Fragezeichen stehen:

1.Bekanntlich leben wir alle nicht vom Umsatz sondern davon was am Schluss nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Wenn ich ihre Kollegen richtig verstanden habe kostet Amazon zwischen 60 und 65% an Vertriebskosten vom dort getätigten Umsatz. Nachdem Sie ja noch die Herstellung und Autoren, u.a. bezahlen müssen was bleibt da überhaupt noch an Deckungsbeitrag übrig? Können Sie zumindest den Verdacht nachvollziehen und ggf. ausräumen, dass der Buchhändler durch die schlechteren Konditionen die Differenz zahlt. Wer sonst zahlt die Zeche? (Evtl. der Kunde über erhöhte Preise? Oder ergeben sich Skaleneffekte?). Wie sieht denn die Gesamtrechnung aus?

2.ich werde Ihnen nichts Neues erzählen, wenn ich darauf hinweise, dass es das Bestreben und erklärte Ziel Amazons ist, direkt als Verleger jetzt auch in Deutschland aufzutreten. Wie sehen Sie hier Ihre eigen Zukunft als Verleger und Partner von Amazon? Letzten Endes will Amazon ja die komplette Wertschöpungskette beherrschen. Wie verträgt sich das mit verlegerischen Zielen wie Freiheit und Unabhängigkeit? Ich unterstelle damit ganz selbstverständlich, dass Sie diese Ziele teilen. Wenn dem so ist, wie sehen Sie dann der Datenweitergabe an US-Behörden (Patriot-Act), das Verhalten gegenüber Wikileaks, Auslisten von bestimmten Titeln (WWF) im vorauseilendem Gehorsam, Verkauf rechtsradikaler Literatur, Flaggen etc. u.a. Maßnahmen, wo Amazon schon jetzt seine Marktmacht mißbraucht. Wie schätzenn Sie die Zukunft ein, wenn Amazon immer stärker wird und immer mehr (unabhängige) Buchhandlungen vom Markt verdrängt. Ist der Rubikon nicht bereits überschritten?

99. wewerka 19.02.2013 20:37h www.alexander-verlag.com wewerka

wo er recht hat, hat er recht. wir haben den advantage-vertrag nach knapp einem jahr wieder gekuendigt, denn dieses advantage war nur fuer amazon ein advantage, nicht fuer uns. jetzt muss amazon wieder libri bestellen, verbieten koennen wir das, glaube ich, nicht. ansonsten: nichts mehr dort kaufen! und, hallo boersenverein, hallo libreka: alternative aufbauen!

100. Zensor 19.02.2013 21:17h Zensor

welch eine Ehre, die 100 voll zu machen.
@98 werner Beyer:
da das Argument auch an andere Stelle hier auftaucht die Rückfrage an Sie: Kann man gleichzeitig Amazon vorwerfen, dass sie Titel auslisten (vorauseilenden Gehorsam) und dass sie rechtsradikale Literatur verkaufen. Ich finde, diese Vorwürfe widersprechen sich.
Niemals würden Sie sich als Buchhändler vorwerfen lassen, dass Sie bestimmte Titel "auslisten". Wenn Sie keine Lust auf Sarrazin haben (vermute ich mal), dann ist das ihr gutes Recht als Sortimenter.
Und ansonsten: das ist alles ein komplexes Thema!
Aber immerhin habe ich die 100!

101. Werner Beyer 20.02.2013 03:24h http://www.neuer-weg.com Werner Beyer

@Zenser
ja man kann ihnen das vorwurfen: Jeden Mist verkaufen, aber kritische Stimmen unterdrücken. Das Wichtigste in diesem Zusammenhang ist aber nicht dieser Fakt für sich. Erst in , Kombination mit der unkontrollierten Marktmacht über die (Quasi-) Monopolisiten verfügen, entsteht das wirkliche Problem.

