Auszeichnung

Siegfried Lenz Preis an Julian Barnes

Der englische Erzähler Julian Barnes erhält den mit 50.000 Euro dotierten Siegfried Lenz Preis 2016 der Siegfried Lenz Stiftung. Die Preisverleihung findet am 11. November im Hamburger Rathaus statt.

Die Jury des Siegfried Lenz Preis ehrt mit Julian Barnes einen der herausragenden europäischen Erzähler und Essayisten, teilt die Siegfried Lenz Stiftung mit. Der 1946 in Leicester geborene Autor verstehe es, in seinen Romanen Elemente der Moderne und Postmoderne auf raffinierte Weise miteinander zu verknüpfen. Sein Werk greife wie in "England, England" (1998) Diskussionen der Kultur- und Literaturtheorie auf und fragt danach, wie sich Erinnerung für den Einzelnen und für die Gesellschaft konstituiert. In brillanten Romanen wie "Flauberts Papagei" (1984) oder "Arthur & George" (2005) schöpfe er aus dem Fundus der europäischen Literatur des 19. Jahrhunderts. So eindrücklich seine Bücher von satirischen und ironischen Tonlagen geprägt sind, so unmittelbar stelle er sich in die Tradition eines Erzählens, das essentielle Lebensfragen der Menschen verhandelt. Beispielhaft gelinge Barnes das in seinem Essay über den Tod "Nichts, was man fürchten müsste" (2008) und in seinem 2011 mit dem Booker Prize ausgezeichneten Roman "Vom Ende einer Geschichte", der am Beispiel seines Protagonisten Tony Webster um Vergessen und Schuld kreist und sich durch eine ergreifende Wahrhaftigkeit auszeichne. Im Februar 2017 erscheint Barnes’ neuer Roman "Der Lärm der Zeit" über den Komponisten Dmitri Schostakowitsch.

Der Jury gehören an:

  • Günter Berg, Vorstand der Siegfried Lenz Stiftung, Hamburg
  • Ulrich Greiner, Präsident der Freien Akademie der Künste, Hamburg
  • Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses, Hamburg
  • Annegret Schult, Buchhandlung Felix Jud, Hamburg
  • Monique Schwitter, Mitglied der Freien Akademie der Künste, Hamburg

Die Preisverleihung findet am 11. November im Hamburger Rathaus statt. Am Tag zuvor, den 10. November, wird Julian Barnes im Hamburger Thalia Theater aus seinen Werken lesen.

Zum Preis

Der Schriftsteller Siegfried Lenz (1926−2014) hatte 2014 eine Stiftung gegründet, zu deren Aufgaben es gehören sollte, einen Siegfried Lenz Preis zu vergeben. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 50.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller, "die mit ihrem erzählerischen Werk Annerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist", so die Stiftung.

Erster Preisträger war 2014 der israelische Autor Amos Oz.

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