Bibliotheksverband stellt sich hinter Verwertungsgesellschaften

"Das Urteil hat gravierende Konsequenzen"

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) bedauert, dass der BGH die bisherige Verteilungspraxis der VG Wort für rechtwidrig erklärt hat – und sieht nun alle nun Druck: "Ohne Korrekturen des Gesetzgebers hat das Urteil gravierende Konsequenzen nicht nur für Autoren und Verlage."

Universitätsbibliothek Greifswald

Universitätsbibliothek Greifswald © picture-alliance

Wenn die VG Wort nach dem Urteilsspruch nicht länger die Verlage vertreten könne, würden alle künftigen Verhandlungen sehr viel schwieriger, erklärt der Verband in einer Stellungnahme. Aus Sicht der Bibliotheken habe es sich in der Vergangenheit bewährt, dass mit der VG Wort nur ein Ansprechpartner für Verhandlungen da gewesen sei, der gebündelt die Interessen aller Rechteinhaber vertreten konnte. 

"Wir halten es grundsätzlich für richtig und wichtig, dass die Autoren für jede Nutzung ihrer Werke angemessen entlohnt werden", betont dbv- Vorsitzende Barbara Lison. „Durch dieses Urteil werden aber vor allem die Verwertungsgesellschaften geschwächt.“ Wie eine aktuelle Studie des WeltBibliotheksverbandes IFLA jüngst errechnet habe, würde in keinem anderen Land der Welt pro Kopf so viel Geld für Urheberrechtstantiemen bei Privatkopien ausgeschüttet wie in Deutschland. Lison: „Das ist insbesondere der hier derzeit noch starken Verhandlungsmacht der Verwertungsgesellschaften geschuldet.“

Gabriele Beger, ehemalige dbv-Vorsitzende, heute u.a.  Vorsitzende des Fachausschusses Urheberrecht des Deutschen Kulturrats, stützt diese Ansicht: „Bei aller Freude für die Autoren: Die meisten der in den letzten Jahren zu Gunsten der Werknutzer ins Urheberrecht gekommenen Regelungen wären ohne eine starke VG Wort nicht möglich gewesen.“ 

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