102. wewerka 20.02.2013 09:11h www.alexander-verlag.com wewerka

aus england bekam ich diesen link zu einem amazon-boykott geschickt:
http://www.ethicalconsumer.org/boycotts/boycottamazon.aspx

103. Dr. Alexander Dill 20.02.2013 14:50h http://www.commons.ch Dr. Alexander Dill

Zunächst: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk macht hier seinem Namen alle Ehre.
Kompliment an Herrn Schroer für seine Courage. Als Sozialkapitalforscher frage ich mich schon lange, warum unsere eigenen sozialen Netzwerke nicht in der Lage sind, die Funktionen von Amazon selbst auszuführen. Das gilt insbesondere auch für die Lieferung, denn warum soll man sein Buch nicht in der lokalen Buchhandlung oder von DHL bekommen können?
Ich zweifle, ob Amazon-Boykott wirklich zu weniger Verkäufen führt, da ja über die Buchpreisbindung kein Schnäppchenhandel stattfindet.
Für hochwertige Bioprodukte muss ich ja auch ein paar Dörfer oder Stadtviertel weiterfahren, ebenso für ein gutes Restaurant. Es gibt eigentlich kein Argument für Amazon - ausser vielleicht die Rezensionen und Bewertungen.
Aber versuchen Sie einmal, einem deutschen Online-Bücherjournal oder gar Onlinemedium eine tägliche Rezension anzubieten. Die schmeißen Sie sofort heraus und betonen, dass sie dafür unzuständig sind.
Viele denken eben nicht in Netzwerken. Amazon schon.

104. Ossip Groth 20.02.2013 16:48h http://www.kidney.de Ossip Groth

(1-3 unverkennbar meine aufmodulierte werbebotschaft)
4. Ich stehe also vor dem Problem, wie ich aus dieser Misere nicht unbedingt Kohle mache, aber doch ein paar Leutchen recht glücklich machen könnte
5. und habe mich dazu entschieden, ein nichtgemeinfreies KDF Buch zu machen, bißchen verrückt, aus einer Umsonst-LP eine Single zum Kaufen auszukoppeln.
6. (s.o)
7. Mit der Buchversion ermögliche ich es dem System, auf mein Produkt aufmerksam zu machen, damit der Leser etwas von dessen Existenz erfährt.
8. Im derzeitigen Konzept merke ich nur, daß ich zwei arbeitstage in das ding gesteckt habe und bin - über Volltextsuche - unglaublich gut findbar, da man in 3000 References halt auch so einiges findet, was auf keine Klappe passt...
9. Es ist eben die Technologie unserer Zeit, daß man die Kombination print-on-demand und Volltextsuche fährt.
10. Das alles zeigt aus autorenähnlicher Sicht, welche Freiheiten Spartendistributionssysteme wie Amazon oder Googlebooks ermöglichen, webähnlich gibt es eine geringe Filterung des inkludierten Contents, die Katalogsysteme ersetzten traditionelle lokale Bibliothekskataloge, um zu einer Frage eine passende Monographie zu finden und leisten bei 10e7 aktuellen und antiquarischen Titeln oder Kapiteln über Volltextrecherche mehr als jeder Fachbuchhändler könnte. Selbst dieser muß beachten, womit er seinen Kunden verärgern könnte und würde in gewisser Weise filtern.
11. Was aber ist bei amazon nun schief gelaufen, nachdem ich die (antizipierten) vorzüge pries - es operiert gemäß der tatsache, daß der apfel theoretisch genausoschnell auf den boden fällt wie die feder, und optimiert als supranationaler konzern die aerodynamik entsprechend den gesetzen der physik äh unserer neoliberalen wirtschaftsordnung. In jeder Form der Zentralisierung liegt die Gefahr der Oligopol(ar)isierung, die heutige unendliche Diversität kollidiert mit der Wirtschaftlichkeit der Wertschöpfungsoptimierung. Ähnliches sehen wir in der Medikamentenversorgung - ein Erdbeben und die einzige Facility ist platt, oder bei Amazon - einige fatale Managemententscheidungen führen zur Verprellung aller Marktteilnehmer, der geschröpften und offensichtlich unfreundlich behandelten Verleger und der Kunden, die Mitleid mit denjenigen haben, die per SGB3-Maßnahme zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Kein Wunder, daß sie auf dermaßen desillusionierte Arbeitnehmer aufpassen müssen wie auf den Gulag. Kein in unserem Jahrtausend sozialisierter Mensch wird auf Institutionen wie Amazon verzichten wollen, und es gibt genug DM und Müller-Märkte, in die die Leute gerne gehen und keinen Schlecker mehr, von dem sich die Kunden aus E k e l abgewendet haben.
12. Ein Buchversender, vor dem sich die Kunden e k e l n wie vor Trichinen im Fisch, Pferden in Rindern und Rindern in Dönern, und Lohndumpern wie Schlecker wird am Markt nicht bestehen können, weil der Kunde immer noch das brutalste Element unserer Wirtschaftsordnung ist, denn er denkt nicht rational, fair mit Empathie für die neurotischen Auswüchse des Neoliberalismus sondern strebt in seinem kleinen Entscheidungsfeld zwischen billig und unmenschlich zu differenzieren und versucht, seiner aufgelaufenen Mitschuld reuig sich zu entziehen, indem er unwiderruflich boykottiert. Bücher sind Kulturgüter, Schöpfungen des Menschen, ja, der Menschheit, sie sind in dunklen Zeiten das Licht des Anstandes, der Menschlichkeit gewesen. Wer Bücher liebt, muß an den Fehlern, die Amazon bewußt begangen hat, verzweifeln. Wenn Amazon jetzt nicht intellektuell gegensteuert, und keine anderen Pressemitteilungen lanciert als dass man seine Bauern geopfert habe, wird es seinem Alexarang gerecht - Amazon, Ebay, Facebook. Google gibt sich ja Mühe, obwohl - es ist Nr.1 in .de...

