Antiquariat

Joseph Süß Oppenheimer, Dada, Goethe

Bis morgen Nachmittag lädt die 57. Stuttgarter Antiquariatsmesse zu einem Besuch ein. Neuer Vorstand des Verbands Deutscher Antiquare gewählt.

Der blutige Ernst, 1919

Der blutige Ernst, 1919 © Die Schmiede, Amsterdam

Am gestrigen Eröffnungstag war die Stuttgarter Antiquariatsmesse, die heute bis 18 Uhr und am morgigen Sonntag bis 17 Uhr ihre Türen öffnet (praktische Informationen siehe hier), bis in den späten Nachmittag hinein sehr gut besucht. Bei rund 20 Exponaten musste kurz nach Messebeginn das Los entscheiden – ein Indikator, dass die Aussteller wieder einmal die richtigen Bücher nach Stuttgart mitgebracht hatten.

Besonders begehrt waren etwa der handschriftliche "Konfidenten-Bericht über die Verhaftung und Behandlung" des 1738 hingerichteten Bankiers und Finanzmaklers Oppenheimer (Michael Banzhaf, Tübingen; 6.000 Euro), das im September 1919 erschienene Startheft der Berliner Dadaisten-Zeitschrift "Der blutige Ernst" (Die Schmiede, Amsterdam; 1.600 Euro) sowie ein Widmungsexemplar von Goethes "Hermann und Dorothea" (J. A. Stargardt, Berlin; 12.000 Euro).

Gestern Abend wählten die Mitglieder des Verbands Deutscher Antiquare turnusgemäß einen neuen Vorstand. Überraschungen gab es bei der Wahl keine: Vorsitzende bleibt Sibylle Wieduwilt (Antiquariat Tresor am Römer, Frankfurt am Main). Peter Fritzen (Antiquariat Fritzen, Trier), bisher Beisitzer, ist neuer stellvertretender Vorsitzender. Meinhard Knigge (Antiquariat Knigge, Hamburg) behält das Amt des Schatzmeisters. Beisitzer sind Winfried Kuhn (Antiquariat Kuhn, Berlin) und Dieter Zipprich (Antiquariat Zipprich, Bamberg). Zipprich gehörte dem Vorstand bislang nicht an. Christian Hesse (Hesse Auktionen, Hamburg) ist aus dem Vorstand ausgeschieden.

Vom Tisch ist der gestern Abend nach Auskunft eines Verbandsmitglieds recht lebhaft diskutierte Vorschlag, künftig das Losverfahren zu Messebeginn durch eine Auktion zu ersetzen. Zum Glück, möchte man anmerken: Durch Versteigerungen hätte es zwar vielleicht immer wieder ein paar "Gewinner" unter den Ausstellern gegeben, aber mutmaßlich in der nicht unheiklen Durchführung regelmäßig Ärger für den Veranstalter, der zudem das Prinzip seiner Messe verwässert hätte. Nicht zuletzt ist es eine Grundkompetenz des (Lager)Antiquars (oder sollte es jedenfalls sein), seine Bücher für eine Messe angemessen, marktgerecht und transparent auszupreisen …

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