Übersetzungsförderung

18 Werke ausgezeichnet

Mit "Geisteswissenschaften International – Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Literatur“ prämieren der Börsenverein, die Fritz Thyssen Stiftung und das Auswärtige Amt nach der ersten Jury-Sitzung in dieser Woche 18 herausragende geistes- und kulturwissenschaftliche Werke in deutscher Sprache.

Mit der Preissumme von insgesamt über 200.000 Euro wird die jeweilige Übersetzung der Titel ins Englische finanziert. Ziel ist es, zu einer weltweiten Verbreitung der geisteswissenschaftlichen Forschungsergebnisse aus Deutschland beizutragen und zugleich Deutsch als Wissenschaftssprache und Sprache der Erstveröffentlichung geisteswissenschaftlicher Werke zu erhalten. „Wir zeichnen Spitzenforschung und Werke von großer Strahlkraft aus“, sagte der Jury-Vorsitzende Wolfgang Frühwald. „Im Zentrum unseres Auswahlverfahrens steht die wissenschaftliche Qualität, unabhängig davon, ob das Werk eines Fachautors oder eines freien Autors eingereicht wird.“ Den Begriff der Geisteswissenschaften habe die Jury dabei weit gefasst, so würden nicht nur geistes- und kulturwissenschaftliche, sondern auch sozialwissenschaftliche Werke prämiert. Eingereicht wurden 50 Werke. Insgesamt werden jährlich von den Stiftern 400.000 Euro für die Übersetzung geisteswissenschaftlicher deutschsprachiger Werke vergeben. Bewerben können sich Verlage mit Publikationen aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie schlagen Titel ihrer Wahl vor, für die möglichst ein Options-Lizenzvertrag vorliegt, und geben eine kurze Begründung ihrer Auswahl. Die Förderungssumme orientiert sich am Einzelfall und den realen Übersetzungskosten. Ein unabhängiger Auswahlausschuss aus Wissenschaftlern, Fachjournalisten und wissenschaftlichen Verlegern unter Vorsitz von Wolfgang Frühwald, Ehrenpräsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, wählt zweimal jährlich die zu fördernden Buchtitel aus. Der Jury gehören außer dem Vorsitzenden an: Sabine Cofalla (Akademie Verlag), Detlef Felken (Verlag C.H. Beck), Luca Giuliani (Wissenschaftskolleg zu Berlin), Klaus Reichert (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung), Johan Schloemann ("Süddeutsche Zeitung") und Julia Voss ("Frankfurter Allgemeine Zeitung"). Die ausgezeichneten Werke: · Peter-André Alt: Kafka. Der ewige Sohn (Verlag C. H. Beck) · Hans Belting: Florenz und Bagdad (Verlag C. H. Beck) · Dirk Blasius: Weimars Ende (Vandenhoeck & Ruprecht) · Gottfried Boehm: Wie Bilder Sinn erzeugen (Berlin University Press) · Horst Bredekamp: Galilei der Künstler (Akademie Verlag) · Michael Brenner: Propheten des Vergangenen (Verlag C. H. Beck) · Bernd Greiner: Krieg ohne Fronten: Die USA in Vietnam (Hamburger Edition) · Oliver Hilmes: Herrin des Hügels. Das Leben der Cosima Wagner (Siedler Verlag) · Gerhard Hirschfeld u.a.: Enzyklopädie Erster Weltkrieg (Verlag Ferdinand Schöningh) · Rahel Jaeggi: Entfremdung. Zur Aktualität eines soziaphilosophischen Problems (Campus Verlag) · Navid Kermani: Der Schrecken Gottes (Verlag C. H. Beck) · Helma Lutz: Vom Weltmarkt in den Privathaushalt (Verlag Barbara Budrich) · Tomi Mäkelä: Poesie in der Luft (Breitkopf & Härtel) · Gerhard A. Ritter (Hrsg.): Friedrich Meinecke. Akademischer Lehrer und emigrierte Schüler. Briefe und Aufzeichnungen 1910-1977 (Oldenbourg Wissenschaftsverlag) · Tilmann J. Röder: Rechtsbildung im wirtschaftlichen 'Weltverkehr' - Das Erdbeben von San Francisco und die internationale Standardisierung von Vertragsbedingungen (1871-1914) (Vittorio Klostermann) · Siegfried Schieder/Manuela Spindler: Theorien der Internationalen Beziehungen (Verlag Barbara Budrich) · Jörg Schweinitz: Film und Stereotyp (Akademie Verlag) · Ulrich Sieg: Deutschlands Prophet. Paul de Lagarde und die Ursprünge des modernen Antisemitismus (Carl Hanser Verlag) Der nächste Bewerbungszeitraum beginnt im August. Die Ausschreibungsunterlagen und weitere Informationen sind abrufbar unter

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