105. worthandel: verlag 22.02.2013 12:50h www.worthandel.de worthandel: verlag

Sehr geehrte Kleine Sortimenterin,
Sehr geehrter Herr Temmen,

zum Thema kleine Verlage möchte ich etwas ergänzen und öffentlich machen, von dem kaum ein Buchkäufer und Leser, weiß, der nicht selbst in der Buchhandelsbranche tätig ist:

Wenn ein potentieller Kunde nach einem bestimmten Buch eines kleineren Verlages fragt, wird ihm oft die Antwort gegeben, das Buch sei nicht lieferbar. Dieses "nicht mehr lieferbar" bezieht sich aber meist leider NUR auf die Datenbanken des bevorzugten Großhändlers der jeweiligen Buchhandlung (also NUR bei Libri oder NUR bei Umbreit oder nur bei KNV), wo die Titel am nächsten Tag da sein können.


Der Buchhändler weiß jedoch genau, dass alle lieferbaren Titel nur im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) gelistet sind und nur ein Bruchteil jeweils in der Datenbank seines bevorzugten Großhändlers. Ist das Bequemlichkeit oder Methode?

Gilt etwa auch hier: Wess' Brot ich fress', des Lied ich sing?

In den allerwenigsten Fällen recherchiert der Buchhändler dann in allen 3 Datenbankern der Großhändler und im VLB, geschweige denn beim Verlag selber.

Und findet der Buchhändler den Titel doch als lieferbar direkt vom Verlag, wird pauschal behauptet: "Naja, frühestens in 14 Tagen ist das Buch vom Verlag da." Wer winkt da nicht als potentieller Leser ab, oft ohne einen weiteren Versuch, den Titel doch noch zu bekommen?


Ich liefere innerhalb von 3 Tagen in ganz Deutschland, Österreich und Schweiz 3-5 Tage (je nach Postlaufzeit). Das erfährt der Kunde aber nicht. Warum muss alles nur immer schneller gehen, ein Buch ist doch nicht verderblich?

Amazon bietet alle Verlage und Autoren auf gleicher Augenhöhe an, ohne dass man für die Auslage auf dem Büchertisch 10.000 Euro nur für die Platzierung – wie in den Buchhandelsketten – zahlen muss.

Es geht schon lange nicht mehr darum, ob ein Buch gut ist, sondern wer dafür gut bezahlt. Und ob es massenhaft verfügbar ist, damit sich die Margen rechnen.

Und noch: Wenn Thalia, Hugendubel etc. wirklich mal für alle Filialen in Deutschland einen Titel bestellen sollten, dann gleich mehrere tausend Exemplare, für die der Verlag – egal welcher
Größe – in Vorleistung gehen muss. Und noch bis zu 6 Monate nach der Bestellung kommt womöglich noch ein Großteil der Bestellung davon zurück an den Verlag gegen Gutschrift, d.h. das bereits gezahlte Geld an den Verlag wird zurückgefordert und es fallen zusätzliche Bearbeitungsgebühren und Porti an, die der Verlag zu zahlen hat.

Kleine Verlage haben also quasi keine Chance, in den Schaufenstern und Büchertischen ausgelegt zu werden, wenn sie den kleinen, engagierten Buchhändler nicht persönlich kennen.

