Beitrag in der "Wirtschaftswoche"

Presse spekuliert über Buchpreisbindung

So stabil wie das Azorenhoch erweist sich einmal mehr das Sommerloch: Die "Wirtschaftswoche" wärmt in ihrer aktuellen Ausgabe die Diskussion um die Buchpreisbindung vom Mai wieder auf, die die Monopolkommission mit einer Untersuchung angestoßen hatte.

Hintergrund für die Mutmaßungen der "Wirtschaftswoche" ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), das die deutsche Arzneimittel-Preisbindung für gemeinschaftsrechtswidrig erklärt hat. Alles Wissenwerte zu diesem Thema hatte bereits am 16. Mai Preisbindungstreuhänder Christian Russ auf boersenblatt.net gesagt.

Die im heutigen Artikel wiedergegebene Behauptung der Monopolkommission, den Schutz des Kulturguts Buch "könnten auch die Bibliotheken übernehmen", unterschlägt komplett, dass die Bücher erst einmal produziert werden müssen. Für die Mutmaßung des "Wirtschaftswoche"-Redakteurs, dass nach einem möglichen Fall der Buchpreisbindung in Deutschland "Bestseller tendenziell billiger, Fachbücher hingegen teurer" würden, gibt es – wie das Beispiel Schweiz lehrt – keinerlei Anhaltspunkte. 

Das Gutachten der Monopolkommission wird für Ende des Jahres erwartet.

3 Kommentar/e

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  • Sven Fund

    Sven Fund

    Es ist zu wünschen, dass Börsenverein und Preisbindungstreuhänder in ihrer juristischen Einschätzung diesmal näher an der Sicht der Gerichte liegen, als dies in den vergangenen beiden Jahren der Fall war. Sonst, fürchte ich, kommt es bei vielen Verlagen zum Schwur.

  • Winfried Kuhn

    Winfried Kuhn

    Am Beispiel der Schweiz sieht man, dass erstens Bücher nicht billiger werden, zweitens ein großes Buchhändlersterben beginnt und drittens einige Verlage in eine Schieflage kommen. Mehr wirtschaftliche "Freiheit" wird oft zu Ungunsten der Verbraucher erkauft. Da gibt es sehr viele Beispiele...

  • Andreas Meyer

    Andreas Meyer

    Ich sehe das genauso wie Sven Fund.. Die Preisbindungs-Thematik als "Sommerloch"-Phänomen abzutun, wird der Tragweite des Themas nicht gerecht. Und es gibt noch einen Aspekt: beim Thema Preisgestaltung. Im Sinne von "Pricing-Strategien" ist die Branche nicht wirklich gut aufgestellt. Der etwas stupide Ruf "Macht die Preise höher" blendet eine differenzierte Sicht auf das, was der Leser/Kunde möchte, aus. Und stärkt nicht gerade den Gedanken der Preisbindung. Um einen Austausch über das Thema Pricing zwischen Buchhandel und Verlagen (gab es sowas schon einmal?) zu ermöglichen, laden wir am 04.10. zu einem Dialog-Meeting in München ein. Zu finden unter Buchmarktforum.

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