Nur bei amazon ist das anders; denn auch die Titel auch der konkurrierenden Buch-Online-Shops so wie ebook.de, Weltbild, Hugendubel etc. basieren zum größten Teil auf den Datenbanken der daran angeschlossenen und vertraglich gebundenen Großhändler und nicht auf die Angaben im VLB (www.buchhandel.de), woraus jedoch Amazon seine Datenbank speißt. Nur wissen das eben die wenigsten Leser.

Um auf die Forderungen nach mehr Rabatt einzugehen:
Jeder kleine Verlag gewährt (und muss gewähren!) jedem Großhändler bereits 50% Rabatt plus Porti und Bearbeitungsgebühren. Hinzu kommt die unsägliche Unsicherheit von eventuellen Remissionen durch die Großhändler, teilweise noch nach 6 Monaten oder mehr (aus eigener Erfahrung). Beim kleinen Buchhändler, der über seinen Großhändler bestellt, bleibt am Ende oft nur 30% Rabatt oder gar weniger. Und das nur, damit das Buch am nächsten Tag da ist?

Konkretes Angebot:
GERN KÖNNEN Buchhandlungen direkt auf www.worthandel-buchhandel.de Exemplare für Ihre Buchhandlung bestellen. Beim worthandel : verlag ab 5 Exemplaren schon mit bis zu 45% Rabatt bei portofreier Lieferung innerhalb von 3 Tagen.

So denn
mit auserlesenen Grüßen
der worthändler

106. Buchkäuferin 22.02.2013 13:14h Buchkäuferin

An Wortbuchhändler:
Genau das, was Sie schildern, hab ich mehr als einmal erlebt: ich komme mit den ausgedruckten (von mir selbstrecherchierten!) bibliografischen Angaben in die Buchhandlung: Blick des Händlers auf meinen Zettel, der Computer wird angeworfen, suchen in diversen Datenbanken, dann der Satz: "Das muss ich beim Verlag bestellen, dauert 2 bis drei Wochen, Porto kostet extra, Umtausch ausgeschlossen." Ich bestelle circa 80 Prozent meiner gewünschten Bücher direkt beim Thalia Webshop, die restlichen bei Amazon. Lieferung portofrei und direkt auf meinen Schreibtisch. Dass der örtliche Buchhandel mich (und tausende andere) als Kundin verloren hat, hat er sich selbst zuzuschreiben.

107. Simone Neblich-Spang 22.02.2013 14:02h www.cursed-side.de Simone Neblich-Spang

An Wortbuchhändler,

vielen, vielen Dank, dass dies endlich mal jemand anspricht. Wie oft schon KundInnen bei uns direkt angerufen und nach einem Buch gefragt haben - ob es denn überhaupt lieferbar sei, und wo sie's bekommen könnten - kann ich gar nicht sagen. Und immer kommt auf meine Nachfrage die Antwort: In der Buchhandlung hat man gesagt, das Buch ist nicht lieferbar.

*Alle* unsere Titel sind im VLB gespeichert. Wir liefern mit normalem Buchhandelsrabatt und innerhalb 3-4 Tagen an jede Buchhandlung, die bei uns bestellt.

Und trotzdem werden die Kundenanfragen direkt bei uns nicht weniger.

Ist es da ein Wunder, wenn wir über Amazon vertreiben? Dort werden unsere Bücher beworben, besprochen, weiterempfohlen. Wir liefern auf Lager an Amazon, die Versand- und Kundenlogistik wird von Amazon übernommen. Natürlich kostet das Prozente. Aber dafür haben unsere Kunden (nämlich die LeserInnen) das gewünschte Buch am nächsten Tag in ihrem Briefkasten. Die Kunden sind zufrieden und wir verkaufen unsere Bücher.

Mit der Arroganz und dem Unwillen, auch kleinen Verlagen eine Chance zu geben, tut sich der stationäre Buchhandel leider nichts gutes.

Simone Neblich-Spang

108. Christoph Schäfer 23.02.2013 13:42h www.heineantiquariat.de Christoph Schäfer

Aus Sicht eines Antiquars der gelernter Buchhändler ist und JEDES lieferbare Buch (und das sind heutzutage fast alle) beschafft, muß ich allerdings anmerken, daß es oft keinen Spaß macht, das eine Exemplar, das unser Kunde möchte, beim Verlag zu bestellen. Der nicht beim Grossisten gelistete Titel wird dann oft zum Winzrabatt, der durch den gerne gewählten Versand über private Paketdienste aufgefressen wird, geliefert und man legt wegen der Preisbindung am Ende nicht wenig drauf. Es gibt auch Verlage, die noch nie etwas von einem auskömmlichen Rabatt und der Versandart "Büchersendung" gehört haben. Getoppt wird es dann meist noch dadurch, daß man über längst bezahlte Rechnungen korrespondieren muß, weil genau diese Häuser oft auch ihre Buchhaltung nicht im Griff haben, sehr ärgerlich.
Dennoch gibt es bei uns "gibt es nicht" nicht, prinzipiell ist (fast) jedes Buch beschaffbar.

109. Werner Beyer 23.02.2013 16:00h http://www.neuer-weg.com Werner Beyer

@worthandel Verlag
@buchkäuferin
@ Simone Neblich-Spang

Wir arbeiten mit drei Barsortimenten KNV, Libri, Umbreit und besorgen darüber hinaus jedes lieferbare Buch. Dazu nutzten wir sämtliche verfügbaren Datenbanken (VLB, auch Amazon zur Kontrolle), Recherchieren noch auf den Verlagsseiten direkt, Nutzen Suchmaschinen, jahrzehntelange Berufserfahrungen u.v.a.m. Lieferauskünfte für Direktbezüge bei Verlagen können wir aufgrund der Vielzahl der Verlage und Logistikmodelle nur grob angeben: unsere Auskunft i.d.R 10-14 Tage. Bei Verlagen, mit denen wir ständig zu tun haben, geht's auch genauer. Mein Vorschlag: Lieferzeiten ins VLB aufnehmen

Was alles vorkommt (viele, allerdings nicht verallgemeinerbare Einzelfälle): VLB-Daten werden schlecht gepflegt, Konditionen sind nicht kostendeckend, Verlage melden nicht ans VLB, Verlage sind nicht in der BAG, Verlage, obwohl sie nur ihr eigenes Programm kennen müssen, wissen manchmal selbst darüber nicht Bescheid, falsche Auskünfte über Lieferbarkeit , Vormerkungen kommen immer wieder vor, Prozesse in den Verlagen funktionieren nicht, v.a. nach EDV-Umstellungen, Reklamationen blieben unbeantwortet, Rückrufe finden nicht statt, Verantwortliche Manager sind nicht erreichbar. Wenn wir auf unsere Kosten auf fehlerhafte Daten im VLB hinweisen, ist man nicht interessiert, dem nachzugehen und die Fehler auszubessern.
Unsere Öffnungszeiten gehen von 9:00 bis 20:00, Samstags 9:00 bis 16:00. Versuchen Sie mal nach 18.00 jemand zu erreichen, oder Freitag später Nachmittag. Samstag können Sie i.d.R. vergessen.

Ich will diese Fälle nicht verallgemeinern, aber sie kommen vor, täglich andere.

Einige der von Ihnen angesprochenen Punkte haben komplexe Ursachen und können aus Zeitgründen hier nicht ausführlich behandelt werden. Ich kann natürlich nicht für alle meine Buchhandelskollegen sprechen. Mich stört nur dieses kalte "selber schuld", weil es zutiefst ungerecht ist, soviel kann ich aufgrund meiner Erfahrungen schon sagen . Und der Umsatzrückgang trifft (fast) alle, auch die, die (im Prinzip) nichts falsch machen.

Ohne gemeinsame Anstrengungen von Autoren, Verlagen, Zwischenbuchhändlern, Buchhändlern, Politik sehe ich für die Masse der unabhängigen Buchhandel nur geringe Überlebenschancen. Wenn einem das egal ist, kann man ja weiter auf die Schwächsten einprügeln, wenn nicht müssen wir uns zusammenraufen.

110. Empörter 31.03.2013 19:23h Empörter

Ch. Schroer Verlag an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten!

Heute, am 31.03.2013 werden alle Titel des Ch. Schroer Verlages noch immer auf amazon angeboten. Alles nur ein riesiger, heuchlerischer PR-Gag des Verlages.

Wie beginnt doch der Artikel oben:

"Heute nehmen wir Abschied, wir kündigen unsere Zulieferer- wie auch Kundenkonten. Mit sofortiger Wirkung. Ohne Wenn und Aber und mit allen Konsequenzen."

Dies ist bis heute also nicht geschehen.

Selbst wenn Amazon die Titel des Verlages über Libri oder KNV beziehen sollte, werden die Bücher dennoch weiterhin angeboten. Der ganze Wirbel des Verlages demnach verlogen.

111. Kleine Sortimenterin 31.03.2013 19:34h Kleine Sortimenterin

Empörter:
Die Daten, die Amazon einstellt, werden "en gros" vom
VLB bezogen, was nicht heißt, daß die Verlage auch
an Amazon liefern. Offensichtlich können sich die Verlag
nicht "auslisten".
Herrn Schroer habe ich persönlich getroffen, es war kein
PR-Gag.

112. Empörter 31.03.2013 20:22h Empörter

Natürlich kann jeder Verlag eine Liefersperre aussprechen, wenn er dies wirklich möchte und auch anderen Händler dies mitteilen. Und z.B. seiner Verlagsauslieferung GVA, Libri und KNV anweisen, keine Exemplare an amazon zu senden.

Und auch wenn die Titel noch bei amazon gelistet sind, müssten ja nicht zwangsläufig Exemplare angeboten werden. Alle Exemplare, die über amazon vertrieben und verkauft stammen letztlich ja vom Verlag.

Der Ch. Schroer Verlag nutzt nach wie vor amazon für den Verkauf und Umsatz, nutzt daher die amazon-Struktur, Plattform, Werbung, Aufmerksamkeit und baut ergo allen Ankündigungen zum Trotz auf die Zusammenarbeit mit dem von ihm gescholtenen amazon.

Unglaubwürdig, sehr, sehr unglaubwürdig. Konsequent sieht anders aus!

Was meint Herr Schroer selbst dazu und wie ernst hat er seine (An-)Kündigung dann gemeint? Kann ja mal öffentlich Stellung beziehen, der - vielleicht gar nicht mehr so -empörte Herr Schroer?!

113. Peter E. Reichel 14.05.2013 23:01h www.words-and-music.de Peter E. Reichel

Die von Amazon Advantage propagierten großen Vorteile für Kunden, die kostenlosen Lieferungen und der von diesem Online-Händler angebotene Service, ist natürlich immer nur auf Kosten und Zulasten derr Vertragspartner möglich, die alle diese Leistungen vertraglich geregelt mitfinanzieren müssen. Wirtschaftlich trägt sich das Geschäftsmodell für uns als Verlag jedenfalls nicht mehr. Amazon sollte sich darüber eventuell Klarheit verschaffen, das alles, was er anbietet, auch in anderen Onlineshops erhältlich ist. Selbst wenn heute noch viele ihrer Kunden der Meinung sind, was nicht bei amazon.de verfügbar sei, gebe es gar nicht. Auch dies wird sich bei näherer Betrachtung und einfacher Internetrecherche des Kunden als manipulativer Irrglaube erweisen. Ich zitiere mal die FAZ: „ Alles, was Amazon kann, können andere auch.“

PS: Mein Hörbuchverlag hat heute übrigens auch die Zusammenarbeit mit Amazon Advantage aufgekündigt.

114. Guido 04.07.2013 12:21h Guido

Es werden immer mehr Hersteller von Waren erkennen, dass der Vertriebsweg über das Internet nicht das gelbe vom Ei ist.

Das Internet kann, so wie alles andere auch, zum Guten und zum Schlechten benutzt werden. Entscheidend ist, was der Mensch will.

Der kleine Händler hat Märkte aufgebaut, Kunden beraten und informiert. Er hat sich um die Kunden persönlich bemüht und hat seine Arbeit geliebt.

Der Handel hat eine Tradition und seine Berechtigung, da im Vordergrund immer das menschliche Miteinander steht. Wie unangenehm ist es doch ohne persönlichen Bezug einzukaufen und dabei noch zu wissen, dass etwas nicht stimmt.

Ist der Gewinn immer das Wichtigste ? Sollten wir nicht mehr an die Menschen denken, die in solchen Umfelder leben und arbeiten müssen ? Wo würde dies hinführen ? Versklavung per Computer ? Totale Kontrolle weil Unwissende Ängste haben und meinen die Welt gewinnen zu müssen ?

Ist nicht der Egoismus das Hauptproblem? Ist nicht gerade die Konsumgesellschaft der Gradmesser des Eigenwahns alles für sich selbst haben zu wollen ? Wie kann man jedoch ein Problem aus der Welt schaffen, wenn es nicht ursächlich angegangen wird ?
Es gilt in der Zukunft, die Menschen aufzuklären, warum sie auf Erden leben. Von Bedeutung ist hier der Aspekt der richtigen Lebensauffassung. Wie gelangt jedoch die Menschheit zur richtigen Lebensauffassung, wie kann man ihr verdeutlichen, dass es nicht um das materielle persönliche Glück, sondern um die gegenseitige Hilfe geht und den daraus resultierenden geistigen Gewinnen.

Diese geistigen Gewinne kann der Mensch mit in das Jenseits nehmen, aber nicht einen Cent ! Er wird erkennen, dass ihm alles was er sein ” Eigentum ” nannte zerronnen ist.

Nur von den geistigen Gewinnen wird er weiter über sein Ableben hinaus zehren können. Der Mensch der dies ignoriert ist wirklich nicht auf langfristige Gestaltung seiner Existenz ausgerichtet, im Gegenteil, er handelt unvernünftig und unwissend, plant nur für sein sogenanntes reiches Dasein auf dieser Erde, ist aber nicht in der Lage zu erkennen wie sehr er geistig arm ist. Er versucht die Welt zu gewinnen, verliert sich aber selbst und damit seine bessere Zukunft im Jenseits.

Von zentraler Bedeutung ist hier das fortschreitende Bewusstsein, dass der Tod nicht existiert und der Mensch im Jenseits mit allen Erinnerungen an diese Lebenszeit auf Erden weiterlebt.

Was hat das Leben hier auf der Erde dann für eine tatsächliche Bedeutung, wenn man es nicht nur auf das irische Dasein begrenzen kann. Wird daraus nicht ersichtlich, dass das Leben tatsächlich einen höheren Sinn hat. Leider wird dies von sehr, sehr wenigen Menschen erkannt, dann aber von jenen konsequent in Liebe zum Nächsten umgesetzt. Politischer Kampf in Ehren, aber wie verändert man die Köpfe so, dass sie auch verstehen, dass es gut ist zu verzichten, dass es erhebend ist gerecht zu sein, dass es nichts Schöneres gibt als dem Nächsten zu helfen. Die Menschen müssen schon hier auf der Erde erkennen, dass wir alle Geschwister sind und sich mit dem Gedanken anfreunden, dass sie zumindest vor sich selbst das Getane oder eben das Unterlassene zu verantworten haben. Der Mensch, der verstehen kann, dass das Leben nach dem sog. Tod weitergeht, schafft für sich hier und in der Ewigkeit auch für alle anderen eine bessere Zukunft. Es sei dringend vor Sorglosigkeit mit diesem Thema gewarnt, in besonderer Hinsicht auf das Miteinander auf diesem Planeten.

Vielen Dank

Ihr Guido

115. muneratti 13.11.2014 18:04h muneratti

Hallo ich habe ein Zeugnis Sie bringen: Wenn Sie möchten ein Darlehen zwischen einzelnen mit 2 % Zinssatz kontaktieren Sie bitte Frau RODIONOVA ELENA und VÉRONIQUE FORTUNE zwei nette Damen, die eigentlich mich ein siebzigtausend Euro (€70.000) Darlehen gewährt haben, Anfangs dachte ich keinen einzigen Moment, da die gut gemeinten Bösen des Darlehens im Internet mich völlig leer hatte, aber meine Neugier schob mich ein zweites Mal zu versuchen. Ich konnte endlich dem Darlehen, das meine Version von diese Sackgasse, in der ich lebte. Ich habe mehrere Kollegen, die ebenfalls erhaltene Darlehen auf seinem Niveau ohne Probleme statt Sie tun haben, von böswilligen Personen nehmen um die Unschuldigen zu betrügen, ich diesem Beitrag zu veröffentlichen, weil sie mich gut mit diesen Kredit hat und Sie entmutigt nicht, weil ich ich war mit, aber ich traf diese ehrlichen und großzügigen Damen also Kontakt mit ihm nehmen:
Hier ist seine E-Mail: (rodionovaelenna@katamail.com)
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